Drang zu Entgleisen (http://stmarcelinitiative.com/eleison-comments/?lang=de)

Nach dem auf dem Blog in den letzten Tagen über die Signale zwischen Rom und der Priesterbruderschaft St. Pius X. berichtet wurde, hier die Stellungnahme S.E. Bischof Williamsons dazu:

Eleison-Kommentare

von Seiner Exzellenz Bischof Richard Williamson

Aktuelle Ausgabe

Drang zu Entgleisen

Nummer CDLXVII (467)

Die Bruderschaft sinkt, ist aber noch nicht gesunken.
Beten Sie für ihre Oberen, welche steuern wie betrunken.

Ein Reihe von Katholiken, welche die Kirche lieben und verstehen, was die Priesterbruderschaft St. Pius X. für die Weltkirche leisten könnte und sollte, wurden vor kurzem durch die Worte eines Bruderschaftsbischofs ermutigt. Sie dachten, vielleicht bestehe doch noch die Möglichkeit, daß die Bruderschaft von der Schwelle einer Einigung zurückgezogen werden könne, durch welche die Bruderschaft unter die Kontrolle einiger der (objektiv) schlimmsten Feinde der Kirche in ihrer gesamten Geschichte sich begäbe – unter die neo-modernistischen Amtsträger des heutigen Rom. Tatsächlich sagte Bischof de Galaretta viele gute Dinge in seiner Predigt am 3. Juni 2016 anläßlich der letzten Priesterweihe, welche noch in Winona, Minnesota, abgehalten wurde vor dem Umzug des Seminars nach Virginia. Doch sollte kein Freund des katholischen Glaubens zu große Hoffnungen hegen.

Seine Predigt begann mit der Verbindung des katholischen Priestertums mit unserem Herrn Jesus Christus als der einzig wahre Weg, Wahrheit und Leben. Doch existiert heutzutage, fuhr er fort, in der Kirche ein Relativismus in der Lehre, welcher die Tore für den Relativismus in der Moral öffnet, was dann zu solchen Skandalen führt wie jener, als auf der kürzlich abgehaltenen Synode in Rom sogar darüber nachgedacht worden ist, die heilige Kommunion den Geschiedenen und „Wiederverheirateten“ zu geben. Der Bischof ortete die Wurzel dieser Skandale im Zweiten Vatikanischen Konzil und geißelte es als einen schlechten Baum, von dem diese Skandale dann lediglich die schlechten Früchte seien. Nun hegte Mgr. Pozzo von Rom vor ein paar Wochen die Hoffnungen, daß die Bruderschaft, um die offizielle Anerkennung Roms zu erlangen, das Konzil vielleicht nicht akzeptieren müsse, doch zeigte der Bischof richtigerweise auf, daß sowohl Papst Franziskus als auch Kardinal Müller seither diese Hoffnungen zunichte gemacht hatten, als sie klarstellten, daß die Anerkennung der Bruderschaft immer noch die Zustimmung zum Konzil erfordere.

Der Bischof folgerte: „Deshalb ist auch klar, daß der Kampf der Priesterbruderschaft weitergeht. Wie unser Generaloberer Bischof Fellay sagte: Wenn wir zwischen dem Glauben und einem Kompromiß wählen müssen, so ist die Wahl bereits getroffen – kein Kompromiß.“ Das sind kämpferische Worte, doch fügte der Bischof sogleich eine mögliche Ausstiegsluke hinzu, welche wir von ihm schon kennen: „Gott kann sicherlich die Umstände ändern und uns in eine andere Situation bringen, worauf wir alle hoffen.“ Könnten solche „geänderten Umstände“ nicht auch eine geschickte Einigung beinhalten, annehmbar sowohl für Rom als auch für den Generaloberen, was er akzeptieren könnte? (Da brachte es auch nichts, als Bischof Galarreta zuvor Worte des Generaloberen zitierte, welche seinem eigenen Drang nach Rom widersprechen, weil dieser Generalobere keineswegs sich durch seine eigenen Worte festnageln läßt.)

Ein deutlicher Hinweis darauf, daß diese kämpferischen Worte tatsächlich nicht zu den Vorhaben des Generaloberen passen, ist die Schnelligkeit, mit welcher der Predigttext inklusive diesen kämpferischen Worten wieder vom Netz genommen wurde (um manipuliert oder in den Müll geworfen zu werden?), so kurz nachdem er auf die offizielle Netzpräsenz der Bruderschaft in den USA gestellt worden war. Welcher niedrigere Bruderschaftsobere hätte anordnen können, daß von den Worten eines eigenen Bischofs sich praktisch distanziert wird? Diese Vorstellung wird noch bestätigt durch einen Vortrag, welcher am 5. Juni 2016 von Nummer Zwei der Bruderschaft vor den Gemeindemitgliedern der Bruderschaftskirche im texanischen Houston gehalten wurde. Von den Aussagen dieses Vortrags hat das Generalhaus bisher sich überhaupt nicht distanziert (Kommentare in kursiv):

P. Pfluger hat gesagt, daß nichts daran falsch sei, wenn man mit Rom ginge ( Illusion ); daß die Priesterbruderschaft so bliebe, wie sie ist ( Illusion ): daß wir mit der Zeit gehen müßten und jetzt die Zeit reif sei, nach Rom zu gehen ( Illusion ); daß Erzbischof Lefebvre während seiner Zeit auch oft sich selbst widersprochen hätte (Illusion – siehe den EC vom 11. Juni ), und schließlich noch, daß wir hier und jetzt Bischof Fellay vertrauen müßten ( nach all seinen „begrifflichen Ungenauigkeiten“? – Illusion! ). Freilich kann die Nummer Zwei der Bruderschaft solche Dinge äußern, weil sie dem Drang von ganz oben der Bruderschaft entsprechen, unter römische Kontrolle sich zu stellen.

Abschließend, liebe Leser, um all des Guten willen, welches die wahre Priesterbruderschaft für die universale Kirche leisten könnte und sollte, beten Sie jedenfalls um ein Wunder, um diesen „Drang nach Rom“ entgleisen zu lassen, und wenden Sie allen Druck auf die Oberen an, welche an dem Treffen Ende Juni teilnehmen werden (es sei noch kein Generalkapitel, doch eine Vorbereitung für das verhängnisvolle Kapitelvorhaben). Diese Oberen müssen unbedingt sich selber zum Werkzeug Gottes machen, um diesen „Drang nach Rom“ zum Entgleisen zu bringen.

Kyrie Eleison.

Advertisements

Über Kirchfahrter Archangelus

Jhg. 1967; rk; Verh., 3 Kinder. (Noch-)CDU-Mitglied seit 1983, 12 Jahre Stadtverordneter der CDU. Angesichts des herrschenden Gutdenker-Mainstreams in Gesellschaft, Partei und Kirche bin ich zum unzeitgemäßen Gegenläufer mit abweichenden Auffassungen geworden. Ich pilgere so oft wie möglich als Kirchfahrter (altdt. “Pilger“) in die von der Priesterbruderschaft St. Pius X. betreute Kapelle St. Athanasius (Hattersheim). Kurz zur Politik: Ratiophobe Psychopathologien wie „Gender“ u. ä. lehne ich ab, ebenso das derzeit einheitlich handelnde Parteienkartell. Gleichwohl denke ich noch selbst und erwarte den wiederkehrenden Messias und nicht den wiederkehrenden Kaiser aus dem Kyffhäuser. Skeptisch sehe ich Zeitgenossen, die sich vorgeblich um das „christliche Abendland“ sorgen, aber selbst das Julfest feiern. Oder lautstark Familienwerte proklamieren, selbst aber privat notorischen Ehebruch praktizieren, in gleichgeschl. Lebensgemeinschaft leben oder Partner+Kinder verlassen, um sich neu zu liieren. Freunde vorgestanzter Sprachschablonen und abwegiger Schnurrpfeifereien kommen i.d.R. nicht auf Ihre Kosten. Der Blog gibt ausschließlich meine persönlichen, in der Regel politisch wie kirchlich inkorrekten Ansichten wieder und soll zusätzlich als Verstärkungs-Plattform für Themen dienen, welche in Gesellschaft wie Kirche totgeschwiegen werden. „Rebloggte“ Beiträge sollen - wenn von mir auch nicht immer geteilt - zur inhaltlich differenzierten Auseinandersetzung anregen und kritisch mittels öffentlich zugängiger Quellen überprüft werden. Gefährlicher als Verschwörungstheorien sind Kräfte, die abweichende Auffassungen anderer perfide als "Verschwörungstheorie" tabuisieren, um diese dem Diskurs und der Reflektion zu entziehen. Mit dem Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch Anbringen eines Links auf seiner eigenen Homepage die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann man laut Gericht nur dadurch verhindern, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Deshalb betone ich, dass ich keinerlei Einfluß auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten habe und distanziere mich ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf dieser Homepage. Diese Erklärung gilt für alle auf meinem Blog angebrachten Links.
Dieser Beitrag wurde unter Kath. Vereinigungen, Katholischer Glaube, Stimme der Anderen abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s