Tagespost in Treue fest gegen Petry und AfD

Ob die Tagespost auch offiziell das Verlautbarungsorgan der DBK ist, entzieht sich meiner Kenntnis – jedenfalls verhält sie sich in ihrer Ausgabe vom 20. Februar 2016 wieder einmal mehr so. Auf die Kritik der AfD-Vorsitzenden Frauke Petry, die Bischöfe kümmerten sich zuwenig um die Christen im Mittleren Osten, feuert sie aus allen Rohren. Der Aufmacher „Petrys Kritik läuft ins Leere“ samt Foto der Politikerin nimmt die halbe Titelseite ein. Ein Schelm, der jetzt an die sprichwörtlichen „getroffenen Hunde“ denkt…

Im Artikel selbst gibt man ausgiebig den bekannt lauwarm-ausgewogenen Phrasen des deutschen Episkopats breiten Raum, indem man möglichst viele Ortsbischöfe zu Wort kommen läßt. Die sagen alle zuverlässig und eintönig – nichts. Mit den üblichen öligen Floskeln winden sie sich wieder erfolgreich an allen Problemen vorbei und können sich – völlig überraschend – der Kritik nicht anschließen. Es ist sicherlich ein barmherziges Fastenwerk der „unabhängigen“(?) Tagespost, der (ansonsten anscheinend stimmlosen) DBK Platz für ihre wohlorchestrierte Repliken einzuräumen. Wie sollte sich die DBK sonst auf die Kritik der bösen Frau vernehmlich machen, etwa durch ihre kirchensteuerfinanzierten Presseapparate? Eben! Da ist es schon angebracht, die halbe Titelseite für das Petry-Bashing freizuräumen.

Für irregeleiteten Leserinnen und Leser, die entweder schon den Titel nicht begriffen haben oder gar bockig meinen, als mündige Bürger dürften sie bestimmen, wen sie ihre Stimme geben, ergreift Guido Horst das Wort in der Kolumne „Im Blickpunkt“ auf Seite 2. In mühsam beherrschter Tonlage arbeitet er sich unter der Überschrift „Sich nicht spalten lassen“ an Frau Petry ab und stellt sensationellerweise fest, sie wolle Wahlen gewinnen. Drei Landtage werden gewählt und sie „fischt natürlich auch in den Gewässern kirchlich gebundener Wahlbürger, besonders bei jenen, die sich vor muslimischer Überfremdung und dem Versanden der traditionellen Pfeiler unserer europäischen Kultur fürchten“. Hut ab vor dieser Formulierung! Sie verbindet das „fischen in Gewässern“ (wohl gewollte Assoziation: fischen im Trüben) mit „traditionellen“ Pfeilern (huch, Traditionalisten!) und „europäischer Kultur“ (schwingt irgendwie PEGIDA mit). Also Wähler,bei denen der moderne, aufgeklärte Katholik etwas die Nase zu rümpfen pflegt. Abschließend brät er Frau Petry noch einen drüber, indem er ihr unterstellt, sie differenziere nicht – gönnerhaft konzediert er „verständlich für einen Politiker“ – und schließt mit der Aufforderung „Katholiken“ sollten sich von AfD-Parolen nicht beindrucken lassen. Die Dreistigkeit, mit der man sich hier ungeniert in den Wahlkampf mischt, beeindruckt schon wieder fast. Ebenso die Chuzpe, mit der man im 21. Jahrhundert mündige Wählerinnen und Wähler auffordert, ihre Wahlentscheidung gefälligst an der (politisch völlig irrelevanten) Auffassung ihrer Oberhirten auszurichten.

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Über Kirchfahrter Archangelus

Jhg. 1967; rk; Verh., 3 Kinder. (Noch-)CDU-Mitglied seit 1983, 12 Jahre Stadtverordneter der CDU. Angesichts des herrschenden Gutdenker-Mainstreams in Gesellschaft, Partei und Kirche bin ich zum unzeitgemäßen Gegenläufer mit abweichenden Auffassungen geworden. Ich pilgere so oft wie möglich als Kirchfahrter (altdt. “Pilger“) in die von der Priesterbruderschaft St. Pius X. betreute Kapelle St. Athanasius (Hattersheim). Kurz zur Politik: Ratiophobe Psychopathologien wie „Gender“ u. ä. lehne ich ab, ebenso das derzeit einheitlich handelnde Parteienkartell. Gleichwohl denke ich noch selbst und erwarte den wiederkehrenden Messias und nicht den wiederkehrenden Kaiser aus dem Kyffhäuser. Skeptisch sehe ich Zeitgenossen, die sich vorgeblich um das „christliche Abendland“ sorgen, aber selbst das Julfest feiern. Oder lautstark Familienwerte proklamieren, selbst aber privat notorischen Ehebruch praktizieren, in gleichgeschl. Lebensgemeinschaft leben oder Partner+Kinder verlassen, um sich neu zu liieren. Freunde vorgestanzter Sprachschablonen und abwegiger Schnurrpfeifereien kommen i.d.R. nicht auf Ihre Kosten. Der Blog gibt ausschließlich meine persönlichen, in der Regel politisch wie kirchlich inkorrekten Ansichten wieder und soll zusätzlich als Verstärkungs-Plattform für Themen dienen, welche in Gesellschaft wie Kirche totgeschwiegen werden. „Rebloggte“ Beiträge sollen - wenn von mir auch nicht immer geteilt - zur inhaltlich differenzierten Auseinandersetzung anregen und kritisch mittels öffentlich zugängiger Quellen überprüft werden. Gefährlicher als Verschwörungstheorien sind Kräfte, die abweichende Auffassungen anderer perfide als "Verschwörungstheorie" tabuisieren, um diese dem Diskurs und der Reflektion zu entziehen. Mit dem Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch Anbringen eines Links auf seiner eigenen Homepage die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann man laut Gericht nur dadurch verhindern, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Deshalb betone ich, dass ich keinerlei Einfluß auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten habe und distanziere mich ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf dieser Homepage. Diese Erklärung gilt für alle auf meinem Blog angebrachten Links.
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