Bischofsperlen: Bischof Oster „Priester müssen abgeben lernen“

Nun, ohne Polemik gilt es, völlig nüchtern betrachtet, festzustellen, dass die (sich selbst mit den wechselnden Attributen „modern“, „Liberal“ oder „linkskatholisch“ schmückende) apostatische „Fünfte Kolonne“ innerhalb der Kirche notwendigerweise eines „konträren Parts“ bedarf, um ein imaginäres binnenkirchliches „Politikspektrum“ mit konservativen, liberalen und linken Schattierungen vorzugaukeln. In seinem Werk „Der verwüstete Weinberg“ (2. A.) weist der katholische Philosoph Dietrich von Hildebrand (von Papst Pius XII. „Kirchenlehrer des 20. Jahrhunderts“ genannt) bereits 1973 (!) ausdrücklich auf eine „Fünfte Kolonne“ hin: „Ein vorurteilsloser Blick auf die gegenwärtige Verwüstung des Weinbergs des Herrn kann die Tatsache nicht übersehen, dass sich eine „Fünfte Kolonne“ in der Kirche gebildet hat (sie wird auch von manchen, sogar von kirchlicher Seite als Mafia bezeichnet), eine Gruppe zielbewusster Zerstörer der Kirche. Wir wiesen ja darauf schon in früheren Werken hin. Die Tatsache, dass Priester, Theologen, Bischöfe, die den Glauben verloren haben, nicht aus der Kirche austreten, sondern in ihr verbleiben – ja sich als Retter der Kirche in der modernen Welt aufspielen – ist ein bedenkliches Symptom“ (a.a.O., Seite 11).

Den wahren Wildwuchs an gängigen Fremd- und Eigenbeschreibungen innerhalb der Kirche wie „liberal“, „konservativ“ (oder was auch immer) entlarvt er in seinem lesenswerten Buch „Das trojanische Pferd in der Stadt Gottes“ als bloße Spiegelfechterei. Es sind falsche Alternativen, die als scheinbar gleichberechtigt innerhalb des Spektrums gelten, allein die Wahrheit müsse der Maßstab sein, nicht sentimentales Hängen am Althergebrachten oder neuerungssüchtige Entdeckungslust, sonst werde eine rein temperamentmäßige Anlage zu einer Art Pseudogesinnung. Demgegenüber stellt er klar heraus, was er als den einzig katholischen Standpunkt ansieht: „(..) das unverrückbare Festhalten an der geoffenbarten Wahrheit, der Glaube an die Gottheit Christi und das unfehlbare Lehramt der Kirche (ist) gleichbedeutend mit Katholisch-sein. Ebenso ist jeder, der dies nicht tut, nicht ein fortschrittlicher, sondern kein [hervorgehoben im Original] Katholik mehr. Dieser Tatbestand wird aber (zugunsten eines als „Fortschritt“ maskierten Abfalls vom Glauben) dadurch verschleiert, dass man mithilfe der Etiketten „konservativ“ ↔ “progressiv“ die Gläubigen zwingt, sich angesichts einer falschen Alternative zu entscheiden: entweder sollen sie jede Erneuerung ablehnen (…) – oder sie sollen dem „Wechsel“, den „Fortschritt“ im Sinne der „liberalen“ Progressisten mitmachen, was in Wirklichkeit das Aufgeben des katholischen Glaubens bedeutet“ (v. Hildebrand, a.a.O., S. 23f.).

Realiter haben wir es also eher mit Progressisten „konservativer“, „liberaler“ oder auch gern einmal „linker“ Schattierung zu tun, je nach Temperament – aber halt nur nicht mit Katholiken. Demzufolge kann von diesen auch keine katholische Stellungnahme kommen, sondern lediglich das altbekannte lauwarme, bis zum Überdruß gehörte „Alle-zusammen-und- gemeinsam-miteinander-im-Pulk-ohne-jemanden-auszugrenzen“-Moderatorengewäsch. Im feindlich besetzten Binnenraum der Kirche haben katholische Priesteramtskandidaten keine Chance, von derartigen „Hirten“ berufen zu werden – frag‘ nach bei der Priesterbruderschaft St. Petrus…
Priester, die wie Priester reden und auch so aussehen, habe ich (zumindest im Rhein-Main-Gebiet) ausschließlich in der Priesterbruderschaft St. Pius X. in der St. Athanasius-Kapelle in Hattersheim bei Frankfurt a.M. angetroffen.

Tradition und Glauben

Saint-Nicholas-With-The-Three-School-Children-And-A-Carthusian-Monk

Hier kommt eine Bischofsperle der Kategorie Light, welche auf den ersten Blick nicht in unsere Kategorie hineinzugehören scheint. Sie stammt vom Bischof Oster von Passau, dem jungen nicht Wilden, sondern natürlich Konservativen. Interessanterweise haben alle Neu-Bischöfe in Deutschland den Ruf konservativ zu sein, dann aber treten sie entweder als nichtsagende Pauschalurteile-Verbreiter oder als Befürworter der Homo-Ehe oder ähnlichen modernen „Errungenschaften“ auf, welche nichts mit Christentum, Katholizismus oder Konservatismus zu tun haben. Die Bischofsernennung scheint daher zu resultieren, dass man (1) sich jahrelang als „Konservativer“ verstellt hat oder (2) aufgrund der eigentlichen unkatholischen Ansichten durch seine „Freunde“ in der Bischofskongregation hochgepusht wird. Der emeritierte Bischof Jan Paweł Lenga aus Kasachstan erzählt ein wenig, wie die Bischofernennungen vor sich gehen.[1] Bischof Oster ist vielleicht nicht die schlechteste Wahl, aber die Anpassung an den Zeitgeist macht auch nicht vor ihm Halt oder sagen wir es richtig, er passt sich auf, um nicht…

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Über Kirchfahrter Archangelus

Jhg. 1967; rk; Verh., 3 Kinder. (Noch-)CDU-Mitglied seit 1983, 12 Jahre Stadtverordneter der CDU. Angesichts des herrschenden Gutdenker-Mainstreams in Gesellschaft, Partei und Kirche bin ich zum unzeitgemäßen Gegenläufer mit abweichenden Auffassungen geworden. Ich pilgere so oft wie möglich als Kirchfahrter (altdt. “Pilger“) in die von der Priesterbruderschaft St. Pius X. betreute Kapelle St. Athanasius (Hattersheim). Kurz zur Politik: Ratiophobe Psychopathologien wie „Gender“ u. ä. lehne ich ab, ebenso das derzeit einheitlich handelnde Parteienkartell. Gleichwohl denke ich noch selbst und erwarte den wiederkehrenden Messias und nicht den wiederkehrenden Kaiser aus dem Kyffhäuser. Skeptisch sehe ich Zeitgenossen, die sich vorgeblich um das „christliche Abendland“ sorgen, aber selbst das Julfest feiern. Oder lautstark Familienwerte proklamieren, selbst aber privat notorischen Ehebruch praktizieren, in gleichgeschl. Lebensgemeinschaft leben oder Partner+Kinder verlassen, um sich neu zu liieren. Freunde vorgestanzter Sprachschablonen und abwegiger Schnurrpfeifereien kommen i.d.R. nicht auf Ihre Kosten. Der Blog gibt ausschließlich meine persönlichen, in der Regel politisch wie kirchlich inkorrekten Ansichten wieder und soll zusätzlich als Verstärkungs-Plattform für Themen dienen, welche in Gesellschaft wie Kirche totgeschwiegen werden. „Rebloggte“ Beiträge sollen - wenn von mir auch nicht immer geteilt - zur inhaltlich differenzierten Auseinandersetzung anregen und kritisch mittels öffentlich zugängiger Quellen überprüft werden. Gefährlicher als Verschwörungstheorien sind Kräfte, die abweichende Auffassungen anderer perfide als "Verschwörungstheorie" tabuisieren, um diese dem Diskurs und der Reflektion zu entziehen. Mit dem Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch Anbringen eines Links auf seiner eigenen Homepage die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann man laut Gericht nur dadurch verhindern, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Deshalb betone ich, dass ich keinerlei Einfluß auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten habe und distanziere mich ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf dieser Homepage. Diese Erklärung gilt für alle auf meinem Blog angebrachten Links.
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