Gestatten Sie mir ein kurzes Wort vorab…

Da zunehmend einfacher gestrickte Menschen zu geistigen Kurzschlüssen neigen und nach flüchtigem Ersteindruck über den ganz dicken Daumen Etiketten wie „rechts“, „Traditionalist“, „Papalist“ u. ä. verteilen, kurz einige Anmerkungen vorab.

Zur Politik: Ratiophobe Psychopathologien wie „Gender“ u. ä. lehne ich ab, auch das derzeit einheitlich handelnde Parteienkartell. Ebenso die Islamisierung unseres Gemeinwesens – nicht den einzelnen Menschen, der sich zum Islam bekennt; Abtreibung – nicht die werdende Mutter in seelischer Not; gezielt vorangetriebene Homosexualisierungspolitik – nicht den einzelnen gleichgeschlechtlich orientierten Menschen.

Gleichwohl denke ich noch selbst und erwarte den wiederkehrenden Messias und nicht den wiederkehrenden Kaiser aus dem Kyffhäuser. Skeptisch sehe ich Zeitgenossen, die sich vorgeblich um das „christliche Abendland“ sorgen, aber selbst das Julfest feiern. Oder lautstark Familienwerte proklamieren, selbst aber privat notorischen Ehebruch praktizieren, in gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaft leben oder Partner samt Kinder verlassen, um sich „neu zu orientieren“.

Freunde vorgestanzter Sprachschablonen und abwegiger Schnurrpfeifereien kommen hier i.d.R. nicht auf Ihre Kosten.

Zur Kirche: ich besuche eine Kapelle, die von der FSSPX seelsorgerisch betreut wird und publiziere u.a. deren Beiträge. Dennoch ist dies kein offizieller, offiziöser oder sonstiger Blog der Priesterbruderschaft St. Pius X. oder einer anderen Gemeinschaft.
Der Blog gibt (so nicht deutlich mit Quellenhinweis bezeichnet) ausschließlich meine persönlichen Ansichten wieder und soll zusätzlich als Verstärkungs-Plattform für Themen dienen, welche m. M. nach in Gesellschaft wie Kirche totgeschwiegen werden. „Rebloggte“ Beiträge sollen – wenn von mir auch nicht immer geteilt – zur inhaltlich differenzierten Auseinandersetzung anregen und bitte kritisch mittels öffentlich zugängiger Quellen überprüft werden. Gefährlicher als Verschwörungstheorien halte ich Kräfte, die abweichende Auffassungen anderer perfide als „Verschwörungstheorie“ tabuisieren, um diese von vornherein dem Diskurs und der Reflektion zu entziehen.

Soweit dazu, und nun viel Vergnügen beim Lesen der Beiträge…

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Diese Daten deuten auf ein Trump-Beben an den Börsen hin („Die Welt“ auf msn.com)

Diese Daten deuten auf ein Trump-Beben an den Börsen hin

George Soros macht sich einen mächtigen Feind© AP George Soros macht sich einen mächtigen Feind

Großinvestor George Soros hat seine Wetten auf einen fallenden US-Aktienmarkt stark erhöht. Die Größe der Positionen deutet darauf hin, dass er mit einem Scheitern von Donald Trump rechnet.

George Soros ist nicht nur sehr an Geschichte interessiert, er ist auch selbst eine historische Gestalt. Mit seinen Terminwetten hat der Miterfinder des Hedgefonds und Meisterspekulant nicht nur Finanzgeschichte geschrieben, er hat auch immer wieder Politik gemacht. Daher wird man hellhörig, wenn die Wall-Street-Legende an den Märkten jetzt den ganz großen Aufschlag unternimmt.

Die Milliardenwetten des Großinvestors lassen stets erkennen, was der legendäre Spekulant in Zukunft erwartet, und das hat es diesmal in sich. Die jetzt bekannt gewordenen Positionen zeigen: Soros erwartet offenbar nicht mehr und nicht weniger als das vorzeitige Ende der Präsidentschaft von Donald Trump.

Der Nichtpolitiker Trump, der sich als wirtschaftsfreundlicher Dealmaker profiliert, könnte sein persönliches Watergate der Finanzmärkte erleben. Das zumindest legen die Zahlen nahe, die aus den sogenannten 13F Filings hervorgehen. Sie deuten auf ein bevorstehendes Beben an den Börsen hin. Bei den Daten handelt sich um Finanz-Pflichtangaben, die Positionen abbilden, die bereits einige Wochen alt sind. Beobachtern zufolge ist es nicht unplausibel, dass Soros noch stärker short gegangen ist.

Soros setzt auf Absturz der US-Börse

Fest steht: Der 86-Jährige wettet im großen Stil gegen den US-Präsidenten. Soros zielt auf Gewinne, die sich aus einer Ablösung oder einem Scheitern des Manns im Weißen Haus ergeben.

Unter anderem hat Soros seine Short-Positionen auf den US-Leitindex S&P500 und den Nebenwerte-Index Russell 2000 stark erhöht. Insgesamt 764,31 Millionen Dollar setzt der Spekulant auf einen bevorstehenden Absturz der beiden Marktbarometer. Im S&P 500 sind die 500 größten Konzerne der USA vertreten, sie profitieren davon, wenn Trump weltweit Deals macht, im Nebenwerte-Index Russel 2000 finden sich eher kleinere Unternehmen, die besondere Nutznießer von milliardenschweren Infrastrukturinvestments wären, wie sie der Präsident versprochen, aber bisher nicht eingelöst hat.

Auch die von Trump in Aussicht gestellten Steuererleichterungen würde den Unternehmen des Russell 2000 zugute kommen, schließlich machen sie einen Großteil ihres Geschäfts auf dem Heimatmarkt. Die Untergangswetten auf den Russell 2000 erhöhte Soros um gut ein Drittel von 330 Millionen auf 460 Millionen Dollar, die Shorts auf den S&P 500 verdreifachte er auf knapp 305 Millionen Dollar. Gemeinsam sind S&P500 und Russell 2000, dass die darin enthaltenen Aktien hoch bewertet sind. Mit anderen Worten: Viel von den Versprechungen Trumps ist bereits eingepreist.

Soros machte nie einen Hehl aus seiner Abneigung

Der nun von Soros in Finanzwetten umgemünzte Pessimismus deutet darauf hin, dass er dem Präsidenten nicht mehr zutraut, das Ruder herumzureißen. Der Meister-Investor geht nicht nur blindlings short, sondern hat auch sogenannte Long-Positionen aufgebaut, mit denen er partiell auf steigende Kurse spekuliert. Zu seinen optimistischen Wetten gehören Tech-Werte wie Facebook oder Snapchat. Trump steht – trotz seiner Vorliebe wie Twitter-Nachrichten – mit seiner politischen Rhetorik eher für die Schwerindustrie und alte Wirtschaftszweige, nicht für die modernen weltumspannenden Netzwerke.

George Soros hat nie einen Hehl aus seiner Abneigung gegen Donald Trump gemacht. Der 1930 in Budapest geborene Investor gilt als Sympathisant der US-Demokraten. Den neuen amerikanischen Präsidenten nannte er öffentlich einen „Hochstapler und Möchtegern-Diktator“. Soros soll auch Protestmärsche gegen den neuen Mann im Oval Office mitfinanziert haben, auch wenn diese Behauptungen nie bewiesen worden sind.

Seit er öffentlich gegen den Irak-Krieg von George W. Bush opponierte und versuchte, die Wiederwahl von Bush zu verhindern, gilt er unter Konservativen als rotes Tuch. Auch in Europa ist seine Einmischung in die Politik unter Konservativen umstritten. In Ungarn hat er sich mit dem autokratischen Premier Viktor Orbán angelegt. Orbán sieht die in Budapest beheimatete und von Soros mitfinanzierte Central European University als politische Agitation.

Soros zwang bereits Notenbanken in die Knie

Soros ist mit seinen Spekulationen gegen Trump jedoch nicht alleine: Auch in den Wettbüros sind die Quoten nach oben geschossen, die auf ein vorzeitiges Karriereende des Präsidenten hindeuten. Bei der Prognosebörse Predictit.org rechnet schon ein knappes Drittel der Teilnehmer damit, dass Trump Ende 2017 nicht mehr im Oval Office sitzt. Die Wahrscheinlichkeit ist seit der Entlassung von FBI-Chef James Comey deutlich gestiegen.

In Washington und anderswo ziehen viele bereits Parallelen zur Watergate-Affäre von Präsident Richard Nixon Anfang der Siebzigerjahre. In jener Zeit des Politchaos von 1973 bis 1974 verlor der S&P500 rund die Hälfte an Wert, wobei damals allerdings die Ölkrise erschwerend hinzukam. Entwickelt es sich dieses Mal so ähnlich, könnte George Soros mit seinen Wetten mehrere Hundert Millionen Dollar verdienen.

Donald Trump tut gut daran, das nicht zu ignorieren. In der Vergangenheit konnte der Hedgefonds-Manager als vielleicht einflussreichster Spekulant der Welt an den Märkten einen solchen Druck aufbauen, dass er Notenbanken und Regierungen in die Knie zwang. Im September 1992 kegelte er das Britische Pfund aus dem Europäischen Währungssystem, später mischte er in der Asien-Krise auf eine Weise mit, die über Wohl und Wehe ganzer Kabinette entschied. Auch in der Euro-Krise soll Soros als Investor aktiv gewesen sein.

Soros ist einer der wenigen Superreichen, die im Jahr 2017 Vermögen verloren haben. Die Finanznachrichtenagentur Bloomberg taxiert es aktuell auf 24,4 Milliarden Dollar.

http://www.msn.com/de-de/finanzen/top-stories/diese-daten-deuten-auf-ein-trump-beben-an-den-b%C3%B6rsen-hin/ar-BBBnZsU?li=AAaxdRI&ocid=spartandhp

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DDR 2.0 (schlaglichter.at)

DDR 2.0

21/05/2017

Das Gesetz, das der Deutsche Bundestag unter dem harmlosen Namen ‚Netzwerkdurchsetzungsgesetz‘ an den zuständigen Ausschuss überwiesen hat, ist ein Anschlag auf den demokratischen Rechtsstaat.

Für alle, die nicht wissen worum es beim ‚NetzDG‘ geht, in aller Kürze: Gemäß dem vorliegenden Entwurf sollen Soziale Medien wie Facebook, Twitter oder Instagram dazu verpflichtet werden, „offensichtlich strafbare Inhalte“ binnen 24 Stunden zu entfernen. Dazu zählt der Gesetzgeber unter anderem Beleidigung, Verleumdung oder das strafrechtlich relevante Verbreiten von Falschnachrichten. Werden die Inhalte nicht fristgerecht gelöscht – ist die Strafbarkeit weniger offensichtlich, gilt eine Frist von sieben Tagen – drohen Geldbußen bis zu 50 Millionen Euro. Innenminister Maas will damit ‚Hate Speech‘ und ‚Fake News‘ bekämpfen.

Nun sind Beleidigung und Volksverhetzung schon jetzt strafbar. Doch was gegen das Gesetz verstößt, klären in einem Rechtsstaat unabhängige Gerichte. Staatsanwaltschaft, Klägern und Beklagten steht der Rechtsweg über mehrere Instanzen offen. Was sonst in einem aufwändigen Verfahren von gut ausgebildeten Juristen entschieden wird, will der Gesetzgeber nun an Algorithmen und Praktikanten auslagern, die binnen 24 Stunden entscheiden müssen, wofür Gerichte sonst Wochen brauchen. Und die Zulässigkeit von Äußerungen ist mitnichten offensichtlich, wenn „Ziegenficker“ verboten, aber „Nazischlampe“ erlaubt ist.

Der bekannte Rechtsanwalt und Publizist Joachim Steinhöfel präsentiert einen Gegenentwurf und bringt das Wesen dieser Gesetzesvorlage auf den Punkt:

„Die massiven Entgleisungen in den sozialen Netzwerken sind eine Tatsache. Sie sind zu ahnden, wenn sie bestehende straf- oder zivilrechtliche Vorschriften verletzen. Niemand muss sich beleidigen lassen, keine freie Gesellschaft sollte Volksverhetzung ein Forum geben. Dies lässt sich aber alles ohne die drastischen Eingriffe in Freiheitsrechte bewerkstelligen, die Maas’ Gesetz vorsieht.

Schon nach geltendem Recht haftet jedes soziale Netzwerk ab Kenntnis für die dort befindlichen Inhalte. Und zwar sowohl zivil- als auch strafrechtlich. Löscht das Netzwerk nach Beschwerde einen zB beleidigenden Inhalt nicht, kann man Facebook ebenso verklagen, wie die Bild-Zeitung. Die Strafverfolgungsbehörden können gegen die verantwortlichen Personen vorgehen, wenn strafbare Inhalte nicht entfernt werden. Aber anstatt die Justiz entsprechend auszustatten, damit sowohl schnelle zivilrechtliche Abhilfe, als auch strafrechtliche Ahndung erfolgt, verlagert der Justizminister diese hoheitliche Aufgabe unter Verletzung verfassungsrechtlicher Vorgaben und der Gewaltenteilung an einen privates, durch drohende Sanktionen von bis zu  50 Millionen Euro maximal eingeschüchtertes Privatunternehmen.“

Demokratie auf der Palliativstation

Die Folgen eines solchen Gesetzes liegen auf der Hand: im Zweifel wird gelöscht. Immer. Es gibt keinen Grund für Facebook & Co., ein beträchtliches wirtschaftliches Risiko in Kauf zu nehmen, zumal es sich ja nicht einmal um selbst produzierte Inhalte handelt. Also werden die Algorithmen immer stärker nachgeschärft: abhängig von Schlagworten und der Anzahl der User, die einen anstößigen Inhalt melden, wird automatisch gelöscht werden. Einen Anspruch auf Wiederveröffentlichung nicht strafbarer Inhalte sieht das Gesetz nicht vor. Und weil Algorithmen nicht an den deutschen Grenzen halt machen, wird sich die Politik der relevanten Social Media in ganz Europa an den größten Markt anpassen und potenziell kontroversielle Inhalte vorsichtshalber löschen.

Die Tage des freien Internets sind wahrscheinlich ohnehin gezählt. Seit Europas Staaten zu begreifen beginnen, wie mächtig ein ‚Speaker’s Corner‘ ist, in dem man mit wenigen Mausklicks landesweit Gehör finden kann, lassen sie nichts unversucht, diesen letzten anarchischen Freiraum zu reglementieren. In Großbritannien planen die Konservativen unter Theresa May eine lückenlose Regulierung des Internets. Einem Artikel des Independent zufolge, der sich liest wie ein Kapitel aus Orwells ‚1984‘, plant die Regierung monströse Einschränkungen für alles, was Menschen im Internet posten, teilen und veröffentlichen können, bis hin zur Regulierung, welche Websites Suchmaschinen anzeigen dürfen. Die Pläne sollen Großbritannien zum „global leader in the regulation of the use of personal data and the internet“ werden lassen. Bislang vermutete man die globalen Leader in dieser Disziplin ja eher in Ländern wie Russland oder China. Diese Lücke soll nun offenbar geschlossen werden.

Noch ist es nicht zu spät. Noch kann man gegen die Einschränkungen der eigenen Grundrechte kämpfen, kann man Briefe an die Abgeordneten verfassen, Demonstrationen veranstalten, auf jede zulässige Art und Weise protestieren. Doch die Zivilgesellschaft ist dabei auf sich allein gestellt, denn in der veröffentlichten Meinung findet der bislang ohnehin nur spärliche Protest kaum Unterstützung. Sei es, dass sich die wenigsten Journalisten der demokratiepolitischen Kollateralschäden der geplanten Gesetze bewusst sind. Sei es, dass sich Printmedien und Öffentlich Rechtliche einen Vorteil davon versprechen, wenn die Social Media Giganten künftig strenger reguliert werden. Sicher ist, dass jeder Angriff auf Meinungs- und Redefreiheit ein Angriff auf die Demokratie ist. Wenn der Gesetzgeber die Meinungsfreiheit erst einmal in die Palliativstation überwiesen hat, kommt die Demokratie nicht mehr lebend raus.

„Die Freiheit ist ein wundersames Tier
Und manche Menschen haben Angst vor ihr
Doch hinter Gitterstäben geht sie ein
Denn nur in Freiheit kann die Freiheit Freiheit sein.“

Die Zeilen des unvergessenen Georg Danzer kommen mir immer öfter in den Sinn. Denn auch eine DDR mit Satellitenschüsseln, BMWs und Bananen wäre nur eine DDR.

http://www.schlaglichter.at/ddr-2-0/

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Mit der Sprache eine neue Welt schaffen (die-tagespost.de)

Bildergebnis für die tagespost

 

Mit der Sprache eine neue Welt schaffen

Die Lösung verbarg sich im brasilianischen Regenwald: Der amerikanische Autor Tom Wolfe berichtet vom Krieg der Linguisten.

Von Urs Buhlmann

Tom Wolfe
Autor Tom Wolfe brilliert mit einem großartigen Buch über Sprache. Foto: dpa

Tom Wolfe, der sehr amerikanische, vom Journalismus herkommende Romancier, der seit 1962 als Markenzeichen stets einen weißen oder creme-farbigen Anzug trägt, hat einen Ausflug in die Wissenschaft unternommen: in die linguistische Wissenschaft, denn er schreibt über Sprache in seinem jüngsten Buch, über sein „Rohmaterial“ also und damit auch über das Handwerkszeug, das zu dessen Bearbeitung dient. Es ist eine Art Wissenschafts-Krimi, den Wolfe darbietet, in einer sich allmählich steigernden Sprache, die den Leser zunehmend in ihren Bann zieht, ihn gelegentlich auch zu lautem Herauslachen verleitet. Nicht schlecht für ein Buch, das sich scheinbar öden kommunikationstheoretischen Grundfragen widmet. Um Sprache an sich geht es – wie und warum ist sie entstanden? Ist sie wirklich das, was Mensch und Tier voneinander scheidet? – und um die Geschichte ihrer Erforschung. Es treten auf: Charles Darwin, der mit vielen wenig angenehmen Eigenschaften geschildert wird, und der zu Unrecht in seinem Schatten stehende Alfred Russell Wallace, der zeitgleich und unabhängig von Darwin die Evolutionslehre entwickelte, für die Darwin dann den größten Teil des Ruhmes einheimste, sowie als neuzeitliches Dioskuren-Paar der wahrscheinlich berühmteste lebende Linguist Noam Chomsky, zugleich eine Ikone des amerikanischen Linksliberalismus, und der Feldforscher Daniel Everett, der sich nach einer Reise zu einem entlegenen Amazonas-Volk erdreistete, die Chomsky’sche Theorie von einer Universalgrammatik in Frage zu stellen – und von den Jüngern des Meisters entsprechend abgestraft wurde.

Das klingt alles nach eher entlegenen Themen, doch Wolfe ist eben ein Könner, einer, der vom Journalismus das schnörkellose Erzählen übernommen hat. Man folgt ihm willig und atemlos auf seiner Tour, die von britischen Gentlemen’s Clubs zu in der Tropensonne schwitzenden Forschern bis in jüngere Wege und Abwege amerikanischer Politik führt.

So vage sich das Thema für manche anhört, es geht am Ende doch um die „Theorie von allem“. Denn wenn die Evolutionslehre, die von ihren Anhängern, die darüber zu Atheisten wurden, mit religiösem Eifer verbreitet wird, den Anspruch erhebt, die Entstehung der Arten – und darin die des Menschen – aufdecken zu können, wie, bitte schön, wird dann der Ursprung der Sprache erklärt? Darwins Idee, das Sprachvermögen des Menschen habe sich irgendwie aus der Imitation tierischer Laute entwickelt, wurde schon bald und sehr entschieden von dem in Dessau geborenen, in Oxford lehrenden Philologen und Religionswissenschaftler Max Müller in Frage gestellt: „Die Sprache ist unser Rubikon, und kein Tier wird wagen, ihn zu überschreiten.“ Nur der Mensch besitze die überlegene Macht der Sprache und kein Tier werde jemals darüber verfügen. Auch Wallace, der im Gegensatz zum vermögenden Darwin sein Brot als sogenannter „Fliegenfänger“ verdiente, indem er wissenschaftlichen Gesellschaften aus entlegenen Weltgegenden anatomische Präparate großer und kleiner Tiere zusandte – und sich dabei Malaria zuzog – hielt die Kraft des menschlichen Gehirns für unübertroffen.

Noam Chomskys Theorie ist an Eingeborenen gescheitert

Es stehe weit über dem, was „natürliche Auslese“ – Darwins Lieblingsidee – erreichen könne. Wallace, der im späteren Leben zum Spiritismus neigte, was in der Mitte des 19. Jahrhunderts durchaus nicht selten war, machte letztlich übernatürliche Kräfte für die Existenz des überlegenen menschlichen Denkvermögens und damit auch für die der Sprache verantwortlich. Darwin brachte er so fast um den Verstand, weil dieser um seine stolze Evolutionstheorie fürchtete, die ohne übernatürliche Mächte auskam: „Die Sprachfähigkeit des Menschen musste ganz einfach irgendeine animalische Genealogie vorzuweisen haben… musste sich in seine Theorie von Allem einpassen lassen“, resümiert der Autor.

Es ist über weite Strecken ein Lehrstück über Obsessionen, das Wolfe zu erzählen hat, ein Wettstreit über Theorien, die mit heiligem Ernst vorgetragen wurden und absolute Gefolgschaft verlangten. Darwin kam der Gedanke, Sprache „habe im Zuge der Vogelgesänge zur Paarungszeit begonnen“. Der Mensch habe die Vögel imitiert und irgendwann begonnen, bestimmte Vogellaute spezifischen Vorgängen zuzuordnen und sie so zu „benennen“. Aber auch anderes, abstraktes Denken, Moral, Religion, Selbstbewusstsein und so fort, fand Darwin – so schrieb er 1871 in „The Descent of Man“ – bei den Tieren vorgebildet. Wolfe beschreibt ausführlich das Hin und Her der Meinungen, denn diese Darwin’sche Sprachtheorie, die sich relativ leicht widerlegen lässt, wurde natürlich sofort wieder bestritten, und so landet er schließlich in der Jetzt-Zeit, bei Noam Chomsky.

Der 1928 als Sohn von aus der Ukraine ausgewanderten Juden geborene Amerikaner, der bereits mit seiner 1955 vorgelegten Dissertation sein Fach Linguistik revolutionierte, hat es schließlich zur zweifelhaften Auszeichnung als „meistzitierter Intellektueller“ der Welt gebracht. Wie zuvor bei Darwin gibt es um ihn herum eine straff organisierte Form von Jüngerschaft, die keinen Glauben an „andere Götter“ (und im übrigen auch an Gott) duldet, wann immer jemand den vom Großdenker in die Welt gesetzten Theorien zu nahe kommt – wie Tom Wolfe mit ätzendem Spott berichtet. Chomsky Grundidee war zunächst: „Sprache sei nicht etwas, das man ,lerne‘, Sprache funktioniere vom Moment des Geborenwerdens an, so wie das Herz sofort zu pumpen oder die Nieren sofort zu filtern und auszuscheiden beginnen.“ Eine Art „Sprachorgan“ befähige schon kleine Kinder dazu, relativ bald mit Hilfe einer „Universalgrammatik“ das Sprechen in ganzen Sätzen zu erlernen. Hintergrund dafür war Chomskys Vermutung, „dass alle Sprachen auf diesem Planeten, von geringfügigen lokalen Abweichungen abgesehen, in Wirklichkeit ein und dieselbe seien“. Diese Annahmen konnten sich, so Wolfe, auch deswegen so gut durchsetzen, weil sie von jemandem kamen, der sich stets als Freund der Dritten Welt und Kritiker der „imperialistischen“ US-Außenpolitik gerierte und der mit großem Charisma für seine Thesen einzutreten verstand. Ganz nebenbei erledigte er noch die Behaviorismus-These des amerikanischen Verhaltensforschers B.F. Skinner. Dieser hatte aus der Tatsache, dass es ihm gelungen war, Ratten, die er mit Futter lockte, relativ leicht zu einem erlernten Verhalten zu bringen, geschlossen, dass man auch Menschen „konditionieren“ könne und zog so Rückschlüsse auf das menschliche Sprachvermögen.

Wolfe zeigt uns, wie Chomsky den Rivalen „20 000 Wörter lang schrotete“, so sehr durch den Kakao zog, dass Skinners Theorie sich in nichts auflöste. „Noam Chomsky wurde eine Macht, mit der es sich niemand mehr zu verscherzen wagte.“ Einer tat das dann doch, 2005, in einem harmlos erscheinendem Artikel über einige Besonderheiten der Piraha-Sprache, die von wenigen hundert Indianern des brasilianischen Amazonasbeckens gesprochen wird. Daniel L. Everett, hatte als Missionar lange dort gelebt, sich die als unlernbar geltende Sprache angeeignet und war auf etwas aufmerksam geworden, was Guru Chomsky nicht gefallen konnte: Everett „war auf die schlichteste Gesellschaft der bekannten Welt gestoßen. Die Piraha dachten nur im Präsens. Sie verfügten über eine begrenzte Sprache; sie kannte keine Rekursion (= Bezugnahme auf Bekanntes oder Gewesenes), die sie in die Lage versetzt hätte, sich endlos in jede Richtung und in jeden Zeitrahmen auszudehnen. Sie stellten keine Artefakte her, ausgenommen Pfeil und Bogen“, kannten nicht einmal Häuser. Weil jeder ihrer Sätze für sich allein stehe und sich nur auf ein bestimmtes Ereignis des Jetzt beziehe, schloss Everett, dass eine universelle Grammatik hier nicht greife. Was die Indianer von sich gäben, „entstamme ihrer Kultur und nicht einer vorexistenten geistigen Schablone“. Da läuteten bei Noam Chomsky alle Alarmglocken: „Prompt wechselten er und sein Kommando in den vollen Kampfmodus.“ Everett wurde auf Betreiben Chomskys von Seiten der brasilianische Regierung die Erlaubnis zum Besuch des Indianerreservats entzogen. Wolfe benennt die wissenschaftlichen Artikel, die man nun, Kanonensalven gleich, aufeinander abfeuerte, von ihrem Umfang her: 10 000 gegen 15 000, 35 000 gegen 60 000 Zeichen. Schließlich ging es um viel, um die Deutungshoheit, darum, wer der beste Sprachforscher ist. Einer der Gründe, warum die Chomsky-Schule so rabiat gegen den Forscher-Kollegen vorging: „Mittlerweile, Anfang des 21. Jahrhunderts, waren die meisten Menschen, die sich als Intellektuelle verstanden, zugleich Atheisten. Frommgläubige rangierten eine knappe Stufe unter den unglückseligen Narren. Die schlimmste Brut von Gläubigen waren weiße Evangelikale. Und dann war da auch noch Daniel Everett. Stimmt, er war zu Beginn der achtziger Jahre vom Christentum zur Anthropologie und Linguistik konvertiert – doch seine nicht nur evangelikale, sondern auch noch missionarische Vergangenheit war ein Fleck auf seiner Weste, der nie vollständig verschwinden sollte – jedenfalls nicht aus Sicht der Akademia.“

Das Ende vom Lied, von dieser Wissenschafts-Saga mit abenteuerromanhaften Zügen, ist geradezu banal, weil vorhersehbar: Chomsky hat seine These von der angeborenen Sprache und eingeborenen Universalgrammatik im Kern zurückziehen oder besser „modifizieren“ müssen. Everetts Idee, es sei schlicht falsch, Sprache als „angeboren“ zu bezeichnen, ist die nun herrschende. Sprache müsse als Artefakt bezeichnet werden, etwas Menschengemachtes. In einem Artikel von 2014 gab Chomsky, der seine Meinung offiziell nie revidiert hat, zu: „Die Evolution des Sprachvermögens bleibt weitgehend ein Rätsel.“ Tom Wolfe beendet sein furioses Sprachtheorie-Buch mit einer Ode an die Macht der Zunge, an das Instrument, das er selber so meisterhaft gebraucht: „Die Behauptung, Tiere hätten sich zu Menschen entwickelt, gleicht der Behauptung, Carrara-Marmor habe sich zu Michelangelos David entwickelt. Der Sprache huldigt der Mensch in jedem nur erdenklichen Moment“.

Tom Wolfe: Das Königreich der Sprache. Karl Blessing Verlag, München 2017, 224 Seiten, ISBN 978-3-89667-

588-0, EUR 19,90

 

Ein Buch über Linguistik – ein Thema, mit welchem man zeitgenössische Leser eigentlich „zu Paaren treiben“ kann… Abstrakt, blutleer und akademisch. Nicht nur der human touch fehlt, sondern ebenso „sex and crime“. Findet keine Leser, sterbenslangweilig.

Gemach, Gemach!

Urs Buhlmann gelingt es mit leichter Hand, bei dieser – doch etwas abstrakten – Thematik aktuelle Bezüge zu unserem gegenwärtigen Alltag herzustellen. So zu dem Vorhaben, ein Narrativ – also eine sinnstiftende Erzählung, die Einfluss hat auf die Art, wie die Umwelt wahrgenommen wird – ohne Gott zu schaffen. Dieses Narrativ – an welchem seit Jahrhunderten von atheistischen Wissenschaftlern so geduldig wie verdeckt gearbeitet wird – wird in unseren Tagen von den Medien und der Politik auf breiter Front mit gesellschaftlicher Legitimität versehen. Glauben wird zunehmend skandalisiert, Rocco Buttiglione kann bereits 2004 nicht EU-Kommissar werden, weil er als praktizierender Katholik Homosexualität als Sünde bezeichnete. Kreuze sollen im öffentlichen Raum verschwinden, Demonstrationen von Lebensschützern sind nur noch mit massivem Polizeischutz durchführbar.

Dieses perfide Narrativ schildert den Menschen als höchstentwickeltes Tier, welches seine Existenz nicht Gott, sondern dem Urknall samt Survival of the Fittest verdankt. Göttliche Gebote sind daher ohne Belang, jegliches Geschlecht frei wählbar, das menschliche Leben per Reagenzglas an- und per Abtreibung und Euthanasie wieder ausknipsbar. Verteidigt wird diese wahrhaft luziferische These (um mit Böll zu sprechen) mit rattenhafter Wut, soll doch der Schöpfer vom Thron herunter, dem Geschöpf Platz machen. Die säkularen Säulenheiligen Darwin, Chomsky (und wie sie alle heißen) dürfen nicht in Frage gestellt werden, Kritiker werden gesellschaftlich vernichtet, als überkommene Intolerante verfemt und totgeschwiegen. Wie im Artikel gut geschildert, werden dabei im „vollen Kampfmodus“ Strippen gezogen, Regierungen eingeschaltet, wissenschaftliche Existenzen vernichtet, Erkenntnisse unterdrückt. Es lebe die Aufklärung, es lebe die Toleranz…

Der Autor versteht es gut, tiefer liegende Grundstrukturen zu verdeutlichen, deren aktuelle Blüten Gender sowie „Homo-“, „Islamo-“ und sonstige „Phobien“ sind. Gnadenlos werden Andersdenkende vom wissenschaftlichen und medialen Komplex zu Angstgestörten erklärt, die man nicht ernst zu nehmen brauche. Man muß wirklich nicht Verschwörungstheoretiker zu sein, um zu Feststellung zu gelangen, dass der politische, der mediale, der wissenschaftliche Komplex objektiv real sind. Sie alle arbeiten wahrnehmbar Hand-in-Hand, perfekt choreographiert. Siehe den – offensichtlich orchestrierten – einheitlichen Kampangnen-Journalismus gegen Putin, gegen Trump, gegen die AfD, gegen die FSSPX. Oder die schleichende Umsetzung des sog. „Gender-Mainstreaming“ durch Parteien jeglicher Couleur (CDU-Kultusminister Lorz aus Wiesbaden läßt grüßen...)

Die Schöne neue Welt, (welche mit dem Mittel der Sprache künstlich geschaffen werden soll, wie der Titel richtigerweise verdeutlicht) nimmt bereits zusehends Gestalt an, artifiziell soll mit Binnen-„I“, Gender-Mainstreaming und political correctness eine virtuelle und vor allem verbindliche Wirklichkeit geschaffen werden. Neusprech für Gutdenker, auf dass Gedankenverbrechen (heute: Hate-Speech) bereits im Kopf gar nicht erst entstehen – schlag nach in Orwells „1984“. Die Repressionsinstrumente, von Orwell noch „Gedankenpolizei“ genannt, firmieren heutzutage als private Stiftungen, welche im rechtlichen Zwielicht des Internets Zensur ausüben.

Die sog. „Zivilgesellschaft“ soll „Gesicht zeigen gegen rechts“. Damit man die dazu erforderliche gesellschaftliche „Haltung“ besser organisieren kann, werden Kirchen, Sport, Kultur usw. als gesellschaftlicher Transmissionsriemen offiziell formiert – buchstäblich vom Kneipp-Bund bis zum Vogelschutz-Komitee – lesen Sie’s nach: http://www.allianz-fuer-weltoffenheit.de/.

Die uns bisher bekannte Welt wird gezielt transformiert – die DT hat in dieser Buchbesprechung dankenswerter Weise auf die Grundlagen dieser Veränderung hingewiesen.

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Übermorgen: Vortrag von P. Gérard Mura: Was steht wirklich im Dritten Geheimnis von Fatima?

Mittwoch, den 24. Mai 2017, nach der 18.00 Uhr-Messe:

Vortrag von P. Gérard Mura:

Was steht wirklich im Dritten Geheimnis von Fatima? – Eine Botschaft an die ganze Welt

Kapelle St. AthanasiusKapelle St. Athanasius

65795 Hattersheim bei Frankfurt, Schulstraße 7

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Soros auf Geheim-Mission in Rom (geolitico.de)

Soros auf Geheim-Mission in Rom

George Soros © GEOLITICO
George Soros © GEOLITICO

Die Zahl der übers Mittelmeer kommenden Flüchtlinge steigt wieder deutlich an. Ausgerechnet jetzt traf der Milliardär Soros zu einem Geheimbesuch in Rom ein.In Deutschland taucht das Phänomen in der politischen Debatte kaum mehr auf. Dabei ebbt die Massenflucht über Afrika nach Europa keineswegs ab, vielmehr steigt die Zahl der Flüchtlinge seit dem Frühjahr wieder an. Mit dem besseren Wetter schicken die Schlepperbanden Tausende auf die lebensgefährliche Überfahrt von Libyen nach Italien. Etwa 50 Prozent mehr Flüchtlinge als vor einem Jahr wählen diesen Fluchtweg.

Allein am vergangenen Wochenende retteten Schiffe der Marine, der Küstenwache, der EU-Grenzschutzbehörde Frontex und von Nichtregierungsorganisationen binnen 48 Stunden über 6000 Migranten aus dem Mittelmeer.[1] Etwa 15 Prozent der in Italien anlandeten Migranten stammen inzwischen aus so fernen Ländern wie Bangladesch. Rund 10.000 Euro zahlen sie den Schleppern für die Flucht nach Europa, die für alle aber vorerst in Italien endet, da die Italiener die Migranten, anders als früher, nicht einfach in andere Länder weiterreisen lassen können. Frankreich und Österreich haben ihre Grenzen zu Italien geschlossen.

Was geschah im Palazzo Chigi?

In Italien führt die weiter steigende Zahl der Flüchtlinge zu erheblichen Spannungen, denn das Land steckt in einer anhaltenden Wirtschaftskrise. Die Arbeitslosigkeit erreicht mit zwölf Prozent ein Rekordhoch, unter den jungen Leuten ist sogar fast jeder Zweite ohne Arbeit. Das sind keine guten Bedingungen für weitere gesellschaftliche Belastungen. Und viele Italiener gehen davon aus, dass sich die Lage im Land weiter verschärfen wird.

Aus diesem Grund sorgte eine in der vergangenen Woche veröffentlichte Meldung für Unruhe. Darin hieß es, der Milliardär George Soros sei zu einem Geheimtreffen mit Ministerpräsident Paolo Gentiloni in Rom gewesen.[2] Das Treffen sei weder bekannt gemacht worden, noch finde sich irgendein Hinweis dazu auf der Website der italienischen Regierung. „Ich werde Premierminister Gentiloni im Parlament über die Hintergründe zu dem Soros-Besuch im Palazzo Chigi befragen“, kündigte Elvira Savino von der Forza Italia für die nächste Parlamentssitzung an.

Pikant ist der offenbar verschwiegene Soros-Besuch deshalb, weil sich der Milliardär seit Jahren für die Migration nach Europa stark macht. Er initiierte mehrere einflussreiche Nichtregierungsorganisationen, die er mit viel Geld ausstatte. Ihr Ziel ist es, massiven Einfluss auf die internationale Politik auszuüben. Einige dieser Organisation sind unmittelbar in die Flüchtlingskrise involviert.

Das Soros-Netzwerk

Zu diesen Organisationen zählt etwa MOAS (Migrant Offshore Aid Station), einer privaten Organisation zur Seenotrettung mit Sitz auf Malta. Auch die NGO „Save The Children“, die sich ebenfalls für die Rettung der Flüchtlinge im Mittelmeer einsetzt, gehört zum Soros-Netzwerk. Zu ihren Partnern zählt die von Soros gegründete und inzwischen sehr einflussreiche Open Society Foundation. Mit dabei sind auch Médicins Sans Frontiéres. Angeblich soll eine Soros-Organisation auch das Handbuch für Flüchtlinge finanziert haben, das bei Migranten auf der Balkan-Route gefunden wurde und Hinweise für die Einreise nach Deutschland enthielt.

Warum also kam Soros, der erst vor einem Jahr die europäischen Staats- und Regierungschefs zu einer gemeinsamen Kraftanstrengung für die Migranten aufgerufen hatte, ausgerechnet jetzt, wo die Zahl der übers Mittelmeer kommenden Flüchtlinge wieder ansteigt, nach Rom, rätseln die Italiener. Vor allem wüsten sie gern, was er mit Gentiloni zu besprechen hatte. Es könnte auch für die anderen EU-Länder interessant sein.

 

Anmerkungen

[1] https://www.tagesschau.de/ausland/fluechtlinge-mittelmeer-221.html

[2] http://www.ilgiornale.it/news/politica/quellincontro-palazzo-chigi-soros-e-premier-gentiloni-1392744.html

http://www.geolitico.de/2017/05/11/soros-auf-geheim-mission-in-rom/

 

Die Ausführungen zum Soros-Netzwerk wurden von mir rot unterlegt

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Warum wurde das dritte Geheimnis von Fátima 1960 nicht veröffentlicht? (r-gr.blogspot.de)

Samstag, 20. Mai 2017

Warum wurde das dritte Geheimnis von Fátima 1960 nicht veröffentlicht?

Am 13. Juli 1917 teilte die Muttergottes den drei Seherkindern von Fatima eine Botschaft mit, die sie niemanden offenbaren sollten. Als die Kinder gleich nach der Erscheinung gefragt wurden, was Maria ihnen gesagt hat, sagten sie, es sei ein Geheimnis. Man wusste also gleich, dass die Botschaft der Muttergottes ein Geheimnis enthielt.

Auf diese Weise wollte Maria eindeutig die Aufmerksamkeit der Welt auf etwas ganz wichtiges richten, dessen Inhalt nur dann öffentlich gemacht, wann es die Vorsehung für angebracht halten würde.

Dies erwirkte eine mysteriöse Aura um die Erscheinungen in Fatima und des Geheimnisses selbst, die sich im Laufe der Jahre und Jahrzehnte erweiterte und so die Wichtigkeit ihres Inhalts hervorhob.

Die ersten zwei Teile des Geheimnisses veröffentlichte Sr. Lucia, auf Geheiß der Muttergottes, in ihren dritten Erinnerungen am 31. August 1941. Am 3. Januar 1944 schrieb Sr. Lucia den dritten Teil des Geheimnisses nieder, auf Bitten des Bischofs von Leiria und mit der Erlaubnis der Muttergottes. Das Schreiben wurde in einem versiegelten Umschlag dem Bischof über einen Boten ausgehändigt, mit der Anmerkung, es dürfe nicht vor dem Jahr 1960 veröffentlicht werden. Bischof José Alves Correia da Silva steckte den von Sr. Lucia geschickten Umschlag in einen weiteren, der ebenfalls versiegelt und im Tresor der Kurie eingeschlossen wurde.

Anfang 1957 bat die Kongregation des Heiligen Offiziums, heute Glaubenskongregation genannt, dass das Dokument nach Rom geschickt werden sollte. Zu diesem Zweck wurde es der Apostolischen Nuntiatur in Lissabon übergeben, von wo es der Nuntius Msgr. Fernando Cento dem Vatikan überbrachte, wo es am 4. April 1957 im Geheimarchiv des Heiligen Offiziums aufgenommen wurde.

Am 17 August 1959 verlangte Papst Johannes XXIII das Dokument zu sehen und erhielt es aus der Hand eines Kommissars des Heiligen Offiziums. Einige Tage später wurde es zum ersten Mal vom Papst geöffnet und mit Hilfe eines Dolmetschers des Staats-Sekretariats gelesen. Der Papst entschloss sich, es nicht zu veröffentlichen und gab es dem Heiligen Offizium zurück.

Diese Entscheidung des Papstes verursachte, wie vorherzusehen, eine große Enttäuschung in der ganzen Welt und gab Anlass zu besonnenen aber auch zu den unpassendsten Vermutungen über den Inhalt des Geheimnisses.

Die Nachfolgenden Päpste, Paul VI. und Anfangs auch Johannes Paul II folgten und bestätigten die Entscheidung Johannes XXIII.

Als Johannes Paul II am 13. Mai 2000 in Fatima war, verkündete er, dass das dritte Geheimnis veröffentlicht werde, mit einem entsprechenden Kommentar der Glaubenskongregation. Dies geschah am 26 Juni desselben Jahres.

In einer feierlichen Sitzung unter der Leitung von Kardinal Joseph Ratzinger wurde im Pressesaal des Vatikans den am Heiligen Stuhl akkreditierten Journalisten der Text des dritten Geheimnisses vorgelesen und von dort über die ganze Welt verbreitet.

Bei dieser Gelegenheit gab man den wichtigsten Vatikanexperten die Möglichkeit, Fragen zur Deutung des Textes zu stellen.

Eine dieser Fragen behandelte gerade den Grund, der den Heiligen Stuhl dazu verleitete, das dritte Geheimnis 1960, entgegen den Erwartungen der ganzen Welt, nicht zu veröffentlichen. Die Antwort Kardinal Ratzingers ist äußerst aufschlussreich über die ernsthaften Gründe, die den Heiligen Stuhl zur damaligen Entscheidung führten.

Diese wichtige Information wollten wir unseren Leser nicht vorenthalten. Dazu baten wir (*) einen renommierten Experten des Themas, Herrn Antonio Augusto Borelli Machado, dem Autor eines Weltbestsellers über die Erscheinungen von Fatima, um ein Interview, in dem er mit Klarheit über die großen Probleme, die die Kirche und die Welt in den letzten hundert Jahren, seit der Erscheinung von Fátima, bekümmerten

Wenn es auch Meinungsverschiedenheiten unter Experten gibt, ob nun der vom Vatikan veröffentlichte Text dem kompletten Text des dritten Geheimnisses entspricht oder nicht, geben wir den Text wieder, so wie er dargebracht wurde, ohne andere Meinungen darüber zu berücksichtigen.

Die Redaktion des Catolicismo

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„Kardinal Ratzinger gibt zu, dass die Veröffentlichung

des Geheimnisses von Fátima 1960, wichtige politische

Vorhaben des Heiligen Stuhls gestört hätten… 

Welche Vorhaben waren das?“

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Catolicismo – 1960 erreichte die Erwartung, dass das dritte Geheimnis von Fatima veröffentlicht würde, einen Höhepunkt. Doch die Veröffentlichung fand nicht statt, was große Enttäuschung hervorrief. Erst 40 Jahre später, am Schluss des Millenniums, veröffentlichte ihn der Heilige Stuhl. Während der Vorstellung stellten Journalisten Fragen über den Grund dieser Verzögerung. Welche war die Erklärung von Kardinal Ratzinger, der der Sitzung vorstand?

Antonio Borelli Machado – Als am 26 Juni 2000 dieser Teil des Geheimnisses veröffentlicht wurde, entschloss sich der Heilige Stuhl, dies mit großem publizistischen Aufwand zu machen, unter Ausführung der Glaubenskongregation. Die im Vatikan akkreditierten Journalisten wurden eingeladen daran teilzunehmen. Den Anwesenden wurde ein Exemplar der Broschüre Die Botschaft von Fatima mit dem Text des Geheimnisses überreicht. Die Sitzung wurde geleitet von Kardinal Ratzinger mit der Teilnahme von Msgr. Bertone, Sekretär der Kongregation, und des Direktors der Sala Stampa des Heiligen Stuhls, Navarro Vals. Fernsehsender aus aller Welt übertrugen die Sitzung life. Nach der Vorstellung von Kardinal Ratzinger und Msgr, Bertone, öffnete der Pressesprecher des Vatikans das Wort für Fragen der Journalisten. Drei der gestellten Fragen behandelten das Thema über die Gründe der Päpste, die Veröffentlichung 40 Jahre lang nach dem vorgesehenen Termin zu verzögern. Die am besten formulierte Frage war die des Schriftsteller und Vatikanexperten Gian Franco Svidercoschi (Bild), ehemaliger Vize-Direktor des „Osservatore Romano“. Seine Frage (entnommen aus dem vom Presseamt freigegebenen Videoaufnahme der Sitzung) war folgende:

„Emminenz: Ich erlaube mir über das Warum der Verzögerung, dieser verlängerten Vorsicht der Kirche von 1960 bis heute. Sie habe in gewisser Hinsicht schon geantwortet, indem Sie von Evolution der Geschichte sprachen. […] Da ist auch die Beschreibung von Msgr. Bertone über die verschiedenen Entscheidungen der Päpste im Zuge der veränderten politisch-historischen Situationen. Doch ich Frage Sie: zahlte die Kirche nicht ein zu hohen Preis für dieses lange Schweigen, dieses lange Schweigen über das Geheimnis? Beinhaltet letztendlich der dritte Teil des Geheimnisses nicht auf den schon im zweiten Teil hingewiesenen weiß gekleideten Bischof? Ist der dritte Teil nicht lediglich eine Folge von dem, was in den vorherigen Teilen schon gesagt wurde? Dieses (im dritten Teil beschriebene) Martyrium 1960 vorhanden? Gibt es nicht eine andere Art, von Seiten der Kirche, nicht nur bezüglich Fatima, Stellung zu nehmen zu Privatoffenbarungen – die nicht das depositum fidei berühren – und so eine ganze Reihe von Instrumentalisierungen und Skandale hätte vermeiden können, die gerade wegen dieses Schweigens aufkamen, das so lange andauerte? Danke“.

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„Im 2. Vatikanischen Konzil waren einflussreiche Konzilsväter

beseelt einen Ralliement der Kirche mit der modernen Welt zu fördern

– ganz im Sinn des von Leo XIII damals empfohlenen Ralliement“

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Dazu antwortete Kardinal Ratzinger ohne zu zögern:

„Es ist sicher, dass die Entscheidung der drei Päpste, das Geheimnis nicht zu veröffentlichen – weil auch der jetzige Papst [Johannes Paul II] es 1981 nicht veröffentlichen wollte – keine dogmatische Entscheidung war, sondern eine Vorsichtsmaßnahme. Und man kann immer über den Vorsichtscharakter einer Entscheidung diskutieren, ob man politisch nicht eine andere Entscheidung hätte vorziehen sollen. Deshalb soll man diese Haltung der Päpste nicht dogmatisieren. Dennoch, wenn ich es rückblickend betrachte, würde ich sagen: sicher habe wir einen Preis bezahlt, wegen der Spekulationen, die wir in den letzten Jahrzehnten vernommen haben. Doch andererseits meine ich, dass es angebracht war, einen Moment abzuwarten, damit wir eine Rückschau haben können. 1960 waren wir noch an der Schwelle des Konzils, diese große Hoffnung, ein neues positives Verhältnis zwischen die Welt und die Kirche zu erreichen, und auch ein wenig die verschlossenen Türen zum Kommunismus zu öffnen. Das Gleiche noch zur Zeit Papst Paul VI: wir waren noch sozusagen in der Zeit der Verdauung des Konzils, mit so vielen Problemen, dass dieser Text [das dritte Geheimnis] nicht seine richtige Platzierung bekommen hätte. Ebenso gleich nach dem Attentat [auf Johannes Paul II]: in diesem Moment mit dieser Botschaft herauszukommen, hätte meines Erachtens nicht das ausreichende Verständnis gebracht. Ich denke, ohne diese Entscheidung zu dogmatisieren, dass es, alles in allem, gut war, ein wenig das Ende des Jahrhunderts abzuwarten, um einen umfassenderen Blick zu bekommen, und das wahre Imperativ und die richtigen Hinweise dieser Vision [der Botschaft] zu verstehen.“

Catolicismo – Kardinal Ratzinger gibt also zu, dass die Veröffentlichung des Geheimnisses 1960 wichtige politische Schritte des Heiligen Stuhls stören würde… Welche waren diese Ziele, die gestört würden durch die Veröffentlichung des dritten Geheimnisses in diesem Zeitpunkt des 20. Jahrhunderts?

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„Da die Kirchenmänner entschlossen waren,

unter jeden Preis die Annäherung zur modernen

Welt zu erreichen, mussten sie sich für die 

Nichtveröffentlichung des Geheimnisses entscheiden“

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Antonio Borelli Machado – Drei politische und religiöse Ziele ersten Ranges bestimmten das Leben der Kirche in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden von Kardinal Ratzinger in seiner Antwort erwähnt:

  1. Der ralliement* der Kirche mit der modernen Welt: „diese große Hoffnung eines neuen positiven Verhältnisses zwischen Welt und Kirche zu erreichen“;

* Zusammenschluss, Anschluss

  1. Die Ostpolitik des Vatikans, d. h. der ralliement der Kirche mit dem Kommunismus: Die Hoffnung „die verschlossenen Türen des Kommunismus ein wenig zu öffnen“;

3) Die Durchsetzung der Richtlinien des Konzils, die dieses doppelte ralliement fördern sollten, und die die Ursache so „vieler Probleme“ der „Verdauung“ der konziliaren Neuerungen durch die katholische Welt waren.

Catolicismo – in wie fern ist das dritte Geheimnis mit diesen Zielen nicht vereinbar?

Antonio Borelli Machado – Das dritte Geheimnis besteht aus einer Vision, in der ein „ein Engel mit einem Feuerschwert“ erscheint. Das Schwert „sprühte Funken und Flammen gingen von ihm aus, als sollten sie die Welt anzünden“. Nun, eine Welt, die Gott auf diese Art strafen will, ist eine Welt die die Abneigung Gottes verursacht… Es war bestimmt nicht eine Welt die „diese große Hoffung eines neuen positiven Verhältnisses zwischen Welt und Kirche zu erreichen“ erlaubte. Die Veröffentlichung des dritten Geheimnisses 1960 wäre ein Schritt in die Gegenrichtung des ralliement der Kirche mit der modernen Welt.

Ich benutze hier den Ausdruck ralliement in Beziehung der bekannten Politik Leos XIII. gegenüber laizistischen Staaten, die im Zuge der Französischen Revolution überall in der ausgerufen wurden. Ganz besonders die laizistische Republik, wie sie in Frankreich etabliert wurde. Wie man weiß, bedauerte dieser Papst in seinem Alter, das Scheitern seiner Hoffnung in diese Richtung.*

* Über die Politik des ralliement Leos XIII. siehe das Buch von PLINIO CORREA DE OLIVEIRA, Der Adel und vergleichbare traditionelle Eliten in den Ansprachen Pius’ XII an den Adel und Patriziat Roms, Anhang III. 3. Papst Leo XIII. greift ein, S. 242 ff. Österreichische Gesellschaft zum Schutz von Tradition, Familie und Eigentum, Wien, 2008. Siehe auch ROBERTO DE MATTEI, Il ralliement di Leone XIII -Il fallimento di un progetto pastorale, Le Lettere, Firenze, 2014, 366 Seiten.

Im 2. Vatikanischen Konzil waren einflussreiche Konzilsväter von ähnlichem Optimismus beseelt, ein ralliement der Kirche mit der modernen Welt zu erreichen – in völliger Übereinstimmung mit dem Leos XIII. Hätten sie sich mit entsprechender Aufmerksamkeit den schon zwei veröffentlichen Teilen des Fatimageheimnisses gewidmet, hätten sie wahrscheinlich ihren Optimismus gedämpft: es reicht den Satz zu bedenken, „mehrere Nationen werden vernichtet werden“, der im zweiten Teil des Geheimnisses vorkommt. Wenn nach der Veröffentlichung des dritten Teils 1960, dieser mit entsprechenden Kommentaren weit verbreitet worden wäre – man denke nur an die „große, halb zerstörte Stadt“… – hätte ihnen die Augen öffnen können; oder wenigstens ihnen die Einsicht geben, dass die katholische Welt den geplanten ralliement nicht verstehen würde, und dadurch diesen Schritt vereitelt hätte.

Da die Kirchenmänner entschlossen waren, um jeden Preis die Annäherung zur Welt zu erreichen, mussten sie sich für die Nichtveröffentlichung des dritten Geheimnisses entscheiden und den Preis der Befremdung, der unter den Gläubigen dadurch aufkam, zahlen.

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„Wer sich neutral zwischen Wahrheit und Irrtum erklärt,

stellt sich wirklich auf der Seite aller Irrtümer und

gegen die einzige Wahrheit. Dies ist die Einstellung des

Laizismus gegenüber der wahren Kirche“

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Catolicismo – Dass eine so große Strafe über die Welt schwebt, zeigt wie das Verhalten der gegenwärtigen Gesellschaft im Widerspruch steht, zu den Prinzipien, die sie nach Gottes Willen leiten sollten. Ist es möglich den Punkt hervorzuheben, in dem dieser Widerspruch sich besonders hervortut?

Antonio Borelli Machado – Damit das heutige Publikum versteht, wie weit wir von der wahren Ordnung der Dinge entfernt sind, lohnt es sich, den bekannten Text von Leo XIII. zu zitieren: „Es gab eine Zeit, wo die Weisheitslehre des Evangeliums die Staaten leitete. Gesetze, Einrichtungen, Volkssitten, alle Ordnungen und Beziehungen des Staatslebens waren in dieser Zeit von christlicher Klugheit und göttlicher Kraft durchdrungen. Da war der Religion Jesu Christi in der Öffentlichkeit jene Auszeichnung gesichert, wie sie ihr gebührt; da blühte sie überall unter dem wohlwollenden Schutz der rechtmäßigen Obrigkeiten und Regenten, da waren Kirche und Reich in glücklicher Eintracht und durch gegenseitige Freundesdienste miteinander verbunden. Diese Staatsordnung trug über alles Erwarten reiche Früchte, die noch nicht vergessen sind. Hierfür gibt es unzählige Zeugnisse aus der Geschichte, welche durch keine Arglist der Feinde verfälscht oder verdunkelt werden können.“ (Enzyklika Immortale Dei, vom 1. November 1885, Nr. 28).

Als Folge des Laizismus, zu dem sie sich bekennen, fühlen sich die modernen Staaten entpflichtet, ihre persönlichen und gesellschaftlichen Richtlinien den Zehn Geboten Gottes anzupassen, und der Kirche „den Grad der Würde, der ihr gebührt“ zuzusprechen. In der Folge führt sich weltweit jede Art von Übertretung der göttlichen und natürlichen Gesetze ein, wie Ehescheidung, Abtreibung, homosexuelle Verbindungen usw.

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„Die stramme Haltung Pius’ IX. wurde vom folgenden

Papst, Leo XIII (1878-1903), widersprochen, als er

für Frankreich die Politik des ralliement gegenüber der

aus der Französischen Revolution geborenen Republik durchsetzte

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So zeigt sich der staatliche Laizismus, der in Sachen von Religion und Sitten neutral erklärt, als ein versteifter Feind der Katholischen Kirche und der christlichen Sittenlehre. Dies ist eine Konstante der Geschichte: Wer sich neutral zwischen Wahrheit und Irrtum erklärt, stellt sich wirklich auf der Seite aller Irrtümer und gegen die einzige Wahrheit. Dies ist die Einstellung des Laizismus gegenüber der wahren Kirche.

Der Laizismus ist nicht neutral in Sachen Religion, sondern militant atheistisch. Darauf weist Leo XIII. hin in derselben Enzyklika Immortale Dei: „Wenn man der Meinung ist, es sei kein Unterschied zwischen den verschiedenen und einander widersprechenden Religionsformen, so läuft dies schließlich darauf hinaus, dass man sich für gar keine entscheiden, gar keine üben will. Eine solche Ansicht mag sich daher dem Namen nach von der Gottesleugnung (Atheismus) unterscheiden; aber in der Sache ist kein Unterschied.“

Der Laizismus ist also die „Unreligion“ der modernen Welt, d.h., der Atheismus; doktrinärer und praktischer Atheismus, der die ganze Gesellschaft durchtränkt. Über diese Gesellschaft schwebt die Botschaft von Fátima, die da mahnt: oder die Gesellschaft bekehrt sich und tut Buße, oder es kommt eine Strafe in kosmischer Größe.

Wie kann man da „diese große Hoffnung nähren, ein neues positives Verhältnis zwischen Kirche und Welt zu erreichen“? – Für Menschen, die von solcher Hoffnung beseelt waren, war es absolut nicht angebracht, dass das dritte Geheimnis 1960 veröffentlicht werden sollte…

Catolicismo – Wann kam in der Kirche dieser Wunsch auf, ein “positives Verhältnis” zur Welt herzustellen?

Antonio Borelli Machado – Der Ausdruck Welt kommt in den Evangelien mal im allgemeinen Sinn vor, oder auch, um diejenigen zu kennzeichnen, die die Predigten Unseres Herrn nicht annahmen und sich gegen ihn stellten. In diesem Sinn kommt er im Johannes-Evangelium vor, in den Versen 18 und 19 des 15. Kapitels: „Wenn die Welt euch hasst, so wisst, sie hat mich vor euch gehasst. […] weil ihr aber nicht von der Welt seid […] darum hasst euch die Welt.“

Dieses gleiche Schicksal trifft auch alle Jünger Christi seit jener Zeit bis heute. Daher versucht der laue Teil des katholischen Lagers den Hass der Welt zu besänftigen, indem er mit ihr eine Übereinstimmung sucht. Das liegt in der gefallenen Natur des Menschen und kommt deshalb in allen Zeiten der Kirchengeschichte vor. Man braucht nur die Geschichtsbücher durchzuschauen, um dies festzustellen.

Eine Eigenschaft ist in diesen Fällen leicht festzustellen: Alle, die dieser Versuchung nachgeben, versuchen auf halbem Wege zwischen Wahrheit und Irrtum zu verbleiben.

Schauen wir direkt in die modernen Zeiten: Erasmus von Rotterdam (1466-1536), bekannter Humanist, verbreitete „eine geistige Reaktion gegen die Scholastik, des freien Denkens und der Vereinfachung des Christentums“*, was zu einem Versuch führte, sich Luther anzuschließen, was jedoch an der Streitsucht des letzten scheiterte. So versuchte seit der Reformation und der Renaissance eine katholische Strömung, stark von Erasmus beeinflusst, eine Übereinstimmung mit den Irrtümern der Zeit zu suchen.

* GUILLERMO FRAILE, Historia de la filosofia, BAC, Madrid, 1991,3″ ed., tomo III, p. 74.

Die Idee der Französischen Revolution von einer Anbindung an die Welt wurde von den liberalen Katholiken des 19. Jahrhunderts verkündet, im Anschluss an Felicité de Lamennais, der sogleich von Papst Gregor XVI. (1831-1846) verurteilt wurde.

Pius IX. (1846-1878) fasste die Irrtümer des katholischen Liberalismus im Syllabus praecipuorum nostrae aetatis errorum (Auflistung der wichtigsten Irrtümer unserer Zeit) vom 8. Dezember 1864, die er unter der Nummer 80 zusammenfasst: „LXXX – Der Römische Papst kann und muss sich mit dem Fortschritt, dem Liberalismus und der modernen Zivilisation versöhnen und vereinigen“.

Es ist sofort zu vermerken, dass die Kirche nicht gegen den Fortschritt als solchen opponierte, sondern gegen das, was er revolutionäres in sich trug, mit dem Ziel das zu zerstören, was in der schon dekadenten Gesellschaft jener Zeit trotzdem noch an Gutem und übereinstimmend mit den Prinzipien der natürlichen und christlichen Ordnung vorhanden war.

Die stramme Haltung Pius’ IX. wurde jedoch vom folgenden Papst, Leo XIII (1878-1903), widersprochen, als er für Frankreich die Politik des ralliement gegenüber der aus der Französischen Revolution geborenen Republik durchsetzte (s. 2. Fragestellung).Leo XII. hoffte, dass diese Politik, die er vehement während seines ganzen Pontifikats durchsetzte, von den folgenden Päpsten übernommen würde. Das wäre wahrscheinlich so gekommen, wenn der Kardinal Mariano Rampolla del Tindaro, sein Staatssekretär, zu seinem Nachfolger gewählt worden wäre, wie allgemein erwartet. Die unvorhergesehene Wahl des Kardinals Giuseppe Sarto, mit dem Namen Pius X. (1903-1914) vereitelte die Fortführung dieser Politik.

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„Mit der am Schluss des Konzils von Paul VI.

verkündeten Pastoralkonstitution Gaudiumm et spes,

wurde die Politik des ralliement endlich für

die ganze Welt verordnet und ausgeweitet“

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Sie erscheint wieder in eindeutiger Form in der Hälfte der 1930er Jahre unter Pius XI. (1922-1939), auf den Flügeln des Optimismus und der Öffnung zur Welt, wie sie von der Katholischen Aktion* gefordert wurde. Auf geistiger Ebene setzten sich einige, in den Kreisen der Katholischen Aktion sehr geschätzte Autoren dafür ein, speziell Jacques Maritain mit seinem Werk Der integrale Humanismus (1936).

* Vgl. PLINIO CORREA DE OLIVEIRA, Em defesa da Ação Católica, Editora Ave Maria São Paulo, 1943.

Seitdem offenbarte sich die Haltung zum ralliement mit aller Deutlichkeit in den Reihen der liberalen Katholiken, wurde aber erst fast ein halbes Jahrhundert später durch Papst Johannes XXIII. (1958-1963) öffentlich übernommen. In seiner Ansprache zur Eröffnung des 2. Vatikanischen Konzils (11. Oktober 1962) richtete er sich an diejenigen, die „in der jüngsten Vergangenheit bis zur Gegenwart nur Mißstände und Fehlentwicklungen zur Kenntnis nehmen“ und erklärt: „Uns scheint es, dass wir diesen Unglückspropheten widersprechen müssen, die immer nur Unheil voraussagen, als ob der Untergang der Welt unmittelbar bevorstünde“ (Untertitel Opportunitas celebrandi Concilii).

Mit der am Schluss des Konzils von Paul VI. verkündeten Pastoralkonstitution Gaudiumm et spes, wurde die Politik des ralliement endlich für die ganze Welt verordnet und ausgeweitet. Die Pastoralorientierung von Gaudium et spes war für die Konzilväter des 2. Vatikanums keine Neuigkeit, sondern die tatsächliche Konkretisierung einer von Lammenais schon 1830 geförderte „Pastoral“!

Dadurch, anstatt die Gläubigen vor die in Fatima angekündigte Strafe durch die Muttergottes zu warnen, hat das Konzil vorgeschlagen, gute Beziehungen zwischen Kirche und Welt herzustellen, mit dem Versprechen einer Ära der Freude und Hoffnung für die Menschen unserer Tage.

Dieser schon durch den Titel hervorgerufene subliminalen Effekt dieses Konzilsdokuments — Gaudium et spes — war, unabhängig seines komplexen Inhalts, der Ausdruck der neuen und gütigen Gesinnung, die das Konzil gegenüber der heutigen Welt einnehmen wollte.

Die Botschaft von Fatima ging aber in einer diametral entgegensetzten Richtung!

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„Anstatt die Gläubigen vor die in Fatima angekündigte

Strafe durch die Muttergottes zu warnen, hat das Konzil

vorgeschlagen, gute Beziehungen zwischen

Kirche und Welt herzustellen“

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Catolicismo – Das Wissen einer kommenden großen Strafe ist aber auch nicht in den Kommentaren zum dritten Geheimnis von Experten und Predigern vorhanden…

Antonio Borelli Machado – Unterdessen ist sie vorhanden beim Hauptkommentator, der es mit Sicherheit ist, dem Kardinal Ratzinger…

So sagt er in seiner Interpretation des dritten Geheimnisses, die in der Broschüre Die Botschaft von Fatima aufgenommen wurde: „so ist das Schlüsselwort dieses Geheimnisses der dreimalige Ruf: „Penitenza, Penitenza, Penitenza“ (Buße, Buße, Buße)! Wir werden an den Anfang des Evangeliums erinnert: „Tut Buße und glaubt an das Evangelium“ (Mk 1,15). Die Zeichen der Zeit verstehen heißt: Die Dringlichkeit von Buße – Umkehr – Glaube begreifen. Das ist die richtige Antwort auf den historischen Augenblick, der von großen Gefahren umstellt ist, die in den folgenden Bildern gezeichnet werden. […] Der Engel mit dem Flammenschwert zur Linken der Muttergottes erinnert an ähnliche Bilder der Geheimen Offenbarung. Er stellt die Gerichtsdrohung dar, unter der die Welt steht. Dass sie in einem Flammenmeer verbrennen könnte, erscheint heute keineswegs mehr als bloße Fantasie: Der Mensch selbst hat das Flammenschwert mit seinen Erfindungen bereitgestellt“. (Die Botschaft von Fatima, S. 39)

Die Schlussfolgerung ist klar: Die Welt unserer Tage — die moderne Welt — stellt sich vor folgende Alternative:

  1. a) Oder sie bekehrt sich, und diese Bekehrung bedeutet das Verlassen der falschen Prinzipien auf denen sie aufgebaut ist, und so den „modernen“ Laizismus, Atheismus … aufgeben;
  2. b) oder sie bekehrt sich nicht,  und wird zu Trümmern durch das Feuer.

Im zweiten Fall wird sich auf ihren Trümmern eine neue Zivilisation erheben, die der hl. Ludwig Maria Grignion von Montfort das Reich Mariens nannte (s. Abhandlung der wahren Andacht, Nr. 217) — in voller Übereinstimmung mit der Botschaft von Fatima: „Am Ende wird mein unbeflecktes Herz triumphieren“ (2. Geheimnis).

Catolicismo — Könnte man sagen, dass das der Kern der Botschaft von Fátima ist?

Antonio Borelli Machado — Genau! Das Bevorstehen eines großen Strafgerichts.

Viele Prediger meinen, wenn sie eine Strafe ankündigen, würden sie ihre Zuhörer verschrecken, und deshalb tun sie es nicht. Doch die Aufgabe der Propheten war fast immer, das Volk zur Buße aufzurufen, im Zusammenhang mit der Ankündigung von Strafgerichten.

Hörte das Volk auf die Propheten, würde die Strafe abgewendet. Hörten es nicht, würde das Strafgericht eintreffen.

Es ist eine Frage der Treue der Muttergottes gegenüber, die Botschaft von Fátima in ihrem vollen Umfang zu verkünden.

In Wahrheit gibt es eine beträchtliche Anzahl von Menschen, die von sich aus eine Vorstellung der Verwirrung, der Unordnung in der modernen Welt gewonnen haben, und dass ohne ein außerordentliches Eingreifen der Vorsehung, diese Welt ihr Ordnung nicht wieder herstellen kann. Diese Menschen hegen im Geheimnis ihrer Herzen die Hoffnung auf diesen Eingriff Gottes und würden sich bestätigt fühlen, wenn sie von den Lippen der Hirten der Kirche, die gleiche Diagnose hören würden.

Daher ist nicht zu befürchten, das solche Seelen aufschrecken würden, durch die Vorhersage eines Strafgerichts. Im Gegenteil, sie würden jubilieren in der Voraussicht des Sieges des Guten über das Böse. Genau wie der Prophet Simeon großen Trost erfuhr, als er den Messias in den Armen der Heiligen Jungfrau sah: „Nun entlässt du, Herr, deinen Knecht nach deinem Wort in Frieden; denn meine Augen schauten dein Heil“ (Lk 2,29-30).

Tatsache ist, dass ohne die Erwähnung der Strafe die Botschaft von Fatima entleert wird von ihrem spezifischen Charakter für die heutigen Tage. Es ist unverständlich, dass gerade der Kern dieser Botschaft ausgelassen werden soll.

Die Prediger dürfen also nicht befürchten, dass sich ihre Zuhörer verschrecken. Für einige wird es eine Bestätigung von dem, was sie schon lange dachten und ein Trost sein! Für die, die sich überraschen, wird es als Mahnung dienen, vielleicht eine Gelegenheit, ihre Herzen für die Gnaden von Fátima zu öffnen.

Es reicht auch nicht einfach festzustellen — wie es viele machen —, dass die Botschaft von Fatima im perfekten Einklang  mit dem Evangelium Unseres Herrn steht, weil sie ja das Gebet und die Buße predigt. Das ist wahr und es ist auch gut dass sie das sagen. Doch außerdem muss man auch die Größe der Strafe hervorheben, die über die Welt verhängt wurde. Denn nur so werden sich viele Seelen hin zu einer ernsthaften Buße bewegen. Nur so können sie lebendige Steine des Reiches Mariens werden, das kommen wird.

Catolicismo — Was den Kommunismus betrifft, könnte die Anwendung des Wortes ralliement übertrieben scheinen. Könnte man nicht sagen, dass die Ostpolitik des Vatikans zum Ziel hatte, die Verfolgungen der kommunistischen Regierungen gegen die Christen zu mindern? Kardinal Ratzinger spricht ja ausdrücklich davon, „die verschlossenen Türen des Kommunismus ein wenig zu öffnen“.

Antonio Borelli Machado — Hier handelt es sich um einen Prozess. Am Anfang scheint die Ostpolitik nur eine Entspannung, ein Ende der Feindseligkeiten zu sein. Im Nachhinein verwandelt sie sich in ein normales Zusammenleben. Und zum Schluss wird sie zu einer Kooperation für einen gemeinsamen Zweck. Doch dieser Zweck wird nicht einvernehmlich gesetzt: Es ist der Zweck, der nur dem kommunistischen Partner interessiert. Damit verlässt die katholische Seite nach und nach ihre unveräußerlichen Prinzipien, dann in Vergessenheit geraten und in der Praxis durch die Prinzipien und Ziele des Feindes ersetzt. Es ist das Ergebnis des Prozesse der unbemerkten ideologischen Umwandlung, wie es Prof. Plinio Corrêa de Oliveira nennt*.

* Vgl. Unbemerkte ideologischen Umwandlung und Dialog. Editora Vera Cruz Ltda., São Paulo, deutsche Ausgabe, 1967. S. auch Abkommen mit dem kommunistischen Regime: Für die Kirche, Hoffnung oder Selbstzerstörung? (auf Deutsch: Die Freiheit der Kirche im kommunistischen Staat, TFP Sektion Blumenau, 1965)

Als der Generalsekretär der Spanischen Kommunistischen Partei, Santiago Carrillo (1915-2012), von einigen „Kameraden“ gefragt wurde, ob die Zusammenarbeit mit den Katholiken den ideologischen Inhalt der Partei nicht ändern würde, antwortete er mit einer Frage: „Seitdem wir mit dieser Politik angefangen haben, wie viel Kameraden kennt ihr die gläubig geworden sind? Auf der anderen Seite, wie viele Katholiken sind Kommunisten geworden?“*. Eine Frage, die keiner Antwort bedurfte…

* SANTIAGO CARRILLO, Mañana España, Colección Ebro, Paris, 1975, p. 232.

Die Entspannungspolitik wurde ins Leben gerufen von Maurice Thorez (1900-1964) in einer berühmten Erklärung im Radio Paris am 17. April 1936, in der er im Namen der Französischen Kommunistischen Partei den Katholiken die Politique de la main tendue* (Politik der ausgestreckten Hand) vorschlug

* Vgl. MAURICE THOREZ, Oeuvres, Editions Sociales, Paris, 1954, Bd. XI, S. 203.

Der Vorschlag wurde von Papst Pius XI. heftig abgewiesen in der Enzyklika Divini Redemptoris – über den gottlosen Kommunismus – vom 19. März 1937. Dieses Dokument folgte einem anderen – der Enzyklika Mit brennender Sorge, vom 15. März des gleichen Jahres – in der die von der Kirche erlittenen Verfolgungen durch das Deutsche Reich unter der Naziherrschaft scharf verurteilt wurden. Die fast gleichzeitige Erscheinung dieser Dokumente – mit nur vier Tagen unterschied – lässt die Intention vermuten, man könne nicht sagen, dass mit der Verurteilung des einen Systems, das andere verschont geblieben sein. In Wahrheit handelte es sich beim Nazismus und Kommunismus, um zwei Seiten der selben sozialistischen Münze, gegen die der Papst gleichzeitig die Katholiken warnen wollte.

Trotz allem machte der Vorschlag von Thorez seinen Weg in den katholischen Reihen. Eindeutiger Beweis dafür war das Aufkommen, viele Jahre später, einer theologischen Strömung marxistischen Anstrichs, gegen welche die Glaubenskongregation in einer am 6. August 1984 von Kardinal Ratzinger unterschriebenen Instruktion gegen einige Aspekte der Theologie der Befreiung die Katholiken warnte.

Auf diplomatischer Ebene kann man auf einen weiteren Ausdruck des ralliement hinweisen: Die sogenannte Ostpolitik des Vatikans.

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„Die Aufgabe der Propheten war fast immer, 

das Volk zur Buße aufzurufen, im Zusammenhang 

mit der Ankündigung von Strafgerichten.

Hörte das Volk auf die Propheten, würde die Strafe

abgewendet. Hörten es nicht, würde das Strafgericht eintreffen.“

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Kardinal Agostino Casarolli, Staatssekretär des Heiligen Stuhls während des Pontifikats Pauls VI. und Vorantreiber dieser Politik, erklärte 1974 nachdem er Kuba besucht hatte, dass die Katholiken dieses Landes sich unter dem dort herrschenden Regime wohl fühlten. Das war ein klarer Hinweis, dass jene Politik den „Fall der ideologischen Barrieren“ zwischen Kirche und Kommunismus zum Ziel hatte*.

* Vgl. PLINIO CORRÊA DE OLIVEIRA, Die Entspannungspolitik des Vatikan mit den kommunistischen Regierungen — Für die TFP: sich enthalten? Oder Widerstand leisten.“ In Catolicismo, Nr. 280, April 1974.

Diese katholische Entspannungspolitik gegenüber dem Kommunismus fand an zwei Fronten statt: An der eigentliche diplomatischen Front — als Ostpolitik bezeichnet — und die pastorale Front, die in der Pastoralkonstitution über die Kirche in der Welt der heutigen Zeit — eher bekannt durch ihre beiden Einführungsworte Gaudium et spes —, zum Ausdruck kam, die wir schon erwähnten (vgl. Antwort auf die 5. Frage). Unter der heutigen Zeit verstehe man die moderne Welt, denn die Einführung dieses Dokuments trägt den Titel Die Situation des Menschen in der heutigen Welt.

Diese Öffnung der Kirche zum Kommunismus blieb den Führern der Partei nicht unbemerkt. So schrieb Roger Garaudy (1913-2012) von der kommunistischen Partei Frankreichs (aus der er ausgeschlossen wurde wegen sein eigensinniges Verhalten; trat zum Islam über, nachdem er protestantisch und katholisch gewesen war), in einem Buch: „Die große Neuigkeit des 2. Vatikanums – die im Text von Gaudium es Spes von 1966 [sic! Von 1965] zum Ausdruck kommt – war die Öffnung zur Welt, der Verzicht auf den Anspruch sie zu regieren, um, im Gegensatz, ihr zu dienen, im Lichte der evangelischen Demut, in der Anerkennung ,der Autonomie der weltlichen Wirklichkeiten‘. […] In keinem Teil der Welt außer in Lateinamerika hatte diese Botschaft der befreienden Mission der Kirche größeres Echo. Ausgehend von einer historischen Situation von Elend und Unterdrückung und der konkreten Praxis der ,kirchlichen Basisgemeinden‘ seit 1970, entstand die Theologien der Befreiung. Sie begründeten sich auf die vorrangige evangelische Option für die Armen.“*

* ROGER GARAUDY, Integrismes, Pierre Belfond, Paris, 1990, S. 50-51.

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„Die sowjetische Regierung war damit einverstanden,

 dass Vertreter der Russisch-Orthodoxen Kirche 

dem Konzil beiwohnten, unter der Bedingung, dass dieses

 von einer Verurteilung des Kommunismus absehe“

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Heute weiß man, dass Johannes XIII sich wünschte, dass Vertreter des Moskauer Patriarchats unbedingt beim Konzil anwesend sein sollten. Die sowjetische Regierung war damit einverstanden, dass Vertreter der Russisch-Orthodoxen Kirche dem Konzil beiwohnten, unter der Bedingung, dass dieses von einer Verurteilung des Kommunismus absehe. Der Papst stimmte dieser Bedingung zu.*

Vgl. ROBERTO DE MATTEI, Il Concílio Vaticano II – Una storia mai scritta, Lindau, Torino, 2010, S. 172-180, 360-364, 422-426, 492-504, 512-514,563-567,580-588.

Aus dieser Tatsache erklärt sich, dass eine Petition von 213 Konzilsvätern, dass das Konzil die Irrtümer des Marxismus, des Sozialismus und des Kommunismus verurteilen solle*, weder von Johannes XXIII noch von Paul VI. beachtet wurde.

* Vgl. Catolicismo, Nr. 157, Januar 1964, S. 5.

Gaudium et spes beschränkt sich auf eine höchst verständliche Analyse der verschiedenen Arten von Atheismus (GS Nr. 19, 20 und 21), die in der Erklärung mündet, dass „Glaubende und Nichtglaubende, zum richtigen Aufbau dieser Welt, in der sie gemeinsam leben, zusammenarbeiten müssen“. „Das kann gewiss nicht geschehen ohne einen aufrichtigen und klugen Dialog“ (GS Nr. 21).

Ist aber „ein aufrichtiger Dialog“ mit den gottlosen Führern eines laizistischen, gegen die Kirche wütenden Staates, wie Gaudium et spes gleich im nächsten Satz beschreibt, überhaupt möglich?: Die „Kirche beklagt die Diskriminierung zwischen Glaubenden und Nichtglaubenden, die gewisse Staatslenker in Nichtachtung der Grundrechte der menschlichen Person ungerechterweise durchführen“ (GS Nr. 21).

Wie soll man sich vorstellen, dass diese Staatslenker sich zu einer Mitarbeit erbieten werden, „zum richtigen Aufbau dieser Welt, in der sie gemeinsam leben“? Es war eine gescheiterte Hoffnung, wie es die seitdem fünfzig vergangenen Jahre bewiesen haben.

Es ist also nicht übertrieben, den Ausdruck ralliement zu benutzen, um darauf hinzuweisen, dass die Ostpolitik des Vatikans sich tatsächlich die Mitarbeit der gottlosen Kommunisten für den Aufbau eines gemeinsamen Werkes wünschte.

Das dritte Geheimnis von Fatima beschreibt eine endlos lange Reihe verschiedener weltlicher Personen, Männer und Frauen unterschiedlicher Klassen und Positionen, die angeführt vom Papst, Bischöfe, Priester, Ordensmänner und Ordensfrauen einen steilen Berg hinaufsteigen, auf dessen Höhe eine Gruppe von Soldaten mit Feuerwaffen und Pfeilen auf sie schossen Diese Szene erinnert an die Erschiessungskommandos der kommunistischen Regime…

Dieser Zusammenhang wäre in den Zeiten des ralliement mit dem Kommunismus unangebracht!

Wenn das dritte Geheimnis 1960 veröffentlicht und ausgelegt worden wäre, hätte es Schwierigkeiten für diese Annäherungspolitik geben können. Die Verantwortlichen hielten es für sicherer, es nicht zu veröffentlichen.

Catolicismo – Welche Folgen hatte diese Öffnung zur modernen Welt für das Leben der Kirche?

Antonio Borelli MachadoEs hatte schwerwiegende Folgen, denn sie beseitigte die Schranken, die die Gläubigen vor der Ansteckung mit den Irrtümern der modernen Welt schützte. In der Tat hatte der Fall der ideologischen Barrieren zwischen Kirche und Welt zur Folge, die Gläubigen zur Aufgabe der unveräußerlichen Prinzipien der katholischen Lehre zu führen – was sie in ihrem Gewissen eigentlich nicht hätten tun dürfen -, und in großem Maße die Art des Denkens und des Tuns der Welt übernahmen und somit alle Probleme, mit denen die Pastoral der Kirche heute zu kämpfen hat, noch verschimmern.

Diese Folgen entgingen aber nicht dem scharfen Blick von Kardinal Ratzinger. 2005 zum Papst gewählt, hielt er beim Weihnachtsempfang am 22. Dezember desselben Jahres eine bedeutende Ansprache an das Kardinalskollegium und die Mitglieder der römischen Kurie in der er mahnte: „Das Problem wird noch deutlicher, wenn wir anstatt des allgemeinen Terminus »heutige Welt« ein anderes, treffenderes Wort wählen: Das Konzil musste das Verhältnis von Kirche und Moderne neu bestimmen. […] Wenn jemand erwartet hatte, dass das grundsätzliche »Ja« zur Moderne alle Spannungen lösen und die so erlangte »Öffnung gegenüber der Welt« alles in reine Harmonie verwandeln würde, dann hatte er die inneren Spannungen und auch die Widersprüche innerhalb der Moderne unterschätzt; er hatte die gefährliche Schwäche der menschlichen Natur unterschätzt, die in allen Geschichtsperioden und in jedem historischen Kontext eine Bedrohung für den Weg des Menschen darstellt. […] Auch in unserer Zeit bleibt die Kirche ein »Zeichen, dem widersprochen wird« (Lk 2,34). […] Es konnte nicht die Absicht des Konzils sein, diesen Widerspruch des Evangeliums gegen die Gefahren und Irrtümer des Menschen aufzuheben“.

Wäre das dritte Geheimnis von der kirchlichen Hierarchie verstanden worden und es ihre Optionen orientiert hätte, so hätte auch vermieden werden können, dass die Gläubigen von den Irrtümern  der modernen laizistischen Staaten kontaminiert worden wären.

Catolicismo – Wie kam es endlich zur Veröffentlichung des dritten Geheimnisses?

Antonio Borelli Machado – Papst Johannes Paul II. wurde Opfer eines sakrilegischen Schusswaffenattentats am 13. Mai 1981, am Tag an dem man die erste Erscheinung der Muttergottes in Fatima feierte. Diese Übereinstimmung von Tat und Tag warf natürlich in der katholischen Welt die Frage auf, ob es einen Zusammenhang zwischen dem Attentat und der Botschaft von Fatima gäbe. Es ist auch verständlich, dass der Papst selbst nun ein besonderes Augenmerk auf das dritte Geheimnis warf. So bat er, als er noch in der Poliklinikum Gemelli war, wo er zwischen Leben und Tod schwebte, sobald es ihm möglich war, Einsicht in das Geheimnis zu bekommen. Die Verknüpfung des Attentats mit dem dort beschriebenen Martyrium eines Papstes war beeindruckend, jedoch nicht absolut, denn im Geheimnis stirbt der Papst, und er hatte überlebt. Was ihm aber nicht davon abhielt an ein wunderartiges Eingreifen der Muttergottes zu glauben, dass die Kugel kein lebenswichtiges Organ getroffen hatte. Die Kugel wurde später dem Heiligtum von Fatima übergeben und in die Krone der Marienstatue eingefasst.

Das Thema Fatima war dem Papst nicht fremd, war er doch einer der 510 Konzilsväter, die eine Petition a Paul VI. unterschrieben hatten, dieser möge doch zum Anlass des Konzils, da ja alle Bischöfe der Welt dort versammelt waren, die Weihe Russlands und der Welt an das Unbefleckte Herz Mariens vollziehen. Diese Weihe war von der Muttergottes gebeten worden, als Garant für die Bekehrung dieses kommunistischen Landes und der Welt und die Aufhebung der angedrohten Strafe für die moderne Welt.

Al Johannes Paul II sich von den Folgen des Attentats erholt hatte, unternahm er wiederholte Male die Weihe der Welt an das Unbefleckte Herz Mariens. Die sich am meisten an die von der Muttergottes gewünschten Bedingungen näherte, war die vom 25. März 1984, bei der er jedoch, gehemmt von den Sperren der Ostpolitik, den Namen Russlands nicht aussprach, wenn auch – wie er erklärte – er ihn Mental in die Weihe mit einbezog.

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„Es ist nicht übertrieben, den Ausdruck ralliement

 zu benutzen, um darauf hinzuweisen, dass die 

Ostpolitik des Vatikans sich tatsächlich die Mitarbeit

 der gottlosen Kommunisten für den Aufbau

 eines gemeinsamen Werkes wünschte“

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Es fehlte dann nur noch die Veröffentlichung des Geheimnisses. Ein Sprichwort sagt „Rom hat es nicht eilig“. Doch wie Svidercoschi in seiner eingangs erwähnten Frage an Kardinal Ratzinger hervorhob, sensationalistische Spekulationen über seinen Inhalt beunruhigten das gläubige Volk und brachten die oberste Leitung der Kirche in Verlegenheit.

So kam es dann, dass im Dezember 1999 – achtzehn Jahre nach dem Attentat – Johannes Paul II. entschied die Veröffentlichung zu genehmigen. Er beauftragte den Bischof von Leiria-Fátima zu verkünden, dass die Veröffentlichung des Geheimnisses stattfinden würde, wenn der Papst am 13. Mai 2000 nach Fátima käme.

Es gab einen kleinen Aufschub dieses Datums. Der Präfekt der Glaubenkongregation, Kardinal Joseph Ratzinger, erwägt gegenüber dem Papst die Notwendigkeit das gläubige Volk über die Tragweite privater Offenbarungen aufzuklären, selbst über die von Fátima, wenn sie auch schon vielmals bestätigt worden sind. Denn tatsächlich verpflichten sie niemanden diese wie ein Glaubensdogma anzunehmen.

Übrigens, wie Kardinal Ratzinger erklärte, war die Tatsache, dass das Geheimnis 1960 nicht veröffentlicht wurde, keine dogmatische Entscheidung, sondern eine Vorsichtsmaßnahme: „Es ist sicher, dass die Entscheidung der drei Päpste […] das Geheimnis nicht zu veröffentlichen keine dogmatische Entscheidung war, sondern eine Vorsichtsmaßnahme. Und man kann immer über den Vorsichtscharakter einer Entscheidung diskutieren, ob man politisch nicht eine andere Entscheidung hätte vorziehen sollen. Deshalb soll man diese Haltung der Päpste nicht dogmatisieren“.

Und da es kein dogmatischer Akt war, ist er nicht durch das Charisma der Unfehlbarkeit betroffen: „Über den Vorsichtcharakter einer Entscheidung kann man immer diskutieren“.

Letztendlich wurde das dritte Geheimnis im Jahr 2000 veröffentlicht. Und es ergab sich, was Kardinal Ratzinger gleich am Anfang seines theologischen Kommentars geahnt hatte: „Wer den Text des sogenannten dritten „Geheimnisses“ von Fatima aufmerksam liest, der hier im Auftrag des Heiligen Vaters erstmals wörtlich veröffentlicht wird, wird nach allen vorangegangenen Spekulationen vermutlich enttäuscht oder verwundert sein. Keine großen Geheimnisse werden enthüllt; der Vorhang vor der Zukunft wird nicht aufgerissen. Wir sehen im Zeitraffer die Kirche der Martyrer des nun abgelaufenen Jahrhunderts in einer schwer deutbaren Symbolsprache zusammengefasst. Ist es nun das, was die Mutter des Herrn der Christenheit, der Menschheit in einer Zeit großer Fragen und Bedrängnisse kundgeben wollte?“ (Die Botschaft von Fátima, Kongregation für die Glaubenslehre. Libreria Editrice Vaticana, Città del Vaticano, 2000.)

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„Die Weihe Russlands und der Welt an das 

Unbefleckte Herz Mariens vollziehen. Diese Weihe 

war von der Muttergottes gebeten worden, als Garant

 für die Bekehrung dieses kommunistischen Landes und der

Welt und die Aufhebung der angedrohten Strafe für die moderne Welt“

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Unter Vorbehalt aller Ehrerbietung, die dem Autor dieses Kommentars gebührt, der außerdem vom Konklave 2005 auf den päpstlichen Thron erhoben wurde, enthüllt das dritte Geheimnis zwei wichtige Punkte des „Vorhangs der Zukunft“, die heute sehr gegenwärtig sind und der weltlichen Aufmerksamkeit: die prophetische Ankündigung der Märtyrer des 21. Jahrhunderts und die Aussicht einer Zerstörung von weltweitem Ausmaß. Übrigens, wie wir gesehen haben, ist es Kardinal Ratzinger selbst, der in seinem Theologischen Kommentar diese zwei Punkte hervorhebt: Das Martyrium und die Zerstörung.

Catolicismo – Welches ist das Ausmaß der in Fátima angekündigten Strafe: Bedeutet es die Zerstörung der Erde bis auf ihre Grundfesten?

Antonio Borelli Machado – Es ist schon beeindruckend, dass im dritten Geheimnis „eine große Stadt, die halb zerstört war“ beschrieben wird. Was „halb zerstört“ ist, ist nicht total zerstört. Also wird einiges von dem, was heute existiert, bestehen bleiben. Man könnte annehmen, dass es eine selektive Zerstörung sein wird…

In einem Abschnitt der oben erwähnte Enzyklika Immortale Dei, gibt Leo XIII. an, dass in früheren Zeiten – der Hinweis auf das Mittelalter ist intuitiv anzunehmen – „diese Staatsordnung über alles Erwarten Früchte trug, die noch nicht vergessen sind. Hierfür gibt es unzählige Zeugnisse aus der Geschichte, welche durch keine Arglist der Feinde verfälscht oder verdunkelt werden können“.

Wenn diese „Zeugnisse“„durch keine Arglist der Feinde verfälscht oder verdunkelt werden können“, dann kann man folgern, dass beim Ausbrechen der Strafe Gott sie verschonen wird.

Welches sind diese Zeugnisse?

Die Erinnerung an die Vergangenheit besteht nicht fort nur durch historische Zeugnisse, sondern auch im Kern der im Laufe der Jahrhunderte verfestigten Gesetze und Institutionen; wie auch auf sichtbarerer Weise in den Denkmälern, die die Zeit und der Mensch nicht zerstört haben. Ein schauriges und erschreckendes Beispiel war das Vorhaben der Revolutionären von 1789, die Kathedrale von Notre Dame in Paris – dieses Kleinod der mittelalterlichen Christenheit – zu zerstören. Sie zum Verkauf ausgeschrieben und es meldete sich sogar ein Käufer. Doch durch die Wirren der Revolution kam es nicht zur Zahlung der Summe und der Kauf wurde storniert.

Nun, mit dem Herannahen der Jahrhundertfeier von Fatima versuchen die modernen Revolutionäre den letzten Überfall auf die christliche Zivilisation zu verüben: Mit blindem Hass stürzen sie sich gegen die noch bestehenden heiligen Prinzipien der Familie und beabsichtigen, unter anderen Vorhaben, mit der Einführung der Gender-Ideologie, selbst die biologische Natur des Menschen aufzuwühlen. Nach dieser Irrlehre wird der Mensch nicht als Mann oder Frau geboren, sondern er wird Mann oder Frau nach seinen persönlichen Neigungen. Eine unerhörte Anschauung!

Es ist jedoch tröstlich wahrzunehmen, dass viele unserer Zeitgenossen, die früher passiv den revolutionären Übergriffen gegenüberstanden, heute anfangen zu reagieren und erheben somit unvorhergesehene Hindernisse gegen die Endcoup der Revolution.*

* Für eine scharfsinnige Analyse des revolutionären Prozesses, der die christliche Zivilisation und Kultur seit dem ausgehenden Mittelalter bis zur heutigen Zeit erodiert, siehe die Studie Revolution und Gegenrevolution von PLINIO CORRÊA DE OLIVEIRA, im Portugiesischen Original oder die Übersetzung in vielen Sprachen wie Deutsch, Englisch, Estnisch, Französisch, Italienisch, Japanisch, Litauisch, Rumänisch, Russisch Spanisch, Ukrainisch und Weißrussisch.

Aus dem hier dargelegten, kann man voraussagen, dass der revolutionäre Prozess nicht die totale Zerstörung – der Prinzipien, Institutionen und Monumente der christlichen Zivilisation – erreichen wird, wie er es vorhat. Er wird auf den Widerstand einer kleinen aber immer größeren Zahl von Gläubigen stoßen.

Nicht ohne tiefe Ergriffenheit sieht man in der letzten Szene des dritten Geheimnisses die unerwartet große Reihe derer, die fern von Gott waren, und als sie sich Ihm zuwenden, mit dem Blut der Märtyrer gesalbt werden, das vorher von zwei Engeln unter den Balken des Kreuzes in kristallenen Gefäßen aufgefangen wurde.

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„Mit dem Herannahen der Jahrhundertfeier 

von Fatima versuchen die modernen Revolutionäre

 den letzten Überfall auf die christliche Zivilisation

 zu verüben: Mit blindem Hass stürzen sie sich

 gegen die heiligen Prinzipien der Familie.“

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Diesen unbekannten Nutznießern des Blutes der Märtyrer ist es angebracht, nach dem Prinzip des Tertulian, in Liebe die Reste der Christenheit – die von Leo XIII. erwähnten Zeugnisse – hinzuzufügen und auf dieses Fundament die künftige christliche Zivilisation wieder aufzubauen, und sie zum höchsten Glanz zu erheben, den sie selbst nicht im Mittelalter erreicht hatte.

Dazu müssen sie alle Trümmer des laizistischen, egalitären und gottlosen Staates beseitigen, die auf der Erde übriggeblieben sind und darauf eine strenge, hierarchische, wesenhaft sakrale, antiegalitäre und antiliberale christliche Kultur“ wieder aufbauen, wie es Prof. Plinio Corrêa de Oliveira in „Revolution und Gegenrevolution“ lehrt*.

* II. Teil, II. Kapitel 1

Insgesamt alles in einem tiefgründigen Marianischen Tonus gehalten, wie es der hl. Ludwig Grignion von Montfort in seiner Abhandlung der wahren Andacht zu Maria (Nr. 217) verkündet:

– „Wann wird die glückliche Zeit kommen, da die Seelen ebenso die Liebe Mariä atmen, wie die Leiber die Luft?“

Wir wissen nicht, wann das sein wird. Eines ist jedoch sicher: Es wird sich wirklich ereignen, denn die Muttergottes hat am Ende des zweiten Geheimnisses versprochen: „Am Ende wird mein unbeflecktes Herz triumphieren!“

(*) Dieses Interview wurde gegeben an die katholische Monatszeitschrift „Catolicismo“ und in der Ausgabe von Oktober 2016 veröffentlicht.

Hier wird eine freie deutsche Übersetzung des gesamten Interviews wiedergegeben.

http://r-gr.blogspot.de/2017/05/warum-wurde-das-dritte-geheimnis-von.html

 

Für die Blog-Besucher aus dem Rhein-Main-Gebiet zu diesem Thema sicher interessant und empfehlenswert:

Mittwoch, den 24. Mai 2017, nach der 18.00 Uhr-Messe:

Vortrag von P. Gérard Mura:

Was steht wirklich im Dritten Geheimnis von Fatima? – Eine Botschaft an die ganze Welt

Kapelle St. AthanasiusKapelle St. Athanasius

65795 Hattersheim bei Frankfurt, Schulstraße 7

 

 

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Netzwerkdurchsetzungsgesetz soll Zensur durchsetzen

Alexander Dilger

Auch wenn die SPD immer von Gerechtigkeit redet, ihr Bundesjustizminister Heiko Maas hält von dieser und dem Grundgesetz wenig. Aktuell will er die in Artikel 5 GG geschützte Meinungsfreiheit massiv einschränken und private Konzerne zur Zensur verpflichten. Heute hat er seinen „Entwurf eines Gesetzes zur Verbesserung der Rechtsdurchsetzung in sozialen Netzwerken (Netzwerkdurchsetzungsgesetz – NetzDG)“ in den Bundestag eingebracht. Dabei zeigte sich in der „Bundestagsdebatte: Maas findet sein Hate-Speech-Gesetz gut, alle anderen wollen Änderungen“. Auch die zahlreichen Stellungnahmen zu dem Gesetzesentwurf sind sehr kritisch bis völlig ablehnend.

Denn es gibt gleich mehrere gravierende Kritikpunkte. Warum sollen Straftaten im Internet nicht wie andere Straftaten auch verfolgt werden? Sollen wirklich kommerzielle Unternehmen zugleich Richter und Vollstrecker spielen müssen? Ist es angemessen, nur für unterlassene Löschungen von Beiträgen Bußgelder vorzusehen, nicht aber für exzessives Löschen eigentlich legaler und von der Meinungsfreiheit gedeckter Beiträge? Ist dann nicht zu erwarten, dass extensiv gelöscht und die…

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Meinung: Warum das Netzdurchsetzungsgesetz der nächste logische Schritt ist (konjunktion.info)

19. Mai 2017

Heute wird im deutschen Bundestag das Netzdurchsetzungsgesetz debattiert. Letztlich der Versuch der Zensur durch die Hintertür. Denn jedes der Unternehmen wie Facebook, das irgendwelche sozialen Plattformen bereitstellt, wird im vorauseilendem Gehorsam lieber einen Kommentar/eine Nachricht (zuviel) löschen als dass man mehrere Millionen Euro Strafe zahlt, da man nicht innerhalb von 24 Stunden den entsprechenden Text gelöscht hat. Selbst wenn der Text per se eigentlich weder ein Hasskommentar noch irgend etwas mit Hetze zu tun hat.

Doch warum ist es den Regierungen weltweit so wichtig die Freie Rede immer weiter zu beschneiden? Und das Netzdurchsetzungsgesetz ist dabei nur eine Form der Umsetzung.

Der Globalismus nutzt seit Jahrzehnten geschickt verschiedenen Ausprägungen bzw. Anleihen des Sozialismus, Kommunismus und Marxismus, gemischt mit Parolen à la „Freiheit für die Menschen“ oder „Gerechtigkeit für alle“, um den Menschen vorgaukeln zu können, dass es mit dem Globalismus allen besser gehen wird, weil alle etwas vom Kuchen abbekommen. Aber diese politischen Philosophien und Strategien haben nichts mit dem Globalismus per se zu tun. Sie sind Taktiken der Internationalisten/Globalisten/Eliten (IGE), um ihre Macht zu festigen und auszubauen. Denn Macht ist ihr eigentliches Bestreben. In einem System, das vollumfänglich kontrolliert und überwacht wird. Erzielt mit Lügen, Täuschungen und – falls nötig – auch Gewalt.

Die IGE, angeführt von wenigen, die sich meist ihre Stellung durch Betrug und andere Machenschaften „erarbeitet“ haben, haben schon vor langer Zeit alles dafür getan, dass nur wenige „Neuankömmlinge“ in ihren Kreis eindringen können. Schließlich gilt es, die eigene Macht zu sichern. Seltsamerweise schaffen es die bewusst platzierten „Frontfrauen und -männer“ der IGE dabei als menschlich, philanthropisch und sozial zu erscheinen. Ein Großteil der Menschen dürfte unkritisch gegenüber Bill Gates oder auch George Soros eingestellt sein, weil sie sich wenig bis gar nicht mit den Strukturen hinter diesen Personen beschäftigen. Letztlich ist diese „Fassade der Menschlichkeit“ aber nur eine weitere Lüge. Ihr Ziel ist eindeutig und klar benannt: eine Welt unter ihrer Führung.

Aber gerade die Menschen, die unreflektiert die Maßnahmen bejubeln, die im Hintergrund von den IGE geschickt eingefädelt wurden, sind genau über diese Tatsache vollkommen ahnungslos. Sie sind gefangen in der Welt der klug aufgebauten Propaganda für Menschlichkeit, Gleichheit und Gleichberechtigung für alle Menschen auf dem Planeten. Sie sind bereit für eine Utopie auf die Straße zu gehen, die ihnen ein sorgenfreies Leben verspricht und sehen dabei nicht, dass ihre Utopie zur Dystopie verkommt, in der sie sich selbst versklaven.

Doch das Internet mit seinen Möglichkeiten hat den IGE ein Problem beschert: zu viele Informationen und Meinungen zu ihren Taten sind in der Welt. Und aus diesem Grund wollen sie die Freie Rede zerstören. Weil die Freie Rede und Meinungsäußerung Ideen und Dinge transportiert, die sie nicht mögen und die ihr „Projekt“ gefährden.

Sie sind auf dem besten Weg, genau jene Freie Rede massiv einzuschränken oder gar abzuschaffen – weltweit. Weil sie es können. Durch ihre Lobbyisten, durch ihre Medien, durch ihre Finanzkraft.

Und vor allem durch willfährige Menschen, die nicht erkennen, dass sie ausgenutzt werden, in dem sie die Ziele einer Gruppe unterstützen, die sie eigentlich bekämpfen wollen. Die IGE setzen die große Masse ein, um kritische Stimmen (siehe beispielsweise Xavier Naidoo)  mundtot zu machen. Und die große Masse ist sich dessen nicht einmal ansatzweise bewusst. Punkt.

Diese große Masse glaubt, dass sie damit ein besseres Leben für alle, eine bessere Gesellschaft erreichen können, in dem man „die bösen Menschen daran hindert böse Sachen zu sagen, weil dadurch die Menschheit Fortschritte in ihrer Entwicklung machen kann“.

Wir wissen heute, dass unser Bildungsystem und unsere Erziehung darauf beruht, systemkonforme Menschen zu „erschaffen“, die sich in ihr Schicksal ergeben. Statt die Menschen klüger zu machen, ist unser heutiges System darauf ausgelegt, die Menschen immer dümmer und unwissender zu machen. Es gilt zu verhindern, dass die Menschen ihre wahre Macht erkennen und ein eigenes gemeinschaftliches Bewusstsein darüber erlangen – ganz so wie es Prof. Dr. Mausfeld in seinen Vorträgen aufzeigt. Es gilt auch zu verhindern, dass die Menschen erkennen, dass eine kleine, parasitäre Gruppe das Sagen hat und was diese Gruppe eigentlich erreichen will. Dabei hilft das Mem von „Gut gegen Böse“, von „Rechts gegen Links“ oder von „Ost gegen West“, weil man ja als Teil der großen Masse per se gegen „Böse, Rechts und Ost“ ist und somit kein Problem damit hat, wenn man eben „Böse, Rechts und Ost“ zensiert. Doch wer definiert eigentlich, wer oder was „Böse, Rechts und Ost“ ist? Und wann wird man selbst Teil dieser Definition?

Die Unterdrückung der Menschen in unserem System ist real. Jeder der sehen kann, kann sehen und sich die Scheuklappen vom Gesicht reißen. Doch nur die wenigsten wollen wahrhaben, dass unsere Regierungen von Megakonzernen, Anwaltskanzleien und Banken gesteuert werden, um ein zentralisiertes weltweites System von Produktion, Handel und Dienstleistungen (vgl. hierzu TTIP, TPP, TiSA und Co.) zu erschaffen. Und nur die wenigsten sind willens zu erkennen, dass die Freie Rede und Meinungsäußerung auf dem Altar des Globalismus geopfert wird – nicht wegen irgendwelcher Hasskommentare oder Hetze. Sie sind nur Mittel zum Zweck. Vorgeschobene Begründungen.

Ob wir das Ruder noch herumreißen können? Ich glaube nicht…

https://www.konjunktion.info/2017/05/meinung-warum-das-netzdurchsetzungsgesetz-der-naechste-logische-schritt-ist/

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Netzwerkdurchsetzungsgesetz stoppen!

Conservo

(www.conservo.wordpress.com)

Dr. Thomas Jahn, stellvertretende Vorsitzende des Freiheitlich-Konservativen Aufbruchs in der Union, zur beabsichtigten Einbringung des Netzwerkdurchsetzungsgesetzes (NetzDG) durch die Regierungsfraktionen in den Deutschen Bundestag:

Die Regierungsfraktionen von CDU/CSU und SPD haben am 19.05.2017 das Netzwerkdurchsetzungsgesetz in den Deutschen Bundestag eingebracht. Obwohl zahlreiche Verbände, unter anderem auch der Branchenverband Bitkom vor den eklatanten Zensurgefahren durch das geplante Gesetz warnen, soll dieses noch vor der Sommerpause in einem „Hauruck-Verfahren“ vom Parlament verabschiedet werden. Allerdings hat die Unionsfraktion inzwischen „eine Pause“ in den Beratungen verlangt.

Hierzu erklärt Dr. Thomas Jahn:

„Mit seinem vorgelegten Gesetzentwurf will Bundesjustizminister Heiko Maas private Unternehmen und Organisationen ermächtigen, die Veröffentlichungen in sozialen Netzwerken wie z.B. Google, Facebook oder Twitter auf vermeintlich rechtswidrige Inhalte zu prüfen. Die Betreiber ihrerseits sollen dazu verpflichtet werden, gemeldete Veröffentlichungen dann ggf. innerhalb von 24 Stunden auf „Wahrheitsgehalt“ zu überprüfen und umgehend zu löschen. Bei Zuwiderhandlungen drohen Privatpersonen Bußen von bis…

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TV-Erinnerung: GLAUBENS-KOMPASS: Marienverehrung (Teil 1); Prälat Dr. Wilhelm Imkamp

GLAUBENS-KOMPASS: Marienverehrung (Teil 1); Prälat Dr. Wilhelm Imkamp

 

Sendetermine:

28. Mai 2017 13.00 Uhr

31. Mai 2017 13.30 Uhr

1. Juni 2017 18.30 Uhr

2. Juni 2017 19.30 Uhr

4. Juni 2017 05.30 Uhr

Inhalt:

Teil 1 von 2 Teilen

Mit Prälat Dr. Wilhelm Imkamp, Wallfahrtsdirektor von Maria Vesperbild

Moderation: Volker Niggewöhner

Maria von Nazareth nimmt in den verschiedenen Konfessionen des Christentums eine höchst unterschiedliche Stellung ein. Für viele Christen kann ihre Bedeutung im Heilsplan Gottes nicht hoch genug eingeschätzt werden. Für andere, vor allem protestantische Christen, spielt sie eine eher untergeordnete Rolle und wird oft nur als historische Mutter Jesu gesehen. Die Bedeutung Marias aus katholischer Sicht und die Entwicklung der Marienverehrung durch die Jahrhunderte erläutert uns heute Prälat Dr. Wilhelm Imkamp, Direktor des Marienwallfahrtsorts Maria Vesperbild, im Gespräch mit Volker Niggewöhner.

Und wer es wieder mal nicht erwarten kann, schaut sich die beiden Beiträge auf http://www.maria-vesperbild.de/ an… 😉

 

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