Angela die Erste (von Henryk M. Broder, www.achgut.com)

Angela die Erste

Henryk M. Broder

Es geht bergab mit der Bundesrepublik. Unter der Regentschaft ihrer Majestät, Angela der Ersten, wird aus einem föderal verfassten Bundesstaat mit sechzehn Bundesländern, einem Zwei-Kammern-Parlament und einer eben noch intakten Gewaltenteilung, eine One-Woman-Show wie zur Zeit Katharina der Großen im Russland des 18. Jahrhunderts. Horst Seehofer, der bayerische Ministerpräsident und eigentlich ein Freund der Kanzlerin, sagt: „Wir haben im Moment keinen Zustand von Recht und Ordnung. Es ist eine Herrschaft des Unrechts“.

Worauf der CDU-Mann Elmar Brok, der seit 1980 ununterbrochen im Europäischen Parlament sitzt, die Situation veschlimmbessert, indem er der Kanzlerin zur Seite springt. Sie übe, so Brok, „keine Herrschaft des Unrechts“ aus, sondern wolle „in einer extrem schwierigen Lage die Voraussetzungen zur Bewältigung der Flüchtlingskrise“ schaffen, solche Bemerkungen wie die von Seehofer würden „nur Gegnern unserer demokratischen Ordnung“ nutzen.

Ein Argument wie aus den besten Tagen der DDR, als Kritik an der Politik der Partei „dem Klassenfeind in die Hände“ spielte und deswegen unterbleiben musste. Was Brok freilich „eine extrem schwierige Lage“ nennt, ist ein Zustand, den die Kanzlerin mit ihrer Entscheidung, die Grenzen der Bundesrepublik für jedermann zu öffnen und offen zu lassen, selbst verursacht hat. Die von ihr dem Land verordnete „Willkommenskultur“ entwickelt sich derweil nicht ganz so, wie sie es gehofft hatte.

Letzte Woche haben „etwa 100 Menschen lautstark gegen Flüchtlinge protestiert und deren Ankunft mit dem Bus in einer Unterkunft“ der Gemeinde Clausnitz in Sachsen „blockiert“, berichtete die WELT. Drei Tage später brannte in Bautzen eine unbewohnte Asylunterkunft, alkoholisierte Schaulustige jubelten und behinderten die Arbeit der Feuerwehr. Keine schönen Szenen, die der Ministerpräsident des Landes, Stanislaw Tillich, mit dem Satz kommentierte: „Das sind keine Menschen, die das tun. Das sind Verbrecher.“

Üblicherweise gilt, bis ein Urteil gesprochen wurde, die Unschuldsvermutung, auch „Verbrecher“ haben Rechte. Der Fisch freilich stinkt vom Kopfe her. Die Kanzlerin setzt Recht und Ordnung aus. Und ihre Palastdiener spielen Volksgericht.

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/angela_die_erste

Zuerst erschienen in der Zürcher Weltwoche

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Über Kirchfahrter Archangelus

Jhg. 1967; rk; Verh., 3 Kinder. (Noch-)CDU-Mitglied seit 1983, 12 Jahre Stadtverordneter der CDU. Angesichts des herrschenden Gutdenker-Mainstreams in Gesellschaft, Partei und Kirche bin ich zum unzeitgemäßen Gegenläufer mit abweichenden Auffassungen geworden. Ich pilgere so oft wie möglich als Kirchfahrter (altdt. “Pilger“) in die von der Priesterbruderschaft St. Pius X. betreute Kapelle St. Athanasius (Hattersheim). Kurz zur Politik: Ratiophobe Psychopathologien wie „Gender“ u. ä. lehne ich ab, ebenso das derzeit einheitlich handelnde Parteienkartell. Gleichwohl denke ich noch selbst und erwarte den wiederkehrenden Messias und nicht den wiederkehrenden Kaiser aus dem Kyffhäuser. Skeptisch sehe ich Zeitgenossen, die sich vorgeblich um das „christliche Abendland“ sorgen, aber selbst das Julfest feiern. Oder lautstark Familienwerte proklamieren, selbst aber privat notorischen Ehebruch praktizieren, in gleichgeschl. Lebensgemeinschaft leben oder Partner+Kinder verlassen, um sich neu zu liieren. Freunde vorgestanzter Sprachschablonen und abwegiger Schnurrpfeifereien kommen i.d.R. nicht auf Ihre Kosten. Der Blog gibt ausschließlich meine persönlichen, in der Regel politisch wie kirchlich inkorrekten Ansichten wieder und soll zusätzlich als Verstärkungs-Plattform für Themen dienen, welche in Gesellschaft wie Kirche totgeschwiegen werden. „Rebloggte“ Beiträge sollen - wenn von mir auch nicht immer geteilt - zur inhaltlich differenzierten Auseinandersetzung anregen und kritisch mittels öffentlich zugängiger Quellen überprüft werden. Gefährlicher als Verschwörungstheorien sind Kräfte, die abweichende Auffassungen anderer perfide als "Verschwörungstheorie" tabuisieren, um diese dem Diskurs und der Reflektion zu entziehen. Mit dem Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch Anbringen eines Links auf seiner eigenen Homepage die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann man laut Gericht nur dadurch verhindern, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Deshalb betone ich, dass ich keinerlei Einfluß auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten habe und distanziere mich ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf dieser Homepage. Diese Erklärung gilt für alle auf meinem Blog angebrachten Links.
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