Weihnachten und Fatima: Scheinbare „Utopien“, glänzende Wirklichkeiten (p-c-o.blogspot.de)

Unsere feste Überzeugung des universalen Triumphes der Katholischen Kirche und einer bevorstehenden Wiederherstellung der christlichen Ordnung, könnte in Vielen einen – klaren oder unbewussten – Einwand aufkommen lassen: Wenn wir den enormen Verfall der Gegenwart betrachten, sind diese Hoffnungen nicht ein utopischer Traum, eine Phantasie, die sich nicht verwirklichen lassen?

Die Heilige Jungfrau hat in Fatima den Triumph ihres Unbefleckten Herzens versprochen. Plinio Corrêa de Oliveira erwähnte diese Schwierigkeit und bemerkte, dass eine zunehmende Zahl von Intellektuellen verschiedener Disziplinen – Soziologen, Philosophen, Politikwissenschaftler -, der Meinung ist, dass Utopien, also nicht realisierbare Vorstellungen, für die Menschen wichtig sind. Ein utopienloses Volk, sagen sie, hinterlässt keine Spuren in der Weltgeschichte. Es ist „gesünder“ für ein Volk hinter nicht zu verwirklichenden Utopien her zu gehen, als konkreten aber sterilen Realisierungen nachzueifern. Diese These sprach ihn an, fügte aber noch hinzu: „Eine Utopie hört auf Utopie zu sein im Hinblick auf das Übernatürliche, also auf das Wunder und die Gnade. Ohne die Gnade wäre sie eine bittere Vorstellung. Doch wir begeistern uns für solche Vorstellungen, wie z.B. für das Reich Mariens, für den in Fatima versprochenen Triumph ihres Herzens, stellen jedoch auch eine gewisse Unwahrscheinlichkeit dieses Triumphes fest. Doch mit der Gnade wird die ,Utopie‘ zur Wirklichkeit.“

Die Gelegenheit, in der dieser Gedanke einer verwirklichten Utopie am sichtbarsten und spürbarsten im Leben der Kirche und der Christenheit ist, ist die Heilige Nacht. In dieser über aller heiligsten Nacht ist nicht nur etwas Unerwartetes geschehen, sondern etwas total Undenkbares:

„Es ist als wenn durch die Allmacht Gottes etwas durchaus Unmögliches möglich geworden ist, und vom Himmel ein Gnadenstrom herabgeflossen ist, der all das, was wir für unmöglich hielten, nun wunderbare Wirklichkeit wurde.

Warum? – Weil ,aparuit Salvator Noster Domini Nostri Jesu Christi‘. Der Erlöser, der in einer Jungfrau Fleisch geworden ist und als Gott-Mensch geboren wird, und der Welt die Rettung von Sünde und Tod brachte, ist eine kühnste Wirklichkeit, als jedwede Utopie sich hätte vorstellen können. Doch sie wurde Wirklichkeit durch die Gnade, das Wunder und durch die Macht Gottes“, erklärt de Oliveira.

„Diejenigen, die denken, die konkrete und fühlbare Realität sei das einzig Wirkliche, merken nicht, dass sie die Realität vermindern, und dass sie ihre besten Seiten übersehen. Sie denken in gottlosen Maßstäben, als wenn Gott nicht existierte.

Wenn man jedoch einen tatsächlichen Glauben hat, ist alles anderes. Die angeblichen Utopien werden zu prachtvollen Wirklichkeiten.

Hiermit möchte einigen unter uns helfen ihre eigenen Kriterien zu korrigieren; sie müssen verstehen, dass man immer in Hinblick auf eine von Gott geschaffene Welt denken muss, eine Welt, die sich nach Gott hin richtet und Der von sich aus, durch Seine Engel und Heiligen aktiv im Weltgeschehen einwirkt.

Deshalb machen die außerordentlichsten Erhebungen des glaubenden Geistes die Wirklichkeiten möglich. Der größte Trost des menschlichen Lebens ist nicht den Traum eines neuen Wagens in Erfüllung gehen zu sehen oder etwas anderes erreicht zu haben, sondern die Verwirklichung seiner ,Utopien‘ zu erfahren.

Der Geist der Utopie im guten und echten Sinn des Wortes ist in Wirklichkeit der Geist des katholischen Glaubens.“[*]

Dies ist der Zusammenhang zwischen Weihnachten und Fatima. Die tausendjährige Verheißung über das Kommen eines Erlösers wurde Wirklichkeit am Heiligen Abend und übertraf die kühnsten Erwartungen aller glaubenden Menschen. Die Verheißung einer Zeit der Erhöhung der Kirche, wie sie in Fatima vorausgesagt wurde, wird auch in einer Form Wirklichkeit werden, die alle unsere prächtigen und wunderbaren Vorstellungen und Erwartungen übertreffen wird.

[*] Freie Übersetzung einer Bandaufnahme eines Vortrages von Plinio Correa de Oliveira am 12. Oktober 1989.

Eingestellt von Benno Hofschulte um 21.12.16

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Über Kirchfahrter Archangelus

Jhg. 1967; rk; Verh., 3 Kinder. (Noch-)CDU-Mitglied seit 1983, 12 Jahre Stadtverordneter der CDU. Angesichts des herrschenden Gutdenker-Mainstreams in Gesellschaft, Partei und Kirche bin ich zum unzeitgemäßen Gegenläufer mit abweichenden Auffassungen geworden. Ich pilgere so oft wie möglich als Kirchfahrter (altdt. “Pilger“) in die von der Priesterbruderschaft St. Pius X. betreute Kapelle St. Athanasius (Hattersheim). Kurz zur Politik: Ratiophobe Psychopathologien wie „Gender“ u. ä. lehne ich ab, ebenso das derzeit einheitlich handelnde Parteienkartell. Gleichwohl denke ich noch selbst und erwarte den wiederkehrenden Messias und nicht den wiederkehrenden Kaiser aus dem Kyffhäuser. Skeptisch sehe ich Zeitgenossen, die sich vorgeblich um das „christliche Abendland“ sorgen, aber selbst das Julfest feiern. Oder lautstark Familienwerte proklamieren, selbst aber privat notorischen Ehebruch praktizieren, in gleichgeschl. Lebensgemeinschaft leben oder Partner+Kinder verlassen, um sich neu zu liieren. Freunde vorgestanzter Sprachschablonen und abwegiger Schnurrpfeifereien kommen i.d.R. nicht auf Ihre Kosten. Der Blog gibt ausschließlich meine persönlichen, in der Regel politisch wie kirchlich inkorrekten Ansichten wieder und soll zusätzlich als Verstärkungs-Plattform für Themen dienen, welche in Gesellschaft wie Kirche totgeschwiegen werden. „Rebloggte“ Beiträge sollen - wenn von mir auch nicht immer geteilt - zur inhaltlich differenzierten Auseinandersetzung anregen und kritisch mittels öffentlich zugängiger Quellen überprüft werden. Gefährlicher als Verschwörungstheorien sind Kräfte, die abweichende Auffassungen anderer perfide als "Verschwörungstheorie" tabuisieren, um diese dem Diskurs und der Reflektion zu entziehen. Mit dem Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch Anbringen eines Links auf seiner eigenen Homepage die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann man laut Gericht nur dadurch verhindern, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Deshalb betone ich, dass ich keinerlei Einfluß auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten habe und distanziere mich ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf dieser Homepage. Diese Erklärung gilt für alle auf meinem Blog angebrachten Links.
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