Päpstliches Zeichensetzen – das Rätsel von Lesbos (Manfred Haferburg, www.achgut.com)

Päpstliches Zeichensetzen – das Rätsel von Lesbos

Manfred Haferburg / 18.04.2016

Der Pontifex twittert auf Lesbos: @ pontifex_de „Die Flüchtlinge sind keine Zahlen, sie sind Personen: Sie sind Gesichter, Namen, Geschichten – und als solche müssen sie behandelt werden.“ Seine Heiligkeit sind nach Lesbos in den Hotspot von Moria gereist, um ein paar Zeichen zu setzen. Diese Reise sei „nicht als politische Stellungnahme zu sehen, sondern als humanitäre und ökumenische Geste“, als „politisches Signal“. Die Päpstlichen Zeichen lassen mich total verwirrt zurück.

Vor dem Papstbesuch wurden im Hotspot schnell noch ein paar Wände gestrichen, ein Abwassersystem installiert und dutzende Migranten aus dem überfüllten Lager woanders hingebracht. Insgesamt leben 3.000 Menschen in dem Auffanglager. Doch nur wenige Bewohner von Lesbos waren dem Aufruf nachgekommen, sich an den Gebeten am Hafen von Mytilini zu beteiligen. Das mag aber auch daran gelegen haben, dass der Ort aus Sicherheitsgründen streng abgeriegelt war – so ganz scheint Franziskus den Schutzsuchenden nicht zu trauen.

Trotzdem sprach Franziskus mit 250 Flüchtlingen und „teilte dann sein Essen mit acht von ihnen“. Was war mit den übrigen? Mussten die vor dem Essen das Zelt verlassen? Serviert wird ein Risotto mit Pilzen. An normalen Tagen werden die Essensrationen in dem überfüllten Lager schon mal knapp … “ Das mit der Speisung der 5000 hat Franziskus irgendwie noch nicht drauf. Beim dem Besuch hielten einige Lagerinsassen Schilder hoch: „Bitte rette die Jesiden vom Völkermord“.

Ihr seid nicht allein“, sagte Franziskus zu den Hilfesuchenden auf Lesbos, bevor er nach fünf Stunden wieder abflog. Als symbolische Geste nahm Papst Franziskus zwölf syrische Flüchtlinge mit auf seinen Rückflug in den Vatikan. Es handle sich um drei muslimische Familien aus Syrien, darunter sechs Kinder. Sie werden vorerst von der Gemeinde Sant’Egidio in Rom betreut.

Die  Jesiden mussten leider im Lager bleiben und werden wohl entsprechend der „europäischen Lösung“ unserer Kanzlerin in die Türkei zurückgeschickt. Dafür nimmt Deutschland dann eine entsprechende Zahl meist muslimischer Flüchtlinge aus der Türkei auf. Ich hoffe, dass sein Chef die Zeichen versteht, die Franziskus setzt. Ich verstehe die Welt und den Pontifex nämlich schon lange nicht mehr.

http://www.achgut.com/artikel/paepstliches_zeichensetzen_das_raetsel_von_lesbos

Diffuse Signale, vage Gesten – vom Heiligen Vater also nichts Neues. Für den fünfstündigen Auftritt wurde nochmal kurz die Kulisse frisch gestrichen und 8 Komparsen fürs Mittagessen fein gemacht. Der Papst teilte sein Essen mit ihnen – das geht ans Herz, gaaaaanz tief! There is no business like show-business… Der Heilige Vater scheint mir mit seiner (doch manchmal recht aufgesetzt wirkenden ) Masche süchtig nach dem Beifall, wie ihn die heidnische Welt zollt. Er will halt um jeden Preis everybodys Darling sein und produziert sich bevorzugt vor schlagzeilenträchtiger Kulisse wie hier oder watscht zum Gaudium der Loge publicityträchtig seine Kurie ab. Die Hauptsache seiner Aktionen im Scheinwerferlicht ist stets der oberflächliche Effekt, er selbst bleibt schwer zu verorten, halt irgendwie gefühlig-links, schwätzt überall mal ein bißchen mit, trägt aber konkret keinerlei politische Verantwortung. So kommt er diesmal eben mit 12 Moslems als Accessoire im Gepäck zurück, Popdiven adoptieren halt kleine braune Kinder, weil die ja soooo süüüüüüß sind. Hauptsache, man bleibt im Gespräch…

 

 

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Über Kirchfahrter Archangelus

Jhg. 1967; rk; Verh., 3 Kinder. (Noch-)CDU-Mitglied seit 1983, 12 Jahre Stadtverordneter der CDU. Angesichts des herrschenden Gutdenker-Mainstreams in Gesellschaft, Partei und Kirche bin ich zum unzeitgemäßen Gegenläufer mit abweichenden Auffassungen geworden. Ich pilgere so oft wie möglich als Kirchfahrter (altdt. “Pilger“) in die von der Priesterbruderschaft St. Pius X. betreute Kapelle St. Athanasius (Hattersheim). Kurz zur Politik: Ratiophobe Psychopathologien wie „Gender“ u. ä. lehne ich ab, ebenso das derzeit einheitlich handelnde Parteienkartell. Gleichwohl denke ich noch selbst und erwarte den wiederkehrenden Messias und nicht den wiederkehrenden Kaiser aus dem Kyffhäuser. Skeptisch sehe ich Zeitgenossen, die sich vorgeblich um das „christliche Abendland“ sorgen, aber selbst das Julfest feiern. Oder lautstark Familienwerte proklamieren, selbst aber privat notorischen Ehebruch praktizieren, in gleichgeschl. Lebensgemeinschaft leben oder Partner+Kinder verlassen, um sich neu zu liieren. Freunde vorgestanzter Sprachschablonen und abwegiger Schnurrpfeifereien kommen i.d.R. nicht auf Ihre Kosten. Der Blog gibt ausschließlich meine persönlichen, in der Regel politisch wie kirchlich inkorrekten Ansichten wieder und soll zusätzlich als Verstärkungs-Plattform für Themen dienen, welche in Gesellschaft wie Kirche totgeschwiegen werden. „Rebloggte“ Beiträge sollen - wenn von mir auch nicht immer geteilt - zur inhaltlich differenzierten Auseinandersetzung anregen und kritisch mittels öffentlich zugängiger Quellen überprüft werden. Gefährlicher als Verschwörungstheorien sind Kräfte, die abweichende Auffassungen anderer perfide als "Verschwörungstheorie" tabuisieren, um diese dem Diskurs und der Reflektion zu entziehen. Mit dem Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch Anbringen eines Links auf seiner eigenen Homepage die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann man laut Gericht nur dadurch verhindern, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Deshalb betone ich, dass ich keinerlei Einfluß auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten habe und distanziere mich ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf dieser Homepage. Diese Erklärung gilt für alle auf meinem Blog angebrachten Links.
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