Glosse: Ganz schön deutsch, das ZdK (die-tagespost.de)

Glosse: Ganz schön deutsch, das ZdK

Also, ich finde das großartig. Trotz Inquisition gibt es immer wieder Menschen, die es wagen, der Kirche zu widersprechen. Der katholischen, wohlgemerkt. Die andere widerspricht sich ja schon selbst. Nein: Der katholischen Kirche wird widersprochen. Gut so! Es braucht mutige Revolutionäre wie die unermüdlichen Freiheitskämpfer vom ZdK, die unerschrocken Kirche und Welt mit unbequemen Wahrheiten versorgen. Wie zum Beispiel mit dieser hier: Nur ohne Zölibat hat die Kirche keine Zukunft. Oder so. Motto: Jawohl, Rom – nimm das! Von der EKD lernen heißt siegen lernen! Asozial geht nur national! Und so weiter. Sie wissen schon, diese ganzen heißen Eisen eben, die das ZdK immer wie reife Kastanien aus dem Feuer holt. Und mit der Zeit geht das ZdK (im Gegensatz zur Kirche!) auch. So meinte ZdK-Präsident Sternberg kürzlich, man bräuchte in Deutschland keine „Import-Priester“ aus Nicht-Deutschland. Na, wer will denn da die AfD auf seine Seite ziehen? Und dann immer dieses selbstbewusste Auftreten! Klasse! „Wir fordern X!“, „Die Deutschen wollen Y!“, „Die Kirche soll Z!“ Was nun, mein Gott?! Naja, wenn man gewisse Teile von immerhin 1,8 Prozent der Katholiken zu vertreten glaubt, kann man natürlich so groß daherreden. Gut, man muss jetzt auch nicht immer so auftreten, als scheine die Sonne aus dem eigenen Mastdarm, aber das ist Geschmackssache. Ich finde das gut. Das ist so wie Elektro-Schulze, der nach dem dreiundzwanzigsten Bier immer meint: „Ich mach Dich platt, Samsung!“ – „Komm, nach Hause, Schulze, is‘ gut!” Aber eins muss ich sagen: Ein bisschen enttäuscht hat mich das ZdK in Rio! Da hätten sie schon mal ein bisschen aufräumen können. Die ganzen Nicht-Deutschen im Schwimmbad!

Alles klar, ZdK?

Josef Bordat

Eigentlich lohnt es sich ja gar nicht, über die innerkirchlichen linksgewirkten Laienfunktionäre, als sog. „ZdK“ bekannt, sonderlich viele Worte zu verlieren. Der Wasserkopf des deutschen Gremienkatholizismus, bestens vernetzt im sozio-kulturellen Meanstream der einäugigen Linkstoleranz, ist lediglich – wie der Fußballclub oder die Hasenzüchter um die Ecke – ein „e.V.“ und stellt weder ein Organ der Kirche oder gar eine Vertretung aller katholischen Laien dar. Was die dort versammelten kirchlichen Gutdenker*innen aber nicht an einen unglaublich anmaßenden Alleinvertretungsanspruch hindert.

Als lebe man im 16. Jahrhundert, stellt man dreist im trotzigen Bekenner-Tonfall mit dem Glauben nicht vereinbare Forderungen und sonnt sich selbstverliebt in einer halluzinierten Märtyrerrolle gegen römischen Zentralismus und Klerikalismus.

Jedes Wort über diese wohlabgesicherte Funktionärsclique ist eigentlich eines zu viel.

Aber auch nur eigentlich, daher ist Josef Bordat für seine humorigen, aber dennoch klaren Worte zu danken. Zu unverschämt schnaubt Herr Sternberg gegen nichtdeutsche „Importpriester“, die ihm und seiner Funktionärsschickeria am Ende noch die sinsister eingefädelten Gedankenspiele um „Frauenpriestertum“ und das Mess-Laienspiel der sog. „Wortgottesfeiern“ zu verderben drohen. Wer dies für unglaublich hält, dem sei versichert, dass beispielsweise der polnische Priester in meiner vorherigen Ortspfarrei übelsten chauvinistischen Pöbeleien „engagierter Laien“ gegenübersteht, die sich ansonsten politisch korrekt vor aufgesetzter Flüchtlingsliebe geradezu einnässen. Da aber dieser Pfarrer sehr fromm ist und unverschämterweise das Gemeindeleben nicht oberflächlich auf Saufausflüge und trinkfeste Gremien-„Sitzungen“ beschränken will, ist er halt nur ein „blöder Pole“ (um noch das harmlose zu zitieren).

Die Gutdenker des selbsternannten „ZdK“ tolerieren jeden – es sei denn, er nimmt den Glauben noch ernst. Dann allerdings rettet ihn nicht mal mehr die nichtdeutsche Herkunft vor dem geballten Zorn der internationalistischen Toleranz-Apostel….

Advertisements

Über Kirchfahrter Archangelus

Jhg. 1967; rk; Verh., 3 Kinder. (Noch-)CDU-Mitglied seit 1983, 12 Jahre Stadtverordneter der CDU. Angesichts des herrschenden Gutdenker-Mainstreams in Gesellschaft, Partei und Kirche bin ich zum unzeitgemäßen Gegenläufer mit abweichenden Auffassungen geworden. Ich pilgere so oft wie möglich als Kirchfahrter (altdt. “Pilger“) in die von der Priesterbruderschaft St. Pius X. betreute Kapelle St. Athanasius (Hattersheim). Kurz zur Politik: Ratiophobe Psychopathologien wie „Gender“ u. ä. lehne ich ab, ebenso das derzeit einheitlich handelnde Parteienkartell. Gleichwohl denke ich noch selbst und erwarte den wiederkehrenden Messias und nicht den wiederkehrenden Kaiser aus dem Kyffhäuser. Skeptisch sehe ich Zeitgenossen, die sich vorgeblich um das „christliche Abendland“ sorgen, aber selbst das Julfest feiern. Oder lautstark Familienwerte proklamieren, selbst aber privat notorischen Ehebruch praktizieren, in gleichgeschl. Lebensgemeinschaft leben oder Partner+Kinder verlassen, um sich neu zu liieren. Freunde vorgestanzter Sprachschablonen und abwegiger Schnurrpfeifereien kommen i.d.R. nicht auf Ihre Kosten. Der Blog gibt ausschließlich meine persönlichen, in der Regel politisch wie kirchlich inkorrekten Ansichten wieder und soll zusätzlich als Verstärkungs-Plattform für Themen dienen, welche in Gesellschaft wie Kirche totgeschwiegen werden. „Rebloggte“ Beiträge sollen - wenn von mir auch nicht immer geteilt - zur inhaltlich differenzierten Auseinandersetzung anregen und kritisch mittels öffentlich zugängiger Quellen überprüft werden. Gefährlicher als Verschwörungstheorien sind Kräfte, die abweichende Auffassungen anderer perfide als "Verschwörungstheorie" tabuisieren, um diese dem Diskurs und der Reflektion zu entziehen. Mit dem Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch Anbringen eines Links auf seiner eigenen Homepage die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann man laut Gericht nur dadurch verhindern, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Deshalb betone ich, dass ich keinerlei Einfluß auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten habe und distanziere mich ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf dieser Homepage. Diese Erklärung gilt für alle auf meinem Blog angebrachten Links.
Dieser Beitrag wurde unter Empfehlung kath. Medien, Katholischer Glaube, Postkatholische Restrukturierung, Stimme der Anderen abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Glosse: Ganz schön deutsch, das ZdK (die-tagespost.de)

  1. Dieses Teufelswerk gehört aus dem deutschen Sprachschatz und vor allem verboten ! Laienpreister kann man hier nicht sagen, man würde unsere echten Priester beleidigen. Wie lange läßt sich unsere Bischofskonferenz von diesen wirren Teufeln noch an der Nase rumführen. ich hab sie nicht gewählt. Katholische Bischöfe wacht e n d l i c h auf und unterstützt die wahren Gläubigen.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s