Die Schwestern der Bruderschaft St. Pius X (fsspx.de)

Die Schwestern der Bruderschaft St. Pius X

24. Oktober, 2016

Ein Interview mit Schwester Marie-Claire

Das Mitteilungsblatt sprach mit Schwester Marie-Claire, der Oberin des Noviziatsklosters St. Pius X. im oberschwäbischen Göffingen.

Mitteilungsblatt: Ehrwürdige Schwester, Sie sind Oberin des Klosters St. Pius X. in Göffingen. Am Fest der Sieben Schmerzen konnten Sie drei neue Postulantinnen für die Schwestern der Bruderschaft St. Pius X. aufnehmen.

Schwester Marie-Claire: Ja, jede Berufung ist ein Wunder der Gnade und es ist daher ein großer Augenblick für jede Kongregation, neue Mitglieder aufzunehmen. Wir Schwestern weihen unser Leben dem Herrn und wollen gemeinsam den Weg zum Himmel gehen. Das Postulat und das sich anschließende Noviziat ist eine Zeit der Prüfung. Die Seele prüft sich, aber auch die Kongregation die neue Schwester. Es sind am 15. September in unser Noviziat in Göffingen zwei Schweizerinnen und eine Deutsche eingetreten.

Das Fest der Sieben Schmerzen ist für uns ein besonderer Tag. Ist doch die Patronin der Kongregation Unsere Liebe Frau vom Mitleiden. Die Gottesmutter unter dem Kreuz ist für uns ein Geheimnis, das auf unsere Berufung hinweist. Hauptziel unserer Kongregation ist das Gebet für die Priester, der Dienst am katholischen Priestertum und der Heiligen Messe.

Wir sind eine halbkontemplative Gemeinschaft. Die apostolischen Werke ergeben sich aus der Nähe zum hl. Messopfer und sind auf es bezogen. Auch das katechetische oder schulische Wirken der Schwestern oder der Dienst in den Prioraten.

MB: Wann ist die Kongregation entstanden?

Schwester Marie-Claire: Wir sind eine Gründung von Erzbischof Marcel Lefebvre (1905–1991). Schon in den Statuten der Priesterbruderschaft St. Pius X. aus dem Jahr 1970 gibt es einen Hinweis auf einen Schwesternzweig. Die Vorsehung hat es eingerichtet, dass 1973 zwei junge Damen, die das Ordensleben erstrebten, nach Ecône kamen. Es schlossen sich bald weitere Interessentinnen an.

Der Erzbischof bat seine leibliche Schwester, Mutter Marie Gabriel Lefebvre (1907–1987), die wie er als Missionarin in Afrika wirkte, diese neu entstehende Gemeinschaft zu betreuen und auszubilden. Sie hatte große Erfahrung, war sie doch u. a. Provinzialoberin in Kamerun und Generalassistentin der Spiritanerinnen gewesen. So ist Mutter Marie Gabriel zur Mitgründerin unserer Kongregation geworden. Am 29. September 1974 legten die ersten Schwestern die ersten Versprechen ab. Die Kongregation zog danach in die Ewige Stadt, genau nach Albano, in der Nähe von Castel Gandolfo, um dort in den ersten drei Jahren den „römischen Geist“ in sich aufzunehmen. Das war dem Erzbischof sehr wichtig.

Bis in Frankreich das Mutterhaus errichtet werden konnte, in Saint-Michel-en-Brenne im Zentrum von Frankreich. Die alten Abteigebäude, die übernommen werden konnten, liegen in der Nähe von Chateauroux.

Die Kongregation zählt heute 175 ewige und zeitliche Professen. Wir führen weltweit etwa 30 Häuser. Generaloberin ist seit 2006 Mutter – so nennen wir die Generaloberin – Marie-Augustin de Poulpiquet.

MB: Die Aufgaben der Kongregation sind eng verbunden mit dem Apostolat der Priesterbruderschaft St. Pius X.

Schwester Marie-Claire: Unsere Aufgabe ist es, für die Priester zu beten und ihnen in ihrem Apostolat zu helfen und sie zu unterstützen.

Wir sind in einigen größeren Prioraten tätig, kümmern uns dort um den Katechismus, die Sakristei und den Haushalt. Die ersten Gründungen unserer Kongregation waren das Priorat in Genf, das Exerzitienhaus in Pointet (Frankreich) und ein Konvent neben dem Priesterseminar von La Reja in Argentinien.

Mittlerweile sind wir auch in der Mission – in Gabun und in der Dominikanischen Republik –, in einigen Primarschulen, z. B. in Oberriet, und in Altenheimen, z. B. in Weihungszell, tätig.

Der größte Konvent ist das Mutterhaus mit 25 Schwestern. In Göffingen sind wir fünfzehn Schwestern.

MB: Was ist die Aufgabe eines Noviziates?

Schwester Marie-Claire: Wir bereiten die jungen Schwestern auf ihr zukünftiges Apostolat im Dienst unserer Priester vor. Das bedeutet zuerst ihre Seelen zu formen.

MB: Was sind Ihre Tätigkeiten in Göffingen?

Schwester Marie-Claire: Das ist ganz einfach. Zunächst ist es das klösterliche Leben. Wir haben unser Leben Gott geweiht und dem Gebet. Im Mittelpunkt steht das hl. Messopfer, das Offizium, das betrachtende Gebet, die Lesung der Heiligen Schrift. Jeden Tag halten wir zwei Anbetungszeiten vor dem Allerheiligsten für die Kirche, den Papst, die Bischöfe, die Priester und die gottgeweihten Seelen.

MB: Gibt es noch andere Arbeitsfelder in Göffingen?

Schwester Marie-Claire: Wir arbeiten natürlich, im Haushalt, im Garten und in der Paramenten-Stickerei. Wir besuchen die Kranken und bereiten sie auf den Besuch des Priesters vor. Darüber hinaus übernehmen wir Dienste im Priorat Heilig Geist in Göffingen und in der Grundschule Sankt Josef, vor allem im Bereich der Glaubensunterweisung.

Ein Apostolat, das die Kongregation angesichts der schweren Glaubenskrise aufgenommen hat, ist der Fernkatechismus. Dieses Jahr sind über 240 Kinder bei uns in Göffingen angemeldet. Die Kinder erhalten regelmäßig Blätter mit Texten und Zeichnungen, die kindgerecht die Wahrheiten unserer Religion erklären. Sie werden zu Hause von den Kindern bearbeitet und an die Schwestern zurückgesandt. Und ich glaube, dass auch die Eltern davon profitieren.

Eine Schwester begleitet jedes Kind durch den Kurs, der sieben Jahre dauern kann, indem sie die Aufgaben durchsieht und bei Bedarf korrigiert. Die Schwester tritt so in Kontakt mit dem Kind und hilft ihm durch ihre Ermutigung, ein Leben als guter Katholik zu führen, sodass die Kinder den Heiland und seine Mutter sowie die Heilige Messe lieben lernen. Unser Patron, der hl. Pius X., ist ja auch der große Förderer des Katechismus gewesen.

Aus der Arbeit mit der Jugend sind auch unsere Jugendlager entstanden, die wir in den Ferien anbieten.

Vor kurzem haben uns die Priester des deutschen Distrikts besucht und sich über den Fernkatechismus informiert. Das war für uns sehr ermutigend.

MB: Wie viele Eintritte haben Sie dieses Jahr?

Schwester Marie-Claire:  Wir haben vier Noviziate: eins in den USA, eins in Frankreich, eins in Argentinien und eins in Göffingen in Oberschwaben. Dieses Noviziatskloster besteht seit 1992.

In diesem Jahr sind insgesamt neun junge Damen in die Kongregation eingetreten. Das Postulat dauert sechs Monate, dann folgen zwei Jahre im Noviziat. Danach werden die Schwestern in verschiedene Häuser gesandt. Wir sind eine internationale Kongregation, und so kann man an sehr verschiedene Orte geschickt werden. Sehen Sie, ich bin eine französischsprachige Schweizerin aus dem Wallis und lebe jetzt – gerne – in Oberschwaben.

Im deutschen Sprachraum haben wir neben Göffingen – wir sind hier 15 Schwestern – drei weitere kleinere Konvente: Weihungszell in Deutschland und Wil und Oberriet in der Schweiz. In Oberriet hat jetzt eine unserer Schwestern die Leitung der Grundschule übernommen. Im Altenheim ist unsere Aufgabe auch die Förderung des geistlichen Lebens und die Begleitung der Kranken. Wir sind auf dem Weg in den Himmel und die Schwestern begleiten die Menschen, mit denen sie leben, auch im Sterben.

Unsere neueste Gründung? Unsere Generaloberin hat im Oktober 2016 eine Gruppe von Schwestern nach Virginia ausgesandt. Dort hat die Priesterbruderschaft St. Pius X. ein neues großes Priesterseminar errichtet. Und wir dürfen dort unseren Dienst tun.

MB: Können junge Damen, die sich für das Ordensleben interessieren, ein paar Tage im Kloster verbringen.

Schwester Marie-Claire: Natürlich. Sie sind herzlich eingeladen. „Kommt und seht!“ Wir empfehlen jungen Menschen, die eine Berufung verspüren oder sich die Frage stellen, was Gott mit ihrem Leben vorhat, die Teilnahme an Ignatianischen Exerzitien, z. B. im Exerzitienhaus Porta Caeli.

MB: Vergelt’s Gott für das Gespräch.

Schwestern der Bruderschaft St. Pius X.
Noviziat St. Pius X.
Biberacherstr. 2/1,
88527 Göffingen
Deutschland

Tel.: +49 7371/13736
(9.00 – 11.30 Uhr und 15.00 – 17.30 Uhr)
Fax: +49 7371/13076

 

Der Fernkatechismus für Kinder kann jederzeit begonnen werden. Bitte informieren Sie sich telefonisch.

Die Schwestern geben einen eigenen Rundbrief an ihre Wohltäter heraus.

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Über Kirchfahrter Archangelus

Jhg. 1967; rk; Verh., 3 Kinder. (Noch-)CDU-Mitglied seit 1983, 12 Jahre Stadtverordneter der CDU. Angesichts des herrschenden Gutdenker-Mainstreams in Gesellschaft, Partei und Kirche bin ich zum unzeitgemäßen Gegenläufer mit abweichenden Auffassungen geworden. Ich pilgere so oft wie möglich als Kirchfahrter (altdt. “Pilger“) in die von der Priesterbruderschaft St. Pius X. betreute Kapelle St. Athanasius (Hattersheim). Kurz zur Politik: Ratiophobe Psychopathologien wie „Gender“ u. ä. lehne ich ab, ebenso das derzeit einheitlich handelnde Parteienkartell. Gleichwohl denke ich noch selbst und erwarte den wiederkehrenden Messias und nicht den wiederkehrenden Kaiser aus dem Kyffhäuser. Skeptisch sehe ich Zeitgenossen, die sich vorgeblich um das „christliche Abendland“ sorgen, aber selbst das Julfest feiern. Oder lautstark Familienwerte proklamieren, selbst aber privat notorischen Ehebruch praktizieren, in gleichgeschl. Lebensgemeinschaft leben oder Partner+Kinder verlassen, um sich neu zu liieren. Freunde vorgestanzter Sprachschablonen und abwegiger Schnurrpfeifereien kommen i.d.R. nicht auf Ihre Kosten. Der Blog gibt ausschließlich meine persönlichen, in der Regel politisch wie kirchlich inkorrekten Ansichten wieder und soll zusätzlich als Verstärkungs-Plattform für Themen dienen, welche in Gesellschaft wie Kirche totgeschwiegen werden. „Rebloggte“ Beiträge sollen - wenn von mir auch nicht immer geteilt - zur inhaltlich differenzierten Auseinandersetzung anregen und kritisch mittels öffentlich zugängiger Quellen überprüft werden. Gefährlicher als Verschwörungstheorien sind Kräfte, die abweichende Auffassungen anderer perfide als "Verschwörungstheorie" tabuisieren, um diese dem Diskurs und der Reflektion zu entziehen. Mit dem Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch Anbringen eines Links auf seiner eigenen Homepage die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann man laut Gericht nur dadurch verhindern, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Deshalb betone ich, dass ich keinerlei Einfluß auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten habe und distanziere mich ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf dieser Homepage. Diese Erklärung gilt für alle auf meinem Blog angebrachten Links.
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