Tagespost, ach, Tagespost…

Die Redaktion der „Tagespost“ badet gerne lau. Der Kurs ist allgemein ausbalanciert wohltemperiert-konservativ, man bemüht sich um ausgeglichene Meinungen und ist vor allem sorgfältig auf Abgrenzung zu den bösen „Traditionalisten“ bedacht. Ebenso zuverlässig wird jede, aber auch jede Volte aus Rom von den gutmeindenden Franziskusverstehern nachvollzogen.

Wirklich empfehlenswert ist die Literaturserie „Poeten, Priester und Propheten“, oft lesenswert die Interviews mit kirchlichen Würdenträgern aus dem Nahen Osten. Sehr unangenehm stößt allerdings die fest im gesellschaftlichen Mainstream verankerte, regierungshörige Flüchtlingsberichterstattung auf. Kritik an ihr wird nicht geduldet, meine diesbezüglichen Leserbriefe wurden nicht gedruckt, Zuschriften an die Redaktion bleiben unbeantwortet. Kritik an der Regierungsdoktrin oder auch nur ein In-Erwägung-Ziehen von anderen Gedanken wird nicht gefördert.

Deutlich wird dies, wenn man sich die letzten beiden Ausgaben ansieht. Wie bereits vor einigen Wochen wird wieder mit manipulativen Bildern „Meinung gemacht“: Ein Kind steht allein vor einer Kette behelmter Polizisten mit Plastikschilden (28. Januar 2016 auf Seite 2), Unterschrift: „Tausende Flüchtlinge warten derzeit vergebens auf Einlaß nach Mazedonien“. Im Artikel barmt Stephan Baier wegen der „lebensgefährlichen Überfahrt von der Türkei“ und schließt mit vorwurfsvollen Ton, die Situation der Flüchtlinge sei in Griechenland „bitter“. Derartige Überlegungen sind – für die Redaktion erfreulicherweise – sowohl papst- als auch regierungskonform und gehen heutzutage als „mutig“ durch. Kritik an der herrschenden Doktrin wird sorgfältig vermieden, ebenso Gedanken an die gesellschaftlichen Folgen des ungeregelten Massenzuzugs für das Gemeinwesen. Drohen Artikel regierungskritische Themen (Rolle der USA beim Massenzuzug, Irak- und Syrienkrieg) zu berühren, wird er ins kitschig-humanitäre umlenkt. Dann kommt meist das „Auch Maria und Josef waren Flüchtlinge in der Weihnachtskrippe“-Motiv, mit dem man glaubt, Kritiker als unbarmherzig und unchristlich vorführen zu können.

Das Bild auf Seite 1 der DT-Ausgabe vom 28. Januar 2016 würde man auch eher bei einer Regierungspostille vermuten: Bewaffnete Polizisten führen einen Schwarzen ab, Bildunterschrift: „Die Politik reagiert auf die Kölner Silvesternacht: Ausländische Straftäter sollen künftig schneller abgeschoben werden können“. Uiuiuiui, soll da der Leser denken, jetzt greift die Kanzlerin aber durch!. Das Bild auf der Ausgabe vom 30. Januar 2016 zeigt übrigens Unionsfraktionschef Kauder, der laut Bildunterschrift „zuversichtlich auf den EU-Gipfel Mitte Februar blickt“. Na, also, keine Sorgen machen. „Wir schaffen das!“… Auf Seite 2 derselben Ausgabe dient sich Gutdenker Stefan Rehder dem Politischen Kartell der Machhabenden in seinem Leitartikel (Titel: „Ausgrenzen? Nein, entzaubern!“) mit Tips für den Kampf gegen die AfD an, Zitat: „Ignorieren und Ausgrenzen der AfD ist also auch bereits taktisch gesehen keine Option“. Bemerkenswert, dass eine katholische Tageszeitung sich Gedanken über die bestmögliche Taktik der parteipolitischen Bekämpfung von Regierungskritikern macht. Folgerichtig sorgt sich eine Frau Ingeborg Gabriel von der Universität Wien in ihrem Artikel auf Seite 7 (Titel: „Auch Muslime verdienen Achtung“), ob die Muslime auch genug akzeptiert werden. Nur der übliche Kotau vor dem Zeitgeist?

Das dann im Teil “Missions- und Entwicklungsarbeit“ auf Seite 19 für „Fairtrade“-Produkte geworben wird (Titel: „Entwicklungshilfe mit der Einkaufstasche“) überrascht eigentlich schon nicht mehr. Schließlich verbinden nur noch reaktionäre Traditionalisten „Mission“ mit Glaubensverkündung. Aber ärgerlich, dass da anscheinend der Politkommissar der Redaktion geschlafen hat. Hat man doch in der letzten Ausgabe (28. Januar 2016) die Leserschaft wichtigtuerisch belehrt: „Partnerschaftlich orientierte >Entwicklungszusammenarbeit< lautet der korrekte Terminus in der Entwicklungspolitik, der den klassischen Begriff „Entwicklungshilfe“ ersetzt“ ( „Moment mal“, DT 28.01.16, Seite1).

Allerhand! Gedankenpolizei, bitte übernehmen Sie!

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Über Kirchfahrter Archangelus

Jhg. 1967; rk; Verh., 3 Kinder. (Noch-)CDU-Mitglied seit 1983, 12 Jahre Stadtverordneter der CDU. Angesichts des herrschenden Gutdenker-Mainstreams in Gesellschaft, Partei und Kirche bin ich zum unzeitgemäßen Gegenläufer mit abweichenden Auffassungen geworden. Ich pilgere so oft wie möglich als Kirchfahrter (altdt. “Pilger“) in die von der Priesterbruderschaft St. Pius X. betreute Kapelle St. Athanasius (Hattersheim). Kurz zur Politik: Ratiophobe Psychopathologien wie „Gender“ u. ä. lehne ich ab, ebenso das derzeit einheitlich handelnde Parteienkartell. Gleichwohl denke ich noch selbst und erwarte den wiederkehrenden Messias und nicht den wiederkehrenden Kaiser aus dem Kyffhäuser. Skeptisch sehe ich Zeitgenossen, die sich vorgeblich um das „christliche Abendland“ sorgen, aber selbst das Julfest feiern. Oder lautstark Familienwerte proklamieren, selbst aber privat notorischen Ehebruch praktizieren, in gleichgeschl. Lebensgemeinschaft leben oder Partner+Kinder verlassen, um sich neu zu liieren. Freunde vorgestanzter Sprachschablonen und abwegiger Schnurrpfeifereien kommen i.d.R. nicht auf Ihre Kosten. Der Blog gibt ausschließlich meine persönlichen, in der Regel politisch wie kirchlich inkorrekten Ansichten wieder und soll zusätzlich als Verstärkungs-Plattform für Themen dienen, welche in Gesellschaft wie Kirche totgeschwiegen werden. „Rebloggte“ Beiträge sollen - wenn von mir auch nicht immer geteilt - zur inhaltlich differenzierten Auseinandersetzung anregen und kritisch mittels öffentlich zugängiger Quellen überprüft werden. Gefährlicher als Verschwörungstheorien sind Kräfte, die abweichende Auffassungen anderer perfide als "Verschwörungstheorie" tabuisieren, um diese dem Diskurs und der Reflektion zu entziehen. Mit dem Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch Anbringen eines Links auf seiner eigenen Homepage die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann man laut Gericht nur dadurch verhindern, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Deshalb betone ich, dass ich keinerlei Einfluß auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten habe und distanziere mich ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf dieser Homepage. Diese Erklärung gilt für alle auf meinem Blog angebrachten Links.
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