Silentium – Vom Leben im Kloster

Voller Interesse habe ich mir heute die – bei ebay für wenige Euros erstandene – DVD „Silentium – vom Leben im Kloster“ angesehen. Der Dokumentarfilm von Filmemacher Sobo Swobodnik handelt von vier Nonnen und einen Pater in der Schwäbischen Alb. Ruhig und unaufgeregt fängt die Kamera das alltägliche Klosterleben ein.

Auffallend ist, dass sich Swobodnik dabei sehr stark von Philip Grönings Meisterwerk „Die große Stille“ inspirieren lies. Zwar begnügt er sich im Gegensatz zum 161 minütigen „Original“ mit der normalen Filmlänge (84 Minuten) und seine Benediktinerinnen sind naturgemäß mitteilungsfreudiger als die Mönche des Schweigeordens der Karthäuser, aber die Parallelen fallen doch stark ins Auge. Kann man einige identische Kameraeinstellungen noch als durch das Klosterleben hier wie dort eben vorgegeben erklären (so etwa Wäschebügeln, Habite flicken, Küchenarbeit, gemeinsames Essen und Chorgebet oder Meditation in der Zelle), so zeigen doch die häufigen Aufnahmen des Läutens der Glocke zum Chorgebet oder das Weihwasserbecken in der Totalen sowie der Kreuzgang (im Dämmerlicht oder im hellen Sonnenschein) leer oder mit den langsam sich nähernden Schwestern ebenso in der Totalen eindeutig, dass Swobodnik von der Großen Stille stark geprägt wurde…

Leider sind die Film- und Tonqualität im Vergleich zu Gröning „zu gut“: alles perfekt ausgeleuchtet, alles gut verstehbar (notfalls gibt’s Untertitel), der magische Zauber von Grönings Behelfsaufnahmen fehlt, das Flackern, das Summen und Brummen. Die Chance, einen eigenen Akzent zu setzen und beispielsweise den Unterschied zwischen der nachkonziliaren Spiritualität der Benediktinerinnen und der traditionellen der Karthäuser zu thematisieren, wurde leider vertan. Offen angesprochen wird zwar der dramatische Rückgang an Berufungen, leider ohne einen Vergleich zu den Benediktinerinnen-Klöstern der Tradition herzustellen, die der überlieferten Messliturgie und Spiritualität treu geblieben sind. Hier habe ich mal gelesen, dass sogar Interessierte wegen Platzmangel abgewiesen werden müssen. Dafür hätte ich sogar auf die ausdauernde Darstellung des Brettspiels verzichtet… Dabei wäre die Fragestellung doch sogar zeitgemäß: Man schaut, welche „Mitbewerber auf dem Markt“ mehr „Erfolg“ als andere haben und warum. Vielleicht weiß man dies aber und unterlässt es deshalb?

Mein Fazit: ein Kinofilm über katholische Klosterfrauen ist heutzutage generell positiv zu sehen. Wenn auch Chancen vergeben wurden. Ein Film wie die nachkonziliare Kirche: nüchtern, durchschaubar ohne Zauber und den Zuschauer doch ein wenig gleichgültig lassend. Über 20 Euro würde ich für ihn nicht ausgeben, wenn es bei ebay günstig klappt, passt‘ s schon…

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Über Kirchfahrter Archangelus

Jhg. 1967; rk; Verh., 3 Kinder. (Noch-)CDU-Mitglied seit 1983, 12 Jahre Stadtverordneter der CDU. Angesichts des herrschenden Gutdenker-Mainstreams in Gesellschaft, Partei und Kirche bin ich zum unzeitgemäßen Gegenläufer mit abweichenden Auffassungen geworden. Ich pilgere so oft wie möglich als Kirchfahrter (altdt. “Pilger“) in die von der Priesterbruderschaft St. Pius X. betreute Kapelle St. Athanasius (Hattersheim). Kurz zur Politik: Ratiophobe Psychopathologien wie „Gender“ u. ä. lehne ich ab, ebenso das derzeit einheitlich handelnde Parteienkartell. Gleichwohl denke ich noch selbst und erwarte den wiederkehrenden Messias und nicht den wiederkehrenden Kaiser aus dem Kyffhäuser. Skeptisch sehe ich Zeitgenossen, die sich vorgeblich um das „christliche Abendland“ sorgen, aber selbst das Julfest feiern. Oder lautstark Familienwerte proklamieren, selbst aber privat notorischen Ehebruch praktizieren, in gleichgeschl. Lebensgemeinschaft leben oder Partner+Kinder verlassen, um sich neu zu liieren. Freunde vorgestanzter Sprachschablonen und abwegiger Schnurrpfeifereien kommen i.d.R. nicht auf Ihre Kosten. Der Blog gibt ausschließlich meine persönlichen, in der Regel politisch wie kirchlich inkorrekten Ansichten wieder und soll zusätzlich als Verstärkungs-Plattform für Themen dienen, welche in Gesellschaft wie Kirche totgeschwiegen werden. „Rebloggte“ Beiträge sollen - wenn von mir auch nicht immer geteilt - zur inhaltlich differenzierten Auseinandersetzung anregen und kritisch mittels öffentlich zugängiger Quellen überprüft werden. Gefährlicher als Verschwörungstheorien sind Kräfte, die abweichende Auffassungen anderer perfide als "Verschwörungstheorie" tabuisieren, um diese dem Diskurs und der Reflektion zu entziehen. Mit dem Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch Anbringen eines Links auf seiner eigenen Homepage die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann man laut Gericht nur dadurch verhindern, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Deshalb betone ich, dass ich keinerlei Einfluß auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten habe und distanziere mich ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf dieser Homepage. Diese Erklärung gilt für alle auf meinem Blog angebrachten Links.
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