Eine gesunde priesterliche Spiritualität (fsspx.de)

Eine gesunde priesterliche Spiritualität

22. August, 2016

Ein junger Diözesanpriester aus Kroatien hat seine Studien im Internationalen Priesterseminar Herz Jesu in Zaitzkofen vervollständigt. Er ist mittlerweile in die Priesterbruderschaft St. Pius X. eingetreten und hat im Sommer 2016 ein erstes Apostolat übernommen. Zum Abschied vom Seminar am 2. Juli hielt er im Beisein von Bischof Bernard Fellay und Regens Pater Franz Schmidberger eine schöne Ansprache.

Von Pater Marko Tilošanec

Exzellenz, hochwürdiger Herr Pater Regens, hochwürdige Mitbrüder, liebe Seminaristen, Brüder, Schwestern, liebe Gläubige,

ich habe bei einer Messe, die ich hier noch als Neupriester zelebriert habe, erwähnt, dass ich als Seminarist oft darüber nachgedacht habe, wie ein ideales Seminar aussehen sollte. Ich habe immer wieder überlegt, was man in einem üblichen modernen Seminar ändern sollte – was abschaffen, was einführen. Und als ich zum ersten Mal hierher kam, konnte ich gleich feststellen – ja, genau das ist ein ideales Seminar, wie ich es mir vorgestellt habe. Dieser Eindruck war nicht bloß eine erste Begeisterung, sondern nach zweieinhalb Jahren, die ich hier verbracht habe, kann ich noch einmal diese Überzeugung bestätigen. Wie ich in unserem Seminarfilm [www.priesterseminar-herz-jesu.de]  gesagt habe, geht es um eine vollständige priesterliche Ausbildung. Zuerst würde ich da persönlich die Wichtigkeit des Gebetes und des geistlichen Lebens hervorheben. In einer Atmosphäre ohne Stille, mit ständiger Unzufriedenheit in der ‚Amtskirche‘, kann man wirklich nicht geistlich wachsen. Schon die ersten Besuche hier, bevor ich endgültig hierhergekommen bin, habe ich wirklich als Einkehrtage erfahren und ich hoffe, dass ich nicht nur ein bisschen frommer geworden bin, wie P. Regens sagt, sondern dass ich von hier aus eine gesunde priesterliche Spiritualität mitnehmen kann.

Dann kommt da die Theologie – man sieht schon in der modernen Kirche, was alles falsch gelehrt wird, und in dieser Hinsicht hatte ich schon ein klares Bild; aber wenn man ein wahres katholisches Studium kennenlernt, dann sieht man auch, was man vermisst hat und welche Schätze der katholischen Lehre da noch enthalten sind. Endlich die herrliche Liturgie, die man hier erleben kann, mit voller Ausrüstung – was die Zeremonie und den Gesang betrifft. Erst jetzt, da ich mich verabschieden muss, kann ich sehen, was ich vermissen werde. Alles andere kann man noch irgendwie ersetzen, aber das liturgische Leben im Seminar ist etwas Einzigartiges.

Ich möchte mich von ganzem Herzen bedanken: Zuerst bei Ihnen, Exzellenz, für die Aufnahme in die Bruderschaft und für die Unterstützung unseres Apostolats in Kroatien. Sie haben uns eine große Ehre erwiesen, als Sie letztes Jahr im Oktober Zagreb besucht haben. Bevor mir P. Regens mitgeteilt hat, dass Sie kommen würden, konnte das sowohl für mich als auch für unsere Gläubigen nur ein Traum gewesen sein. Das war für unser Land eine große Gnade und ich hoffe, dass wir zu Ihrem nächsten Besuch, wenn nicht eine richtige Kirche, dann wenigstens eine Kapelle haben.

Dann bei unserem lieben P. Regens, der für mich diese ganze Zeit über wie ein geistlicher Vater war. Herzlichsten Dank für alles. Sie haben die Anfänge unseres Apostolats durch verschiedene Initiativen gesetzt – Rosenkranzkreuzzug, Mitteilungsblatt. Sie haben auch dreimal Kroatien besucht, um direkt vor Ort einen Einsatz zu leisten. Es war eine Gnade, aus Ihrem Beispiel wie auch aus Ihrer großen persönlichen Erfahrung zu lernen.

Bei unseren Professoren – vielen Dank für Ihre Mühe. Ich habe von Ihnen noch einige Skripte mitgenommen, damit Sie nicht denken, dass ich mit meinem Studium aufhöre.

Dann bei unseren Seminaristen. In einigen von Ihnen, nach dem persönlichen Charakter und den Fähigkeiten, konnte ich genau einige Kollegen aus meinem vorigen Seminar wiederfinden. Aber diese haben leider eine ganz andere Ausbildung bekommen. Seien Sie dankbar, dass Sie in einem wahren katholischen Seminar sein dürfen. Das ist wirklich eine große Gnade, für die wir dem lieben Gott immer dankbar sein müssen.

Bei unseren Brüdern und Schwestern, die mit ihrer Arbeit einen großen Beitrag für dieses Seminar leisten.

Und zum Schluss will ich keineswegs sagen: Wohin ich gehe, könnt ihr nicht kommen … Im Gegenteil, ich hoffe, dass auch einige von Ihnen eines Tages kommen und beim Aufbau unseres Apostolats in Kroatien helfen werden! Es ergibt sich, glaube ich, eine schöne Möglichkeit, noch viel für die Bewahrung des Glaubens in Kroatien zu tun, und wir hoffen, dass der liebe Gott unser Werk segnen werde. Ich empfehle herzlich dieses Anliegen Ihren Gebeten und sage noch einmal:

Vergelt’s Gott für alles!

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Über Kirchfahrter Archangelus

Jhg. 1967; rk; Verh., 3 Kinder. (Noch-)CDU-Mitglied seit 1983, 12 Jahre Stadtverordneter der CDU. Angesichts des herrschenden Gutdenker-Mainstreams in Gesellschaft, Partei und Kirche bin ich zum unzeitgemäßen Gegenläufer mit abweichenden Auffassungen geworden. Ich pilgere so oft wie möglich als Kirchfahrter (altdt. “Pilger“) in die von der Priesterbruderschaft St. Pius X. betreute Kapelle St. Athanasius (Hattersheim). Kurz zur Politik: Ratiophobe Psychopathologien wie „Gender“ u. ä. lehne ich ab, ebenso das derzeit einheitlich handelnde Parteienkartell. Gleichwohl denke ich noch selbst und erwarte den wiederkehrenden Messias und nicht den wiederkehrenden Kaiser aus dem Kyffhäuser. Skeptisch sehe ich Zeitgenossen, die sich vorgeblich um das „christliche Abendland“ sorgen, aber selbst das Julfest feiern. Oder lautstark Familienwerte proklamieren, selbst aber privat notorischen Ehebruch praktizieren, in gleichgeschl. Lebensgemeinschaft leben oder Partner+Kinder verlassen, um sich neu zu liieren. Freunde vorgestanzter Sprachschablonen und abwegiger Schnurrpfeifereien kommen i.d.R. nicht auf Ihre Kosten. Der Blog gibt ausschließlich meine persönlichen, in der Regel politisch wie kirchlich inkorrekten Ansichten wieder und soll zusätzlich als Verstärkungs-Plattform für Themen dienen, welche in Gesellschaft wie Kirche totgeschwiegen werden. „Rebloggte“ Beiträge sollen - wenn von mir auch nicht immer geteilt - zur inhaltlich differenzierten Auseinandersetzung anregen und kritisch mittels öffentlich zugängiger Quellen überprüft werden. Gefährlicher als Verschwörungstheorien sind Kräfte, die abweichende Auffassungen anderer perfide als "Verschwörungstheorie" tabuisieren, um diese dem Diskurs und der Reflektion zu entziehen. Mit dem Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch Anbringen eines Links auf seiner eigenen Homepage die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann man laut Gericht nur dadurch verhindern, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Deshalb betone ich, dass ich keinerlei Einfluß auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten habe und distanziere mich ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf dieser Homepage. Diese Erklärung gilt für alle auf meinem Blog angebrachten Links.
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