Man soll sich in der Selbstbeherrschung üben (fsspx.de)

Man soll sich in der Selbstbeherrschung üben

26. Juli, 2016

Bischof Bernhard Fellay, der Generalobere der FSSPX, hat während der Priesterweihen in Zaitzkofen zu einem neuen Rosenkranzkreuzzug aufgerufen. Im Unterschied zu den früheren Rosenkranzkreuzzügen wird im neuen Gebetssturm zur Gottesmutter explizit zu Opfern der Gläubigen aufgerufen, die mit dem Rosenkranz verbunden werden sollen. Insgesamt erbittet der Bischof 50 Millionen Opfer bis zum 22. August 2017.

Was ist das Wesen des persönlichen Opfers? Worum geht es bei dem, was in der Tradition der Kirche auch als Abtötung bezeichnet wurde? Lesen Sie dazu einen Beitrag des großen Theologen des 19. Jahrhundert, Franz Spirago.

Von Franz Spirago

 

Thomas v. Kempen sagt: „Wir werden nur in dem Grade in der Vollkommenheit zunehmen, als wir uns Gewalt antun.“ Man soll also nicht neugierig sein, beim Gehen auf der Straße nicht herumgaffen, nicht immerfort zum Fenster hinausschauen, unnützes Geschwätz vermeiden, nicht schreien, nicht laut lachen, nicht gleich klagen bei ungünstiger Witterung oder in der Krankheit, womöglich nicht außer der Zeit essen, nicht allzu gierig essen, nicht nach Leckerbissen verlangen, vorgesetzte Speisen nicht tadeln, sich beim Essen nicht nächstliegende Portion nehmen, nicht hastig die Briefe öffnen, nicht zu lang schlafen, sich manche Unterhaltungen versagen, sich hie und da in die Einsamkeit zurückziehen, nicht ohne Grund von sich selbst sprechen, soweit möglich niemandem widersprechen.

Diese Abtötungen sind nicht schwer. Die Heiligen übten weit Strengere, die aber nicht jedem anempfohlen werden können. Johannes der Täufer übte die Selbstbeherrschung im höchsten Grade. Auch der hl. Paulus sagt von sich: „Ich züchtige meinen Leib und bringe ihn in meine Dienstbarkeit, damit ich nicht selbst verworfen werde, nachdem ich anderen gepredigt haben“ (1 Kor 9,27).

Die katholische Kirche sucht die Christen zur Selbstbeherrschung anzuleiten durch die Fastengebote. Die Selbstbeherrschung ist eine Art Martyrium (hl. Bernhard). Ist es nicht ein Märtyrertum, bei Überfluss an Speisen zu fasten, beim Reichtume die Lasten der Armut zu fühlen (hl. Gregor der Große)? Wer sich selbst beherrschen kann, der ist ein König; denn anstatt sich als Gefangener von seinen Begierden fortschleppen zu lassen, gebietet er ihnen. Ein solcher ist ein Sieger; er gewinnt einen Sieg über seine bösen Begierden, und zwar ohne Blut und ohne Schweiß (hl. Cyprian).

Auf solche abgetötete Menschen kann man die Worte der Hl- Schrift anwenden: „Selig, die im Herrn sterben“ (hl. Ambrosius). Die Selbstbeherrschung ist das eigentliche Kennzeichen eines wahren Christen. Christus sagt: „Wer mir nachfolgen will, der verleugne sich selbst“ (Mk 8,34), d. h. wer mein Jünger (ein Christ) sein will, der übe sich in der Selbstbeherrschung. Deshalb sagt auch der hl. Paulus: „Die aber, welche Christen sind, haben ihr Fleisch gekreuzigt samt den Lastern und Gelüsten“ (Gal. 5,24). Wenn jemand abgetötet ist, so ist er ein Heiliger (hl. Fr. Borg.).

Ein lebender Fisch schwimmt gegen den Strom, ein toter wird vom Strome fortgerissen. Ebenso kannst du leicht erkennen, ob du vom Geist Gottes belebt, oder ob du tot bist; du darfst nur sehen, ob du gegen den Strom deiner schlechten Begierden wandelst, oder ob du dich von ihm fortreißen lässt (hl. Alfons Rodriguez, Jesuit). Sich selbst bekämpfen, ist der schwerste Krieg; sich selbst besiegen, ist der schönste Sieg. Religionslose Menschen dagegen belächeln die Selbstbeherrschung und verlangen, dass man „sich auslebe“.

Durch die Übung in der Selbstbeherrschung wird unser Verstand erleuchtet, unser Wille gegen das Böse gestärkt, und wir erlangen die wahre Seelenruhe.

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Über Kirchfahrter Archangelus

Jhg. 1967; rk; Verh., 3 Kinder. (Noch-)CDU-Mitglied seit 1983, 12 Jahre Stadtverordneter der CDU. Angesichts des herrschenden Gutdenker-Mainstreams in Gesellschaft, Partei und Kirche bin ich zum unzeitgemäßen Gegenläufer mit abweichenden Auffassungen geworden. Ich pilgere so oft wie möglich als Kirchfahrter (altdt. “Pilger“) in die von der Priesterbruderschaft St. Pius X. betreute Kapelle St. Athanasius (Hattersheim). Kurz zur Politik: Ratiophobe Psychopathologien wie „Gender“ u. ä. lehne ich ab, ebenso das derzeit einheitlich handelnde Parteienkartell. Gleichwohl denke ich noch selbst und erwarte den wiederkehrenden Messias und nicht den wiederkehrenden Kaiser aus dem Kyffhäuser. Skeptisch sehe ich Zeitgenossen, die sich vorgeblich um das „christliche Abendland“ sorgen, aber selbst das Julfest feiern. Oder lautstark Familienwerte proklamieren, selbst aber privat notorischen Ehebruch praktizieren, in gleichgeschl. Lebensgemeinschaft leben oder Partner+Kinder verlassen, um sich neu zu liieren. Freunde vorgestanzter Sprachschablonen und abwegiger Schnurrpfeifereien kommen i.d.R. nicht auf Ihre Kosten. Der Blog gibt ausschließlich meine persönlichen, in der Regel politisch wie kirchlich inkorrekten Ansichten wieder und soll zusätzlich als Verstärkungs-Plattform für Themen dienen, welche in Gesellschaft wie Kirche totgeschwiegen werden. „Rebloggte“ Beiträge sollen - wenn von mir auch nicht immer geteilt - zur inhaltlich differenzierten Auseinandersetzung anregen und kritisch mittels öffentlich zugängiger Quellen überprüft werden. Gefährlicher als Verschwörungstheorien sind Kräfte, die abweichende Auffassungen anderer perfide als "Verschwörungstheorie" tabuisieren, um diese dem Diskurs und der Reflektion zu entziehen. Mit dem Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch Anbringen eines Links auf seiner eigenen Homepage die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann man laut Gericht nur dadurch verhindern, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Deshalb betone ich, dass ich keinerlei Einfluß auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten habe und distanziere mich ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf dieser Homepage. Diese Erklärung gilt für alle auf meinem Blog angebrachten Links.
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