Führungsstreit: Pegida auf dem Weg in die Spaltung (http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2016/06/19/krieg-oder-frieden-deutschland-unterstuetzt-die-falschen-amerikaner/)

Führungsstreit: Pegida auf dem Weg in die Spaltung

Innerhalb der Bürger-Bewegung Pegida ist ein brachialer Machtkampf zwischen den Anführern Lutz Bachmann und Tatjana Festerling ausgebrochen. Der Streit könnte die Bewegung spalten – und auch zum Problem für die AfD werden.

Tatjana Festerling im Kreise der Pegida-Vordenker. (Foto: dpa)Tatjana Festerling im Kreise der Pegida-Vordenker. (Foto: dpa)

Pegida-Gründer Lutz Bachmann hat Tatjana Festerling aus dem Orga-Team und aus dem Pegida-Förderverein geworfen. Er wirft ihr „vereinsschädigendes Verhalten“ vor. Festerling hatte zuvor mehr Transparenz bei den Pegida-Finanzen gefordert.

Bachmann hatte Festerling zuvor aus dem Pegida-Förderverein und aus dem Organisations-Team ausgeschlossen, berichtet der Tagesspiegel. Ihr wird „vereinsschädigendes Verhalten“ vorgeworfen. Auslöser des Streits soll unter anderem Festerlings Forderung nach „Transparenz“ bezüglich der Finanzen der Bewegung gewesen sein.

Dazu schreibt sie auf Facebook: „Anzumerken ist: PEGIDA nimmt viele Spendengelder ein. Der Verein besteht aus ganzen sieben Personen. Der Vorstand besteht aus drei Personen. Und Mitgliederversammlungen (der 7 Mitglieder) haben bis April formal korrekt seit ca. 6 Monaten nicht stattgefunden. Ich halte aber Transparenz und Offenheit gegenüber den Mitgliedern und den Menschen von der Straße für ungeheuer wichtig. Mit Absicht habe ich immer alle mich persönlich erreichte Unterstützung von PEGIDA getrennt. Mein Spendenkonto ist meinem Steuerberater und dem Finanzamt bekannt. Und ein Konto hat die Eigenschaft, dass jede Buchung über Eingänge und Ausgänge dokumentiert somit nachweisbar ist.“

Bachmann agiere willkürlich innerhalb der Bewegung. Festerling schreibt: „Die gesamte Erklärung strotzt vor diktatorischen, geradezu totalitären Vorgaben und Verhaltensregeln, die nicht etwa in einer Satzung definiert sind, sondern willkürlich durch Lutz Bachmann nach „Lust und Laune“ situativ festgelegt werden…Offene, demokratische Prozesse und Entscheidungsfindungen, z.B. die gerne zitierte „direkte Demokratie“ lässt das Orga-Team nicht zu.“

Bachmann hingegen wirft Festerling vor, dass sie sich unter anderem gegen eine Kooperation mit der AfD gestellt habe. Doch Festerling weist diesen Vorwurf zurück. Sie behauptet, Bachmann wolle die AfD schwächen.

Tatsächlich wäre eine Annäherung der Pegida an die AfD ein großes Problem: Sie würde damit noch stärker in die radikal-rechte Ecke geraten, was die AfD-Vorsitzende Frauke Petry mit allen Kräften zu verhindern trachtet. Sollte es der AfD nicht gelingen, sich innerhalb des zivisiliert-demokratischen Spektrums zu positionieren, würde die Partei vor allem für Wähler in Westdeutschland unwählbar.

Die personelle Qualität der PEGIDA-Führung vermag (zumindest mich) nicht zu überzeugen: Herr Bachmann, dessen Bezeichnungen für Flüchtlinge („Viehzeug“ und „Gelumpe„) ein Gedankengut verraten, das tief blicken läßt, Frau Festerling, die sich als Politsternchen („Tatjana on Tour“) inszeniert. Hier scheint so mancher in PEGIDA ein Trittbrett in die heiß ersehnte Seriosität und Respektabilität zu sehen, sei es, um die kriminelle Vergangenheit vergessen zu machen oder sich per Dresdner OB-Wahlkampf für kommendes in Stellung zu bringen. Schade nur für die Menschen, die ernsthafte Sorgen umtreiben und daher bei PEGIDA mitmachen – sie scheinen für manchen nur Mittel zum Zweck zu sein…

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Über Kirchfahrter Archangelus

Jhg. 1967; rk; Verh., 3 Kinder. (Noch-)CDU-Mitglied seit 1983, 12 Jahre Stadtverordneter der CDU. Angesichts des herrschenden Gutdenker-Mainstreams in Gesellschaft, Partei und Kirche bin ich zum unzeitgemäßen Gegenläufer mit abweichenden Auffassungen geworden. Ich pilgere so oft wie möglich als Kirchfahrter (altdt. “Pilger“) in die von der Priesterbruderschaft St. Pius X. betreute Kapelle St. Athanasius (Hattersheim). Kurz zur Politik: Ratiophobe Psychopathologien wie „Gender“ u. ä. lehne ich ab, ebenso das derzeit einheitlich handelnde Parteienkartell. Gleichwohl denke ich noch selbst und erwarte den wiederkehrenden Messias und nicht den wiederkehrenden Kaiser aus dem Kyffhäuser. Skeptisch sehe ich Zeitgenossen, die sich vorgeblich um das „christliche Abendland“ sorgen, aber selbst das Julfest feiern. Oder lautstark Familienwerte proklamieren, selbst aber privat notorischen Ehebruch praktizieren, in gleichgeschl. Lebensgemeinschaft leben oder Partner+Kinder verlassen, um sich neu zu liieren. Freunde vorgestanzter Sprachschablonen und abwegiger Schnurrpfeifereien kommen i.d.R. nicht auf Ihre Kosten. Der Blog gibt ausschließlich meine persönlichen, in der Regel politisch wie kirchlich inkorrekten Ansichten wieder und soll zusätzlich als Verstärkungs-Plattform für Themen dienen, welche in Gesellschaft wie Kirche totgeschwiegen werden. „Rebloggte“ Beiträge sollen - wenn von mir auch nicht immer geteilt - zur inhaltlich differenzierten Auseinandersetzung anregen und kritisch mittels öffentlich zugängiger Quellen überprüft werden. Gefährlicher als Verschwörungstheorien sind Kräfte, die abweichende Auffassungen anderer perfide als "Verschwörungstheorie" tabuisieren, um diese dem Diskurs und der Reflektion zu entziehen. Mit dem Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch Anbringen eines Links auf seiner eigenen Homepage die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann man laut Gericht nur dadurch verhindern, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Deshalb betone ich, dass ich keinerlei Einfluß auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten habe und distanziere mich ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf dieser Homepage. Diese Erklärung gilt für alle auf meinem Blog angebrachten Links.
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