NOM-Wunder? (stmarcelinitiative.com)

Eleison-Kommentare

von Seiner Exzellenz Bischof Richard Williamson

Nummer CDXC (490)

Traditionalisten dürfen Dinge nicht engstirnig fassen –
Sie haben nicht nur Glaubensmangel hinter sich gelassen.

Letztes Jahr entbrannte in den Vereinigten Staaten eine hitzige Kontroverse darüber, ob Gott im Rahmen der Novus Ordo-Messe Wunder tun kann. Wenn Gott übernatürliche Wunder bewirkt, dann offensichtlich darum, damit man an diese glaubt, so dass sie den übernatürlichen Glauben der Menschen stärken. Will er aber, dass ein Ereignis, das sich nicht mit den Naturgesetzen vereinbaren lässt, geglaubt wird, wird er selbstverständlich hinreichende Beweise dafür schaffen, so wie einst, als Lazarus vor einer grossen Volksmenge aus seinem Grab stieg. In dieser Hinsicht ist der überzeugendste Beweis materieller und physischer Art, so dass er unter keinen Umständen das Produkt irgendeines – wenn auch noch so frommen – menschlichen Geistes sein kann, wie das Sonnenwunder in Fatima im Oktober 1917.Was für einen materiellen und physischen Beweis gibt es also für ein eucharistisches Wunder, das sich bei einer Novus Ordo-Messe zugetragen hat?

Ein solches Wunder soll in der Gemeindekirche von Sokulka, Ostpolen, geschehen sein. Am 12. Oktober 2008 liess ein Priester, der fünf Jahre zuvor von einem polnischen Bischof geweiht worden war, auf den Altarstufen eine heilige Hostie fallen, während er das Abendmahl erteilte. Er hielt inne, um die Hostie aufzuheben, und legte diese in ein kleines, mit Wasser gefülltes Gefäss neben dem Tabernakel. Nach der Messe wurde es innerhalb der Sakristei verschlossen, so dass sich die Hostie ungehindert im Wasser auflösen konnte; die Realpräsenz würde damit verschwinden, und das Wasser würde problemlos entsorgt werden können. Diese Prozedur ist bei solchen Zwischenfällen in der katholischen Kirche gang und gäbe.

Doch als eine Schwester der Gemeinde am 19. Oktober nachprüfte, ob sich die Hostie tatsächlich aufgelöst hatte, sah sie in deren Mitte eine tiefrote Substanz, die an einen Blutklumpen gemahnte. Sie teilte dies unverzüglich dem Gemeindepriester mit, der mit anderen Priestern kam, um das zu sehen, was wie ein Stück lebendes Fleisches aussah. Alle Anwesenden waren zutiefst erstaunt. Als nächstes kam der lokale Erzbischof aus Bialystok in Begleitung mehrerer Beamter der Diözese. Sie alle waren zutiefst gerührt. Auf Anweisung des Erzbischofs wurde die Hostie am 30. Oktober aus dem Wasser entfernt, auf ein kleines Corporale gelegt und in das Tabernakel hineingesteckt, damit sie trocknen konnte. Bis zum heutigen Tage hat sie die Form eines Blutklumpens beibehalten.

Am 7. Januar 2009 wurde der Hostie eine Probe entnommen, die dann von zwei Pathomorphologen in der nahe gelegenen medizinischen Universität von Bialystok getrennt untersucht wurde. Unabhängig voneinander kamen sie zum gleichen Ergebnis: „Von allen Geweben eines lebenden Organismus gleicht die Probe am stärksten dem menschlichen Herzmuskelgewebe“ vom linken Herzventrikel, typisch für einen Menschen, der noch lebt, aber sich im Zustand der Agonie befindet. Ausserdem fanden beide Pathologen, wohl unter ihren Mikroskopen, dass die Fasern des Herzmuskelgewebes und die Struktur des Brotes dermassen eng miteinander verflochten waren, dass jede Möglichkeit einer Fabrikation von Menschenhand ausgeschlossen wurde. Am 29. Januar wurde dieses materielle und physische Beweismaterial der metropolitanischen Kurie in Bialystok vorgelegt, wo man bis heute geduldig auf die offizielle Stellungnahme der Kirche zum übernatürlichen Ursprung des Geschehens wartet. Bis eine solche Stellungnahme erfolgt sei, sagte der Erzbischof im Oktober 2009 in einer Predigt, würden die geistigen Früchte unter den Katholiken von entscheidender Bedeutung sein. Unter den lokalen Katholiken ist bereits eine Zunahme der Frömmigkeit und der religiösen Praktiken zu beobachten, und aus dem Ausland sind Hunderte von Pilgergruppen eingetroffen; ausserdem wurden zahlreiche wunderbare Heilungen und Bekehrungen vermeldet.

Schenkt man dem materiellen Beweismaterial Glauben, so hat Gott in Sokulka die lange Reihe eucharistischer Wunder um ein weiteres bereichert, um den Seelen zu helfen, an etwas zu glauben, an das zu glauben unter normalen Umständen recht schwer fällt, nämlich dass er in dem, was äusserlich gesehen nichts als Brot und Wein ist, nach dessen Weihung real zugegen ist. Doch wie ist dies möglich, wenn traditionalistische Katholiken doch wissen, dass die Neue Messe der wichtigste aller Gründe für den Glaubensverlust ist, der seit Vatikan II um sich greift? Eine Antwort mag darin bestehen, dass das Heilige Herz im Wissen, dass für die zwiespältige NOM die Hirten hauptverantwortlich waren, es ablehnte, seine Schafe im Stich zu lassen, und sie weiterhin mit dem versorgt, was an all diesem Zwiespältigen noch katholisch ist. Und angesichts der relativen Nachlässigkeit, welche die Kirche im Umgang mit der heiligen Eucharistie an den Tag legt, ist das Geschehnis in Sokulka eine nachdrückliche Mahnung an Hirten und Schafe zugleich – „Erinnert euch, mit wem ihr handelt – ich bin es, eurer Gott.“

Kyrie eleison.

Auch wenn eine Gemeinschaft der katholischen Tradition unlängst glaubte, auf die Wiedergabe ihrer Berichte auf meinem Blog verzichten zu müssen, weil dort eine (!) positive Bemerkung zu Bischof Williamson aufzufinden sei [dafür gibt’s ein Fleißkärtchen, denn wer suchet, der findet… 😉 ] werde ich – ob gelegen oder ungelegen – weiterhin unverdrossen selbständig von meinem Verstand Gebrauch machen, dabei Denkverbote beiseite lassen und allgemein zur Reflektion auffordern. Ob er zurecht oder nicht „in Acht und Bann“ ist, da er sich nicht um die „political and clerical correctness“ schert: Wenn ich etwas Lobenswertes an Bischof Williamson finde, drücke ich dies hier aus, denn nicht zum ersten Mal überläßt er engstirniges Klein-Klein anderen und beleuchtet Probleme oft von überraschenden Standpunkten. Wobei ich mir bezüglich der besagten Gruppe eine treffendere Bezeichnung als „die Dinge engstirnig auffassende Traditionalisten“ auch nach längerem Nachdenken nicht einfallen will…

Womit zu seinen Auseinandersetzungen mit der FSSPX oder den Sedisvakantisten noch nichts ausgesagt ist – profunde Bewertungen überlasse ich hier getrost denjenigen, die dafür kompetent sind. Aber ansprechend finde ich seine Haltung, die göttliche Vorsehung nicht in die gemeinhin allzu engen Grenzen der persönlichen Wahrnehmung einsperren zu wollen, schon. Wer an der sedisvakantistischen Gegen-Polemik interessiert ist, wird diese hier finden: https://zelozelavi.wordpress.com/2017/01/01/katholische-teile/.

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Über Kirchfahrter Archangelus

Jhg. 1967; rk; Verh., 3 Kinder. (Noch-)CDU-Mitglied seit 1983, 12 Jahre Stadtverordneter der CDU. Angesichts des herrschenden Gutdenker-Mainstreams in Gesellschaft, Partei und Kirche bin ich zum unzeitgemäßen Gegenläufer mit abweichenden Auffassungen geworden. Ich pilgere so oft wie möglich als Kirchfahrter (altdt. “Pilger“) in die von der Priesterbruderschaft St. Pius X. betreute Kapelle St. Athanasius (Hattersheim). Kurz zur Politik: Ratiophobe Psychopathologien wie „Gender“ u. ä. lehne ich ab, ebenso das derzeit einheitlich handelnde Parteienkartell. Gleichwohl denke ich noch selbst und erwarte den wiederkehrenden Messias und nicht den wiederkehrenden Kaiser aus dem Kyffhäuser. Skeptisch sehe ich Zeitgenossen, die sich vorgeblich um das „christliche Abendland“ sorgen, aber selbst das Julfest feiern. Oder lautstark Familienwerte proklamieren, selbst aber privat notorischen Ehebruch praktizieren, in gleichgeschl. Lebensgemeinschaft leben oder Partner+Kinder verlassen, um sich neu zu liieren. Freunde vorgestanzter Sprachschablonen und abwegiger Schnurrpfeifereien kommen i.d.R. nicht auf Ihre Kosten. Der Blog gibt ausschließlich meine persönlichen, in der Regel politisch wie kirchlich inkorrekten Ansichten wieder und soll zusätzlich als Verstärkungs-Plattform für Themen dienen, welche in Gesellschaft wie Kirche totgeschwiegen werden. „Rebloggte“ Beiträge sollen - wenn von mir auch nicht immer geteilt - zur inhaltlich differenzierten Auseinandersetzung anregen und kritisch mittels öffentlich zugängiger Quellen überprüft werden. Gefährlicher als Verschwörungstheorien sind Kräfte, die abweichende Auffassungen anderer perfide als "Verschwörungstheorie" tabuisieren, um diese dem Diskurs und der Reflektion zu entziehen. Mit dem Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch Anbringen eines Links auf seiner eigenen Homepage die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann man laut Gericht nur dadurch verhindern, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Deshalb betone ich, dass ich keinerlei Einfluß auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten habe und distanziere mich ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf dieser Homepage. Diese Erklärung gilt für alle auf meinem Blog angebrachten Links.
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