Die heiligsten Herzen Jesu und Mariä als letzte Rettungsmittel (http://fsspx.de/sites/sspx/files/mb_2017-01_d_web_0.pdf)

Das MITTEILUNGSBLATT der Priesterbruderschaft St. Pius X. schreibt Pater Stefan Frey, Distriktoberer in Österreich,  im Januarheft zur Vorbereitung auf das 100-jährige Jubiläum über die Erscheinung der Gottesmutter in Fatima in einem ausführlichen Beitrag über „Die heiligsten Herzen Jesu und Mariä als letzte Rettungsmittel“.

Die heiligsten Herzen Jesu und Mariä als letzte Rettungsmittel

Pater Stefan Frey FSSPX

Als Erzbischof Lefebvre die Priesterbruderschaft St. Pius X. gründete, wollte er ihr auch ein Wahrzeichen geben, mit dem sich ihre geistliche Familie identifiziert, das den Seinsgrund und das Ziel unserer Bruderschaft darstellt. Kein schöneres und tiefsinnigeres Emblem hätten wir uns wünschen können: die geeinten Herzen Jesu und Mariä, überragt von einer Königskrone. Unser Gründer wählte dieses Wahrzeichen mit Bedacht, denn es ist von höchster Aktualität, es weist uns hin auf die Dramatik der heutigen Zeit und gibt die entsprechende Antwort.

Als im Jahre 1917 der Engel den Seherkindern von Fatima erschien, erwähnte er bei allen drei Erscheinungen die Herzen Jesu und Mariä. Im Sommer sagte er zu den Kindern: „Betet viel und bringt Opfer. Die heiligsten Herzen Jesu und Mariä haben mit euch Pläne der Barmherzigkeit!“ Welches diese Pläne waren, erklärte die Gottesmutter ein Jahr später. Kurz zusammengefasst: Die geeinten Herzen sind das Rettungsmittel für alle Nöte in diesen letzten Zeiten, in welchen wir leben! Was mit dieser gewichtigen Aussage gemeint ist, soll hier nun näher untersucht werden.

 

Das Zeitalter des großen Aufstandes gegen Gott

Mit den „letzten Zeiten“ ist das Zeitalter des großen Aufstandes der Völker gegen Gott gemeint, wie es etwa die Päpste der vergangenen 200 Jahre lichtvoll beschrieben haben. Es ist die Zeit, in der der Teufel seine letzten Anstrengungen unternimmt, um die Menschen von Gott wegzureißen, um sie seiner tyrannischen Herrschaft zu unterwerfen und sie so zu verderben. Als gefallener Engel verfügt er über eine überragende Intelligenz. Von langer Hand plante er diese Revolution. Sie sollte in drei Stufen ablaufen, die an drei geschichtlichen Eckdaten festgemacht werden können. Zur Erreichung seines Ziels erfand er drei große Häresien, die dazu dienten, die Menschen im wahren Glauben zu verderben und sie Gott und seiner Kirche abspenstig zu machen.

 

1) 1517: Aufstand der Reformatoren gegen die katholische Kirche

1517 revoltierte Luther gegen die Kirche. Er verabscheute sie, bezeichnete sie als Hure Babylons, den Papst nannte er „Antichrist“ und „Apostel Satans“, das hl. Meßopfer sei Teufelswerk und die Sakramente Aberglauben. Durch die Irrlehre des Protestantismus gelang es ihm, ganze Völker von der katholischen Kirche loszureißen. Dem Teufel genügt es indes nicht, die Menschen von Gott wegzureißen, er will sie auch tyrannisieren und verderben. Um auf diese doppelte Strategie hinzuweisen, verwendet Jesus im Evangelium zwei Namen: Der Teufel ist der „Vater der Lüge“, somit Erfinder aller Häresien, und der „Menschenmörder von Anbeginn“. Tatsächlich finden wir in der geschichtlichen Abfolge der dreistufigen Revolution diese Strategie jedesmal in erschütternder Weise verwirklicht.

Als unmittelbare Folge der Reformation brachen die Bauernkriege und der Dreißigjährige Krieg aus. Europa wurde verwüstet. Die Kriegsparteien wüteten so grausam, daß in manchen Gegenden die Bevölkerung nahezu ausgerottet wurde.

 

2) 1717: Gründung der Freimaurerei – Aufstand gegen Christus

Genau 200 Jahre später – ein geheimnisvolles Spiel der Zahlen – erfolgte mit der Gründung der Freimaurerei der zweite Aufstand des Teufels und seiner Helfershelfer, diesmal gegen die Person des heiligsten Erlösers und sein Erlösungswerk. Die Freimaurer leugneten die Gottheit Christi und seine Menschwerdung. Sie akzeptierten nur noch die abstrakte Vorstellung einer Gottheit, die sie als Weltenbaumeister bezeichneten. Vermittels ihrer Ideologie des Liberalismus kämpften sie für die Entchristlichung der Völker und die Laizisierung der Gesellschaft. Sie wollten die Herrschaft Christi über die Gesellschaft vernichten. Wir müssen sagen: mit Erfolg! Es gibt heute keinen einzigen Staat mehr, der auf den Zehn Geboten Gottes und dem Evangelium gründet.

Auch dieser zweite Aufstand gegen Gott blieb für die europäischen Völker nicht ohne schreckliche Folgen: Die Französische Revolution, die weiteren von den Freimaurern entfesselten Revolutionen sowie die napoleonischen Kriege verursachten ein noch schrecklicheres Grauen, als es 200 Jahre zuvor der Fall war.

 

3) 1917: Ausbruch der kommunistischen Revolution – Aufstand gegen Gottes Existenz selbst

Wiederum 200 Jahre später brach die kommunistische Revolution aus, die sich flächenbrandartig über die halbe Erdkugel verbreitete und die Völker tyrannisierte. Mit Lenins Schlachtruf „Religion ist Opium für das Volk“ wurde die schlimmste Häresie aller Zeiten propagiert, der atheistische Materialismus, der jeden Gedanken an Gott und überhaupt jede Religion ausrotten sollte. „Der Menschenmörder von Anbeginn“ errichtete in der Folge eine Schreckensherrschaft, wie sie bislang auf Erden noch nie gesehen wurde. Um nur ein Beispiel zu nennen: Allein in China wurden unter Mao-Tse-Tung 75 bis 100 Millionen Menschen ermordet! Die Foltermethoden in seinen Gefängnissen waren von einer teuflischen Grausamkeit, die nicht mehr zu überbieten war. Es soll nicht unerwähnt bleiben, daß der Kommunismus auch in der sog. freien Welt verheerende Schäden angerichtet hat. Von Moskau aus finanziell und organisatorisch massiv unterstützt, wurde im Zusammenspiel mit den Freimaurern in der westlichen Welt überall die linksliberale Kulturrevolution angezettelt, welche den Westen geistig und moralisch zerrütten sollte. Soweit ein kurzer Überblick über die dreistufige Revolution Satans gegen Gott, deren drei traurige Jahrhundertfeiern in diesem Jahr begangen werden (Im Evangelium weist Jesus auf den inneren Zusammenhang dieser dreifachen Rebellion hin: „Wer euch verwirft, der verwirft mich; wer aber mich verwirft, der verwirft den, der mich gesandt hat“ (Lk 10,16).)

 

Die Reaktion Gottes: Drei große Rettungsmittel

Wie verhielt sich Gott angesichts dieser frechen jahrhundertelangen Empörung gegen Ihn? Er ließ die Menschen gewähren, da er ihren freien Willen respektiert. Er ließ dies alles aber auch zu als Strafe für die Sünden der Menschen. Satan konnte ja nur wüten, weil die Menschen lieber auf ihn hörten als auf die Stimme Gottes und Seiner Kirche. Vor allem aber schaute Gott mit einem Blick grenzenlosen Erbarmens auf die Menschen, sah ihre unsägliche Not, sah, wie sie ins zeitliche und ewige Verderben stürzten. In seinem ewigen Ratschluß beschloß Er, ihnen drei große Rettungsmittel zu senden, die sie aus den Nöten der dreistufigen Revolution erretten sollten.

 

1) Die Heiligen der Gegenreformation

Im 16. Jahrhundert sandte Gott den Menschen auffallend viele Heilige, insbesondere die heiligen Jesuiten und Karmeliten, auch große heilige Bischöfe, wie Karl Borromäus von Mailand. Diese brachten die Heiligkeit der von Luther geschmähten Kirche wieder glanzvoll zum Aufleuchten. Sie bekämpften die protestantische Häresie, stärkten den Glauben der wankenden Katholiken und führten Scharen von Abgefallenen wieder in den Schoß der Kirche zurück.

 

2) Das heiligste Herz Jesu – Paray-le-Monial

Welches Rettungsmittel gab Gott der Menschheit gegen die zersetzenden Machenschaften der Freimaurerei? Er schenkte ihr sein Herz. In seinen großen Erscheinungen in Paray-le-Monial offenbarte Christus der hl. Margarete Maria Alacoque sein göttliches Herz, um die Verehrung dieses Herzens in der Welt zu begründen. Die Freimaurer versuchen mit allen Mitteln, die Menschen von Christus loszureißen, die Völker zu entchristlichen. Da öffnet nun unser Heiland sein Herz, offenbart die unendlichen Schätze seiner Erbarmungen, um die Menschen und die Völker wieder an sein Herz zu ziehen. Das ist die himmlische Strategie, die Gott jener der Freimaurer entgegensetzt. [In Paray-le-Monial sagte Jesus zur hl. Margareta Maria: „Diese Verehrung meines Herzens ist gleichsam eine letzte Anstrengung meiner Liebe zugunsten der Menschen in diesen letzten Jahrhunderten der Erlösung, um sie der Herrschaft Satans zu entreißen und in die herrliche Freiheit des Reiches meiner Liebe zu versetzen, das ich in den Herzen derer aufrichten will, die diese Andacht üben werden.“]

Wie machtvoll Gott diese Strategie umsetzte, zeigt uns ein Blick in die Geschichte. Die Herz-Jesu-Verehrung breitete sich überall aus und wurde zu einem wahrhaftigen Triumphzug dieses göttlichen Herzens. Millionen und Abermillionen von Familien weihten sich dem Herzen Jesu. Doch nicht nur die Familien, sondern auch gesellschaftliche Institutionen vollzogen diese Weihe und Hingabe ans Herz Jesu. Schulen, Universitäten, Krankenhäuser, Unternehmen, Kasernen, Zeitungsredaktionen, ja sogar ganze Städte und Länder wollten sich der milden Herrschaft dieses Herzens unterwerfen. [Zur Verwirklichung seiner Pläne wählte sich Gott neben der hl. Margareta Maria ein weiteres Werkzeug aus: Pater Mateo Crawley, den großen Apostel des Herzens Jesu. Von Gott aus schwerer Krankheit errettet und innerlich erleuchtet, gründete P. Mateo im Jahre 1907 das Werk der Herz-Jesu-Thronerhebung. Im Auftrag und mit dem apostolischen Segen des hl. Pius X. begann er mit wahrhaft göttlichem Erfolg dieses Werk auf allen Kontinenten auszubreiten. Im gleichen Jahr 1907 pilgerte er ins Heilige Land und ließ für die Pilger ein Herz-Jesu-Bild mit folgenden Worten drucken: „Beten wir auf dem Kalvarienberg, damit das Reich des göttlichen Herzens komme und die Familien, die Gesellschaft, die Völker erobere. Das Herz Jesu verlangt von uns das Apostolat der Liebe zu seinem Herzen. Wir werden es ihm versprechen an seiner Krippe und an seinem Grab. Adveniat Regnum tuum.“ – 1932, 25 Jahre nach Beginn dieses Apostolates, waren es bereits Dutzende Millionen von Familien, die das Herz Jesu inthronisiert hatten.]

Als Beispiel sei Spanien erwähnt. Im Jahre 1919 hat sich Spanien offiziell und feierlich dem Herzen Jesu geweiht. Es war ein Fest unvergleichlichen Glanzes. Eine 24 m hohe Statue wurde enthüllt, unter Anwesenheit aller Repräsentanten des Volkes: Minister, Abteilungen der Armee, Marine, Bischöfe. Der Staatschef las den Weiheakt vor. Spanien solle künftig dem Herzen Jesu gehören und Christus als König in Spanien herrschen. Darin besteht also das von Gott geschenkte Rettungsmittel und die himmlische Antwort auf die Revolte der Freimaurerei: Das heiligste Herz Jesu muß überall herrschen, in den Herzen der Menschen und in allen gesellschaftlichen Bereichen. Es ist eine Herrschaft der Liebe, die sich der Gewaltherrschaft des Teufels entgegensetzt und diese überwindet. [„Die Vorsehung stellt uns in ihrer Weisheit immer das für die Übel jeder Zeit geeignete Heilmittel und die Genugtuung, die für sie geeignet ist, zur Verfügung. Unser Jahrhundert sündigt durch den Abfall vom Glauben, indem es sowohl in der kleinen Heimat, der Familie, wie in den großen Gesellschaften und in den Nationen, die göttliche Herrschergewalt des Erlösers, des Königs nach göttlichem Recht, des unbeschränkten Herrn über jeden Einzelnen wie über die Völker, des Beherrschers der Herrschenden wie der Untertanen, ableugnet. […] Von Anfang an haben wir gegen das abscheuliche Übel des sozialen und politischen Laizismus, dieses unseligen Modernismus, Stellung genommen, der Jesus im Leben der Familie, der Gesellschaft und der Völker vom Thron herabstoßen und zu einem lächerlichen Scheinkönigtum herabsetzen will, sozusagen zu einem König der Sakristei. Unser Thronerhebungswerk entschloß sich, gleichsam eine Gegenrevolution einzuleiten und zu gleicher Zeit die feierliche Sühne für diese Verbrechen der Majestätsbeleidigung auf sich zu nehmen“ (P. Mateo, Jesus, König der Liebe , S. 296f.).]

Die Päpste des 19. und 20. Jahrhunderts haben übrigens in ihren Rundschreiben diese Tatsache immer wieder geschildert. Sie hoben die Bedeutung der Herz-Jesu-Verehrung als Heilmittel gegen die Irrtümer des Liberalismus hervor und förderten mit aller Kraft diese Verehrung. [In seiner Enzyklika „Quanta cura“ vom 8.12.1864 verurteilte Pius IX. die modernen Irrtümer, insbesondere den Laizismus und die mod. Religionsfreiheit, er ermahnte die Gläubigen zum Schluß, zum Herzen Jesu Zuflucht zu nehmen. Sie sollen „sein liebevolles Herz, das Opfer seiner innigen Liebe zu uns, unablässig und inbrünstig anrufen, auf daß er mit den Banden seiner Liebe alles an sich ziehe …“. Leo XIII. wies in seinen großen Lehrschreiben auf die Gefahren und verheerenden Wirkungen hin, die vor allem von seiten des antireligiösen Liberalismus und Sozialismus ausgingen. Als Heilmittel dagegen kündigte er 1899 die Weihe des ganzen Menschengeschlechtes an das heiligste Herz Jesu an, die er selbst am 11. Juni 1899 vollzog. St. Pius X. ordnete an, daß diese Weltweihe jährlich erneuert werde. Pius XI. und Pius XII. äußerten sich in ihren Enzykliken in ähnlicher Weise: „Jedermann weiß, … wie Christi Reich und Herrschaft bereits durch jene fromme Übung anerkannt wurde, durch die fast zahllose Familien sich dem heiligsten Herzen Jesu weihten und widmeten. Und nicht nur Familien taten dies, sondern Staaten und Reiche. – Scheint es nun nicht, daß ein Christkönigsfest, das alljährlich und allerorten gefeiert würde, viel dazu beitragen könnte, jenen öffentlichen Abfall laut zu verurteilen und wiedergutzumachen, den der Laizismus zum größten Schaden der Gesellschaft herbeigeführt hat?“ (Pius XI., Quas primas, 1925). „Heute, wo sich alle Dinge in Umwälzung befinden, ist es notwendiger denn je, daß durch die dem Herzen Jesu geweihten Familien Jesus Christus, der König des Friedens, über die menschliche Gesellschaft herrscht, denn Er allein ist auch für unsere Zeit Weg, Wahrheit und Leben“ (Pius XI., Brief an P. Mateo, 1923). – „Um den ruchlosen Machenschaften der Hasser Gottes und der Kirche einen Riegel vorzuschieben, … behaupten Wir ohne Bedenken, daß die Verehrung des heiligsten Herzens Jesu die wirkungsvollste Schule der Gottesliebe ist; der Liebe zu Gott, auf die sich das in den Einzelmenschen, in den Familien, in den Nationen zu errichtende Reich Gottes stützen muß“ (Pius XII., Haurietis aquas , 1956).]

Allerdings fand der Triumphzug des Herzens Jesu zur Zeit des II. Vatikanischen Konzils ein jähes Ende. Er war mit dem neuen Geist des Aggiornamento nicht mehr vereinbar. Die Männer der Kirche taten ihn als „Triumphalismus“ ab. Dies steht uns als rätselhafte Tatsache vor Augen. Soll nun die soziale Herrschaft Christi, für die sich die Kirche seit bald 2000 Jahren unermüdlich einsetzt, ein Ende haben?! Damit fanden sich nicht alle ab. Vereinzelt erhoben sich Stimmen, die gegen die Entthronung Christi protestierten, allen voran Erzbischof Lefebvre, den wir als großen Herold des Christkönigs im 20. Jahrhundert bezeichnen dürfen. Er schrieb ein meisterhaftes Buch, das den bezeichnenden Titel trägt: „Sie haben ihn entthront!“

 

3) Das Unbefleckte Herz Mariä – Fatima

Welches Rettungsmittel setzte Gott schließlich dem Kommunismus und der Ausbreitung der linken Ideologien entgegen? Gleichzeitig mit dem Ausbruch der kommunistischen Revolution erscheint in Fatima die Gottesmutter und schenkt der Welt ihr Unbeflecktes Herz! Dieses Herz ist nach den Worten von Sr. Lucia als „letztes Rettungsmittel für die Welt“ gegeben. Die Aufgabe der Muttergottes besteht darin, die Menschen an ihr mütterliches Herz zu ziehen, damit sie sie ihrerseits zum Herzen Jesu führe und diese beiden Herzen in gemeinsamer Herrschaft das Reich Satans überwinden. Die Geschichte lehrt uns, wie Gott auch mit diesem dritten Rettungsmittel seine Allmacht aufbot, um den Menschen zu helfen. Überall in der Welt, wo Fatima bekannt wurde, erlebte man ein gewaltiges Aufblühen der Herz-Mariä-Andacht, ein neuer Triumphzug bahnte sich den Weg durch die ganze Welt, begleitet von unzähligen Bekehrungen und Wundern: der Triumphzug des Unbefleckten Herzens Mariä. In Afrika und in Asien bezeugen unsere älteren Gläubigen: „Wir haben es mit eigenen Augen erlebt! Als die Pilgermadonna von Fatima zu uns kam, ist unser Dorf vollständig umgewandelt worden, von einem heidnischen in ein christliches Dorf!“ Doch auch diesen Triumphzug des Herzens Mariä sollte das gleiche Schicksal ereilen wie jenen des Herzens Jesu. Er wurde abrupt gestoppt. Wir wissen, daß Papst Johannes XIII. Fatima nicht sonderlich schätzte, die drei Hirtenkinder waren für ihn Unglückspropheten, die seiner optimistischen Schau der Dinge widersprachen.

 

Doppelte Rebellion gegen Gott

Doch es sollte noch schlimmer kommen! Die drei erwähnten teuflischen Irrlehren brachen auf dem II. Vatikanischen Konzil in die Kirche ein! Mit voller Wucht! Und sie beherrschen bis heute das kirchliche Leben! Sie haben in letzter Zeit gleichsam eine Verkörperung in einer Person gefunden: in Papst Franziskus. Es ist wirklich schmerzlich, dies feststellen zu müssen, leider aber unbestreitbar. Franziskus fand für Luther in höchsten Tönen lobende Worte; sein liberales Denken geht so weit, daß er sagte, es spiele keine Rolle, welcher Religion ein Mensch angehöre; wenn er schließlich Politiker lobt oder fördert, dann sind es immer linke, ja linksextreme Politiker! Die drei Irrlehren drangen sogar bis ins innerste Heiligtum der Kirche vor, in die heilige Liturgie! Wer die neue Messe genauer betrachtet, stellt mit Entsetzen fest, wie sie von einem protestantischen, liberalen und kollektivistischen Geist durchdrungen ist. [Vgl. Georg May, Neue und alte Messe.]

Somit steht uns das ganze Ausmaß der Krise der Kirche seit dem II. Vatikanischen Konzil dramatisch vor Augen: Die Invasion der drei teuflischsten Häresien in den Innenraum der Kirche und die Zurückweisung der göttlichen Rettungsmittel stellen eine doppelte Rebellion gegen Gott und seine unendliche Barmherzigkeit dar! Menschlich gesehen ist da jede Hoffnung verloren.

 

Die Antwort: Doppelte Treue

Was können wir tun? Was müssen wir tun in der heutigen Zeit? Zu nächst dürfen wir den Mut nicht verlieren! Wir hoffen nicht auf Menschen, sondern auf Gott! Auch in Zeiten schändlichster Treulosigkeit verläßt Gott seine Kirche nicht. Seine drei großen Rettungsmittel stehen immer noch zur Verfügung. [Die Verheißungen Gottes bleiben bestehen. Im Jahre 1940 sagte Jesus beispielsweise zu Sr. Lucia: „Deutschland wird in den Schafstall des Herrn zurückkehren; dieser Augenblick nähert sich sehr langsam, sehr mühsam, aber er wird schließlich eintreffen, und die Herzen Jesu und Mariens werden dort dann mit Glanz herrschen!“ (Documentos de Fatima, 1976, p. 464f.).]

Darum kann es keinen Zweifel geben, worin unsere Aufgabe in der heutigen Zeit besteht. Bei der Gründung der Priesterbruderschaft stand dem Erzbischof dies klar vor Augen:

1) Zum einen müssen wir der teuflischen Verwirrung standhalten durch unsere Treue zum wahren Glauben. Wir müssen dem Teufel widerstehen, indem wir seine Irrtümer zurückweisen und bekämpfen, indem wir aus der unveränderlichen Tradition leben: aus dem traditionellen Glauben, aus der traditionellen Liturgie, aus der traditionellen Disziplin.

2) Zum anderen dürfen und sollen wir die großen Rettungsmittel ergreifen, die Gott uns reicht. Als erstes Ziel der Priesterbruderschaft bestimmte ihr Gründer die Heiligkeit des Priestertums. Er wollte eine neue Generation von Priestern heranbilden, die sich diesem Ideal der Heiligkeit verschreibt. Nur heilige Priester werden in der Lage sein, das Volk zu heiligen und eine Erneuerung der Christenheit herbeizuführen.

Sodann wollte er, dass die Priesterbruderschaft sich ganz und gar dem heiligsten Herzen Jesu und dem unbefleckten Herzen Mariä weiht. Nicht nur die Bruderschaft als ganze, sondern jedes einzelne ihrer Werke, die Seminare, Priorate, Schulen usw. sollen diese Weihe vollziehen und aus ihr leben.

Liebe Gläubige, tun Sie ein gleiches! Bemühen wir uns alle um ein heiliges Leben! Streben wir mit allen Kräften beharrlich das wunderbare Ideal der christlichen Vollkommenheit an.

Sodann weihen Sie sich und ihre Familien den Herzen Jesu und Mariä, erneuern Sie diese Weihe immer wieder! Die Hingabe an die Herzen Jesu und Mariä wird Ihre beständige Kraftquelle sein! Aus diesen Herzen werden Sie allen Segen, allen Trost und alles Licht im Übermaß schöpfen!

Des weiteren sollen wir die großen Offenbarungen von Paray-le-Monial und Fatima eingehend studieren, damit wir die Herzen Jesu und Mariä immer tiefer verstehen, damit wir immer klarer erfassen, was sie von uns wollen. Dies soll uns besonders jetzt im Jubiläumsjahr von Fatima eine Ehrenpflicht sein. Und schließlich sollen wir gute Schriften über Fatima und Paray- le-Monial verbreiten, damit möglichst viele Seelen zu den Herzen Jesu und Mariä geführt werden. Das ist eine einfache Weise, um wahrhaft und wirksam Apostel der Herzen Jesu und Mariä zu sein. Mögen Jesus und Maria sich unser erbarmen. Mögen sie uns allen wahren Eifer verleihen, unsere Herzen entflammen, damit wir die glühende Liebe der Herzen Jesu und Mariä immer großherziger erwidern und wir selbst als glühende Apostel wirken, gleichsam als Flammenwerfer die Liebe dieser Herzen in die heutige kalte und finstere Zeit hineintragen.

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Über Kirchfahrter Archangelus

Jhg. 1967; rk; Verh., 3 Kinder. (Noch-)CDU-Mitglied seit 1983, 12 Jahre Stadtverordneter der CDU. Angesichts des herrschenden Gutdenker-Mainstreams in Gesellschaft, Partei und Kirche bin ich zum unzeitgemäßen Gegenläufer mit abweichenden Auffassungen geworden. Ich pilgere so oft wie möglich als Kirchfahrter (altdt. “Pilger“) in die von der Priesterbruderschaft St. Pius X. betreute Kapelle St. Athanasius (Hattersheim). Kurz zur Politik: Ratiophobe Psychopathologien wie „Gender“ u. ä. lehne ich ab, ebenso das derzeit einheitlich handelnde Parteienkartell. Gleichwohl denke ich noch selbst und erwarte den wiederkehrenden Messias und nicht den wiederkehrenden Kaiser aus dem Kyffhäuser. Skeptisch sehe ich Zeitgenossen, die sich vorgeblich um das „christliche Abendland“ sorgen, aber selbst das Julfest feiern. Oder lautstark Familienwerte proklamieren, selbst aber privat notorischen Ehebruch praktizieren, in gleichgeschl. Lebensgemeinschaft leben oder Partner+Kinder verlassen, um sich neu zu liieren. Freunde vorgestanzter Sprachschablonen und abwegiger Schnurrpfeifereien kommen i.d.R. nicht auf Ihre Kosten. Der Blog gibt ausschließlich meine persönlichen, in der Regel politisch wie kirchlich inkorrekten Ansichten wieder und soll zusätzlich als Verstärkungs-Plattform für Themen dienen, welche in Gesellschaft wie Kirche totgeschwiegen werden. „Rebloggte“ Beiträge sollen - wenn von mir auch nicht immer geteilt - zur inhaltlich differenzierten Auseinandersetzung anregen und kritisch mittels öffentlich zugängiger Quellen überprüft werden. Gefährlicher als Verschwörungstheorien sind Kräfte, die abweichende Auffassungen anderer perfide als "Verschwörungstheorie" tabuisieren, um diese dem Diskurs und der Reflektion zu entziehen. Mit dem Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch Anbringen eines Links auf seiner eigenen Homepage die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann man laut Gericht nur dadurch verhindern, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Deshalb betone ich, dass ich keinerlei Einfluß auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten habe und distanziere mich ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf dieser Homepage. Diese Erklärung gilt für alle auf meinem Blog angebrachten Links.
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