Diakoninnen als „halbe“ Priesterinnen? (Der 13.)

Römisch-Katholisch

32. Jg./ Nr. 9 13. September 2016

Preis: 2,8 Euro (A); 2,8 Euro (D); sfr 4 (CH)

Diakoninnen als „halbe“ Priesterinnen?

VON PRÄLAT ULRICH KÜCHL

Wenn schon nicht gleich Priesterinnen, dann wenigstens einmal Diakoninnen! So oder ähnlich wird der Denkanstoß von Papst Franziskus, Frauen zum Diakonat zuzulassen, vielerorts interpretiert. Diese Interpretation habe ich in der Julinummer des „13.“ zum Anlass genommen, über das Weihesakrament einige Gedanken darzulegen. Ich möchte diese Gedanken nun weiter vertiefen. Als Göttliche Offenbarung bezeugt die Heilige Schrift des Neuen Bundes ein von den Aposteln durch Handauflegung übertragenes Amt der Gemeindeleitung. Zu berücksichtigen ist dabei, dass die neutestamentlichen Schriften Gelegenheitsschriften sind und keine vollständige theologische Lehre vortragen wollen. Deshalb gibt es zahlreiche verschiedene Amtsbezeichnungen, wie zum Beispiel in den Paulusbriefen. In erster Linie aber werden die durch Handauflegung geweihten Amtsinhaber „Episkopen“ (daraus entwickelte sich das deutsche Wort „Bischof“) oder  „Presbyter“ (zu deutsch „Priester“) genannt. Die Bezeichnung „Presbyter“ dürfte eher in den judenchristlichen, die Bezeichnung „Episkope“ eher in den heidenchristlichen Gemeinden verwendet worden sein. Eine inhaltliche Abgrenzung der beiden Amtsbezeichnungen ist heute nur schwer möglich, es dürfte sich dabei jedoch nur um verschiedene Bezeichnung für ein und dasselbe Amt handeln. Jedenfalls nennt sich Petrus in seinem ersten Brief (Kap. 5, Vers 1) als einen „Mitpriester“ (im griechischen Original „sympresbyteros“) der übrigen Gemeindeleiter und eben nicht als Episkope.

Bewertung als Dogma

Die Presbyter oder Episkopen wurden von den Aposteln als ihre Nachfolger betrachtet. Das Tridentinische Konzil hat in seiner 23. Sitzung am 15. Juli 1563 diese Tatsache als Göttliche Offenbarung, also als Dogma bewertet. Als ihre Helfer beim „Tischdienst“ (gemeint ist die Versorgung der Gemeinde) wählten die Apostel „ministri“ oder Diakone, wie die Apostelgeschichte in Kapitel 6 berichtet. Die Diakone waren jedoch nicht wie die Presbyter oder Episkopen mit den Amtsvollmachten der Apostel ausgestattet.


Viele offene Fragen

Im frühen Christentum, zur Zeit der „Apostolischen Väter“ und der lateinischen „Kirchenväter“, wird das Wesen des Weihesakramentes ausführlich diskutiert. Einigkeit besteht nun über einen juristischen Vorrang der Episkopen vor den Presbytern. Bezüglich der Weihevollmachten sehen fast alle Kirchenväter die Episkopen und Presbyter als gleichrangig, wie zum Beispiel auch der Heilige Augustinus, der in einem Brief an den Heiligen Hieronymus bekräftigt, dass die Überordnung der Episkopen ihren Ursprung nur im kirchlichen Recht habe. Das Diakonenamt gewann in den ersten Jahrhunderten
in der kirchlichen Vermögensverwaltung eine große Bedeutung, die aber im Mittelalter und in der Neuzeit immer mehr bis zur Bedeutungslosigkeit abnahm. Erst das zweite Vatikanische Konzil versuchte aus eher praktischen Gründen eine Neubelebung dieses Amtes. Eine neue theologische Wesensbestimmung des Diakonates gelang jedoch nicht. Zwar gilt es als gesicherte theologische Lehre („sententia certa“), dass die Diakonenweihe ein Sakrament ist, endgültig dogmatisch definiert ist dies jedoch nicht. Die Tatsache, dass alle Amtshandlungen eines Diakons auch von Laien, also Nichtgeweihten, ausgeübt werden können, scheint jedenfalls Zweifel an der Sakramentalität des Diakonats aufkommen zu lassen. Im Unterschied dazu können sakramentale Priesterhandlungen niemals von Laien ausgeübt werden. – Angesichts der Vielgestaltigkeit des Themas „Weihesakrament“  dürfte bis zur Klärung der Frage des Frauendiakonats noch viel Wasser den Tiber hinunterfließen.

Der 13.“ erscheint als Monatspublikation und bietet einen Überblick über das Geschehen in Kirche und Welt. Wenn Sie Probe-Exemplare bekommen möchten oder die Zeitung für 24 Euro im Jahr abonnieren möchten, schicken Sie eine E-Mail an office@der13.com.

Tel.: +43 (0)7282/5797      Fax: +43 (0)7282/579713     Email: office@der13.com

Anschrift in Österreich: A-4115 Kleinzell 2

Anschrift in Deutschland:  94108 Wegscheid, Postfach 75

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Über Kirchfahrter Archangelus

Jhg. 1967; rk; Verh., 3 Kinder. (Noch-)CDU-Mitglied seit 1983, 12 Jahre Stadtverordneter der CDU. Angesichts des herrschenden Gutdenker-Mainstreams in Gesellschaft, Partei und Kirche bin ich zum unzeitgemäßen Gegenläufer mit abweichenden Auffassungen geworden. Ich pilgere so oft wie möglich als Kirchfahrter (altdt. “Pilger“) in die von der Priesterbruderschaft St. Pius X. betreute Kapelle St. Athanasius (Hattersheim). Kurz zur Politik: Ratiophobe Psychopathologien wie „Gender“ u. ä. lehne ich ab, ebenso das derzeit einheitlich handelnde Parteienkartell. Gleichwohl denke ich noch selbst und erwarte den wiederkehrenden Messias und nicht den wiederkehrenden Kaiser aus dem Kyffhäuser. Skeptisch sehe ich Zeitgenossen, die sich vorgeblich um das „christliche Abendland“ sorgen, aber selbst das Julfest feiern. Oder lautstark Familienwerte proklamieren, selbst aber privat notorischen Ehebruch praktizieren, in gleichgeschl. Lebensgemeinschaft leben oder Partner+Kinder verlassen, um sich neu zu liieren. Freunde vorgestanzter Sprachschablonen und abwegiger Schnurrpfeifereien kommen i.d.R. nicht auf Ihre Kosten. Der Blog gibt ausschließlich meine persönlichen, in der Regel politisch wie kirchlich inkorrekten Ansichten wieder und soll zusätzlich als Verstärkungs-Plattform für Themen dienen, welche in Gesellschaft wie Kirche totgeschwiegen werden. „Rebloggte“ Beiträge sollen - wenn von mir auch nicht immer geteilt - zur inhaltlich differenzierten Auseinandersetzung anregen und kritisch mittels öffentlich zugängiger Quellen überprüft werden. Gefährlicher als Verschwörungstheorien sind Kräfte, die abweichende Auffassungen anderer perfide als "Verschwörungstheorie" tabuisieren, um diese dem Diskurs und der Reflektion zu entziehen. Mit dem Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch Anbringen eines Links auf seiner eigenen Homepage die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann man laut Gericht nur dadurch verhindern, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Deshalb betone ich, dass ich keinerlei Einfluß auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten habe und distanziere mich ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf dieser Homepage. Diese Erklärung gilt für alle auf meinem Blog angebrachten Links.
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7 Antworten zu Diakoninnen als „halbe“ Priesterinnen? (Der 13.)

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