„Hansi“ hat hingeschmissen oder: vom zeitgemäß intensiven Leben auf der Überholspur (natürlich mit spannenden Projekten)

DFB-Sportdirektor Hansi Flick hat hingeschmissen! (Artikel in voller Pracht: http://www.msn.com/de-de/sport/fussball/dfb-hammer-sportdirektor-flick-h%C3%B6rt-auf-%E2%80%93-hrubesch-springt-ein/ar-AAlUp7b?li=AAaxdRI&ocid=spartanntp)

Bitte?

Sie fragen: „Hansi wer?“. Oder welcher ernstzunehmende Erwachsene sich mit 51 noch „Hansi“ nennen läßt? Oder was an der Nachricht denn wohl „der Hammer“ sein mag? Oder was denn bitte schön ein „DFB-Sportdirektor“ neben dem „DFB-Generalsekretär“ und dem „DFB-Manager“ so zu tun hat? Keine Ahnung – wollen wir hoffen, dass es der DFB weiß. Vielleicht koordiniert er die sportlich immens wichtige Schirmherrschaft beim „Netz-gegen-Nazis“, keine Ahnung.

Ist auch egal, wir kommen vom Thema ab.

Wichtig ist nur der pädagogisch schmerzvolle Satz von Herrn Flick: „Hinter mir liegen zehn tolle Jahre beim DFB. Es war eine spannende, erfolgreiche, aber auch intensive Zeit“.

Winner-Talk pur! Einfach nur Supi. Wie geil ist das denn?

Kirchfahrter.wordpress.com, Fach-Blog aller Fußlahmen des Fortschritts und irrationaler Gegenläufer des Zeitgeistes, hilft Ihnen endlich auf die Sprünge: Hören Sie endlich auf, etwas zu meinen und fangen Sie an, sich zu „committen“. Klingt einfach cooler, so nach In-Group und so. Sprechen Sie nicht von irgendwelchen „Bekannten“, die haben vielleicht weiße, alte Männer und andere Globalisierungsverlierer. Wenn Sie trendy sein wollen, dann „networken“ Sie – und dies bitte nicht mit irgendwem, sondern mit „Entscheidern“ (besser: „Top-Entscheidern“). Probleme darf es für Sie nicht geben, sondern lediglich „Herausforderungen“, am besten gleich „Tschellensches“ (d.h.: im Mißerfolgsfall waren Sie für die konkrete Herausforderung „zu wenig belastbar“, egal wie illusorisch der Erfolg mangels ausreichender Zeit / Ressourcen von vornherein auch gewesen sein mag, denn: „Geht nicht gibt’s nicht!“, das Credo aller fünfjährigen Quengelgören. Aber für diese Einsicht sind Sie ja wohl „Profi genug„).

Wenn Sie heutzutage einen neuen Job oder andere Aufgaben wollen, müssen Sie sich anpreisen wie auf dem Straßenstrich. Wer etwas auf sich hält, bekundet dann „Respekt vor der Aufgabe“ (klingt irgendwie sympathisch-demütig, heißt aber konkret gar nix), welche Sie natürlich „reizt„. Infolge dessen sehen Sie sofort in jeder Zumutung des Chefs „ein wahnsinnig spannendes Projekt“, durch welches Sie sich persönlich – na, klar! – „getschellenscht“ fühlt. Schrecken Sie nicht davor zurück, wie ein Teenager zu quatschen: „Wie toll ist das denn?“

Committen Sie sich! Committen Sie sich unaufgefordert „immer alles zu geben“ und überhaupt generell „auf der Überholspur“ unterwegs zu sein. Committen Sie sich auch gerne ungefragt, dass Ihr aktuelles Projekt selbstverständlich „ihr Baby“ sei. Committen Sie sich immer und überall. Fehlen Ihnen rationale Argumente, dann sagen Sie: „Es kann doch einfach nicht sein, dass…“ Gerne mit einer Prise Empörung, entdecken Sie mal die Claudia Roth in Ihnen.

Geben Sie sich vor allem immer „entspannt“ und „weltoffen„, auch wenn Sie nicht genau im Bilde sind. Werden Sie beispielsweise nach Biathleten gefragt, antworten Sie souverän, dass dies ja wohl die Privatsache der Athleten sei und Sie  dies „ganz entspannt“ sehen. Entspannt sein ist ungemein wichtig heutzutage, behaupten Sie, entspannt zu sein – und wenn Ihnen vor Anspannung dabei die Kinnmuskeln flattern. Entspannung ist halt ein „must have“ für Sie, wenn Sie am „place to be“ sein wollen.

Quengelnde Nachfragen Ihrer Familie, Ihres Freundeskreises  oder anderer nervtötender Karrierekiller nach Zusammensein mit Ihnen begegnen Sie, indem Sie in diesen nur zeitlich begrenzte Projekte sehen. Geben Sie freimütig bekannt, dass Sie in Familienleben und Pflege von Freundschaften lediglich „eine weitere Baustelle“ sehen, welche Sie „tschellenscht„. Gerne auch per „Hand-out„.

Sollten Sie (den unausweichlichen) familiären und beruflichen Schiffbruch erleiden, weil

  • eine Person auf die Dauer halt nicht für drei Personen arbeiten kann,
  • Ihre Ehefrau sich partout mit der neuen Funktion als Ihre Nachtpensionswirtin nicht zufrieden geben will,
  • Ihre Kinder nicht glauben, dass „man später alles nachholen kann“ und Sie „alles wieder gut“ machen,
  • trotz aller Bemühungen ein Tag nicht mehr als 24 Stunden hat und
  • die anderen nicht dauerhaft bereits sind, für Ihr Leben auf Ihrem individuellen Planet Ego selbstlos Zubringerdienste zu leisten,

vermeiden Sie unbedingt zwei Dinge: Reue und Einsicht! Bleiben Sie stur.

Reines Pech, dass die Quadratur des Kreises nicht geklappt hat. Sie haben zwar eine Ehe an die Wand gefahren und nur noch verschwommene Erinnerungen an Ihre Kinder, aber Sie haben „wahnsinnig wichtige Erfahrungen gemacht, die Ihnen keiner mehr nehmen kann!“ (Und die vielleicht auch gar niemand haben will…) Wenn Sie sich nicht für Ihre verbohrten Handlungen und irrwitzigen Entscheidungen schämen wollen, ist es dass beste, dreist zu leugnen, dass diese überhaupt verbohrt und verblödet waren. Alles war nämlich generell durch die Bank „wahnsinnig kompliziert„.

Zwar lernen Sie so nichts aus Ihren Fehlern und steuern zielgenau in die nächste Misere, aber Sie haben immerhin „eine wahnsinnig intensive Zeit“.

Zumindest bis zum totalen Zusammenbruch…

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Über Kirchfahrter Archangelus

Jhg. 1967; rk; Verh., 3 Kinder. (Noch-)CDU-Mitglied seit 1983, 12 Jahre Stadtverordneter der CDU. Angesichts des herrschenden Gutdenker-Mainstreams in Gesellschaft, Partei und Kirche bin ich zum unzeitgemäßen Gegenläufer mit abweichenden Auffassungen geworden. Ich pilgere so oft wie möglich als Kirchfahrter (altdt. “Pilger“) in die von der Priesterbruderschaft St. Pius X. betreute Kapelle St. Athanasius (Hattersheim). Kurz zur Politik: Ratiophobe Psychopathologien wie „Gender“ u. ä. lehne ich ab, ebenso das derzeit einheitlich handelnde Parteienkartell. Gleichwohl denke ich noch selbst und erwarte den wiederkehrenden Messias und nicht den wiederkehrenden Kaiser aus dem Kyffhäuser. Skeptisch sehe ich Zeitgenossen, die sich vorgeblich um das „christliche Abendland“ sorgen, aber selbst das Julfest feiern. Oder lautstark Familienwerte proklamieren, selbst aber privat notorischen Ehebruch praktizieren, in gleichgeschl. Lebensgemeinschaft leben oder Partner+Kinder verlassen, um sich neu zu liieren. Freunde vorgestanzter Sprachschablonen und abwegiger Schnurrpfeifereien kommen i.d.R. nicht auf Ihre Kosten. Der Blog gibt ausschließlich meine persönlichen, in der Regel politisch wie kirchlich inkorrekten Ansichten wieder und soll zusätzlich als Verstärkungs-Plattform für Themen dienen, welche in Gesellschaft wie Kirche totgeschwiegen werden. „Rebloggte“ Beiträge sollen - wenn von mir auch nicht immer geteilt - zur inhaltlich differenzierten Auseinandersetzung anregen und kritisch mittels öffentlich zugängiger Quellen überprüft werden. Gefährlicher als Verschwörungstheorien sind Kräfte, die abweichende Auffassungen anderer perfide als "Verschwörungstheorie" tabuisieren, um diese dem Diskurs und der Reflektion zu entziehen. Mit dem Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch Anbringen eines Links auf seiner eigenen Homepage die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann man laut Gericht nur dadurch verhindern, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Deshalb betone ich, dass ich keinerlei Einfluß auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten habe und distanziere mich ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf dieser Homepage. Diese Erklärung gilt für alle auf meinem Blog angebrachten Links.
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