Gestatten Sie mir ein kurzes Wort vorab…

Da zunehmend einfacher gestrickte Menschen zu geistigen Kurzschlüssen neigen und nach flüchtigem Ersteindruck über den ganz dicken Daumen Etiketten wie „rechts“, „Traditionalist“, „Papalist“ u. ä. verteilen, kurz einige Anmerkungen vorab.

Zur Politik: Ratiophobe Psychopathologien wie „Gender“ u. ä. lehne ich ab, auch das derzeit einheitlich handelnde Parteienkartell. Ebenso die Islamisierung unseres Gemeinwesens – nicht den einzelnen Menschen, der sich zum Islam bekennt; Abtreibung – nicht die werdende Mutter in seelischer Not; gezielt vorangetriebene Homosexualisierungspolitik – nicht den einzelnen gleichgeschlechtlich orientierten Menschen.

Gleichwohl denke ich noch selbst und erwarte den wiederkehrenden Messias und nicht den wiederkehrenden Kaiser aus dem Kyffhäuser. Skeptisch sehe ich Zeitgenossen, die sich vorgeblich um das „christliche Abendland“ sorgen, aber selbst das Julfest feiern. Oder lautstark Familienwerte proklamieren, selbst aber privat notorischen Ehebruch praktizieren, in gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaft leben oder Partner samt Kinder verlassen, um sich „neu zu orientieren“.

Freunde vorgestanzter Sprachschablonen und abwegiger Schnurrpfeifereien kommen hier i.d.R. nicht auf Ihre Kosten.

Zur Kirche: ich besuche eine Kapelle, die von der FSSPX seelsorgerisch betreut wird und publiziere u.a. deren Beiträge. Dennoch ist dies kein offizieller, offiziöser oder sonstiger Blog der Priesterbruderschaft St. Pius X. oder einer anderen Gemeinschaft.
Der Blog gibt (so nicht deutlich mit Quellenhinweis bezeichnet) ausschließlich meine persönlichen Ansichten wieder und soll zusätzlich als Verstärkungs-Plattform für Themen dienen, welche m. M. nach in Gesellschaft wie Kirche totgeschwiegen werden. „Rebloggte“ Beiträge sollen – wenn von mir auch nicht immer geteilt – zur inhaltlich differenzierten Auseinandersetzung anregen und bitte kritisch mittels öffentlich zugängiger Quellen überprüft werden. Gefährlicher als Verschwörungstheorien halte ich Kräfte, die abweichende Auffassungen anderer perfide als „Verschwörungstheorie“ tabuisieren, um diese von vornherein dem Diskurs und der Reflektion zu entziehen.

Soweit dazu, und nun viel Vergnügen beim Lesen der Beiträge…

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Anmerkung zum Meßzwang (Gloria Global am 18. August 2017)

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Gloria.tv Nachrichten

 

 

Jugendliche zur Sonntagsmesse zwingen? Natürlich

Katrina Fernandez erklärt auf Aleteia, dass man von pubertierenden Jugendlichen verlangen kann, dass sie auch gegen ihren Willen die Messe besuchen. Kinder könnten nicht frei entscheiden, ob sie die zur Schule gehen oder nicht. Eltern kümmerten sich nötigenfalls mit Zwang um gesunde Ernährung, aufgeräumte Zimmer und erledigte Hausaufgaben. Wichtiger als all das sei das geistliche Wohlergehen der Kinder.https://gloria.tv/Gloria.tv%20Nachrichten

 

Mag für einige ja erstmal schlüssig klingen, je länger man darüber nachdenkt, verstärken sich jedoch die Zweifel. Den konkreten Einzelfall zugunsten derartig undifferenzierter Ratschläge unbeachtet zu lassen, ist selten klug. In Deutschland herrscht ab dem 14. Lebensjahr Religionsfreiheit, d.h. der Jugendliche darf ggf. aus der Kirche austreten. Der Pauschalratschlag des Meßzwanges beträfe mithin nur Kinder unter 14 und wäre auch bei diesen nicht opportun – Zwang und Druck verstärken nur Bockigkeit. Und Hand aufs Herz: Das übliche Gemeindeversammlungsgelaber inklusive weitschweifiger Allerweltspredigt und Sozialarbeiter-Fürbitten in Novus-Ordo-Messen ist dem „geistlichen Wohlergehen“ eher abträglich, jugendliches Fluchtverhalten daher völlig normal. Und die Messe im überlieferten Ritus ist ein derart wertvolles Geschenk, dass sie dem Kind nicht als Strafe verleidet werden darf.

Nein, das scheint mir eher eine Hauruckmethode zur Beruhigung schlichter Eltern-Gemüter (Pilatus diente dazu ein Handwaschbecken 😉 ) nach dem Motto „Solange ich etwas tun konnte, hat das Kind gespurt! Das habe ich jedesmal notfalls förmlich in die Kirche geschleift“.  Hört man meistens von verbitterten Menschen, deren Kinder seit Jahren keine Kirche mehr von innen gesehen haben. Zufall?

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Die Wiedergeburt der „Zentrums-Partei“? (kathermometer.blogspot.de)

Donnerstag, 29. Juni 2017

Die Wiedergeburt der „Zentrums-Partei“?

Zentrum, Reichtagswahl 1920

Das End ist nicht mehr nah, sondern da. Die CDU selbst, die sich noch in § 1 ihres Parteistatuts auf das „christliche Sittengesetz“ beruft, hat mit der Aufgabe des Widerstands gegen die Homo-Ehe – euphemistisch oder entlarvend: Ehe für alle – ebendieses christliche Sittengesetz abgeräumt.

Gibt es einen Artikel des christlichen Sittengesetzes, der prominenter ist, als der Schutz der christlichen Ehe, der unauflöslichen, monogamen Ehe eines Mannes und einer Frau, die offen ist für die Zeugung und Erziehung eigener – nicht fremder – Kinder?

Im Soester Programm des Zentrums 1970 , das die CDU ja als Vorläuferpartei ansieht, heißt es schon in Artikel III:  

Abweisung jeden Versuchs zur Entchristlichung der Ehe. 

Die Autoren des Programms wußten sehr wohl, warum ihnen dieser Programmpunkt so wichtig war. Seit der französischen Revolution, seit der zeitweisen Einführung des Code Napoleon in Deutschland gab es den Versuch, die Ehe zu entchristlichen, die Eheschließung von einem kirchlichen Akt zu einem zivilrechtlichen zu machen. Jahrhunderte war die Eheschließung ein kirchlicher Akt, der nur in den Registern der Kirchen, der protestantischen wie der katholischen, dokumentiert war. Die französische Revolution führte das Standesamt ein, erklärtermaßen als Instrument zur „Déchristianisation“ der Gesellschaft.

In Deutschland scheiterte dies nach der Vertreibung der napoleonischen Imperialsten zunächst, aber es war ja gerade das Eherecht, an dem sich schon Anfang des 19. Jahrhunderts der Kulturkampf gegen die katholische Kirche entzündete. 

Preußen gelang es unter Friedrich Wilhelm den IV zunächst, den Konflikt zu befrieden. Auch die Einführung der Civilehe unterblieb – zunächst. Die preußische Verfassung von 1850 – im Gegensatz zur Verfassung der 48er – sah die Einführung der Civilehe zwar vor, beließ es aber für Jahrzehnte bei den überkommenen Kirchenregistern.

Erst 1874, gewissermaßen als Gipfelpunkt des neu aufgeflammten Kulturkampfes nicht nur gegen die katholische, sondern auch gegen die conservativen Fraktionen der evangelischen Kirchen, führte Preußen die Civilehe ein. Der Widerstand, an dessen Spitze im übrigen ein Protestant, der Nestor der konservativen Partei Preußens, Ludwig von Gerlach stand, war erfolglos. Die Kulturkämpfer führten nicht nur das Civilstandsregister ein, sondern auch noch das Verbot der Voraustrauung. Der kirchliche Akt war damit seines Sinnes beraubt.

Und ab nun war auch eine zivilrechtliche Ehescheidung möglich. Kann man sich heute noch vorstellen, daß ein katholischer Papst gegen die Zivilehe und die Ehescheidung den Bannfluch ausspricht? Pius der IXte hat dies in seinem „Syllabus errorum“ getan.

Den weiteren Niedergang haben die Älteren unter uns mitverfolgt. Weltweit fiel in den 70iger Jahren das bis dahin geltende Verschuldensprinzip bei der Ehescheidung. In Deutschland fiel es unter der sozialliberalen Regierung im Jahre 1977. 

Doch der nächste Anschlag auf die Ehe kündigte sich schon an. Nach der Aufhebung der Strafbarkeit des männlichen homosexuellen Aktes (nicht der Homosexualität, wie interessierte Schreiber immer behaupten) verlangte die Homo-Lobby nun, auch andere „Diskriminierungen“, wie die Unmöglichkeit der Eheschließung für homosexuelle Paare aufzuheben. 

Noch zeigte sich die Öffentlichkeit eher verwundert, denn das hatte man bisher nicht als Ungleichbehandlung verstanden. Selbst das Bundesverfassungsgericht leistete 2002 noch teilweise – in der Person unter anderem des hoch renommierten Verfassungsrichters Papier – Widerstand gegen die Einführung einer der Ehe ähnlichen und schließlich auch nahezu gleichgestalteten „Lebenspartnerschaft“ für Homosexuelle. Das Bundesverfassungsgericht aber winkte das Gesetz durch. Papiers „Abweichende Meinung“ zeichnete schon vor, was dann folgen würde. Die Relativierung des Begriffs der Ehe würde den Weg zur völligen Relativierung des Artikels 6 GG führen.

Kann man sich heute noch vorstellen, daß die Landesregierungen von Thüringen, Sachsen und Bayern gegen ein solches Gesetz klagten? Hätte man sich vorstellen können, daß ausgerechnet eine Bundeskanzlerin der CDU den Weg für die völlige Gleichstellung von homosexuellem Konkubinat und Ehe freimachen würde?

Nun ist es Realität geworden. Übrigens sekundiert durch die Evangelische Kirche und abgelehnt nur noch von kleinen evangelischen Sekten und zumindest noch bislang dem Episkopat der katholischen Kirche in Deutschland.

Erneut in der Geschichte Deutschlands stehen die Katholiken in einer für sie elementaren Frage, nämlich der des Eherechts, alleine da. Was also spricht dagegen, das Zentrum, das ja als Partei noch existiert, als Verteidigungsbündnis der Katholiken wieder zu beleben? Wer schützt die christliche Familie ?

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Ghosting in Tradistan…

Als Papa Peinlich von 3 Kindern sozusagen an sich out of the race (permanent und generell), habe ich mal in den Artikel Beziehungsprobleme im social-media Zeitalter (http://www.schlaglichter.at/beziehungen-4-0/) reingeschaut.

Nachdem ich bereits in Paradoxe Botschaften aus „Tradistan“ (https://kirchfahrter.wordpress.com/2017/05/07/paradoxe-botschaften-aus-tradistan/) die arglose Blog-Leserschaft mit meinen Erfahrungen mit abgebrochener Kommunikation belästigt hatte, bin ich nunmehr nach Lektüre des Beitrages im Stande, den Fachbegriff nachzuliefern: Ghosting.

Ghosting beschreibt das Abtauchen, die totale Verweigerung jeglicher Kommunikation, von einem Tag zum anderen. Texte, und alle anderen Formen der Kontaktaufnahme werden einfach nicht mehr beantwortet, ohne Grund und ohne Erklärung. (…) Man trifft sich, tauscht die Kontakte aus, schreibt ein paar Mal, trifft sich wieder und wieder, und plötzlich verschwindet sie oder er, gibt keine Begründung, keine Erklärung, als ob einfach das Licht abgeschaltet wurde.

http://www.schlaglichter.at/beziehungen-4-0/

Briefe bleiben unbeantwortet, Mails werden ignoriert, die Zusendung einer Zeitung im .pdf-Format zwecks Veröffentlichung auf dem Blog bleibt aus.

Das Licht wird plötzlich abgeschaltet, Ghosting in Tradistan…

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Gender-Fraktion der CDU/CSU strebt in die Machtzentren der Union

Ah, da bewegt sich was beim geschätzten Autor. Die „Hauptsache-Merkel-weg-und-dann-stimmts-wieder!“-Haltung bröckelt, Realismus keimt auf. Allerdings nur zaghaft, denn „die gesellschaftspolitisch links tickenden CDU-Politikersind bereits in den „entscheidenden Schaltzentralen innerhalb der Partei“, darauf geschielt wurde in den letzten 10 – 15 Jahren, die Phase ist abgeschlossen.

Schwarz-grün wurde im Industrieland Hessen als Pilotprojekt erprobt und steht nunmehr für den Bund bereit. Alle Stolpersteine sind weg (Einwanderung, Wehrpflicht, AKW’s), die geeigneten Figuren werden im Artikel ja genannt. Für motzende Stammwähler wird – siehe NRW-Wahlkampf – zur Sedierung Herr Bosbach als Kasperle-Handpuppe nach dem Motto „Tri-tra-trullala, die alte CDU ist wieder da!“ eingesetzt und anschließend wieder in die Mottenkiste geworfen.

Aber immerhin, es bewegt sich was in der Wahrnehmung.

Jetzt noch die ominöse „christliche Basis Deutschlands“ als reine Wunschvorstellung erkannt, Herr von Gersdorff, dann steht realistischem Handeln nichts mehr im Wege… 😉

Conservo

(www.conservo.wordpress.com)

Von Mathias von Gersdorff *)

Mathias von Gersdorff

In konservativen Kreisen herrscht bei manchen die Hoffnung, die CDU könnte wieder christlicher und konservativer werden, nachdem Bundeskanzlerin Angela Merkel den Vorsitz der Bundespartei abgibt.

Was gesellschaftspolitische Themen (Gender, Homo-Privilegien etc.) angeht, ist das aber andere als sicher. Denn die gesellschaftspolitisch links tickenden CDU-Politiker schielen schon auf die entscheidenden Schaltzentralen innerhalb der Partei.

So hat Daniel Günther, Ministerpräsident Schleswig-Holsteins gegenüber der „Rheinischen Post“ erklärt (siehe unten): „Es wird irgendwann eine Nach-Merkel-Zeit geben. Wir wissen nicht wann. Aber wir sehen, dass sich – historisch untypisch – während einer CDU-Kanzlerschaft eine neue Riege von

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Weilers Wahrheit: Barcelona, Sprechblasen und die Dumpfheit der Deutschen

Einen interessanten Aspekt zu besagten „Werten der offenen Gesellschaft“ findet man im Werk Der Sinn der Geschichte von Friedrich Romig, 2. korr. Aufl., erschienen im Regin-Verlag. Dieses Werk sei allerdings nur Menschen empfohlen, die zur Reflektion bereit sind und offen für eine Argumentationskette, vor der sie in unseren Medien allerdings zuverlässig bewahrt werden. Wer dazu nicht bereit ist, sollte sich also besser weiterhin von Gundula Gause um Viertel vor zehn die Welt erklären lassen.

In § 7 (Seite 101 ff.) beschreibt er detailliert die besagten „Werte“:

„Die >offene Gesellschaft<, die Popper mit der Brille des Rationalismus sowohl erkennt als auch fordert, ist die moderne Industriegesellschaft. Sie hat ihren Mitgliedern nichts zu bieten außer Arbeitsplätzen. Die Beziehungen der Mitglieder zueinander beschränken sich auf das Ineinandergreifen von Funktionen. Am gesellschaftlichen Leben nehmen sie teil wie eine Maschine, wie ein Computer am Arbeitsprozeß eines Industriebetriebes: Sie werden ebenso vernutzt, abgeschrieben und, wenn sie nicht mehr funktionieren, ausgeschieden.“

Angesichts des explosionsartigen Umsichgreifen psychischer Erkrankungen und dem neuen Volksleiden „Burn out“ wird man dem nichts entgegenhalten können. Ganz oben auf der „Werte“-Liste ist die effektive Nutzung der humanen Ressourcen:

„Diese Industriegesellschaft ist >offen< für alle, die sich ihr einpassen wie abgedrehte Bolzen in vorgebohrte Löcher. Farbe, Herkommen (Fremdarbeiter), geistige Interessen, persönliche Bindungen sind gleichgültig, wenn sie die Funktionserfüllung nicht stören. Anpassung wird belohnt durch zusätzliche Belastung mit weiteren Funktionen, die Konkurrenz, d.h. der gegenseitige Kampf der Funktionsträger untereinander, wird wachgehalten“ (Seite 102 ff.).

So erklärt sich auch zwanglos die geduldete Masseneinwanderung ungelernter Analphabeten, denn tiefere Sinngebung als tägliches Funktionieren ist in der „offenen Gesellschaft nicht erforderlich:

„Die offene, abstrakte, >rationale< verwissenschaftlichte Industriegesellschaft bietet keinen von der Arbeitswelt unterschiedenen geistigen Lebensraum, kein Feld für geistige, zwecklose, gesellschaftlich relevante und anerkannte Aktivität. Sie hält sich Künstler, Literaten, Geisteswissenschaftler, Anarchisten, Idealisten, Utopisten wie exotische Vögel in den Käfigen der Spießbürger oder in zoologischen Gärten, sorgsam ausgesperrt vom wirksamen Einfluß auf die Arbeitsstruktur und Arbeitswelt.“

Alles, was nicht zumindest mittelbar eine Funktion im Produktionsprozeß erfüllt, gerät zunehmend unter einen rigiden Legitimationszwang: Familie, Hobbies, Vereinsleben etc.

Jeder darf auf seine von ihm selbst gewählte Weise verblöden und zum alles glotzenden Konsumidioten werden, da herrscht absolute Toleranz.

„(Die Gesellschaft) ist tolerant bis zum Exzeß, wo sie die Kontrolle ausübt oder die Tore verschlossen hält. Der Einzelwille, die Konsumwahl ist frei, den die Großzahl wird zum Massenbedarf, der isolierte freie Einzelwille hat keine Qualität, er wird in Quantität „umgeschlagen“. Ohne den geistigen, gesellschaftlich relevanten Lebensraum erkennt sich der Einzelne nicht im Denken, sondern in seinen Funktionen, die er erfüllt und in den Produkten, die er kauft“.

Innerhalb der offiziellen (straf-)rechtlichen oder zumindest der inoffiziell gesellschaftlich vorgegebenen Grenzen darf jeder sanktionslos meinen, was er will – habe er eine Ahnung vom Gesprächsgegenstand oder nicht.

Dieses Gesellschaftsmodell benötigt

„die Öffnung, die die Widerstände abbaut, die der universalen Geltung von Technologie, Industrie, Verwaltungs- und Militärbürokratie heute noch im Wege stehen. Seine (also Poppers) Gesellschaft ist >offen<, weil wertentleert und repressiv.“

Also genau die Gesellschaft, in der wir heute leben…

Conservo

(www.conservo.wordpress.com)

Von Michael Weilers *)

Sprechpuppen

Als Reaktion auf den islamischen Terror in Barcelona werden sie jetzt wieder reihenweise von deutschen Spitzenpolitikern abgesondert.

Worthülsen, Floskeln und einstudierte Beileidsbekundungen.

Wie Sprechpuppen, bei denen eine bestimmte Platte einlegt und der „An-Schalter“ gedrückt wird, wirken die Statements wie auswendig gelernt, abgelesen und alles andere als glaubhaft.

Besonders beliebt sind Textbausteine wie etwa „Unsere Gedanken sind bei Soundso“, „Wir stehen an der Seite von XYZ“ oder „Wir dürfen unsere Lebensweise deswegen nicht ändern“.

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Berühmte Stars, die nicht an Gott glauben! (msn.com)

Interessanterweise liest sich die Auflistung (http://www.msn.com/de-de/unterhaltung/stars/ber%c3%bchmte-stars-die-nicht-an-gott-glauben/ss-AAqcfWK?ocid=spartandhp#image=9) wie ein Who-is-who der derzeitigen medial „vergötterten“ Idole aus Kino und Showbizz – so‘ n Zufall aber auch, nicht wahr? (siehe auch https://kirchfahrter.wordpress.com/2017/03/01/kulturelle-hegemonie-und-mediale-beeinflussung/).

Wer sich die politisch-korrekten Zeitgeist-Botschaften betrachtet, welche die Filme mit Schauspielerin Diane Keaton transportieren, wird von ihrem „Outing“ als Atheistin kaum überrascht sein. Auch Hugh Laurie, der Darsteller von „Dr. House“ wirkt authentisch, wenn er sagt: „Ich glaube nicht an Gott“. In den Folgen der US-Serie wurden sehr oft Patienten, die eine religiöse Einstellung hatten, mit krankhaften Zügen dargestellt: der eine ließ sich „für seine Sünden“ an ein Kreuz nageln, gläubige Eltern lehnen starrsinnig für ihr Kind eine lebensrettende Infusion ab usw. Personen, welche dem aktuellen Mainstream entsprechen, sind hingegen häufig in der Heldenrolle zu finden: liberal, tolerant und aufgeklärt-vernünftig. Die Schauspielerin Helen Mirren „sagt über sich, dass sie eine Christin sei, ohne an Gott zu glauben“. Also glaubt sie an Jesus Christus den Gottmenschen, aber nicht an Gott. Bei einem solchen Satz scheint mir nicht Toleranz angesagt, sondern eher eine psychotherapeutische Behandlung.

Den absolut hippen Zeitgeist verkörpert Uma Thurman als anscheinend täglich neu auswählende Kundin im spirituellen Supermarkt: „Wenn ich gefragt werde, ob ich Buddhistin wäre, kann ich nur antworten: Nicht wirklich! Ich mag alle Religionen, aber nur Teile davon“. Da ist Joaquin Phoenix („Ich glaube nicht an Gott. Ich glaube auch nicht an ein Leben nach dem Tod. Ich glaube auch nicht an eine Seele. Ich glaube an rein gar nichts!“) als absoluter Nihilist schon einen Schritt weiter – als Produzent und Regisseur eigentlich schon zwingend, die Einstellung. Natalie Dormer, bezeichnenderweise Schauspielerin aus einer medial gepushten Erfolgsserie, bezeichnet sich als Atheistin, glaubt aber schon an Geister. Also eher okkult orientiert und damit am weitesten.

Zu David Bowies Aussage „Mach das Beste aus jedem Moment. Wir werden weder in den Himmel aufsteigen noch sonstwo hingehen“ erübrigt sich bei seiner Lebensweise jeder Kommentar. Sicherlich weiß er es jetzt besser.

Kathy Griffin, Schauspielerin, bezeichnet sich selbst brav als „militante Atheistin“, ebenso Daniel Radcliffe, der Harry Potter aus den gleichnamigen New-Age-Werbefilmchen, der zumindest „ein ziemlich militanter Atheist werden könne“. Der Mann will halt in Hollywood noch etwas werden. Ebenso wie Matt Smith („Ich bin ganz und gar nicht religiös. Im Gegenteil, ich bin ein Atheist“, der elfte Doktor Who der britischen Kult-Science-Fiction-Serie. „Dies überraschte sehr, weil Smith ein relativ unbekannter Schauspieler war. Smith war der bisher jüngste Schauspieler, der den Doktor spielen durfte – eine der wahrscheinlich begehrtesten Rollen Großbritanniens“ (https://de.wikipedia.org/wiki/Matt_Smith_(Schauspieler)#Karriere) Na sowas.

Leinwandidol Jack Nicholson glaubt (wohl karrierebedingt) „zur Zeit zwar nicht an Gott, aber ich kann immer noch Neid für jemanden entwickeln, der glaubt!“. Auch das medial kreierte Phänomen „Brangelina“ ist vertreten: Brad Pitt (also „Bra…“) ist „20% Atheist und 80% Agnostiker“, während Angelina Jolie (das restliche „…ngelina“) keinen Gott für sich braucht. 

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Amsterdamer „Madonna“: Will sie eine Einheit der Menschheit ohne Christus?

In der Tat scheinen mir einige „marianische“ Strömungen in unserer Zeit etwas suspekt. Die Autorin hat die Grundzüge eines enthusiastischen (und immer etwas aufgesetzt wirkenden) Maria-Kultes treffend skizziert. Wobei sich in der krankhaften Form bezeichnenderweise exzessives Schwärmertum mit enggeistiger Ignoranz verbindet.

Dass dies von den genannten „halb-und-halb-konservativen“ Bischöfen unterstützt wurde, wundert mich nicht, scheint doch jedes Mittel recht, um die irritierten Schäfchen noch irgendwie bei der Stange zu halten. Auch wenn – wie in besagtem Beispiel deutlich– die zeitgeistige Idee der „one world – one religion“ Pate steht.

Um der Wahrheit die Ehre zu geben: Auch im traditionalistischen Spektrum scheint mir die Mutter öfters den Sohn zu verdecken – allein dies schon ein klarer Hinweis, dass da etwas nicht stimmen kann. So beobachte ich öfters einen schon bizarr zu nennenden Fatima-Kult, der für manchen bereits vor dem Evangelium zu rangieren scheint. Die Auslegung von Fatima und die Exegese der „Hirtenkinder“ nimmt dann beinahe Züge einer Ersatzreligion an. Betet man den Rosenkranz wie ich (aus denselben Gründen wie die Autorin) ohne Zusatz „O mein Jesu“, zieht man bereits befremdete Blicke auf sich.

Wie Pater Niklas Pfluger zu sagen pflegt: Katholisch ist das nicht.

Mein persönlicher Marianismus ist übrigens mit Joh 2,5 umfassend umschrieben: Was er euch sagt, das tut. Diese marianische Offenbarung genügt völlig, da hat jeder wirklich genug zu tun…

CHRISTLICHES FORUM

Von Felizitas Küble

Die „Marienerscheinungen“ von Amsterdam (die 1945 begonnen hatten) ziehen weltweit immer mehr Kreise. Zahlreiche Bischöfe und oft über hundert Priester nehmen an dem jährlichen „Gebetstag der Frau aller Völker“ teil, der früher in Amsterdam stattfand, danach passenderweise in Heroldsbach, später in Köln oder Düsseldorf, wo er auch in diesem Jahr demnächst veranstaltet wird.

Dutzende von kirchlichen Würdenträgern senden ein wohlwollendes bis begeistertes Grußwort zu diesem „marianischen“ Kongreß, darunter aus Deutschland seinerzeit z.B. Bischof Walter Mixa, als er noch Oberhirte von Eichstätt war. Besonders eng verbunden mit den Amsterdamer Vorgängen fühlte sich Kardinal Joachim Meisner, der von 2012 bis 2016 mehrfach die Festpredigt bei den „Gebetstagen“ hielt.

Wir haben uns im CHRISTLICHEN FORUM kürzlich kritisch über das sog. „Gnadenbild“ geäußert, das eine strahlende Frau direkt vor dem Kreuz zeigt (dabei Christus komplett verdeckend), die ihre Füße selbstherrlich auf eine Erdkugel stellt und aus deren Händen (mit Wundmale!)…

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„Resettlement“ und „Relocation“ – das Ende des deutschen Volkes

…wobei die wortwörtliche Auslegung besagter Textpassage noch eine weitere Dimension haben kann. Es ist bekannt, dass eine gewisse Bruderschaft, welche sich vornehmlich der Bauwissenschaft als Königlicher Kunst widmet, Humanität neben Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit und Toleranz als Grundideal hat. Deren Umsetzung bedingt zwingend verpflichtender Vorgaben seitens der Führungsebene, welche dann durch die beauftragten >Brüder< umzusetzen sind. Die Bruderkette agiert dann allerdings immer im prekären Spannungsverhältnis zwischen zwingendem Umsetzungserfordernis und kritischer (profaner) Öffentlichkeit. Nicht ohne Grund wurde sukzessive u.a. die gesamte Medienlandschaft vom Zeitungswesen über Fernsehen bis zur Filmproduktion gezielt infiltriert, um die Wirklichkeit im Sinne des reality design inszenieren zu können. Heutzutage ist (beinahe) alle Medienarbeit offen von den besagten 5 Grundidealen getragen – mit Ausnahme des Internets (bezeichnenderweise erleben wir derzeit den Versuch, grundgesetzwidrig unabhängige Internet-Weblogs u. ä. einer Zensur zu unterwerfen).

Dabei gehen die Mediensteuerung durch die Bruderschaft und die (ebenso gesteuerte) galoppierende Verdummung breiter Bevölkerungsschichten Hand in Hand. Herrscht vornehmlich der Typus des historisch unterbelichteten Konsumidioten vor, der seine historischen Kenntnisse aus gefakten „Dokutainment“ -Spots der Kabelkanäle bezieht, können Codebegriffe wie „humanitäre Verpflichtungen“ eben immer gefahrloser kommuniziert werden. Die semantische Auflösung aller Normen und Begriffe wie „Familie“, „Ehe“, „Nation“ wird immer deutlicher, um das seit Jahrhunderten (!) angestrebte Ziel der amorphen, geschichts- und gesichtslosen – und daher leicht steuerbaren – Masse zu erreichen.

Conservo

(www.conservo.wordpress.com)

Von Georg Martin *)

Das Wahlprogramm 2017 der CDU fordert „Resettlement“ und „Relocation“ – zwei englische Worte, die faktisch Bevölkerungsaustausch mittels noch mehr Flüchtlingen und am Ende den Genozid am deutschen Volk bedeuten

Eine altes Managementmotto lautet: „Wenn Du etwas nicht weißt, oder wenn Du etwas verbergen willst, dann drücke es in Englisch aus.“ So nun auch klammheimlich geschehen im Wahlprogramm 2017 der CDU.

Das 75-seitige Wahlprogramm der CDU liest sich wie die „Märchen aus einer Nacht“.

Für jede Bevölkerungsgruppe, für jeden parteipolitischen Flügel ist ein Bonbon eingepackt.

Also alles in bester Ordnung? Mitnichten! Denn welcher gestresste CDU-Politiker, welches überforderte CDU-Mitglied, welcher Journalist, welche Bürger liest denn schon diesen dicken schönen bunten Strauß an

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Paulus in Mittelschwaben (die-tagespost.de)

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Paulus in Mittelschwaben

Wallfahrtsdirektor Prälat Wilhelm Imkamp verlässt Ende des Jahres Maria Vesperbild. Er hinterlässt eine Insel römisch geprägter Katholizität.

Von Martin Mosebach

Heiter und weltläufig: Prälat Wilhelm Imkamp hat Maria Vesperbild zum Markenzeichen der Volksfrömmigkeit gemacht. Am Jahresende geht er in den Ruhestand

Foto: Wallfahrtsdirektion

 

Manchmal sind es die Verlegenheitslösungen, welche die Verlegenheit erst eigentlich hervorbringen. Als dem jungen brillant promovierten Priester Wilhelm Imkamp der beinahe vergessene Wallfahrtsort Maria Vesperbild als künftige Wirkungsstätte angetragen wurde, da war es allen Beteiligten klar, dass diese Beauftragung die Frucht einer an echte Ratlosigkeit grenzenden Verlegenheit der Oberen war. Nichts gegen Maria Vesperbild – eine schöne, nicht übermäßig große Barockkirche mit ehrwürdigem Gnadenbild, einer Pieta, wie es italienisch heißt, obwohl die Verehrung der Jungfrau mit dem toten Sohn auf dem Schoß aus der Zeit der großen deutschen Mystiker in Thüringen stammt.

Es ist seltsam mit Gnadenbildern und Wallfahrtsorten: Wenn sie als Gnadenorte erkannt werden, beginnt oft ein großer Zustrom zu ihnen, es geschehen Wunder und Heilungen, die Gläubigen drängen sich, aber wenn die Jahrhunderte vergangen sind, scheint ihre Wirkung zu verblassen – die Muttergottes ist inzwischen auch an anderen Orten erschienen, die Menge wendet sich dorthin und der alte Gnadenort schläft ein. Und daran ist nichts Bedauerliches, denn die Erscheinungen gehören nicht zur Offenbarung, sondern wollen die Menschen auf dem Weg durch die Geschichte begleiten und die ist in beständigem Wandel begriffen und hat immer neue Brennpunkte. Einem solchen Einschlafen war auch Maria Vesperbild anheimgefallen, einer sanften und friedlichen Ruhe, immer noch verehrt, aber nicht mehr von gläubigen Scharen.

Nur war nicht ganz leicht zu verstehen, was ein junger, vor Energie berstender Priester mit der Leidenschaft des Seelenführers, ein sprachgewaltiger Prediger, ein literaturliebender Intellektueller allein mitten im grünen Land leisten sollte, ohne Gemeinde in einer Wallfahrtskirche, die sich nur eines spärlichen Besuchs erfreute. Es war klar, dass diejenigen, die Imkamp dorthin gewünscht hatten, sich solche Fragen nicht stellten. Sie hatten andere Sorgen: Was sollten sie mit einem Priester anfangen, der so wenig dem priesterlichen Typus entsprach, den man sich in Deutschland nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil heranziehen wollte. Wilhelm Imkamp war römisch-katholischer Priester mit der Betonung auf römisch, Rheinländer aus der „Pfaffengasse des Heiligen römischen Reiches“, ein Deutscher, der die historische Aufgabe der Deutschen in der Weiterführung der römischen Tradition verstand. Der Tradition nicht als drückende Last, sondern als ein kostbares Geschenk auffasste, eine schier unendliche Bereicherung für Glauben und Kirche. Ein Priester, der keinen Gegensatz darin sah, ein wacher und neugieriger Zeitgenosse zu sein und zugleich in der langen Reihe zu stehen, die den Katholiken der Gegenwart über alle vergangenen reichen Epochen der Kirchengeschichte mit den Anfängen des Christentums verbindet.

Ein Priester, der in Treue zur Kirche und zu den Päpsten sehr wohl wusste, dass die katholische Kirche auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil nicht neu gegründet worden war, sondern der sich jener „Hermeneutik der Kontinuität“ verpflichtet wusste, von der Papst Benedikt XVI. immer wieder gesprochen hat – man darf diese „Hermeneutik der Kontinuität“ getrost als den eigentlichen Gedanken des letzten Pontifikats bezeichnen; in Deutschland sollte Wilhelm Imkamp bald zu den wichtigsten Verteidigern dieses Gedankens zählen. Einen solchen Priester aber meinte man 1988 einer Großstadtgemeinde nicht mehr zumuten zu dürfen. Zwischen den Äckern von Maria Vesperbild hingegen, wo sich Fuchs und Hase Gute Nacht sagten, da wäre dieser Exzentriker, der die Dreistigkeit besaß, sich im Gegenteil als Priester aus der Mitte der Kirche zu betrachten, neutralisiert. Man kennt im übrigen Priesterbiographien, die auf diese Weise geknickt worden sind – Hochbegabte, die nicht nach ihren Fähigkeiten eingesetzt wurden und an den Vergeblichkeiten ihrer Existenz zugrunde gingen.

Aber auch, wer Wilhelm Imkamp die Standfestigkeit zutraute, mit einer solchen Herausforderung fertigzuwerden, dürfte seinen Augen nicht getraut haben beim Anblick dessen, was aus Maria Vesperbild nach dreißig Jahren Direktorat von Wilhelm Imkamp geworden war. Der weltläufige Gelehrte, der sich am liebsten mit historischen, politischen und theologischen Problemen beschäftigte, erkannte, wo eine entscheidende Schwäche der nachkonziliaren Kirche lag: die Schüler des Karl Rahner, des Paters Schillebeeckxs, des Professors Kasper und des auch in der katholischen Theologie einflussreichen Protestanten Rudolf Bultmann eroberten sich weite Räume theoretischer Spekulation, konnten aber mit dem, was leicht herablassend „Volksfrömmigkeit“ genannt wird, nichts mehr anfangen.

Daraus erwuchs der Kirche eine ernste Schwierigkeit, denn diese sogenannte Volksfrömmigkeit ist nicht ein irgendwie peinlicher Auswuchs der katholischen Religion, ein Trost für Kinderseelen und infantil Gebliebenen, sondern sie gehört zum Wesen des Katholischen, nebenbei auch der orthodoxen Kirche. Der Glaube an die Fleischwerdung des Schöpfergottes drückt sich notwendig in einer Fülle sakramentaler Handlungen aus, die eine physische Nähe zum leibhaft gewordenen Gott möglich machen. Der „Emmanuel“, der Gott, der bei den Menschen sein will, hat auch in seinen Erdentagen manifeste Gesten nicht verschmäht, wenn er dem Blinden mit seinem Speichel die Augen öffnete, wenn er den Jüngern einen Fisch briet, wenn er die Frau, die seinen Mantel berührt hatte, gesund werden ließ, und wenn er, der Mensch-Gewordene, nun auch noch bis zum Ende aller Tage in Brot und Wein anwesend sein wollte, um von seinen Gläubigen buchstäblich verzehrt werden zu können. Dies alles ist „Volksreligion“, nur im Geist von „Volksfrömmigkeit“ zu erfassen. Jesus selbst hat das Pilgern und Wallfahren geheiligt, als er zum Tempel nach Jerusalem pilgerte, und, weil ihm die Verhaftung dort drohte, ohne die Jünger und unerkannt in der Pilgermenge die heiligen Höfe betrat, in denen er schon als Zwölfjähriger zum Kummer seiner Eltern zurückgeblieben war, weil er „im Haus meines Vaters“ sein wollte.

Und es kann in der Religion der Menschwerdung auch gar nicht anders sein, dass die Frau, aus der der Gottmensch geboren wurde, mit besonderer Ehrfurcht betrachtet wird, weil er seinen Menschenkörper von ihr erhalten hat, und zwar nicht, indem sie willenloses Gefäß für diesen Vorgang gewesen wäre, sondern mit ihrer Einwilligung. Der in „Vesperbild“ dargestellte Augenblick der Gemeinschaft der Mutter mit dem toten Sohn – Gott wird nicht nur Mensch, er wird auch Leiche, leblose Materie – kann von einem Christen gar nicht genug meditiert werden – und das geschieht vor allem in der heute misstrauisch beäugten Volksfrömmigkeit. Die einzelnen Schritte, mit denen es Wilhelm Imkamp gelang, das erlöschende Feuer „Volksfrömmigkeit“ in Maria Vesperbild wieder anzufachen, können andere besser beschreiben. Aber das Ergebnis zahlloser Predigten und des zigtausendfachen Beichte-Hörens ist evident. Maria Vesperbild wurde inmitten einer deutschen Kirche der sich auflösenden Gemeinden ein blühendes Wallfahrtsbistum, eine Insel einer uralten und zugleich jugendlichen Katholizität. Allmählich kam man nicht mehr umhin, das Verdienst des Abgeschobenen zu erkennen; Imkamp wurde Prälat und Apostolischer Protonotar, denn er hatte nie aufgehört, über den ihm zugewiesenen Kreis hinauszuwirken. Die Fernseh-Talkshow, jene Unterhaltungssendung, in der jeder kompliziertere Gedanke zu Staub zerbröselt wird, wurde solange seine Kanzel, bis man seine immer mit Witz und Kühnheit verbundenen Auftritte fürchten gelernt hatte. Imkamp versuchte, nach dem Paulus-Wort zu leben, „allen alles zu sein“. Sein Wissensdurst ist unstillbar, der Umfang seiner Bibliothek legendär – fielen die Mauern seines Hauses in sich zusammen, würde dahinter ein zweites ganz aus Büchern errichtetes Gebäude sichtbar.

Dass er Maria Vesperbild verlässt, ist für die deutsche Kirche ein empfindlicher Verlust. Eigentlich ist er dafür zu jung. Die fast dreißig Jahre seines Wirkens sind wie in einem Rausch vergangen. Ein Ende seines Tätigseins werden aber weder seine Freunde noch seine Gegner erwarten dürfen.

Ein Ende seines Tätigseins werden aber weder seine Freunde noch seine Gegner erwarten dürfen“ endet der Artikel.

Das steht zu hoffen – möge Gott es geben.

Während einem ohne jede Anstrengung aus dem deutschen Spitzenklerus Kandidaten für den Ruhestand gleich dutzendfach einfallen (am Besten in einem Trappistenkloster…), würde die analytische Brillanz eines Prälat Imkamp – gerade in dieser Zeit – schmerzlich fehlen. Als Katholik hoffe ich, dass seine Stimme weiterhin Orientierung, seine geistige Eloquenz Vergnügen und seine seelsorgerischen Ausführungen Trost spenden. Als Abonnent der Tagespost drücke ich fest die Daumen, diesen herausragenden Kopf weiter in „meiner Zeitung“ lesen zu können.

Ad multos annos, Hochwürden!

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Angela „Grüne“ Merkel (tichyseinblick.de)

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Angela „Grüne“ Merkel

© John MacDougall/AFP/Getty Images

Jetzt hat sich auch Angela Merkel für ein Verbot von Verbrennungsmotoren ausgesprochen. So kennt man sie: Früher oder später übernimmt sie alles von den Grünen und Linken. Doch Merkel hat diese Anpasserei der CDU nicht erfunden.

Nur zur Erinnerung:

  • Mindestlohn – eine Forderung der Linken, umgesetzt von Merkel.
  • Abschaltung der Atomkraftwerke – eine Forderung der Grünen, umgesetzt von Merkel.
  • Mietpreisbremse – eine Forderung von SPD und Linken, umgesetzt von Merkel.
  • Frauenquote – zuerst eine Forderung der Grünen, zuletzt für Aufsichtsräte großer Unternehmen von Merkel umgesetzt.
  • Ehe für Homosexuelle – zuerst eine Forderung der Grünen, jetzt von Merkel umgesetzt.
  • Bedingungslose Grenzöffnung – eine Forderung der Grünen, 2015 von Merkel umgesetzt.

Natürlich ist die Liste nicht vollständig. Da passt es, wenn Merkel sich jetzt auch der Forderung nach dem Verbot des Verbrennungsmotors anschließt. Nur beim Zeitpunkt wollte sie sich (noch) nicht festlegen.

… schon vor über zwei Jahrzehnten

Nur: Erfunden hat Merkel diese Anpasserei an den grünen Zeitgeist nicht. Beweis: 1994 schrieb ich in meinem Buch „Wohin treibt unsere Republik?“: „Bei vielen Fragen ist es heute schon so, dass die Grünen die Richtung vorgeben, dann die SPD nachzieht und schließlich die Union mit einem deutlichen Verzögerungseffekt nachhinkt … Die Einwirkungen der grünen Partei gehen weit über ihre Beteiligung an Landesregierungen und die in Wahlen dokumentierten Erfolge hinaus. Entscheidender ist, dass es den Grünen immer wieder gelang, politische Themen zu besetzen und die Meinungsführerschaft in der öffentlichen Diskussion zu übernehmen. Dies konnte jedoch nur geschehen, weil sie überdurchschnittlich viele Sympathisanten in den Medien hatten und haben und weil die Reihen ihrer natürlichen Widersacher, also parteipolitisch gesehen die CDU, bereits innerlich aufgeweicht waren und maßgebende Politiker der Union entscheidende Positionen der Grünen schon übernommen hatten.“ (Rainer Zitelmann, Wohin treibt unsere Republik, Berlin 1994, S. 80 f.)

Das Einzige, was sich seit damals geändert hat, ist die Geschwindigkeit, mit der die CDU Positionen der Grünen übernimmt. Margaret Thatcher nannte ihre opportunistischen Parteifreunde „wets“ (Schwächlinge): „Politische Zauderer, die die Aufgabe der Konservativen darin erblicken, sich angesichts des unaufhaltsamen Vormarsches der Linken mit Anstand zurückzuziehen“, so heißt es in ihrer Autobiografie.

https://www.tichyseinblick.de/meinungen/angela-gruene-merkel/

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