Kontinuität amerikanischer Weltmachtpläne: Trump stellt neue »Nationale Sicherheits-Strategie« vor (freiewelt.net)

Kontinuität amerikanischer Weltmachtpläne: Trump stellt neue »Nationale Sicherheits-Strategie« vor

Im Trubel der Vorweihnachstage veröffentlichte das Weiße Haus am 17. Dezember 2017 die neue „Nationale Sicherheitsstrategie der Vereinigten Staaten“(1) (NSS). In ihr finden sich die außen- und sicherheitspolitischen Prioritäten der Regierung und nicht zuletzt auch die des Präsidenten. Man durfte also gespannt sein!

von Wolfgang Effenberger

 

Wie bereits im Wahlkampf angekündigt, geht Trump gleich in der Einführung auf sein Mantra „America First“ ein:

„Amerika an die erste Stelle zu setzen, ist die Pflicht unserer Regierung und die Grundlage für die Führungsposition der USA in der Welt. Ein starkes Amerika ist nicht nur im vitalen Interesse der amerikanischen Bevölkerung, sondern auch derjenigen auf der ganzen Welt, die gemeinsam mit den Vereinigten Staaten dieselben Interessen, Werte und Visionen verfolgen. Diese Nationale Sicherheits-Strategie setzt Amerika an die erste Stelle.“

In dem Abschnitt „Eine wettbewerbsfähige Welt“ wird aufgezeigt, wie die Vereinigten Staaten auf die weltweit wachsende politische, wirtschaftliche und militärische Konkurrenz reagieren werden:

„China und Russland stellen Macht, Einfluss und Interessen Amerikas vor große Herausforderungen, indem sie versuchen, die Sicherheit und den Wohlstand Amerikas auszuhöhlen. Sie sind entschlossen, die ökonomische Freiheit und Fairness zu untergraben, ihr Militär auszuweiten und mittels Daten- und Informationskontrolle ihre Bevölkerung zu unterdrücken und ihren Einfluss auszuweiten.
Gleichzeitig wollen die Diktaturen der Volksrepublik Korea und der Islamischen Republik Iran andere Regionen destabilisieren, Amerikaner und unsere Verbündeten bedrohen und ihr eigenes Volk brutalisieren.“

In seinem Buch „Great Again“(2) hat Trump noch zwischen Russland und China differenziert. Nun stellt er beide Länder auf eine Stufe. Im Kapitel „Kämpfen für den Frieden“ findet sich auf Seite 60 folgende Passage: „Es gibt Menschen, die sich wünschen, ich würde China nicht als unseren Feind bezeichnen. Aber genau das ist das Land doch!…sie haben unsere Unternehmen ausspioniert, unsere Technologie gestohlen, und sie haben ihre Währung manipuliert und abgewertet, was es für uns schwerer und manchmal unmöglich macht, unsere Produkte dort loszuwerden.“ Noch vor China rangierten Nordkorea und Iran. Und ganz oben der Islamische Staat:

„Der IS ist unser brutalster Widersacher, und jetzt sitzt er auf all dem Öl im Irak und Syrien, das wir uns hätten holen sollen….Die Menschen sind mittelalterliche Barbaren. Sie schlagen anderen den Kopf ab, sie ertränken Menschen, foltern Menschen. Wir können nicht zulassen, dass sie jemals irgendwo wieder Fuß fassen dürfen.“ Und nun ist die Erfolgsmeldung zu lesen: „Wir haben die Terroristen des Islamischen Staates im Irak und in Syrien auf den Schlachtfeldern von Syrien und dem Irak zerschlagen und werden sie weiter verfolgen, bis sie zerstört sind.“(3)

Nun, die militärischen Aktivitäten der USA gegen den IS waren im letzten Jahr eher zurückhaltend. Die Niederschlagung des IS geht vor allem auf das Konto von Russland. Denn der Terrorismus wird von den USA gern instrumentalisiert, um Staaten für einen Regime-Change zu destabilisieren und einen Militäreinsatz zu rechtfertigen.(4) Immer wieder taucht in dem Papier das Wort „PEACE“ auf – insgesamt 27 mal! Gemeint ist damit nicht der respektvolle Umgang mit anderen Ländern, sondern der „Frieden“ in einer von den USA dominierten unipolaren Welt! Dazu muss die militärische Überlegenheit der USA weiterbestehen und ausgebaut werden: „Wir werden den Frieden durch Stärke wahren, indem wir unser Militär neu aufstellen, damit es vorherrschend bleibt, unsere Feinde abschreckt und, sofern erforderlich, in der Lage ist, zu kämpfen und zu siegen. Wir werden mit allen nationalen Machtmitteln sicherstellen, dass andere Regionen der Welt nicht von einer anderen Macht dominiert werden.“ Dieses Denken ist nicht neu. Es geht auf den US-Präsidenten Truman zurück, der am 26. Juli 1947 den „National Security Act“ (NSS) –erneuert am 2. August 2017 – aus der Taufe hob.

Darin wird eine umfassende Reorganisation der außenpolitischen und militärischen Einrichtungen der US-Regierung angeordnet. Das Gesetz schuf viele der Institutionen – u.a. die CIA -, die dem Präsidenten für die Umsetzung einer angestrebten unipolaren US-Außenpolitik die nötigen Werkzeuge gaben. Die Vorgaben von Truman werden seither jeweils mit modifizierten Strategiepapieren an die aktuelle Lage angepasst.

So wird auch an der „Defense Planning Guidance“ aus dem Jahr von 1992 festgehalten: „Unser erstes Ziel ist, den (Wieder-)Aufstieg eines neuen Rivalen zu verhüten, sei es auf dem Gebiet der früheren Sowjetunion oder anderswo, der eine Bedrohung der Größenordnung darstellt, wie früher die Sowjetunion… Dies erfordert es, dass wir versuchen müssen zu verhüten, dass irgendeine feindliche Macht eine Region dominiert, deren Ressourcen – unter gefestigter Kontrolle – ausreichen würden, eine Weltmachtposition zu schaffen. Zu diesen Regionen gehören Westeuropa, Ostasien, die Gebiete der ehemaligen Sowjetunion und Südwestasien.“(5)

Es folgte die „Perspektive für die streitkräfteübergreifende Operationsführung im Jahr 2020“ (Joint Vision 2020), ein Strategiepapier, welches das US-Verteidigungsministerium am 30. Mai 2000 veröffentlichte und das Gedanken zu einer „Überlegenheit auf breiter Front“ (engl.: Full-spectrum dominance) der US-Streitkräfte enthielt, damit diese auch im Jahr 2020 den Bedrohungen auf dem gesamten Erdball begegnen können. Eine zentrale Rolle dabei spielt die Fähigkeit zu einem „weltweiten Schlag“ (global strike).

In dem Strategiepapier von 2012 können wir lesen:

„Die Vereinigten Staaten haben in den vergangenen fünfundsechzig Jahren [also von 1947 an, W.E.] eine führende Rolle bei der Umwandlung des internationalen Systems gespielt. Durch die Zusammenarbeit mit gleichgesinnten Nationen haben die Vereinigten Staaten eine sicherere, stabilere und wohlhabendere Welt für das amerikanische Volk, unsere Verbündeten und unsere Partner auf der ganzen Welt geschaffen als vor dem Zweiten Weltkrieg. Im letzten Jahrzehnt haben wir ausgedehnte Operationen im Irak und in Afghanistan unternommen, um diesen Ländern Stabilität zu verleihen und unsere Interessen zu sichern.“

Die führende Rolle der USA bei der Umwandlung des internationalen Systems hat im Sinne von Leo Strauss und den Neokonservativen zu einem unglaublichen Chaos und zu immensen Migrantenströmen geführt – Irak und Afghanistan sind von Stabilität weiter entfernt denn je.

Im Oktober 2014 wurde das Operationskonzept „Siegen in einer komplexen Welt 2020-2040″(6) auf einer Waffenschau(!) vorgestellt. Erstellt wurde das Papier vom „U.S. Army Training and Doctrine Command“ (TRADOC); es soll den Streitkräften aufzeigen, auf welche Einsätze sie sich künftig vorzubereiten haben.

In diesem Fall sollen sie die künftigen Bedrohungen abwehren: An erster Stellen werden Russland und China genannt, gefolgt von Nordkorea und dem Iran. An letzter Stelle rangiert der Kampf gegen den weltweiten Terrorismus.

Unverblümt wird zugegeben, dass es bei den kommenden Militäreinsätzen um die Veränderungen der geopolitischen Landschaft aufgrund von Konkurrenz um Macht und Reichtum gehen wird. Jedes Land auf dem Globus, das sich dem Hegemon USA widersetzt, wird die harte Führungshand der USA zu spüren bekommen. Dafür soll die US-Armee entsprechende Fähigkeiten entwickeln. Künftigen Gegnern soll es unmöglich gemacht werden, auf eine US-Aggression effektiv zu reagieren.

Ein Vorgängerpapier aus dem Jahr 1994 „Training and Doctrine Command-Pamphlet 525-5“ beschreibt eine dynamische Ära, eine Welt im Übergang. Anstatt den Kommunismus zu bekämpfen, werde man im 21. Jahrhundert gegen nationalen und religiösen Extremismus vorgehen müssen. Das moderne Kriegstheater setzt auf weiterentwickelte Technik wie Kampfroboter und Drohnen sowie auf „Non-Nation Forces“ – Söldnerarmeen, die sich an keine Gesetze halten müssen und nach dem gemessenen Erfolg bezahlt werden. Der Weg in den beabsichtigten Krieg führt nach 525-5 über die gezielte Destabilisierung des Staates, bei dem man zum eigenen Vorteil einen „Regime Change“ herbeiführen will. Ein wichtiges Instrument dabei: Die „Operations other than War“ (OOTW) – gemeint sind Operationen vom Finanz- über den Cyberkrieg und den Einsatz verdeckter Spezialeinheiten bis zum Drohnenkrieg und allen Facetten von Schattenkriegen. Auf der untersten Stufe der Dynamik ist dann wohl die „Demokratie-Förderung“ im Stil des „National Endowment for Democracy“ anzusiedeln. In der Ukraine sind die in 525-5 beschriebenen Eskalationsstufen gut zu beobachten: Aufruhr (Majdan), Krise (Slawjansk) und Konflikt (Krim). Der Krieg konnte bis jetzt auf kleiner Flamme gehalten werden.

Wie an dieser kleinen Aufzählung von Strategiepapieren zu ersehen ist, werden die Vorgaben konsequent umgesetzt! Und dabei scheint es ziemlich unerheblich zu sein, welche Partei gerade regiert.

Hatte Trump noch im Wahlkampf bessere Beziehungen zu Russland knüpfen wollen, so wurde sein auf Ausgleich bedachter Berater Steve Bannon im August 2017 aus dem Amt entfernt. Schon vorher, im Februar, hatte es seinen ersten Nationalen Sicherheitsberater Michael Flynn erwischt. Er wurde wegen seines geschmeidigen Moskau-Kurses von den Hardlinern aus dem Amt gedrängt. Ersetzt wurde er durch den hochdekorierten Soldaten und Russland-Hardliner General Herbert R. McMaster, unter dessen Ägide nun die aktuelle Nationale Sicherheitsstrategie ausgearbeitet wurde. Vor seiner Berufung zum Nationalen Sicherheitsberater war McMaster stellvertretender Kommandierender General des „United States Army Training and Doctrine Command“ (TRADOC) in Fort Monroe, Hampton (Virginia).

Ist Donald Trump, der im Wahlkampf noch dem herrschenden Wall Street- und Kriegs-Establishment den Kampf angesagt hatte und deshalb in den Medien als dummdreister Machtmensch verunglimpft wurde, nun zur Marionette einer US-Militärjunta dreier Generäle – Verteidigungsminister Mattis, Minister für Innere Sicherheit Kelly, Sicherheitsberater MacMaster – geworden?

Anmerkungen:
1)https://www.whitehouse.gov/wp-content/uploads/2017/12/NSS-Final-12-18-2017-0905.pdf
2) Donald J. Trump: Great Again! Wie ich Amerika retten werde. Plassen Verlag 2016
3) www.whitehouse.gov/wp-content/uploads/2017/12/NSS-Final-12-18-2017-0905.pdf
4) Daniele Ganser: Illegale kriege, Zürich 2016
5) Zitiert aus Jürgen Wagner: „Trumps“ Nationale Sicherheitsstrategie, IMI-Standpunkt 2018/001 am: 9. Januar 2018
6) www.tradoc.army.mil/tpubs/pams/tp525-3-1.pdf 7. Oktober 2014 [18.10.2014]

[ Schlagwort: GeoAußenPolitik ]

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Die Häresie der Formlosigkeit (summorum-pontificum.de)

Die Häresie der Formlosigkeit

 

Der Kanonist Ed Peters hat die von Papst Franziskus spontan veranstalte Trauungs-Show an Bord seines Fliegers einer Kritik aus kirchenrechtlicher Perspektive unterzogen. Hier wesentliche Teile seines Artikels, der auf dem Blog In the Light of the Law erschienen ist:

Es beginnt ein langes ZitatBevor ich mich den Einzelheiten zuwende, möchte ich sagen, daß mir die beiden sympathischen Flugbegleiter Paula Podest und Carlos Ciuffardi leid tun, die ihrem prominenten Gast eine höfliche Begrüßung erwiesen und deren Namen und Photos dann bevor sie sich recht versahen plötzlich in der ganzen Welt herumgereicht wurden. Sie hatten nicht um eine Trauung gebeten und reagierten mit Erstaunen auf den Vorschlag von Papst Franziskus – das war nicht ihre Idee.

Doch zur Sache selbst.

Ein Papst hat die Vollmacht zu Amtshandlungen auf der ganzen Welt (cc 134, 331, 1108), so daß Franziskus jederzeit und überall eine Eheschließung vornehmen kann.

Aber die Vornahme einer Eheschließung hat eine besondere Form: Sie besteht darin, das Einverständnis der beiden heiratswilligen Partner zum Eingehen einer Ehe jetzt und an diesem Ort abzufragen (c 1108). Nach dem Ritus der Eheschließung muß dazu die Zustimmung jedes der beiden Partner für sich eingeholt werden, ob er in diesem Moment gewillt ist, die Ehe mit dem anderen Partner einzugehen. Die Frage richtet sich nicht gemeinsam an das Paar etwa in der Form: Wollt Ihr Euch heiraten, sondern sie folgt dem Muster „Möchtest Du diesen/diese hier und Jetzt heiraten? Wenn diese Zustimmung, die nach c1057 das zentrale Element der Eheschließung darstellt, nicht korrekt abgefragt und erhalten wird, erfolgt kein gegenseitiger Austausch des Gelöbnisses, und das Paar wäre nicht verheiratet. (Und nein, der Grundsatz ‚ecclesia supplet‘ kann einen Mangel in der tatsächlich sakramentalen Form nicht heilen – das gilt nur für die kanonische Form.)

Die zitierten Berichte erwähnen, soweit ich das sehen kann, lediglich die allgemeine Frage des Papstes an die beiden, ob sie heiraten wollen, dann habe er ihre Hände ineinander gelegt, einige aufmunternde Worte über die Ehe gesagt und sie zu Mann und Frau erklärt. Aber dieser Ablauf würde keinesfalls den erforderlichen Austausch der Willenserklärung durch die beiden Seiten beschreiben. Daher können wir nur hoffen, daß beim tatsächlichen Geschehen entschieden mehr gesagt worden ist, als die Berichte enthalten.

Zweitens verlangt die kanonische Form die Anwesenheit von zwei unabhängigen Zeugen für den Austausch der Willenserklärung – d. h. es müssen mindestens 5 Personen tatsächlich anwesend sein – es reicht also nicht, daß sie ein paar Minuten später davon gehört haben oder etwas geschehen sahen und sich fragten: Was machen denn die da hinten? Die 5 Personen müssen gemeinsam und zur gleichen Zeit agieren: Braut, Bräutigam, der Offiziant und zwei tatsächliche Trauzeugen. (…)

Mehrere canones bezüglich der rechtlichen Erfordernisse für eine Eheschließung wurden hier offensichtlich nicht beachtet, darunter das Erfordernis einer ernsthaften pastoralen Vorbereitung vor einer Eheschließung (c. 1063), Spendung der Firmung vor der Ehe (c. 1065), Aufforderung, vor der Eheschließung zur Beichte zu gehen und die hl. Kommunion zu empfangen (c. 1065), Vergewisserung, daß der Eheschließung keine Hindernisse hinsichtlich der Gültigkeit und Zulässigkeit im Wege stehen (c. 1066), die unbedingt erforderliche Klärung der freiwilligen Zustimmung beider Seiten (1068), sowie die Vorgabe, daß die Trauung in einer Pfarrkirche stattfinden soll (c. 1115, 1118) und die Verwendung des Schatzes der liturgischen Bücher der Kirche für Feiern der Sakramentenspendung (1119).

Nun, da diese Geschichte weltweit Widerhall findet, wird man in Zukunft Diakonen, Priestern, und Bischöfen, die an den kirchlichen Vorgaben für die Form der Eheschließung festhalten wollen, entgegenhalten, daß doch Papst Franziskus nicht auf solchen albernen Paragraphen bestehe und es nur darauf ankommt, daß man sich liebt. Die Aufgabe für verantwortungsbewußte Seelsorger ist schwieriger geworden. (…)

http://www.summorum-pontificum.de/themen/glaubenskrise/1258-die-haereseie-der-formlosigkeit.html

Update: Häresie der Formlosigkeit

Die gestern von Kirchenrechtler Peters kommentierte „spontane Trauungshow“ an Bord des päpstlichen Reisejets  war möglicherweise nicht ganz so spontan, wie es in den Medien unter eifriger Assistenz des vatikanischen Presseamtes dargestellt worden ist: Inzwischen gibt es Berichte, wonach das nunmehr glücklich verheiratete Paar die Sache eingefädelt haben soll. Das würde einen Nebenaspekt der Überlegungen von Ed Peters bezüglich der Persönlichkeitsrechte des Brautpaares gegenstandslos machen – in der Hauptsache bleiben die Bedenken gegen die öffentlichkeitswirksam demonstrierte Formlosigkeit und deren mögliche kirchenrechtliche Implikationen voll bestehen.

Hier ein Link auf den derzeit aktuellen Stand der Informationen.

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Bevorstehendes Symposium „Öffnung der Ehe – Folgen für alle“ in Frankfurt: Demo für alle weist Verleumdungen von Frankfurter Bildungs-Dezernentin zurück

Ein weiteres Beispiel des gezielten Mißbrauchs eines öffentlichen Amtes zur staatlichen Formung der öffentlichen Meinung. Interessant wird die Beobachtung, welche konkreten Folgen dieser Aufruf etwa bzgl. Repressalien gegenüber den Veranstaltern und (versuchter) Einschüchterung der Teilnehmer durch sog. „couragierte AktivistInnen“ haben wird…

Demo für Alle

Als Demo für alle und CitizenGO veranstalten wir am kommenden Samstag (20. 1. 18) in Frankfurt ein großes Experten-Symposium „Öffnung der Ehe – Folgen für alle“ mit namhaften Referenten. Hier das Symposiumsprogramm.

Die Frankfurter Integrations- und Bildungsdezernentin, Sylvia Weber, macht derweil auf einer öffentlichen Webseite der Stadt Frankfurt/Main Werbung für eine Gegenveranstaltung und behauptet, unser Symposium sei eine

„diskriminierende Veranstaltung, die sich gegen die Grundwerte des gesellschaftlichen Miteinanders richtet“.

Ohne irgendeinen Beleg dafür anführen zu können, behauptet Weber außerdem, unser ‚Aktionsbündnis für Ehe & Familie – Demo für alle‘ mache

„durch seine homo- und transfeindlichen Aussagen Stimmung gegen alle Menschen, die nicht in das eigene Weltbild passen“.

Wir weisen die völlig aus der Luft gegriffenen Aussagen von Frau Weber sämtlich als verleumderisch und rufschädigend zurück.

Foto: http://www.spd-frankfurt.de

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Die gegenwärtigen Unruhen in der Islamischen Republik Iran: Eine Jugend ohne wirtschaftliche Perspektive

Strategische Studien

Die gegenwärtigen Unruhen in der Islamischen Republik Iran: Eine Jugend ohne wirtschaftliche Perspektive

by Prof. Dr. Albert A. Stahel

18. Januar 2018

Isfahan,-Meydan-e-Imam-und-die-iranische-JugendIn amerikanischen Publikationen wird über die gegenwärtigen Unruhen in der Islamischen Republik Iran sehr viel diskutiert. Ein zutreffender Beitrag zu diesem Thema dürfte wieder einmal von Anthony H. Cordesman stammen.[1] Wie dies auch eigene Erfahrungen bestätigen, weist er auf die unzufriedene Jugend als die Hauptursache für die gegenwärtigen Unruhen hin. Obwohl der Iran seit 1995 dank der Zulassung der Antibaby-Pille eine Wachstumsrate aufweist, die jener der europäischen Staaten entspricht, hat die iranische Bevölkerung heute eine Bevölkerung von mehr als 82 Millionen Menschen. Davon sind 38.9% 24 Jahre alt oder jünger. Die für das Wachstum der Wirtschaft entscheidende Altersgruppe von 20 bis 24 Jahren beträgt 7.9%. Genau diese Altersgruppe, die sehr gut ausgebildet ist, ist zurzeit mit dem Problem der Arbeitssuche konfrontiert. Noch gravierender ist diese Herausforderung für die gebildeten Frauen. 70% der Mittelschulabsolventen sind Frauen, die aufgrund ihres Geschlechts mit zusätzlichen Diskriminierungen konfrontiert sind.[2]

Der Regierung von Hassan Rohani ist es trotz dem Abschluss des Nuklearabkommens und dem Wegfall von Sanktionen nicht gelungen, ein wirksames Wirtschaftswachstum in Gang zu setzen. Ein Grund dafür dürfte die bisherige Stagnation des Erdölpreises sein. Nach wie vor ist die iranische Wirtschaft weitgehend vom Erdölexport abhängig.[3] Dazu kommt noch, dass die Leistungsfähigkeit der iranischen Wirtschaft infolge der Auswirkungen der Sanktionen total rückständig und veraltet geblieben ist.[4]

In den letzten beiden Jahren dürfte die Arbeitslosigkeit sogar zugenommen haben. So sollen 2016 3.3 Millionen Iranerinnen und Iraner arbeitslos gewesen sein.[5] 30% der jungen Männer und beinahe 50% der jungen Frauen waren arbeitslos.[6] Von der Arbeitslosigkeit waren auch junge Menschen mit einem akademischen Abschluss betroffen.

Entgegen den Verlautbarungen der Trump-Administration dürften die Unruhen im Iran durch die ernsthafte Wirtschaftskrise ausgelöst worden sein und weniger durch die Unzufriedenheit der Bevölkerung mit dem Regime der Ayatollahs.

[1] Cordesman, A.H., The Crisis in Iran: A Broader Perspective, CSIS, Washington, DC, January 2, 2018.

[2] Cordesman, A.H., P. 4.

[3] Cordesman, A.H., P. 8.

[4] Cordesman, A.H., P. 23.

[5] Cordesman, A.H., P. 6.

[6] Cordesman, H.H., P. 10/22.

strategische-studien.com/2018/01/18/die-gegenwaertigen-unruhen-in-der-islamischen-republik-iran-eine-jugend-ohne-wirtschaftliche-perspektive/

Entgegen den Verlautbarungen der Trump-Administration dürften die Unruhen im Iran durch die ernsthafte Wirtschaftskrise ausgelöst worden sein und weniger durch die Unzufriedenheit der Bevölkerung mit dem Regime der Ayatollah.

Alles durchaus möglich. Sobald allerdings in Teheran die ersten Frauen orangefarbene Tschador tragen, sieht es für mich sehr nach regimechange á la Soros aus… 😉

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Wo blieb ein klares Wort der deutschen Bischöfe bei der Regierungsbildung?

Bei allem Respekt vor dem Autor erscheint seine Irritation über die Unionsparteien und die Bischöfe so rührend kindlich wie hilflos. Mit großen Augen beklagt er immer wieder, wie sich die politische Landschaft tektonisch verschoben hat: was früher als dezidiert linksliberal galt, ist heute akzeptierter „bürgerlicher“ Mainstream. Erschreckt konstatiert er, dass von der sog. Homo-„Ehe“ über Kinderkrippen à la DDR bis „Gender“ alles von der CDU und der DBK brav mitgetragen wird, vielleicht mit ein bißchen Grummeln hier und da.

Kitapolitik, die Mütter möglichst rasch nach der Geburt eines Kindes an den Arbeitsplatz zurückholt“ gibt es doch beileibe nicht seit gestern, deren geistige Grundlagen wurden auf dem Essener „Frauenparteitag“ der CDU im Jahre 1985 (!) gelegt – soviel zu Erwartungen einer „Wende“…

Mit nur etwas Realitätssinn wird man unschwer feststellen, dass die – bezeichnenderweise wie eine Staatskirchenführung agierende – DBK derzeit eine postkatholische Restrukturierung (https://kirchfahrter.wordpress.com/2017/09/07/die-aufregung-ueber-den-marx-ismus-im-woelkikuckucksheim/) inszeniert und im Gemeinwesen parallel dazu eine Systemtransformation (https://kirchfahrter.wordpress.com/2017/09/05/was-bedeutet-denn-eigentlich-systemtransformation/) umgesetzt wird.

Nun gilt es, die erforderlichen Schlußfolgerungen zu ziehen und nicht nostalgisch vergangenen Zeiten nachzuweinen. Solange man aber unbedingt mit Bischöfen bei FDK-Veranstaltungen sitzen will und Geld von ihnen nimmt, wird man sich damit naturgemäß schwer tun, fürchte ich…

CHRISTLICHES FORUM

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

Nach den vergeblichen Bemühungen eine Jamaika-Koalition zu schmieden, haben die Unionsparteien im zweiten Anlauf versucht, mit der SPD eine „große Koalition“ zusammenzubringen. Wichtige Verhandlungsthemen waren die Bürgerversicherung, der Spitzensteuersatz, der Solidaritätszuschlag und die Familienzusammenführung für Flüchtlinge, die keine Aufenthaltsgenehmigung auf Dauer haben.

Ein politischer Neuanfang oder eine Wende sehen anders aus. So existentielle Themen wie die demographische Entwicklung, die sich schon deutlich in unbesetzten Lehrlings- und Facharbeiterstellen zeigt, spielte keine Rolle.

BILD: Prof. Gindert leitet den Dachverband „Forum Deutscher Katholiken“

Die Zukunftsprobleme unseres Landes, die mit vitalen Familien mit Kindern verknüpft sind, kamen nicht zur Sprache. „Familienzusammenführung“ im Inland statt forcierter Kitapolitik, die Mütter möglichst rasch nach der Geburt eines Kindes an den Arbeitsplatz zurückholt und ein Wahlrecht zwischen Kita und Kostenerstattung für den Betreuungsplatz, waren keine Themen.

Obwohl es der Wirtschaft (noch) gut geht, greift Angst um sich. „German Angst“ ist eine weltweit bekannte…

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Vortrag von Dr. Eva Maria Barki; „Schicksalstage Europas – Europa wird christlich sein oder es wird nicht sein“ (facebook.com/Wiener-Akademikerbund)

Kein automatischer Alternativtext verfügbar.

Wiener Akademikerbund

 

Dr. Eva Maria Barki, Rechtsanwältin, Menschenrechtsaktivistin und Europa-Expertin, hält am

23.1.2018 um 19.00 Uhr

einen Vortrag zum Thema

Schicksalstage Europas. „Europa wird christlich sein oder es wird nicht sein

Ort: Wiener Akademikerbund,

Schlösselgasse 11, Parterre, rechter Hausflügel

Frau Dr. Barki, die sich in den Zeiten des Kommunismus sehr erfolgreich für Dissidenten und Minderheiten in den osteuropäischen Staaten eingesetzt hatte und am Aufbau christlicher politischer Gemeinschaften in den Nachfolgestaaten des Ostblocks mitgewirkt hatte, gehört zu den Enttäuschten der EU-Entwicklung der letzen Jahrzehnte. Sie wird auf die Flüchtlingspolitik, den rechtlichen Zentralismus und die Erosion der politischen Moral eingehen und die Rolle Ungarns für das Ziel einer möglichen „Reconquista“ herausarbeiten.

https://www.facebook.com/Wiener-Akademikerbund-122554217825895/

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Früher „Konterrevolutionäre“, heute „Pathologen“ (cicero.de)

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Früher „Konterrevolutionäre“, heute „Pathologen“

 

 

Angelika BarbeAngelika Barbe ist Biologin. Sie war DDR-Oppositionelle, Gründungsmitglied der DDR-SPD, Bundestagsabgeordnete der SPD und ist heute CDU-Mitglied.

 

 

 

Bertolt Brecht lässt in seinem Stück „Leben des Galilei“ Galileis Schüler Andrea ausrufen „Unglücklich das Land, das keine Helden hat“, nachdem Galilei seine Lehre widerrief. Sind wir in Deutschland schon wieder so weit, dass wir uns nach Helden sehnen, die uns den mühsamen Widerstand gegen staatliche Willkür und die „Herrschaft des Unrechts“ (Horst Seehofer) abnehmen?

Beleidigung von Ostdeutschen und Merkel-Kritikern

Der Spiegel scheint das Ziel zu verfolgen, Ostdeutsche und vor allem Kritiker der Merkelschen „Wir-schaffen-das-Politik“ kollektiv zu beleidigen. Durch ein Interview im September 2017 mit dem Liedermacher Wolf Biermann, der den AfD-Wählern Feigheit vorwarf, gelang es jedenfalls nicht. Da sich viele noch an die SED-Diffamierungen als „feindlich-negative Konterrevolutionäre“ erinnern, erschreckt es sie auch nicht, als Rassisten, Populisten und Nazis bezeichnet zu werden. Obwohl das die schlimmsten Verunglimpfungen sind, die man einem Deutschen verpassen kann, prallen sie am gesunden Menschenverstand der dunkeldeutschen Finsterlinge im Osten ab. Der ostdeutsche Psychiater und Publizist Hans-Joachim Maaz sagt dazu: „Ich finde den Protest gut, weil sich die Menschen etwas trauen.“

Nun hat der Spiegel nachgelegt. „Was für Helden“ lautet die Überschrift einer Recherche im angeblichen Dunkeldeutschland, zu der auch ich befragt wurde. Nachdem ich das Ergebnis der Recherche gelesen habe, muss ich feststellen: Um zu verhindern, dass sich mehr Kritiker zu Wort melden, müssen offenbar einige DDR-Bürgerrechtler nach dem Motto diskreditiert werden: „Bestrafe einen und erziehe Hunderte“. Gleichzeitig trifft man diejenigen, die erstmals in der deutschen Geschichte mit großer Zivilcourage eine friedliche Revolution zum Erfolg führten und damit die kommunistische SED-Diktatur stürzten. Ich habe den Eindruck, dass uns viele Achtundsechziger das noch immer übelnehmen.

„Die von den selbsternannten Eliten für dumm gehalten Bürger“ (Medienwissenschaftler Norbert Bolz) könnten sich ja bestärkt fühlen, wenn DDR-Bürgerrechtler heute an der Flüchtlingspolitik der Kanzlerin, an der Selbstbereicherung der Eliten, am Netzwerkdurchsetzungsgesetz von Justizminister Heiko Maas und an der enormen Zunahme durch Migranten verübter Verbrechen Kritik anmelden. Hans-Joachim Maaz bekräftigt diese Wahrnehmung: „Heute darf man fast alles sagen. Außer, dass man die AfD wählt.“ Der Schriftsteller Siegmar Faust, auch er ein Protagonist der Spiegel-Geschichte, ergänzt: „Da muss sich doch jeder Demokrat fragen, was diese ‚Demokratur‘ noch wert ist, wenn einer neuen, äußerst erfolgreichen Partei, die zugelassen wurde, weil sie alle Regeln erfüllt, solch ein Schicksal beschieden ist.“

Die 3-V-Strategie der Kommunisten im neuen Gewand

In den Redaktionsstuben zahlreicher Medien und in den Machtzentralen der Parteien herrscht offenbar die pure Angst vor veröffentlichter Bürger- Meinung, die nicht dem Mainstream entspricht. Deshalb unterlassen sie es wohlweislich, Artikel der kritischen Bürgerrechtsszene zu drucken, wobei sich deren Leser dann selbst ein Bild machen könnten. Im Gegenteil. Hier wird die von den Kommunisten bereits erfolgreich angewandte 3-V-Strategie benutzt.

Erstes V: Es wird verschwiegen, was die Bevölkerung nicht wissen soll.

Zweites V: Was sich nicht mehr verschweigen lässt, wird verharmlost.

Drittes V: Zuletzt werden die Kritiker verleumdet.

Dabei sind auch solche Meinungen schützenswert „die verletzen, schockieren oder beunruhigen“. Das hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in einer grundlegenden Entscheidung bestätigt.

„Narzisstische Pathologen“ hätten DDR nicht gestürzt

Wir DDR-Bürgerrechtler waren keine Opfer, auch keine „narzisstisch veranlagten Pathologen“ (bei dieser Aussage stützt sich der Spiegel auf Maaz) sondern Akteure, die sich von der SED nicht bevormunden lassen wollten. Mit Zivilcourage, Witz, Ideenreichtum planten wir Friedensmärsche, flächendeckende Wahlbeobachtungen (mit denen wir den Wahlbetrug des letzten DDR-Ministerpräsidenten Hans Modrow nachwiesen), Gedenkaktionen (Dauertrommeln gegen die Niederschlagung der chinesischen Studentenproteste) und versetzten so Stasi-Chef Erich Mielke in Panik. Er befürchtete ständig, der nächste Aufstand, wie am 17. Juni 1953, stünde vor der Tür.

Dissidenten agierten oft allein, um andere Mitstreiter nicht zu gefährden. Niemals hätte ich den „Johannisthaler Frauenkreis“, meine Protestgruppe, in illegale Situationen gebracht. Das führte zur Eintragung in meine Stasiakte, dass ich mich „am Rande der Legalität bewege“. Angeblich psychisch gestörten Personen, wie es der Spiegel uns Bürgerrechtlern unterstellt, wäre es unter Diktaturbedingungen nicht gelungen, neue Parteien zu gründen und aufzubauen. Denn bis zur Auflösung der Stasizentralen Anfang 1990 hatte die SED die Waffengewalt und das alleinige Gewaltmonopol . Wir brauchten dringend Verbündete. Die Bürger überwanden ihre Angst und meldeten sich in Scharen bei uns – den neuen Parteien, denen sie vertrauten.

„Es gibt keine Garantie, dass man in seinem Leben immer ‚auf der richtigen Seite‘ steht“ sagt Marianne Birthler im Spiegel-Artikel. Was ist die „richtige“ Seite? Demokratie lebt von unterschiedlichen Meinungen und es gibt nicht nur eine Richtige. Der Ideologe aber kennt keine Zweifel. Er ist immer auf der „richtigen Seite“. Wir DDR-Bürgerrechtler waren dagegen immer auf der Suche und uns nur darin einig, die SED zu stürzen. Wir verfolgten unterschiedliche Ziele, lehnten aber Gewalt ab – anders als die West-Achtundsechiger, die sogar die demokratische Willy-Brandt-Regierung mit Steinen bewarfen.

Parallelwelten

Doch wer Kritik am Merkel-System anmeldet, wie einige DDR-Bürgerrechtler eben jetzt auch, lebt laut Spiegel in einer „düsteren paranoiden Parallelwelt“. Dann befinden wir uns ja in bester Gesellschaft – auch mit dem britischen Philosophen David Miller. In seinem Buch „Fremde in unserer Mitte“ schreibt er, es gehe nicht nur um die Wahrung der Menschenrechte Einzelner, sondern darum, was ein Gemeinwesen verantworten kann. Miller besteht auf dem Recht der Staaten, Zuwanderung zu kontrollieren und Grenzen zu schließen: „Ich möchte die Idee verteidigen, dass wir spezielle Verpflichtungen gegenüber unseren eigenen Landsleuten haben.“ Offene Grenzen gefährden für Miller den Anspruch liberaler Gemeinwesen, soziale Gerechtigkeit herzustellen. Sobald dieser Anspruch in Gefahr gerate, müsse die Politik restriktive Maßnahmen ergreifen. Es dürfe sich keine Zwei-Klassen-Gesellschaft entwickeln, die nicht allen die gleichen Rechte garantiert. Er beruft sich auf Studien aus den USA, wonach durch mehr Vielfalt das Vertrauen der Menschen in demokratische Institutionen sinke.

Übrigens antwortet Galilei in Brechts Stück auf Andreas Vorwurf: „Unglücklich das Land, das Helden nötig hat.“

https://www.cicero.de/innenpolitik/ddr-buergerrechtler-dissidenten-ostdeutschland-spiegel-angelika-barbe

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Kampfwort des Jahres (publicomag.com)

Publico

 

Kampfwort des Jahres

Von

17

Eine alternative Nominierung

Zum Anfang eines jeden Jahres vollzieht sich ein politisches Hochamt: die „Gesellschaft für deutsche Sprache“ wählt das „Unwort des Jahres“. Zuverlässig findet sich das Ergebnis einen Tag nach der Ziehung in sehr vielen Medien wohlwollend bis neutral berichtet wieder. Denn aus Sicht der gutmeinenden Journalisten geht bei dieser Kür dank der Jury nie etwas schief.

Die Unworte 2018 lauten: „Alternative Fakten“, gefolgt von „Genderwahn“ und „Shuttle Service“, einem Begriff des CSU-Innenpolitikers Stepan Mayer für so genannte Seenotretter, die Migranten unmittelbar vor der nordafrikanischen Küste an Bord nehmen, um sie nach Italien zu bringen.

Mit der Unwort-Wahl will die Gesellschaft für Deutsche Sprache nach der eigenen Definition Begriffe rügen, die „euphemistisch, verschleiernd oder gar irreführend“ sind. Das Wort „alternative Fakten“ hatte die ehemalige Trump-Beraterin Kellyanne Conway im Streit um die Zuschauermenge bei der Amtseinführung des US-Präsidenten geprägt. Bekanntlich hatte Trump behauptet, noch nie seien so viele Menschen zur öffentlichen Vereidigung eines Präsidenten gekommen wie zu seiner, Zahlen und Fernsehbilder belegten etwas anderes. Und Conway sprach den Satz: „Unser Pressesprecher hat alternative Fakten dazu.“

Die Wahl dieser Wendung zum Unwort kommt etwas überraschend, denn sie ist schon ziemlich lange im Gebrauch. Wer politische Talkshows und Pressekonferenzen in Deutschland verfolgt, dürfte schon ziemlich oft den Satz gehört haben: „Dazu habe ich aber ganz andere Zahlen.“ Solche Alternativfakten gibt es auch hin und wieder in den Qualitätsmedien selbst, etwa nach den massenhaften sexuellen Übergriffen zu Silvester 2015/16 in Köln: Kurz danach durfte die Aktivistin Anne Wizorek im ZDF die frei erfundene „offizielle Dunkelziffer“ von 200 Vergewaltigungen auf dem Oktoberfest verkünden.

Mit dem Unwort „Genderwahn“, so die Jury, würden “in konservativen bis rechtspopulistischen Kreisen zunehmend Bemühungen um Geschlechtergerechtigkeit in undifferenzierter Weise diffamiert”. Als Beispiele nannte die Jury-Vorsitzende Nina Janich die geschlechtergerechte Sprache, die Ehe für alle sowie die Bemühungen zur Anerkennung von Transgendermenschen. Ist jeder, der die Krämpfe von Genderstern und Unterstrich abstrus findet, ein Rechtspopulist? Und was hat die Ehe für Alle (die der Autor dieser Zeilen befürwortet) mit Genderideologie zu tun? Antwort: nichts.

In den Unwörtern der Jury kommt so ziemlich alles zusammen, was auch im tonangebenden Medien-Milieu für gut befunden wird: Falsche Fakten sind schlimm, werden aber auch nur von den anderen benutzt, Genderideologie-Kritiker sind rechts. Und ein CSU-Politiker bekommt auch noch eine Kopfnuss. Die Gut-Wörter des Jahres 2017 lauteten übrigens:

1. Jamaika-Aus

2. Ehe für alle

3. #MeToo

Abgesehen von der öden Auswahl: die Beschreibung „euphemistisch, verschleiernd oder gar irreführend“ für problematische Klingelbegriffe ist gar nicht schlecht.

Zeit für eine kleine Wörterschau 2018:

Abschotten

Die wenigsten Menschen mauern die Fenster ihres Hauses zu. Genau so wenige hängen ihre Haustür aus, sondern sie wählen meist einen Zustand dazwischen. Wenn deutsche Journalisten etwa Ungarn und Polen vorwerfen, sie würden sich „abschotten“, dann meinen sie: diese Länder wollen ernsthaft bestimmen, wer ihr Territorium betritt. Allerdings gilt das für alle Länder der Welt außer Deutschland. Nur hier – und erst seit September 2015 – gilt es regierungs- und medienoffiziell als vorbildlicher Zustand, jeden über die praktisch nicht mehr existierende Grenze zu lassen und auch später Alter, Name und Herkunft der Hereingewanderten nicht so genau wissen zu wollen.

„Eine offene Gesellschaft bedarf nicht offener Grenzen“, meinte dazu der frühere Schweizer Verteidigungsminister Kaspar Villinger: „Eine Gesellschaft, die ihre Eigentumsrechte nicht zu schützen weiß, gräbt am Fundament, auf dem das erfolgreiche Sozialmodell entstanden ist.“

Flüchtling

Seit 2015 ist Flüchtling oder, noch korrekter, Geflüchteter, der zentrale Kampfbegriff, um die Migrationsdebatte hypermoralisch aufzuladen. Indem jeder, der die Grenze überschreitet und ein so genanntes Schutzbegehren äußert, von Presse und Politikern umstandslos zum Flüchtling erklärt wird, soll jeder Kritiker der Masseneinwanderung argumentationslos in die Ecke des Unmoralischen gedrückt werden.

Im Jahr 2017 wurden nur 21 Prozent der Migranten als Flüchtlinge anerkannt (genauer: als politisch Verfolgte oder Kriegsflüchtlinge).Weitere 16 Prozent bekamen einen nachrangigen Schutz, das bedeutet, sie fallen weder unter das Asylrecht noch die Flüchtlingskonvention – allerdings droht ihnen nach Ansicht der Entscheider möglicherweise Gewalt in ihrem Heimatland. Für 38 Prozent der Antragsteller trifft auch das nicht zu: sie werden abgelehnt. Wenn auch nicht zwangsläufig abgeschoben. Wer so tut, als hätten trotzdem alle den gleichen Status – nämlich den Status des ebenso bedrohten wie edlen Fremden – der will in der Einwanderungsdebatte jeden stigmatisieren, der versucht, Unterschiede zu machen.

Minderjährige unbegleitete Flüchtlinge

Die Minderjährigkeit wird im Begriff ohne Prüfung unterstellt. Oft von den gleichen, die erklären, eine Altersüberprüfung wäre für die Migranten unzumutbar.

Einzelfall

Was wäre eigentlich das Gegenteil? Der Kollektivfall? Letzterer gilt für Qualitätspresse nur dann, wenn es um Sachsen geht („Das dunkelste Bundesland Deutschlands“ – Stern).

Natürlich ist jede Straftat ein Einzelfall. Wer sich mit Statistik und Gesellschaftszuständen befasst, für den ist die Frage interessant: nehmen die Einzelfälle zu? Für Sexualstraftaten und Roheitsdelikte ist das der Fall – und ein überproportionaler Teil des Anstiegs geht auf Migranten zurück.

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Soziopathen in der Funktionsstruktur II

Bei der Beantwortung der Frage, ob nicht lediglich ein altbekanntes Phänomen aus einer „zeitgemäßen“ Verpackung grüßt, sollte man auch die gesellschaftlichen Grundlagen berücksichtigen: Sowohl Politik als auch Wirtschaft fußen in der Gegenwart auf anderen Grundlagen als in der Vergangenheit. Waren für frühere Politiker-Generationen in Deutschland persönliche Erlebnisse und Prägungen (ob „Kulturkampf“, Inflation, Drittes Reich oder beide Weltkriege) Grund für ihr Engagement, ist es heute lediglich ein „Job“ wie jeder andere. Die politische Klasse hat bereits eine eigene Formelsprache, eigene Rituale und eine innere Situationslogik hervorgebracht und wird in ihrem Handeln kaum noch nachvollzogen. Dominierte früher der sog. „rheinische Kapitalismus“ der sozialen Marktwirtschaft, beherrschen heute anonyme Hedge-Fonds global die Börsenkurse. Private-Equity-Gesellschaften mit kurzfristigen oder überzogenen Renditeerwartungen diktieren die Rahmenbedingungen. Zugunsten der Rendite haben ethische Werte und zwischenmenschliche Beziehungen, da nicht profitabel, zurück zu stehen.

Es scheint mir logisch, dass man zur Umsetzung dieser neuen Regeln auch neuer Funktionseliten bedarf. Dies erlaubt die Vermutung, dass diese geräuschlos, aber erkennbar auf einen neuen, flexibel handhabbaren Moralkodex konditioniert wurde.

Ob willige Umsetzung von „Gender“-Politik oder Kernkraftausstieg durch vermeintlich „konservativ-bürgerliche“ oder Kriegseinsätze der Bundeswehr samt HARTZ IV durch „fortschrittliche“ Kräfte, ob Massenentlassungen bei florierenden Unternehmen wegen irrealer Renditeerwartungen: Um Menschen unter diesen Voraussetzungen und Rahmenbedingungen zu führen, bedarf es einer Funktionselite, die moralisch wenig (bis gar nicht) festgelegt ist. Dies bedeutet, man benötigt nunmehr den effizienten Manager-Typ, der nicht nur auf zwischenmenschliche Beziehungen, ethische Mindeststandards oder moralische Normen wenig Rücksicht nimmt (dies war auch schon oft genug vorher der Fall), sondern der mit diesen Begriffen überhaupt nichts mehr anfangen kann. Der in seiner krankhaften Selbstbezogenheit moralisch integere Menschen von einem Standpunkt aus betrachtet, wie ein Forscher einen Steinzeit-Volksstamm auf Neuguinea: distanziert und völlig unbeteiligt.

Nach meinem Dafürhalten handelt es sich eben nicht nur um die Einzelfälle kleinen Sadisten, die es auf den Chefsessel geschafft haben und gerne Untergebene manipulieren (einfach, weil sie halt die Möglichkeit dazu haben) oder mobbende Kollegen, die mit allen Mitteln „vorankommen“ oder niedere Triebe ausleben wollen. So etwas gab es unbestreitbar schon immer und wird es wohl auch weiter geben. Vielmehr fällt (hoffentlich nicht nur) mir in der politischen wie wirtschaftlichen Funktionselite dieses Landes vermehrt ein Typus Mensch auf, der früher wegen seiner Verhaltensstörung aufgefallen wäre: der Soziopath. Er hat zu ethischem Vorgehen keinerlei inneren Zugang und heuchelt lediglich ein an moralischen Maßstäben orientiertes Verhalten, um temporär einen Vorteil zu erhalten. Er führt Mitarbeiter im wahrsten Sinne des Wortes gewissenlos, gaukelt ihnen Versprechungen vor, geht Verpflichtungen ein, ohne sich moralisch in irgendeiner Form gebunden zu fühlen. Er spiegelt Gefühle oder menschliche Regungen lediglich vor, um sie für sich gewinnbringend in einer konkreten Situation auszunutzen. Formelhaft versucht er – nach der Methode Versuch und Irrtum – glaubwürdig zu kommunizieren, was er bei anderen als Erfolg bringend abgeschaut hat.

Zu eigenen emotionalen Regungen weitgehend unfähig, scannt er förmlich die Wünsche und Träume seiner Umgebung ab, um diese zielgerichtet für sich zu nutzen. Bringt Untergebene dazu, „richtig Vollgas zu geben“, um die Ausgepowerten – nachdem er dadurch sein persönliches Karriereziel erreicht hat – achtlos beiseite zu schieben. Die persönliche Integrität eines solchen Menschen geht naturgemäß gegen Null, was aber heutzutage nicht mehr negativ auffällt.

Denn das Arbeitsumfeld hat sich seit einigen Jahren für soziopathische Funktionsträger signifikant verbessert: Mitarbeiter werden als human resources erfasst und offiziell auch so bezeichnet. Eine Ressource, mittels der optimaler Profit erwirtschaftet werden soll – also beschleunigt man Arbeitsabläufe und Kommunikation immer mehr, um aus der sich immer weiter verkürzenden „Nutzungszeit“ der Ressource was immer möglich „rauszuholen“. Mit dem Ergebnis, dass bereits Vierzigjährige heute als „für den Wettbewerb zu alt“ gelten – das irrsinnige Tempo kann nur noch von Menschen von Mitte 20 bis Mitte 30 auf Kosten ihrer Gesundheit „mitgegangen“ werden. Denn kontinuierlich steigende Arbeitsverdichtung (eine Person hat gemeinhin die Aufgabenfülle von ca. 2 – 3 bisheriger Arbeitsstellen) sowie eine irrationale „Flexibilitätserwartung“ (schon an das „mittlere Management“) bezüglich Auslandsaufenthalten betreiben offen Raubbau an den psychischen und physischen Kräften der „Mitarbeiter“. Wenig überraschend sind Depressionen bereits „Volkskrankheit Nr. 1“ (vgl. http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/depressionen-die-volkskrankheit-nummer-eins-a-195324.html). human resources, welche pausenlos „an ihre Grenzen“ geführt bzw. „auf das nächste Level“ gehoben – also durch die inszenierten „Rattenrennen“ (https://de.wikipedia.org/wiki/Relative_Leistungsturniere#Rat_Races) ausgebrannt – wurden, sind emotionslos auszutauschen und in die „Sozial“-Systeme zu entsorgen. Fürsorge und Loyalität der Vorgesetzten gelten ausschließlich der Funktionsstruktur, um störende zwischenmenschliche Bindungen zu verhindern, werden sie nach wenigen Jahren ausgewechselt. Die Folge dieses sich selbst reproduzierendes Systems ist die „Produktion“ stromlinienförmiger, karriereorientierter Abzieh-Bildchen statt gestandener Führungspersönlichkeiten.

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18. bis 25. Januar: Weltgebetswoche für die Einheit der Christen …

Ja, wie sich die Zeiten doch ändern. In der diözesanen Ortspfarrei meiner Heimatstadt wird für besagte Gebetswoche geworben, indem man sich gegenseitig „in die Kirchen einlädt“. Und so besuchen sich denn allzu-wichtige Funktionsträger alle gegenseitig, ob katholisch, ev.-reformiert, ev.-lutherisch, baptistisch oder „ev.-koreanisch“ (kein Witz). Das nicht einmal die Nichtkatholiken untereinander es seit der sog. „Reformation“ zu gemeinsamen Vorstellungen gebracht haben, tut dem aktionistischen Streben nach Einheit der Christen aber sichtlich keinen Abbruch.

Unter der einheitlich verwendeten Abkürzung „Pfr.“ halten alle gegenseitig munter „Andachten“ in „Kirchen“ – der katholische Pfarrbrief differenziert da nicht mehr, scheint irgendwie alles dasselbe geworden zu sein. Völlig klar, dass die übliche Heilige Messe Freitags- und Samstagsabend ausfällt, da gibt es zeitgleich „Andachten“ mit ev. Religionsdienern und die sind offenbar wichtiger…

Tu Domine

… durch die Rückkehr der getrennten Glieder zur heiligen römisch-katholischen Kirche!

Papst Leo XIII. definierte am 29. Juni 1896 in seiner Enzyklika Satis cognitum das Ziel aller ökumenischen Bemühungen: Rückführung der Getrennten in die Kirche!

Wer die Kirche bisher nicht recht erkannt oder aus eigener Schuld verlassen hat, muss die Rückkehr zur liebenden Mutter zwar nicht wie Christus mit dem eigenen Blut, aber doch mit einiger, wenn auch geringerer Mühe und Beschwerde bezahlen. Dabei wird es jedermann einleuchten, dass dieses Opfer dem Menschen nicht von Menschen, sondern durch Gottes Befehl und Anordnung auferlegt wurde.“

„Wer die Wahrheit sucht, muss auf diesen Grundlehren aufbauen: Christus hat die Kirche gegründet und eingerichtet. Will man also untersuchen, welches ihr Wesen ist, so muss man vor allem wissen, was Christus gewollt und tatsächlich getan hat. Gemäß dieser Norm ist insbesondere die Einheit der Kirche zu bestimmen, von der Wir zum allgemeinen Nutzen…

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