DVD „Gottes General – Schlacht um die Freiheit“

Gottes General - Schlacht um die Freiheit - DVD
Mexiko 1926. Nur wenige Jahre nach der Revolution bricht erneut ein blutiger Bürgerkrieg aus. Als Präsident Calles (Rubén Blades) Kirchen stürmen und Priester ermorden lässt, kommt es zu einem Volksaufstand. Es bildet sich eine Widerstandsbewegung, die Cristeros, die fortan einen erbitterten Freiheitskampf führt. Die Cristeros rekrutieren General Gorostietas (Andy Garcia), der aus den einzelnen Gruppen von Desperados, bewaffneten Priestern und Bauern eine schlagkräftige Armee formen soll. Mit einer ausgeklügelten Guerilla-Taktik gelingt es dem charismatischen General, den übermächtigen Regierungstruppen schwere Verluste zuzufügen. Als Präsident Calles mit den USA die Lieferung von Maschinengewehren und Kampfflugzeugen vereinbart, droht sich das Blatt zu wenden. Den tapferen Frauen und Männern der Cristeros steht nun eine entscheidende Schlacht bevor, in der entweder der Sieg der Freiheit oder der Tod auf sie wartet.

DVD, Spieldauer 141 Minuten

http://www.sarto.de/product_info.php?info=p11830_Gottes-General—Schlacht-um-die-Freiheit—DVD.html

Ehrlich gesagt habe ich auf so einen Film nicht mehr zu hoffen gewagt. Zu unterschiedlich schien mir die Interessenlage zwischen den US-Studios Hollywoods und der Thematik der bislang totgeschwiegenen Cristeros. Zum einen sind die (eben partout nicht dem WASP-Ideal entsprechenden) katholischen Mexikaner naturgemäß keine Magneten an den US-Kinokassen. Salma Hayek wurde auch lange nur für Rollen als mexikanisches Dienstpersonal vorgesehen; Edward James Olmos wurde in „Miami Vice“ in den 80ern als Kubaner vorgestellt, als Mexikaner erschien er dem US-Publikum “nicht vermittelbar“. Zum anderen schien mir die politische Großwetterlage für eine positive Darstellung militanter Katholiken, die für die Kirche gegen eine aggressiv-antikirchliche Logenregierung kämpfen, nicht eben günstig. Mexikos Präsident Plutarco Elías Calles war bekanntermaßen Freimaurer der Loge Helios in Guaymas im mexikanischen Staat Sonora (Robert A. Minder: Freimaurer Politiker Lexikon. Edition zum rauhen Stein, ISBN 3-7065-1909-7 in: https://de.wikipedia.org/wiki/Plutarco_El%C3%ADas_Calles#cite_ref-3). Sein öliges Politikergeschwätz von „Werten“ und „Idealen“ läßt übrigens den Film unangenehm aktuell erscheinen…

Der politische Bezugsrahmen wird angenehm realistisch beschrieben: die nahen USA sind lediglich an den Erdöl-Förderrechten interessiert, die Kurie im fernen Rom handelt ebenso langsam wie umständlich und ist eher politisch-diplomatisch orientiert. Also müssen die Gläubigen vor Ort selbst handeln, um ihre Kirchen zu schützen und ihren Glauben zu wahren.

Regierungstruppen, die Priester in geschändeten Kirchen aufhängen, eine endlose Reihe Aufgehängter entlang der Bahnstrecke, niedergemetzelte Zivilisten – der Film bietet durchaus harte Szenen, die manchem Italowestern zur Ehre gereichen würden. Erfrischend, dass man diesmal ohne US-Amerikaner („Töte, Amigo“) oder internationale Söldner („Todesmelodie“, „Mercenario“) auskommt, die lediglich vor mexikanischer Kulisse die Revolutionsromantik nutzen, um sich in Szene zu setzen. Auch fehlt angenehmerweise das aus US- und Italowestern bekannte Zerrbild des fetten, unrasierten Banditen, der gekreuzte Patronengurte über der Brust trägt, permanent betrunken ist und ohne Anlaß in wildes Lachen ausbricht. Stattdessen werden – neben reichlich epischen Kampfszenen – die Cristeros als gläubige Katholiken gezeigt: auch dem General als Hauptfigur wird die Kommunion verweigert („zuerst sollten Sie beichten“). Oft wird das Heilige Meßopfer ins Bild gesetzt, die gläubige Intensität der Cristeros verdeutlicht hierbei, dass sie hier ihren wahren Kraftquell haben. Könnte wohl der nachkonziliare Liberalala-Katholizismus mit seinen oftmals banalen Eucharistiefeiern auch diese Kraft geben? Etwa dem kleinen Jungen, der im Angesicht des Galgens dem Christkönig und den Cristeros nicht abschwört, obgleich sein weltkluger Onkel ihm dazu rät („es sind doch nur Worte„)? Das Martyrium des Kleinen, begleitet von elegischer Hintergrundmusik und Zeitlupeneinstellungen, berührt – wenn gleich es für meinen Geschmack doch etwas zu melodramatisch ausfiel…

Fazit: der Film ist ein absolutes Muß.

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Über Kirchfahrter Archangelus

Jhg. 1967; rk; Verh., 3 Kinder. (Noch-)CDU-Mitglied seit 1983, 12 Jahre Stadtverordneter der CDU. Angesichts des herrschenden Gutdenker-Mainstreams in Gesellschaft, Partei und Kirche bin ich zum unzeitgemäßen Gegenläufer mit abweichenden Auffassungen geworden. Ich pilgere so oft wie möglich als Kirchfahrter (altdt. “Pilger“) in die von der Priesterbruderschaft St. Pius X. betreute Kapelle St. Athanasius (Hattersheim). Kurz zur Politik: Ratiophobe Psychopathologien wie „Gender“ u. ä. lehne ich ab, ebenso das derzeit einheitlich handelnde Parteienkartell. Gleichwohl denke ich noch selbst und erwarte den wiederkehrenden Messias und nicht den wiederkehrenden Kaiser aus dem Kyffhäuser. Skeptisch sehe ich Zeitgenossen, die sich vorgeblich um das „christliche Abendland“ sorgen, aber selbst das Julfest feiern. Oder lautstark Familienwerte proklamieren, selbst aber privat notorischen Ehebruch praktizieren, in gleichgeschl. Lebensgemeinschaft leben oder Partner+Kinder verlassen, um sich neu zu liieren. Freunde vorgestanzter Sprachschablonen und abwegiger Schnurrpfeifereien kommen i.d.R. nicht auf Ihre Kosten. Der Blog gibt ausschließlich meine persönlichen, in der Regel politisch wie kirchlich inkorrekten Ansichten wieder und soll zusätzlich als Verstärkungs-Plattform für Themen dienen, welche in Gesellschaft wie Kirche totgeschwiegen werden. „Rebloggte“ Beiträge sollen - wenn von mir auch nicht immer geteilt - zur inhaltlich differenzierten Auseinandersetzung anregen und kritisch mittels öffentlich zugängiger Quellen überprüft werden. Gefährlicher als Verschwörungstheorien sind Kräfte, die abweichende Auffassungen anderer perfide als "Verschwörungstheorie" tabuisieren, um diese dem Diskurs und der Reflektion zu entziehen. Mit dem Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch Anbringen eines Links auf seiner eigenen Homepage die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann man laut Gericht nur dadurch verhindern, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Deshalb betone ich, dass ich keinerlei Einfluß auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten habe und distanziere mich ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf dieser Homepage. Diese Erklärung gilt für alle auf meinem Blog angebrachten Links.
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