Tagespost wieder „auf (Bunt-)Linie“?

Nachdem die Tagespost in ihren letzten Ausgaben mit Gastautoren wie Jürgen Liminski und Klaus Kelle doch bedenklich in Richtung Ausgewogenheit und differenzierter Berichterstattung bezüglich Flüchtlingsschwemme und AfD tendierte, hatte mit Ausgabe Nr. 47 vom 21. April 2016 doch wieder die – bislang mit notorisch buntorientierter Gesinnung aufgefallene – Crew um Käptn Reder wieder fest das Steuer in der Hand. Schon auf der Titelseite erhält daher unter der apodiktischen Überschrift „Nicht mit dem Grundgesetz vereinbar“ die dritte Garnitur der Berliner Parlamentsparteien (dort als „Kirchenbeauftragte“ beschäftigt) ausreichend Gelegenheit, Phrasen und Platitüden zu den Stellungnahmen der AfD zum politischen Islam abzusondern. Früher hat man bei Zweifeln an der Verfassungsmäßigkeit das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe belästigt, heute macht das die bunte Einheitsfront mit ihren publizistischen Hilfstruppen doch lieber gleich selber.

Weil man wohl (zurecht) die Leserschaft im Verdacht hat, das Politgesülze eh‘ nicht mehr so recht ernst zu nehmen, hat man direkt darunter ein Interview mit dem Staatsrechtler Christian Hillgruber platziert, in dem er sich aus seiner Sicht gegen die Ansichten der AfD ausspricht. Doppelt hält halt besser. 😉

Auf Seite 2 verteidigt im Gastkommentar der Geistliche Begleiter der Gemeinschaft Sant‘ Egidio, Matthias Leineweber, so parteiisch wie heftig das diffuse „Signal“ des Heiligen Vaters auf Lesbos samt der Mitführung von 12 Moslems. Dies verwundert nicht, gilt die Gemeinschaft mit der Friedenstaube vor dem (Gender?-)Regenbogen im Symbol doch als zuverlässig links-„katholische“, im Innern straff organisierte Kadertruppe. „Die Gemeinschaft betrachtet die Auseinandersetzung mit der Bibel, das Hören auf das Wort Gottes, das Gebet, die „Weitergabe des Evangeliums“, die „Freundschaft mit den Armen“, die Ökumene, den interreligiösen Dialog und den Einsatz für Frieden und Menschenrechte als zentral“ (https://de.wikipedia.org/wiki/Gemeinschaft_Sant%E2%80%99Egidio).

Danke sehr, dazu keine weiteren Fragen.

Derselbe Papst, der doch noch jüngst eine „arabische Invasion“ konstatierte, bittet übrigens nunmehr die Flüchtlinge „für Europa“ (?) auf Seite 4 „um Entschuldigung“ für „die abweisende Haltung“. Viel zu oft habe Europa sie nicht aufgenommen, er bittet, die „Abschottung“ zu vergeben.

Wie das mit der von ihm selbst wahrgenommenen „Invasion“ zusammenpasst?

Keine Ahnung.

Fragen Sie am besten mal Herrn Leinweber…

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Über Kirchfahrter Archangelus

Jhg. 1967; rk; Verh., 3 Kinder. (Noch-)CDU-Mitglied seit 1983, 12 Jahre Stadtverordneter der CDU. Angesichts des herrschenden Gutdenker-Mainstreams in Gesellschaft, Partei und Kirche bin ich zum unzeitgemäßen Gegenläufer mit abweichenden Auffassungen geworden. Ich pilgere so oft wie möglich als Kirchfahrter (altdt. “Pilger“) in die von der Priesterbruderschaft St. Pius X. betreute Kapelle St. Athanasius (Hattersheim). Kurz zur Politik: Ratiophobe Psychopathologien wie „Gender“ u. ä. lehne ich ab, ebenso das derzeit einheitlich handelnde Parteienkartell. Gleichwohl denke ich noch selbst und erwarte den wiederkehrenden Messias und nicht den wiederkehrenden Kaiser aus dem Kyffhäuser. Skeptisch sehe ich Zeitgenossen, die sich vorgeblich um das „christliche Abendland“ sorgen, aber selbst das Julfest feiern. Oder lautstark Familienwerte proklamieren, selbst aber privat notorischen Ehebruch praktizieren, in gleichgeschl. Lebensgemeinschaft leben oder Partner+Kinder verlassen, um sich neu zu liieren. Freunde vorgestanzter Sprachschablonen und abwegiger Schnurrpfeifereien kommen i.d.R. nicht auf Ihre Kosten. Der Blog gibt ausschließlich meine persönlichen, in der Regel politisch wie kirchlich inkorrekten Ansichten wieder und soll zusätzlich als Verstärkungs-Plattform für Themen dienen, welche in Gesellschaft wie Kirche totgeschwiegen werden. „Rebloggte“ Beiträge sollen - wenn von mir auch nicht immer geteilt - zur inhaltlich differenzierten Auseinandersetzung anregen und kritisch mittels öffentlich zugängiger Quellen überprüft werden. Gefährlicher als Verschwörungstheorien sind Kräfte, die abweichende Auffassungen anderer perfide als "Verschwörungstheorie" tabuisieren, um diese dem Diskurs und der Reflektion zu entziehen. Mit dem Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch Anbringen eines Links auf seiner eigenen Homepage die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann man laut Gericht nur dadurch verhindern, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Deshalb betone ich, dass ich keinerlei Einfluß auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten habe und distanziere mich ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf dieser Homepage. Diese Erklärung gilt für alle auf meinem Blog angebrachten Links.
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