Kommentar: US-Katholiken und Homo-„Ehe“ (die-tagespost.de)

Kommentar: US-Katholiken und Homo-„Ehe“

Von Alexander Riebel

Die amerikanische Mentalität im Hinblick auf Gender wird immer liberaler. Der Widerstand gegen Homo-„Ehen“ sinkt beständig, ja er ist prozentual auf die Bevölkerung hochgerechnet kaum noch wahrnehmbar. So hat eine Studie des Public Religion Research Institute, das den kulturellen und religiösen Wandel in den Vereinigten Staaten untersucht, in einer Umfrage herausgefunden, dass immerhin 72 Prozent der Amerikaner Rechte befürworten, die Homosexuelle, Lesben und Transgender vor Diskriminierung schützen. Und das, nachdem die USA mehr als 200 Jahre brauchten, bevor Weiße und Schwarze heiraten durften. Doch nun geht die Entwicklung immer schneller. Das ist unter anderem daran ablesbar, dass sich unter den religiös ungebundenen Amerikanern inzwischen 80 Prozent für den Schutz der Homo„Ehe“ aussprechen, und 79 Prozent der nicht-christlichen Religionsangehörigen. Dass immerhin 68 Prozent der Katholiken dafür sind, muss erstaunen, immerhin befürworten auch 66 Prozent der weißen Protestanten diese Lebensform. Wesentlich geringer ist die Zahl der schwarzen Protestanten, da sind 44 Prozent für diese Ehe und 40 Prozent dagegen. Und bei den evangelikalen Protestanten gibt es nur 34 Prozent Unterstützer.

Das Problematische an amerikanischen Entwicklungen ist, dass sie häufig Vorreiter für Veränderungen in Europa sind. Im Bildungssystem hat sich das bereits katastrophal ausgewirkt, im Bereich der Wirtschaft laufen gerade die Gespräche über einen größeren Einfluss der USA, und in der Genderdebatte gibt es hier bereits viele Nachahmungen amerikanischen Verhaltens, wie den Christopher Street Day. Signifikant ist der Anstieg der Befürworter der Homo-„Ehe“ unter amerikanischen Katholiken. Hier ist die größte Veränderung unter allen religiösen Gruppen in der Vereinigten Staaten spürbar. Die Umfrage des Public Religion Research Institutes hat nämlich ergeben, dass seit 2003 immerhin 35 Prozent mehr Katholiken diese Ehe für schutzbedürftig halten als zuvor; in den letzten fünf Jahren war es sogar ein Anstieg von 39 Prozent. Offenbar glauben sie, die Homo-„Ehe“ sei problemlos mit ihrer religiösen Einstellung zu verbinden. Das haben immerhin 41 Prozent erklärt.

Die Vereinigten Staaten scheinen ein Musterbeispiel zu sein, wie schnell Menschen ihre Meinung ändern können. Denn elf Jahre, nachdem der Bundesstaat Massachusetts die Homo-„Ehe“ erlaubt hatte, hat das oberste Bundesgericht das Recht für die ganze Nation als gültig erklärt. Offenbar gilt hier immer noch der alte Pioneergeist.

Dem Autor wird man wohl leider zustimmen müssen. Noch jeder US-Trend kam zeitverzögert in Europa an und wurde in der Regel flächendeckend (zumindest von der dazu konditionierten deutschen Masse, in Frankreich schon weniger) kritiklos übernommen. Vom Fast-Food-Essen über Aerobic bis zum Blockbuster-Filmgeschmack. Wird auch bei Gender nicht anders sein, denn nichts ist für den deutschen Masse-Menschen schlimmer, als nicht dazu zugehören, „im Abseits zu stehen“ und am Ende noch als Sonderling zu gelten. Hier wirkt sich halt auch die mediale Dauerbefeuerung in Film und Fernsehen aus, der Konsument ist seit Jahren permanent einer offensiven Umerziehung, was heute als „zeitgemäß“ und als „normal“ zu gelten hat, ausgesetzt. Hier lohnt sich ein Blick auf das von den degeto-Filmen (Deutsche Gesellschaft für Ton und Film, die gemeinsame Filmeinkaufsorganisation der ARD) fortdauernd propagierte Weltbild.

Und wenn man, wie unlängst zu lesen war, auch in Deutschland im kirchlichen Raum durchaus gute Ansätze an der Gender-Ideologie findet, dann dürfte bei solchen „Hirten“ die Kapitulation der „Schäfchen“ auch nicht verwundern – abgesehen davon, dass sich die „verheutigte“ Theolog*innen-Schar in der Regel sowieso nicht an Modernität, Zeitgemäßheit und dem „akzeptierenden Dialog auf Augenhöhe“ übertreffen lassen will.

Also werden die heute peinlichen, weil glasklaren Aussagen des Hl. Paulus eben entweder als „zeitbedingte Sichtweisen“ belächelt oder gleich ganz unterschlagen.

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Über Kirchfahrter Archangelus

Jhg. 1967; rk; Verh., 3 Kinder. (Noch-)CDU-Mitglied seit 1983, 12 Jahre Stadtverordneter der CDU. Angesichts des herrschenden Gutdenker-Mainstreams in Gesellschaft, Partei und Kirche bin ich zum unzeitgemäßen Gegenläufer mit abweichenden Auffassungen geworden. Ich pilgere so oft wie möglich als Kirchfahrter (altdt. “Pilger“) in die von der Priesterbruderschaft St. Pius X. betreute Kapelle St. Athanasius (Hattersheim). Kurz zur Politik: Ratiophobe Psychopathologien wie „Gender“ u. ä. lehne ich ab, ebenso das derzeit einheitlich handelnde Parteienkartell. Gleichwohl denke ich noch selbst und erwarte den wiederkehrenden Messias und nicht den wiederkehrenden Kaiser aus dem Kyffhäuser. Skeptisch sehe ich Zeitgenossen, die sich vorgeblich um das „christliche Abendland“ sorgen, aber selbst das Julfest feiern. Oder lautstark Familienwerte proklamieren, selbst aber privat notorischen Ehebruch praktizieren, in gleichgeschl. Lebensgemeinschaft leben oder Partner+Kinder verlassen, um sich neu zu liieren. Freunde vorgestanzter Sprachschablonen und abwegiger Schnurrpfeifereien kommen i.d.R. nicht auf Ihre Kosten. Der Blog gibt ausschließlich meine persönlichen, in der Regel politisch wie kirchlich inkorrekten Ansichten wieder und soll zusätzlich als Verstärkungs-Plattform für Themen dienen, welche in Gesellschaft wie Kirche totgeschwiegen werden. „Rebloggte“ Beiträge sollen - wenn von mir auch nicht immer geteilt - zur inhaltlich differenzierten Auseinandersetzung anregen und kritisch mittels öffentlich zugängiger Quellen überprüft werden. Gefährlicher als Verschwörungstheorien sind Kräfte, die abweichende Auffassungen anderer perfide als "Verschwörungstheorie" tabuisieren, um diese dem Diskurs und der Reflektion zu entziehen. Mit dem Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch Anbringen eines Links auf seiner eigenen Homepage die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann man laut Gericht nur dadurch verhindern, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Deshalb betone ich, dass ich keinerlei Einfluß auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten habe und distanziere mich ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf dieser Homepage. Diese Erklärung gilt für alle auf meinem Blog angebrachten Links.
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