„Frau Merkel in ihrem Lauf, halten weder Ochs noch Esel auf!“

Dies wäre eigentlich die passende Überschrift für die Titelseite der halsstarrig-kanzlertreuen Tagespost. Stattdessen lesen wir in der Ausgabe vom 15. März ein beschwörendes „Kein Anlaß für Kurswechsel“. Das Foto zeigt Frau Petry vor Kameras, die Unterzeile wie üblich polemisch: „Volkspartei“ im Gespräch mit der „Lügenpresse“. Eine saubere Trennung von Meinung und Bericht ist der Tagespost anscheinend auch nicht mehr beizubringen…

Damit wirklich jedem klar wird, was er zu denken hat, kommt Stephan Baier als geübter Zwiedenker in seinem Kommentar auf den Punkt: „Als Flüchtling Jesus begegnen“. Nachdem er das Werk der Barmherzigkeit „Fremde beherbergen“ rabiat an den Haaren herbeizog, um irgendwie die offen gescheiterte „Politik“ der größten Kanzlerin aller Zeiten notdürftig zu bemänteln, macht der Redakteur konsequent die Augen vor der Realität zu und es sich im irrealen Wolkenkuckucksheim bequem. Gelassen wird Kardinal Schönborn zitiert, wonach die kirchliche Willkommenskultur „erste Früchte trage“: die Hälfte aller erwachsenen Taufbewerber in der Erzdiözese Wien seien Muslime. Da ich aber sowieso nur den Statistiken traue, die ich selbst gefälscht habe, lese ich kopfschüttelnd lieber weiter…

Und auf Seite 2 stoße ich auf den Leitartikel des Chef(komikers) vom Dienst, Stefan Rehder. Der teilt der erschauernden Leserschar unter der apokalyptischen Überschrift „Die Stunde der Wahrheit“ (vielleicht die Geisterstunde? Uuuuuaaaahhhh…) mit, das sich nun die AfD bewähren müsse, nachdem sie sich in der „Opferrolle ebenso geschickt wie häuslich eingerichtet“ hatte. Klarer Fall: Wie kann man sich nur als Opfer fühlen oder betrachtet werden, nur weil die publizistischen Handlanger des herrschenden Politkartells seit Monaten ununterbrochen Kübel von Lügen und Hohn über der AfD ausgießen?

In der zweiten Hälfte des Artikels zieht Herr Rehder anscheinend in die Nachbarwohnung im irrealen Wolkenkuckucksheim neben Herrn Baier ein: „Wie auch immer man den Ausgang der Wahlen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt deuten mag eines waren sie nirgendwo: eine Abstimmung des Volkes mit den Füßen gegen die Flüchtlingspolitik von Angela Merkel.“ Nein, sicherlich nicht, mit den Füßen wurde ja auch nicht abgestimmt, sondern mit dem Stimmzettel… Im Ernst: Herr Baier tischt dreist die Propagandalüge auf, wonach jeder, der nicht AfD gewählt hat, für Merkel stimmte. Stimmen für Kretschmann und Dreyer waren „eigentlich“ für Merkel – man sieht, Zwiedenken wie in „1984“ macht sich für Journalisten bezahlt. Schreibt eventuell Herr Dr. Tauber unter Pseudonym die Artikel? Wie auch immer, jedenfalls wurde noch das absolut schlagkräftige Knallerargument vergessen: Viele AfD-Wähler sind vermutlich mit dem Bleistift auf dem Wahlzettel „abgerutscht“, so dass man diese Stimmen aufrichtigerweise auch Frau Merkel zuschlagen müßte. Und die Nichtwähler sowieso – die waren sooo zufrieden mit der Kanzlerin, dass sie gleich behaglich zuhause blieben und versonnen „Angie“ von den Stones summten…

Auf Seite 3 dann Pfeifen im Walde und die „befreiende“ Überschrift: „Keine Spur von „Lügenpresse“. Die Journallie belegt einfach beide Seiten des Beichtstuhl gleichzeitig und spricht sich selbst frei… Na, wenn das nicht mal schizophren ist…

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Über Kirchfahrter Archangelus

Jhg. 1967; rk; Verh., 3 Kinder. (Noch-)CDU-Mitglied seit 1983, 12 Jahre Stadtverordneter der CDU. Angesichts des herrschenden Gutdenker-Mainstreams in Gesellschaft, Partei und Kirche bin ich zum unzeitgemäßen Gegenläufer mit abweichenden Auffassungen geworden. Ich pilgere so oft wie möglich als Kirchfahrter (altdt. “Pilger“) in die von der Priesterbruderschaft St. Pius X. betreute Kapelle St. Athanasius (Hattersheim). Kurz zur Politik: Ratiophobe Psychopathologien wie „Gender“ u. ä. lehne ich ab, ebenso das derzeit einheitlich handelnde Parteienkartell. Gleichwohl denke ich noch selbst und erwarte den wiederkehrenden Messias und nicht den wiederkehrenden Kaiser aus dem Kyffhäuser. Skeptisch sehe ich Zeitgenossen, die sich vorgeblich um das „christliche Abendland“ sorgen, aber selbst das Julfest feiern. Oder lautstark Familienwerte proklamieren, selbst aber privat notorischen Ehebruch praktizieren, in gleichgeschl. Lebensgemeinschaft leben oder Partner+Kinder verlassen, um sich neu zu liieren. Freunde vorgestanzter Sprachschablonen und abwegiger Schnurrpfeifereien kommen i.d.R. nicht auf Ihre Kosten. Der Blog gibt ausschließlich meine persönlichen, in der Regel politisch wie kirchlich inkorrekten Ansichten wieder und soll zusätzlich als Verstärkungs-Plattform für Themen dienen, welche in Gesellschaft wie Kirche totgeschwiegen werden. „Rebloggte“ Beiträge sollen - wenn von mir auch nicht immer geteilt - zur inhaltlich differenzierten Auseinandersetzung anregen und kritisch mittels öffentlich zugängiger Quellen überprüft werden. Gefährlicher als Verschwörungstheorien sind Kräfte, die abweichende Auffassungen anderer perfide als "Verschwörungstheorie" tabuisieren, um diese dem Diskurs und der Reflektion zu entziehen. Mit dem Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch Anbringen eines Links auf seiner eigenen Homepage die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann man laut Gericht nur dadurch verhindern, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Deshalb betone ich, dass ich keinerlei Einfluß auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten habe und distanziere mich ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf dieser Homepage. Diese Erklärung gilt für alle auf meinem Blog angebrachten Links.
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