Es naht 2017 oder: Reformation 2.0

Das ominöse Jahr „2017“ naht und im Bistum Mainz scheint wieder ein erneuter Anlauf in Richtung Frauenordination unternommen zu werden, diesmal wohl an der „Basis“ der Ortspfarreien. Natürlich zeitgemäß „päpstlich-franziskanisch“: Nicht die Normen, sondern die wahrnehmbare Realität soll schleichend verändert werden. Aufmerksam las ich im Pfarrblättchen meiner Heimatgemeinde einen (wohl flankierenden) Aufruf an Laien, man solle sich doch bitte für sog. „Wortgottesfeiern“ ausbilden lassen.

Zu diesen liest man auf http://www.wortgottesfeier.de/, einer Homepage der Liturgiebürokraten des Deutschen Liturgischen Instituts, die folgenden, wohlgedrechselten Phrasen: „Die Messe am Sonntag ist der Höhepunkt des Lebens einer christlichen Gemeinde. Wenn aber weniger Priester zur Verfügung stehen, um mit den Gemeinden die Eucharistie zu feiern, stellt das in einer wachsenden Zahl von Gemeinden den Sonntagsgottesdienst selbst in Frage. Ist die Teilnahme an einer anderen Messfeier nicht möglich, so soll die Pfarrgemeinde am Sonntag zu einer Wort-Gottes-Feier zusammenkommen, um die Gegenwart des Herrn in seinem Wort zu feiern eingedenk des Herrenwortes: „Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen“ (Mt 18,20). Dabei muss klar bleiben: Zur Eucharistiefeier gibt es keine Alternative. Es ist nicht so, als könne man zwischen zwei gleichwertigen Möglichkeiten wählen. Das muss spürbar sein. Eine Wort-Gottes-Feier soll nur dort an die Stelle der sonntäglichen Messfeier treten, wo die Eucharistie nicht gefeiert werden kann und der nächste Ort, an dem die heilige Messe gefeiert wird, unzumutbar weit entfernt ist. Die Regelung dafür trifft der jeweilige Diözesanbischof. In jedem Fall bleibt es aber Ziel und Aufgabe der Kirche, darauf hinzuwirken, dass jede Pfarrgemeinde auch in Zukunft die sonntägliche Eucharistie feiern kann“.

Ich denke mal, dass man bis auf den Satz in Fettdruck das andere Geschwafel getrost vergessen darf… Insbesondere: „...und der nächste Ort, an dem die heilige Messe gefeiert wird, unzumutbar weit entfernt ist…“. Da wir uns nicht in Turkmenistan befinden, dürfte doch die Messfeier im Nachbarort im Umkreis weniger Kilometer zu erreichen sein, oder? Wozu dann bitte dieser ganze bürokratische Aufriß?

Ungeachtet dieser besänftigenden Schalmeienklänge legte mein neuer Ortspfarrer in der Predigt (im Vorabendgottesdienst des Sonntag des Guten Hirten) gleich „Hirte“ als Begriff für „hauptamtliche und ehrenamtlich Tätige“ aus. Die Bezeichnung klingt für mich zwar eher nach Rotkreuz-Ortsverband als nach Kirche, spiegelt aber vermutlich exakt die Gesinnung in den „Pastoralteams“ wieder. „Alle sind Hirten, nicht nur die Pfarrer“, erklärte er gleich mehrmals in der Predigt, es betreffe „alle Seelsorger und Seelsorgerinnen“. Letztere Formulierung kam dann auch gleich in den Fürbitten vor.

Zufall?

Oder will man mit der Zauberformel des angeblichen „Priestermangels“ eher die Gottesdienstbesucher sukzessive an Frauen in Albe und stolaähnlichem Umhang gewöhnen? „Priestermangel“ ist übrigens problemlos herstellbar: Fromme Priesteramtskandidaten als „im heutigen Gemeindeleben nicht mehr vermittelbar“ aussortieren und gleichzeitig den von der Petrusbruderschaft angebotenen Priestern die Tätigkeit im Bistum wegen angeblicher Spaltungsgefahren verweigern. Klappt wunderbar. Schon offeriert man die priesterlose „Wortgottesfeier“ als aktuellen Notbehelf. Das klingt begrifflich nach Notwehr, beruhigt somit die lauwarm-irgendwie-Konservativen und verschleiert hervorragend, dass man in den deutschen Ordinariaten bereits seit über einem Jahrzehnt fleißig dran gestrickt hat.

Eine Wortgottesfeier habe ich im Bistum Mainz – in einer anderen Gemeinde – bereits einmal erlebt: eine Frau schreitet in Albe und Phantasieschal pfauenstolz in den Altarraum und spielt selbstverliebt „Pfarrerin“. Gibt es selbstverständlich bereits überall im deutschen Sprachraum – wahllos gegoogelt:

Kath. Pfarrgemeinde St. Paulus Ludwigsburg (http://www.st-paulus-online.de/liturgisches-angebot/wort-gottes-feier/)

hier die Pfarre Schwertberg aus dem berüchtigten Bistum Linz

https://www.dioezese-linz.at/pfarre/4387/fotos/pfarrbaelle/gallery/767.html

 

Wortgottesfeier zum Tag der Diakonin im Herz-Jesu-Kloster - im Vordergrund Marina Hilzendegen, Geistliche Leiterin kfd Speyer

Wortgottesfeier zum Tag der Diakonin im Herz-Jesu-Kloster – im Vordergrund Marina Hilzendegen, Geistliche Leiterin kfd Speyer (http://www.kfd-speyer.de/?p=4328)

Man fühlt die Absicht und ist verstimmt: Sollen doch so die durchschnittlichen Gottesdienstbesucher mit ihren bekanntermaßen rudimentären Liturgie-Kenntnissen mit dieser Vorstellung langsam vertraut werden. Da die meisten auch nach jahrzehntelangen Besuch der Neuen Messe nicht einmal wissen, wann sie stehen, knien oder sitzen sollen (sollte dies die heiß gewünschte „aktive Teilnahme“ sein?), wird ihnen das Detail der fehlenden Wandlung (die Hostien werden i.d.R. bereits in der vorigen Sonntagsmesse konsekriert) in einer „Wortgottesfeier“ kaum auffallen, die Kommunion wird ja gespendet. Und wird der Unterschied zwischen den salbungsvollen Worten der „Seelsorgerin“ und einer Predigt auffallen? Wohl kaum. Resultat: die meisten werden aus „Gerechtigkeitsgründen“ sagen, die Frau solle dann – wenn sie schon die gleiche “Arbeit“ macht wie der Pfarrer – „fairerweise“ auch Pfarrerin werden können. Dann hören wir vermutlich aus dem Ordinariats-Navigationsgerät: “Sie haben Ihr Ziel erreicht“.

Wir erinnern uns: „Die Regelung dafür trifft der jeweilige Diözesanbischof„. Demnach im Bistum Mainz Kardinal Lehmann, einem fanatischen Verfechter der Frauenordination (vgl.  https://gloria.tv/article/h8LKtbP8RjV sowie http://www.welt.de/politik/deutschland/article120137060/Niemand-weiss-warum-es-Homosexualitaet-gibt.html.) Welches Kirchenbild Kardinal Lehmann hat, erhellt sich, wenn man weiß, dass er 2007 in der SWR-Sendung „Quergefragt“ angab, er glaube nicht an die Kirche, er glaube auch nicht an das Christentum, er glaube an Gott. In der Diskussion ging er wenig später sogar noch einen Schritt weiter, als er sagte, dass es die Kirche wohl irgendwann nicht mehr geben würde, den Glauben an Gott aber sehr wohl. Sogar seinem atheistischen Gesprächspartner ist dazu nicht mehr viel eingefallen: „Ich weiß nicht, wie Herr Lehmann dies in Einklang bringt mit dem geltenden Katechismus der Katholischen Kirche“, erklärte Schmidt-Salomon hierzu gegenüber hpd, „denn dort heißt es doch sehr deutlich, dass es außerhalb der Kirche kein Heil gibt“ (http://hpd.de/node/1361). Betet seine Eminenz nicht das Credo mit dem SatzIch glaube an die heilige katholische Kirche“? Oder heuchelt er nur noch seinen Glauben und ist in Wahrheit schon abgefallen?

Wie dem auch sein mag, wer das öffentliches Auftreten des Kardinals anhand von seriösen Medienquellen nachvollzieht, dem wird klar, dass die beschriebenen Aktivitäten gezielt und geplant unternommen werden. In modernistischen Zirkeln wird nichts dem Zufall überlassen – schlag nach beim zweiten Vatikanum…

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Über Kirchfahrter Archangelus

Jhg. 1967; rk; Verh., 3 Kinder. (Noch-)CDU-Mitglied seit 1983, 12 Jahre Stadtverordneter der CDU. Angesichts des herrschenden Gutdenker-Mainstreams in Gesellschaft, Partei und Kirche bin ich zum unzeitgemäßen Gegenläufer mit abweichenden Auffassungen geworden. Ich pilgere so oft wie möglich als Kirchfahrter (altdt. “Pilger“) in die von der Priesterbruderschaft St. Pius X. betreute Kapelle St. Athanasius (Hattersheim). Kurz zur Politik: Ratiophobe Psychopathologien wie „Gender“ u. ä. lehne ich ab, ebenso das derzeit einheitlich handelnde Parteienkartell. Gleichwohl denke ich noch selbst und erwarte den wiederkehrenden Messias und nicht den wiederkehrenden Kaiser aus dem Kyffhäuser. Skeptisch sehe ich Zeitgenossen, die sich vorgeblich um das „christliche Abendland“ sorgen, aber selbst das Julfest feiern. Oder lautstark Familienwerte proklamieren, selbst aber privat notorischen Ehebruch praktizieren, in gleichgeschl. Lebensgemeinschaft leben oder Partner+Kinder verlassen, um sich neu zu liieren. Freunde vorgestanzter Sprachschablonen und abwegiger Schnurrpfeifereien kommen i.d.R. nicht auf Ihre Kosten. Der Blog gibt ausschließlich meine persönlichen, in der Regel politisch wie kirchlich inkorrekten Ansichten wieder und soll zusätzlich als Verstärkungs-Plattform für Themen dienen, welche in Gesellschaft wie Kirche totgeschwiegen werden. „Rebloggte“ Beiträge sollen - wenn von mir auch nicht immer geteilt - zur inhaltlich differenzierten Auseinandersetzung anregen und kritisch mittels öffentlich zugängiger Quellen überprüft werden. Gefährlicher als Verschwörungstheorien sind Kräfte, die abweichende Auffassungen anderer perfide als "Verschwörungstheorie" tabuisieren, um diese dem Diskurs und der Reflektion zu entziehen. Mit dem Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch Anbringen eines Links auf seiner eigenen Homepage die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann man laut Gericht nur dadurch verhindern, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Deshalb betone ich, dass ich keinerlei Einfluß auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten habe und distanziere mich ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf dieser Homepage. Diese Erklärung gilt für alle auf meinem Blog angebrachten Links.
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