Christentum braucht heute ein verbindliches Aktionsprogramm („Der 13.“)

Römisch-Katholisch

32. Jg./ Nr. 11 13. November 2016

Preis: 2,8 Euro (A); 2,8 Euro (D); sfr 4 (CH)

Die Konsequenz aus der Analyse des großen Bischofs Kurt Krenn (1936-2014)

Christentum braucht heute ein verbindliches Aktionsprogramm

In den vergangenen drei Ausgaben brachte „Der 13.“ einen Text des erst 35jährigen Philosophie-Professors Kurt Krenn zur Situation der Katholischen Kirche. Die Analyse Krenns und die daraus gezogene Schlußfolgerung ist geradezu prophetisch: Die Zukunft der Kirche liege darin, eine verpflichtende Aufgabe zu haben. Für das Bekenntnis zu CHRISTUS muß eine verbindliche Aktionsform gefunden werden. Kurt Krenn hielt die Rede vor Schülern und Professoren der Abtei Schlierbach. Heute gilt der Text des späteren großen Bischofs für uns alle. Im folgenden der Schluß der Analyse. Zwischentitel von der Redaktion.

Wir haben vom Bekenntnis gesprochen, aber nie die Aktionsformel bestimmt, unter der wir das Bekenntnis verwirklichen wollten. So sind wir abstrakte Bekenner geworden. Diese Aktionsformen sind durchaus auswechselbar, sie unterliegen Reformen, da sie uns fehlten, so ist man mit der Krise in die Grundlage hineingegangen. Weil dieser Leerraum in der Kirche da war und noch ist, scheint mir, unsere Aufgaben zu sein, solche entscheidende Aktionsformen zu finden. Weil wir uns in dieser Schule (Gymnasium des Stiftes Schlierbach, anm.d.Red.) zusammengefunden haben, der wir doch mit dem Herzen sehr nahe stehen, möchte ich sagen, dass vor allem die Klöster und ihre Schulen die Berufenen wären, solche Modelle im aktiven Verhalten zu entwickeln, zu lehren, zu korrigieren und zu studieren. Ich meine, daß wir wirklich unserem Kloster (Zisterzienserkloster Schlierbach, anm.d.Red.) und jedem Orden sagen dürfen, daß man sich nicht mit der bloßen Administration des „status quo“ zufrieden geben soll, ich möchte allen Anwesenden sagen, unsere Chance liegt in der Initiative. Ich möchte sagen, dass jede Gemeinschaft im kirchlichen Raum ein Aktionsprogramm braucht, dessen Erfüllung kontrollierbar ist, und dessen Zielsetzung über das bloße Überleben hinausgeht. Hier ist die Malaise der Kirche angesprochen: Man hat den Anspruch der Ausbreitung der Kirche zurückgenommen, daher langweilt sich die Kirche heute. Das Gedeihen der Kirche muß wieder das innere Ziel der Kirche werden, sie wird sich nicht mehr langweilen, wenn sie weiß, dass sie selbst das Ziel ihres Tun ist; nicht weil sie sich selbst so gut fühlt, sondern weil sie von CHRISTUS kommt.

Die Zukunft

Wenn die Kirche sich wieder so versteht, dann wird es auch wieder viele junge Menschen geben, die ihre Berufung in diesem Ziel der Kirche erkennen. Dann wird es auch Menschen geben, die mit ganzem Ernst auch ihr ganzes Leben der Kirche schenken wollen als Priester und Ordensleute. So möchte ich Sie bitten, sprengen Sie die Reihen der Gelangweilten und Kleinmütigen! Was Sie tun, haben Sie der Kirche wiedergegeben. Aber unterschätzen wir die Schwierigkeiten dieses Unternehmens nicht: Wir müssen, um dieses Selbstverständnis wieder zu lösen, von allen diesen innerweltlichen Größen Abstand nehmen.

Konkrete Aufgabe

Wenn ich Ihnen eine erste konkrete Aufgabe mitgeben darf, so ist es nicht irgend etwas, was Sie tun sollen, sondern nehmen Sie sich die Mühe, Ihre Sprache zu gestalten, initiativ als Christen, denn Wort und Tat rücken heute immer näher zusammen. Wir haben heute die Initiative in der Sprache verloren. Man drängt uns allzusehr die Sprache des Atheismus, des Marxismus, des bloßen Humanismus auf. Sprengen wir den Kreis solcher entfremdeter Begriffe, besinnen wir uns darauf, daß wir an CHRISTUS glauben, das menschgewordene Wort GOTTES. – Gutes Wort und gute Tat haben ja immer im Herzen der Glaubenschristen eine gemeinsame Heimat. Liebe Freunde! Ich habe nun den Lebenszusammenhang zwischen Schuld und Vergebung, zwischen Leid und Glück, Verzweiflung und Hoffnung, zwischen Irrtum und Wahrheit, Unheil und Heil, zwischen Haß und Liebe, Leben und Tod aufgezeigt, und wir verwalten im Glauben in dieser Kirche, zu der wir stehen und gehören, in ihr den Lebenszusammenhang zwischen Mensch und GOTT, wir verwalten ihn für uns und unsere Mitmenschen und für die ganze Welt. Mit dieser Aufgabe, liebe Freunde, möchte ich Sie jetzt schlicht betrauen, und ich danke für Ihre Aufmerksamkeit.

Der 13.“ erscheint als Monatspublikation und bietet einen Überblick über das Geschehen in Kirche und Welt. Wenn Sie Probe-Exemplare bekommen möchten oder die Zeitung für 24 Euro im Jahr abonnieren möchten, schicken Sie eine E-Mail an office@der13.com.

Tel.: +43 (0)7282/5797      Fax: +43 (0)7282/579713     Email: office@der13.com

Anschrift in Österreich: A-4115 Kleinzell 2

Anschrift in Deutschland:  94108 Wegscheid, Postfach 75

Die nächste Ausgabe der Zeitung „Der 13.“ wird voraussichtlich am 15. Dez. 2016 gedruckt und in Österreich noch am gleichen Tag ausgeliefert.

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Über Kirchfahrter Archangelus

Jhg. 1967; rk; Verh., 3 Kinder. (Noch-)CDU-Mitglied seit 1983, 12 Jahre Stadtverordneter der CDU. Angesichts des herrschenden Gutdenker-Mainstreams in Gesellschaft, Partei und Kirche bin ich zum unzeitgemäßen Gegenläufer mit abweichenden Auffassungen geworden. Ich pilgere so oft wie möglich als Kirchfahrter (altdt. “Pilger“) in die von der Priesterbruderschaft St. Pius X. betreute Kapelle St. Athanasius (Hattersheim). Kurz zur Politik: Ratiophobe Psychopathologien wie „Gender“ u. ä. lehne ich ab, ebenso das derzeit einheitlich handelnde Parteienkartell. Gleichwohl denke ich noch selbst und erwarte den wiederkehrenden Messias und nicht den wiederkehrenden Kaiser aus dem Kyffhäuser. Skeptisch sehe ich Zeitgenossen, die sich vorgeblich um das „christliche Abendland“ sorgen, aber selbst das Julfest feiern. Oder lautstark Familienwerte proklamieren, selbst aber privat notorischen Ehebruch praktizieren, in gleichgeschl. Lebensgemeinschaft leben oder Partner+Kinder verlassen, um sich neu zu liieren. Freunde vorgestanzter Sprachschablonen und abwegiger Schnurrpfeifereien kommen i.d.R. nicht auf Ihre Kosten. Der Blog gibt ausschließlich meine persönlichen, in der Regel politisch wie kirchlich inkorrekten Ansichten wieder und soll zusätzlich als Verstärkungs-Plattform für Themen dienen, welche in Gesellschaft wie Kirche totgeschwiegen werden. „Rebloggte“ Beiträge sollen - wenn von mir auch nicht immer geteilt - zur inhaltlich differenzierten Auseinandersetzung anregen und kritisch mittels öffentlich zugängiger Quellen überprüft werden. Gefährlicher als Verschwörungstheorien sind Kräfte, die abweichende Auffassungen anderer perfide als "Verschwörungstheorie" tabuisieren, um diese dem Diskurs und der Reflektion zu entziehen. Mit dem Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch Anbringen eines Links auf seiner eigenen Homepage die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann man laut Gericht nur dadurch verhindern, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Deshalb betone ich, dass ich keinerlei Einfluß auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten habe und distanziere mich ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf dieser Homepage. Diese Erklärung gilt für alle auf meinem Blog angebrachten Links.
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