Gestatten Sie mir ein kurzes Wort vorab…

Da zunehmend einfacher gestrickte Menschen zu geistigen Kurzschlüssen neigen und nach flüchtigem Ersteindruck über den ganz dicken Daumen Etiketten wie „rechts“, „Traditionalist“, „Papalist“ u. ä. verteilen, kurz einige Anmerkungen vorab.

Zur Politik: Ratiophobe Psychopathologien wie „Gender“ u. ä. lehne ich ab, auch das derzeit einheitlich handelnde Parteienkartell. Ebenso die Islamisierung unseres Gemeinwesens – nicht den einzelnen Menschen, der sich zum Islam bekennt; Abtreibung – nicht die werdende Mutter in seelischer Not; gezielt vorangetriebene Homosexualisierungspolitik – nicht den einzelnen gleichgeschlechtlich orientierten Menschen.

Gleichwohl denke ich noch selbst und erwarte den wiederkehrenden Messias und nicht den wiederkehrenden Kaiser aus dem Kyffhäuser. Skeptisch sehe ich Zeitgenossen, die sich vorgeblich um das „christliche Abendland“ sorgen, aber selbst das Julfest feiern. Oder lautstark Familienwerte proklamieren, selbst aber privat notorischen Ehebruch praktizieren, in gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaft leben oder Partner samt Kinder verlassen, um sich „neu zu orientieren“.

Freunde vorgestanzter Sprachschablonen und abwegiger Schnurrpfeifereien kommen hier i.d.R. nicht auf Ihre Kosten.

Zur Kirche: ich besuche eine Kapelle, die von der FSSPX seelsorgerisch betreut wird und publiziere u.a. deren Beiträge. Dennoch ist dies kein offizieller, offiziöser oder sonstiger Blog der Priesterbruderschaft St. Pius X. oder einer anderen Gemeinschaft.
Der Blog gibt (so nicht deutlich mit Quellenhinweis bezeichnet) ausschließlich meine persönlichen Ansichten wieder und soll zusätzlich als Verstärkungs-Plattform für Themen dienen, welche m. M. nach in Gesellschaft wie Kirche totgeschwiegen werden. „Rebloggte“ Beiträge sollen – wenn von mir auch nicht immer geteilt – zur inhaltlich differenzierten Auseinandersetzung anregen und bitte kritisch mittels öffentlich zugängiger Quellen überprüft werden. Gefährlicher als Verschwörungstheorien halte ich Kräfte, die abweichende Auffassungen anderer perfide als „Verschwörungstheorie“ tabuisieren, um diese von vornherein dem Diskurs und der Reflektion zu entziehen.

Soweit dazu, und nun viel Vergnügen beim Lesen der Beiträge…

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Aufruf zum Staatsstreich? Hier trennen sich unsere Wege…

Ein Musterbeispiel für irrationale Tendenzen in der Dissidenz ist heute auf dem Blog von „Michael Mannheimer“ zu betrachten. Hier wird (wohl allen Ernstes) ein Aufruf zum Widerstand an das deutsche Militär und die deutschen Polizei-Einheiten publiziert, der u.a. darin kulminiert, den Spuk der Politik Merkels zu beenden und jene Politiker, die sich gegen Gesetz und ihr Volk vergehen zu ergreifen und sie vor ein Militärgericht zu stellen.

Beitrag im Original: (https://michael-mannheimer.net/2017/07/20/aufruf-an-deutsche-soldaten-und-polizisten-steht-eurem-volk-bei-gegen-seine-neuen-unterdruecker-befreit-euer-und-unser-land-aus-der-hand-der-dritten-sozialistischen-diktatur-seit-adolf-hitler/#more-58820)

Durch die Publikation eines Aufrufs zum bewaffneten Staatsstreich offeriert man daran interessierten Kräften die Möglichkeit der legalen Repression gegen dissidente Stimmen quasi auf dem Silbertablett, denn ein gewalttätiges Vorgehen gegen Verfassungsorgane ist schlichtweg kriminell (§§ 81ff. StGB).

Allen, welche Staatsstreich und Hochverrat als legitime Mittel der Opposition gegen das Parteienkartell ansehen, sei klar gesagt: Hier trennen sich unsere Wege…

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Die Heuchelei der Weinerlichen (nzz.ch)

Neue Züricher Zeitung

 

Political Correctness

Die Heuchelei der Weinerlichen

von Daniele Giglioli 19.7.2017

Sie sind unerbittliche Gegner und bekämpfen sich nach Kräften. Dennoch verbindet politisch Korrekte und Chauvinisten mehr, als ihnen recht sein kann.

Schlechte Fragen produzieren schlechte Diskussionen. Und schlechte Diskussionen lassen sich endlos weiterführen. Zwischen falschen Prämissen ist keine Vermittlung möglich und kein produktiver Streit. Was bleibt, ist bloss die Bestätigung der eigenen Blase.

Die Polemik zwischen den Verfechtern der politischen Korrektheit und den Anhängern der freien Rede ist das Paradebeispiel für eine Pseudodebatte. Wenn wir uns an den eigentlichen Sinn der Worte halten, gibt es dann etwas politisch Korrekteres als die gute, echte Meinungsfreiheit? Die Diskussion könnte hier enden, zur Zufriedenheit aller Parteien.

Denn wer will schon vernünftigerweise leugnen, dass es gut ist, die eigene Meinung äussern zu können? Wer möchte vernünftigerweise leugnen, dass es schlecht ist, Menschen aufgrund ihres Geschlechts, ihrer Religion oder ihrer ethnischen Zugehörigkeit zu diskriminieren, wobei diese Diskriminierungen in der Geschichte tatsächlich stets mit verbalen Herabsetzungen einhergingen? Und wem käme es ernsthaft in den Sinn abzustreiten, dass es an vielen Orten dieser Welt nicht möglich ist, sich frei auszudrücken? Und dass an vielen Orten, wo dies möglich ist (im berühmt-berüchtigten Westen), viele Diskriminierungen weiterbestehen?

Beseelt ohne Beweis

Indessen finden wir heute auf der einen Seite unter den stolzesten Bekennern der freien Rede Rassisten, Islamhasser und Chauvinisten, die sich plötzlich von einer Liebe für die Freiheit beseelt sehen, ohne dass sie hierfür jemals den geringsten Beweis erbracht hätten. Und obwohl es weh tut – eine Person, die unter Berufung auf die Meinungsfreiheit den Sexismus oder die Rassentrennung gutheisst, sollte erst einmal reden dürfen.

Die Zensur macht die Diskurse, die sie zu unterdrücken versucht, erst richtig schmackhaft.

Denn wen sollte sie jemals von ihren Positionen überzeugen können? Und welchen besseren Verbündeten sollte sie finden können als jemanden, der ihr das Reden verbietet und ihr damit erlaubt, sich als Opfer in Szene zu setzen? Die Zensur macht die Diskurse, die sie zu unterdrücken versucht, erst richtig schmackhaft.

Auf der anderen Seite tummeln sich Leute, die nicht weniger lächerlich und autoritär sind. Es vergeht kein Tag, an dem nicht über amerikanische Universitäten berichtet wird, an denen Studenten verlangen, dass Bücher und Studienprogramme mit Triggerwarnungen versehen werden. Dabei handelt es sich um Warnhinweise, die unbedarfte Studenten daran gemahnen, dass ein Roman von Chinua Achebe (der kein Rassist war, sondern der grösste Schriftsteller Afrikas im 20. Jahrhundert) Themen der kolonialistischen Gewalt behandelt, die sie verstören könnten; dass in «Der grosse Gatsby» von F. Scott Fitzgerald einige Figuren chauvinistische Bemerkungen machen; dass in Virginia Woolfs «Mrs. Dalloway» der Protagonist Selbstmord begeht (man mag sich gar nicht vorstellen, was passiert, wenn die Studenten erfahren, dass auch die Autorin sich umbrachte).

Eine Rechtsprofessorin von Harvard wurde jüngst gebeten, den Ausdruck «die Gesetze verletzen» nicht zu verwenden. Das englische «violate» bedeutet auch «vergewaltigen» und wurde von Studenten als Trigger empfunden. Mit anderen Worten: Es stellt eine Mikroaggression dar, die das College in einen unsicheren, gesundheitsgefährdenden Ort verwandelt.

Kämpfe der Privilegierten

Es ist symptomatisch, dass solche Kulturkriege an privilegierten Orten wie den Universitäten stattfinden, den einstigen Horten des freien Denkens, Lehrens und Forschens (und eben nicht in der Frittenbude von McDonald’s, wo eine junge schwarze Angestellte kaum deshalb übergewichtig ist, weil sie die sexistische Ästhetik der Weissen ablehnt, sondern weil sie sich vorwiegend von jenem Junkfood ernährt, das sie sich leisten kann). Zu diesen Orten zählen ebenfalls die multinationalen Unternehmen, die sich dem Diktat der politisch korrekten Sprache problemlos unterwerfen.

Auch wenn ihre Praktiken Auswirkungen haben, die womöglich soziale Ungerechtigkeiten erhalten oder gar befördern, wollen sie die besten Leute in ihrem Sold haben; und mit der neuen Sprachpolitik schaffen sie für genau diese Leute die Illusion einer harmonischen Binnenwelt, in der alle einen netten Umgang miteinander pflegen.

Statt sich über diese Heuchelei aufzuregen oder lustig zu machen, bietet es sich an, genauer hinzusehen – oder wie es im Poker heisst: die Karten sehen zu wollen. Das am häufigsten vorgebrachte Argument der Bekenner der politischen Korrektheit besagt nicht, dass eine bestimmte Aussage ungerecht, falsch oder sozial schädlich sei. Es besteht vielmehr darin zu behaupten, dass sie die Sensibilität der Betroffenen verletze, dass sie dieselben hilflos mache – dass sie also das Äquivalent einer physischen Aggression darstelle.

Und dies selbst dann, wenn die Lehrperson nicht sagt, die Schwarzen seien wieder in Ketten zu legen, sondern dazu auffordert, Romane für einmal auch jenseits des Rasters von Rasse, Klasse und Gender zu lesen (und sich beispielsweise auf eine Analyse der formalen Strukturen zu beschränken). Oder wenn die Lehrperson darauf hinweist, dass Lord Byron ein Chauvinist war, weil dies in jener Zeit sozusagen der unrühmliche Standard war.

Wer vorgibt, sich verletzt zu fühlen (oder noch schlimmer: wer sich tatsächlich dadurch verletzt fühlt), will nicht streiten, sondern sein Gegenüber mundtot machen. Schliesslich geht es ja um die eigene Unversehrtheit. Wer Kopfschmerzen hat, nimmt ein Schmerzmittel und beginnt gewiss nicht, mit der Entzündung zu diskutieren. Er argumentiert nicht, sondern erklärt sich für krank – und will den Krankheitserreger unschädlich machen.

Zurück hinter die Aufklärung

Es zirkulieren mittlerweile zahlreiche Videos auf Youtube, welche die immergleiche Szene zeigen: Der Student nennt den Professor «disgusting», also ekelhaft. Solche Konflikte spielen sich auf einer zutiefst emotionalen Ebene ab, und für die Emotionen, so wiederholen die Apologeten der politischen Korrektheit, sollten wir uns endlich zu schämen aufhören. Hier treffen wir auf den wesentlichen Punkt: die Emotionen als Waffe des politischen Kampfs. Aber sich zu erheben und zu fordern, nicht die Vernunft, sondern die Emotion müsse den politischen Diskurs regieren, bedeutet, einen dürftigen Begriff von Vernunft und Gefühl gleichermassen zu haben.

Zuerst lässt sich konstatieren: Dass die Emotionen ein mächtiger politischer Hebel sind, wussten die Aufklärer selbst am besten. Zuerst mobilisierten sie in ihrem Kampf gegen den Absolutismus und die Offenbarungsreligionen das Lachen der Leute, indem sie mit Voltaire den Humor dem Adel entrissen, damals die einzige Klasse, die überhaupt befugt war zu lachen. Danach bemächtigten sie sich des Klagens – denken wir nur daran, wie der Sentimentalismus von Richardson, Diderot und Rousseau die Männer und Frauen beeinflusste, die die Französische Revolution anzettelten.

Nur eben, welche Gefühle? Lachen und Klagen, Spott und Rührung wurden mobilisiert, nicht um den Bereich des Sag-, Fühl-, Denk- und Machbaren zu beschränken, sondern um ihn zu erweitern. Das waren aktive, nicht reaktive Leidenschaften, Bezeugungen der Stärke, nicht der Schwäche. Die Verwandtschaft zwischen dem ressentimentgeladenen Jammern über Diskriminierungen und der Empfindsamkeit jener, die spüren, dass sie Benachteiligungen abschaffen können und sollen, ist nur scheinbar.

Denn der weinerliche Zeitgenosse verhält sich, wie er sich verhält, weil er dunkel spürt, dass er die Verhältnisse, über die er sich beklagt, letztlich nicht verändern will – er will sich bloss einen eigenen Schonraum in privilegierter Umgebung schaffen. Alles andere interessiert ihn nicht. Jene, die 1789 den Begriff der Brüderlichkeit erfanden, dachten anders – ihre Tränen waren echt, sie wollten wirklich einen Bruch der gesellschaftlichen Verhältnisse.

In diesem Punkt nun treffen sich die militanten Chauvinisten und die ebenso militant politisch Korrekten. Nicht weil sie sich auf die Emotionen berufen, sondern weil sie Emotion und Vernunft strikte voneinander scheiden. Es handelt sich um eine fatale Trennung – mit höchst problematischen Wirkungen. Denn auch die Vernunft ist eine Leidenschaft. Erkennen, begreifen, verändern: Nur wer Gefühl und Vernunft als Einheit denkt und lebt, vermag durch sein Wirken die Welt zu verändern.

Wer es nicht tut, macht aus dem Gefühl ein Ressentiment, aus der Vernunft ein blosses Sophisma. Und er lässt die Welt genau so, wie er sie vorfindet. Weil er sie nämlich insgeheim genau so mag. So sieht die neue Form der salonfähigen Heuchelei aus.

 

Daniele Giglioli ist Professor für Literaturwissenschaften an der Universität Bergamo und Autor des Buches «Die Opferfalle» (Matthes & Seitz, 2016). – Aus dem Italienischen von rs.

https://www.nzz.ch/feuilleton/political-correctness-die-heuchelei-der-weinerlichen-ld.1306603

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Ein paar Gedanken zu Murphy’s „Der Statthalter“ (1979)

Ein Buch über einen Papst Franziskus aus dem Jahr 1979 (hier zitiert: dt. EA von 1981)?

Mein Interesse war geweckt, ein Blick in den Klappentext zeigt: der Protagonist ist Soldat, oberster Richter und anschließend Papst. Unwillkürlich kommt der Eindruck, der Autor habe drei Skizzen für verschiedene Romane angefangen und dann zusammengewürfelt, um partout einen voluminösen 600-Seiten-Wälzer zustande zu bringen. Nicht umsonst steht auf der Rückseite des Bucheinbandes etwas verschämt: „drei denkbar verschiedene Leben, doch gelebt hat sie einer“.

Schaut man sich den Roman dann näher an, bestätigt sich die Vermutung, dass er aus drei separaten Teilen besteht. Die Verbindung zwischen dem ersten (Kriegsheld-)Teil und dem zweiten, dem (Richter-)Teil wird man ausschließlich in der persönlichen Biographie des Autors Walter F. Murphy zu suchen haben, der Bezug beider auf den dritten, den Papst-Teil, besteht lediglich im Vermitteln kurzer Einblicke in das religiöse Innenleben und die vorherrschenden Charakterzüge seines Protagonisten Declan Walsh. Murphy selbst ist dekorierter Kriegsteilnehmer in Korea als auch akademischer Berater eines (katholischen) Richters am Obersten Bundesgericht der USA gewesen und hatte, wie sein Romanheld, einen Jura- Lehrstuhl inne, seine Vita verbindet also gleichsam die (inhaltlich ansonsten unverbundenen) beiden ersten Romanabschnitte.

Man hat wohl demnach – zumindest bezüglich besagter Abschnitte – einen stark autobiographisch geprägten Roman vor sich. Dafür spricht zudem die atmosphärische Dichte und die überaus penible Zeichnung einzelner Charaktere, Begebenheiten, oder Zusammenhänge, welche in einem Roman nicht nur unüblich, sondern für das Verständnis hinderlich sind. So werden Nebenfiguren, welche für den weiteren Fortgang der Geschichte keine Rolle spielen, bis in die letzte Verästelung akribisch geschildert, die Arbeitsweise des Obersten Gerichts der USA – für den maßgeblichen „Papst-Teil“ des Buches ebenso unerheblich, wie die Kriegserlebnisse mit ihren taktischen Feinheiten der Truppenführung auf Batallionsebene – werden beinahe exzessiv beschrieben. Schmerzlich vermisst man eine Art Relief des Romans, in welchem die Schwerpunkte gezielt vertieft und die eher randseitigen Aspekte gekonnt kurz zusammengefaßt werden. Da der Autor stattdessen in geradezu epischer Breite und Tiefe auch noch die banalste Nebensächlichkeit wie etwa Kleidung, Make-up oder Stimmungslage von Nebenfiguren ausführt, wird der Leser von einer Überfülle von Einzelheiten geradezu erschlagen. Anfangs noch arglos, versucht er, sich diese noch irgendwie zu merken – in der Annahme ihrer Wichtigkeit. Bis er dann doch durch das bloße Volumen der Fragmente gezwungen wird, aufzugeben. Einen nuanciert ausformulierten Erzählstrang hätte zumindest ich vorgezogen. So hingegen wird wirklich unterschiedslos jede Kleinigkeit, welche mit 3 oder 4 Sätzen ausreichend beschriebenen wäre (wie etwa die penible Reihenfolge und Konsistenz eines Abendessens oder Schrullen und Eigenheiten von Randfiguren) unermüdlich über Seiten hinweg ausgewälzt – man könnte beinahe auf die Vermutung kommen, der Autor sei vom Verlag nach Zeilen bezahlt worden…

Wollte man es böse formulieren, könnte man sagen, das Buch fängt eigentlich auf Seite 223 an. Sicherlich geht man nicht zu weit, wenn man feststellt, dass man die vorigen Seiten gut und gerne auf ein Zehntel hätte zusammenstreichen können. Kurz und gut: Weniger wäre in dieser Hinsicht mehr gewesen.

Fehlt die kundige Hand, welche mit schwungvollen Feder mit wenigen Strichen Zusammenhänge und Schwerpunkte herausarbeitet, stellt sich beim Leser schnell Ermüdung ein. Gefördert wird dies – neben der mäandernden Erzählweise – durch den abrupten Wechsel des Erzählstils der beiden fiktiven „Berichterstatter“ im ersten und zweiten Teil. Gefällt sich der der Ex-Sergeant der Marines im „Eisenfresser“-Slang der Frontkämpfer, so berichtet der Bundesrichter auf einmal im süffisanten Ton der witzigen Gesellschaftsreportage eines New-England-WASP. De facto steigt man aus dem Kriegsroman direkt in den Gesellschaftsroman des politischen Washington. Stellenweise nicht unflott zu lesen, aber ohne die ausufernden Beschreibungen der juristischen Problematik von Abtreibung oder Rassentrennung wäre dem Leser mehr gedient gewesen. Erkennbar stößt hier die vom Autor gewählte literarische Form der Biographie bei einer lediglich fiktiven Figur an ihre Grenzen. Sollten von ihm (chiffriert) reale Personen des politischen Washington der 70er in diesen Abschnitt verewigt worden sein, so sind mittlerweile Jahrzehnte über die Aktualität hinweg geschritten – ein Wiedererkennen kaum möglich – und überhaupt (Interesse daran vorausgesetzt) nur für Insider möglich.

Dem schließt sich – notdürftig verbunden nur durch den kurzen Klosteraufenthalt des Protagonisten – der „Papst-Teil“ an, weder inhaltlich noch autobiographisch mit dem übrigen Roman verbunden. Dies läßt an eine „Auftragsarbeit“ denken, welche die Informationen dieses Abschnittes an den (entweder fertigen oder beinahe) fertigen Roman angefügt wurde. Dafür spricht bei näherem Hinsehen auch die – doch relativ bemühte – Anbindung durch Ausarbeiten der Charaktereigenschaften samt religiöser Auffassungen des Declan Walsh im ersten und zweiten Teil. Ob die Förderung durch die jüdische Guggenheim-Stiftung („Elected a fellow of the American Academy of Arts and Sciences in 1976, he received fellowships from the National Endowment for the Humanities and Guggenheim Foundation and three Fulbright awardshttp://www.legacy.com/obituaries/charleston/obituary.aspx?n=walter-murphy&pid=142122708) mit der Forderung verbunden war, die im „Papst-Teil“ des Romans befindlichen Inhalte aufzunehmen, muss notgedrungen Spekulation bleiben. Ebenso, ob die (so wüst wie pauschalen) Antisemitismus-Vorwürfe gegen Kurie und Papst Pius XII. etwas damit zu tun haben. An allen möglichen und unmöglichen Stellen wiederholt das Buch die kirchenfeindliche (und erwiesener Maßen tatsachenwidrige) Legende, wonach Papst Pius XII. es unterlassen habe, der jüdischen Bevölkerung im 2. Weltkrieg Hilfe angedeihen zu lassen.

Es wollen die Stimmen nicht verstummen, welche im Statthalter verdeckte Hinweise auf einen weitreichenden, sorgfältig ersonnenen Plan einer grundlegenden Umgestaltung der Kirche vermuten. Dies wird naturgemäß allein durch die Analyse des Buches nicht verifizierbar sein, allenfalls können eventuell gewisse Hinweise gewonnen werden.

Zuerst die überprüfbaren Tatsachen: Der Roman ist 1979 erschienen und war laut englischsprachiger Wikipedia ein Bestseller (https://en.wikipedia.org/wiki/The_Vicar_of_Christ). Tatsächlich war das Buch drei Monate auf der renommierten Bestseller-Liste der New York Times („It spent three months on the New York Times best-seller list“, http://www.nytimes.com/2010/05/02/us/02murphy.html.) Der Statthalter (so der etwas sperrige deutsche Titel, „Der Stellvertreter“ war halt schon vergeben…) wird von der New York Times als „ein fiktiver politischer Thriller“ bezeichnet, in diesem Sinne sei Professor Murphy ein Vorgänger von Dan Brown gewesen. Interessanterweise habe Murphy erst Sachliteratur – ähnlich wie im Abschnitt über den Obersten Gerichtshof der USA, angestrebt, aber dann doch die (unverfänglichere) Romanform gewählt, um seine Quellen zu schützen („ A fictional political thriller involving the Vatican — in that sense, Professor Murphy was an antecedent of Dan Brown — it began as a nonfiction attempt to get inside the Vatican the same way he had burrowed into the Supreme Court. But he decided to write the book as a novel to protect some of his sources from embarrassment, he said laterhttp://www.nytimes.com/2010/05/02/us/02murphy.html).

Ebenso auf dem Boden der Tatsachen bleibt die Feststellung, dass die Wahl eines „realen“ Papstes mit dem Namen Franziskus 2013 nicht für eine – finanziell doch sicherlich lohnende – Neuauflage genutzt wurde. Ausgaben vom Statthalter sind nur noch antiquarisch (dort aber problemlos) zu beschaffen. Wie sein Autor wird das Buch lediglich im englischsprachigen Teil von Wikipedia sehr knapp beschrieben, treffend stellt theatlantic.com fest: „Murphy’s book is mostly forgotten“ https://www.theatlantic.com/magazine/archive/2015/05/will-pope-francis-break-the-church/389516/.

Um Schlußfolgerungen zu ziehen, wird man den festen Boden der Tatsachen verlassen und sich auf den eher schwankenden Boden der Spekulation begeben müssen. Aus der fehlenden Neuauflage kann auf ein fehlendes Interesse an der erneuten Verbreitung des Romans und seines Inhaltes durch den/die Rechteinhaber geschlossen werden. So diese Veröffentlichungsrechte nicht etwa umstritten wären (Hinweise dafür habe ich keine gefunden) bietet sich die Hypothese an, dass der Roman Ende der 70er lediglich die zeitlich begrenzte Aufgabe eines Versuchsballons hatte. Als solcher könnte er die Resonanz beim (Fach-)Publikum austesten und eine Art Machbarkeitsstudie darstellen. Die – wie gelesen vom Autor gezielt gewählte – literarische Form des Romans enthebt zum einen von Quellenangaben oder konkreten Nachweisen und böte zum anderen die Möglichkeit, kritische Nachfragen als absurde „Verschwörungstheorie“ lächerlich zu machen. Die finanzielle Förderung durch die Guggenheim-Stiftung ermöglicht, unzählige Exemplare weltweit zu vertreiben und so ein interessiertes Publikum mit dem Inhalt bekannt zu machen.

Die englischsprachige Originalausgabe des Buches erschien 1979, als bereits Johannes-Paul II. als Nach-Nachfolger von Paul VI. amtierte. Spekulieren könnte man hier über ein Signal „an alle, die es angeht“, dass man sich vom zeitweisen Rückschlag durch die Wahl von Johannes-Paul I. (sein Tod ist bekanntlich von Verschwörungstheorien umrankt) und dem (zumindest moraltheologisch strikt) konservativen Johannes-Paul II. nicht verwirren lassen soll und sozusagen ein Projekt Franziskus bereits in Arbeit ist.

Seitdem über WikiLeaks E-Mails von John Podesta, dem Chef von Hillary Clintons Wahlkampagne, bekannt wurden (vgl. https://wikileaks.org/podesta-emails/emailid/6293; (http://www.catholicherald.co.uk/news/2016/10/12/clinton-campaign-chief-helped-start-catholic-organisations-to-create-revolution-in-the-church/; https://www.bostonglobe.com/opinion/2016/10/20/clinton-revolution-against-catholic-church/GrFpxMOUpKtGUCqPK95B6J/story.html), wird man mit einigem Recht von einer organisierten Struktur ausgehen müssen, welche zumindest in der Gegenwart gezielt Einfluß auf die Kirche nahm:

Die Gruppe um Obama, Soros und Clinton nannte ihr Projekt „Katholischer Frühling“ (catholic spring) und in den Mails ist immer wieder davon zu lesen, dass sie sich berufen fühlen, das katholische Mittelalter zu überwinden. Unter diesem Stichwort „catholic spring“ sollen Soros, Obama und Clinton die ihnen zur Verfügung stehende diplomatische Maschinerie der Vereinigten Staaten, ihre Einflüsse und die Finanzmacht Soros benutzt haben, um den „Regimewechsel“ in der römisch-katholischen Kirche zu erpressen, bzw. um den konservativen Benedikt durch den jetzigen Papst Franziskus zu ersetzen.

https://philosophia-perennis.com/2017/07/15/zornausbruch-im-vatikan-us-katholiken-deckten-die-verwicklung-des-papstes-in-das-soros-netzwerk-auf/

Vor diesem Hintergrund kann catholic spring durchaus einen Schlüssel für das Verständnis des Buches liefern, so die Kräfte, welche hinter dieser Operation stehen, bereits vor einigen Jahrzehnten mit den Vorbereitungen für diesen ominösen Frühling begonnen haben. Fraglich ist mithin, welche Aspekte des Buches – nach immerhin über 30 Jahren – im Pontifikat des „realen“ Papstes Franziskus aktuell sind oder auf eine Planumsetzung zumindest hindeuten? Zu suchen sind Übereinstimmungen, welche die Vermutung einer „Blaupause“ für das aktuelle Pontifikat stützen.

Um mit dem offensichtlichen Punkt, nämlich dem Papstnamen, anzufangen: Ein fraglos starkes Indiz. Es relativiert sich natürlich in gewisser Hinsicht, wenn man bedenkt, dass jeder „linke“ Papst naturgemäß der Option für die Armen (bekannt durch die lateinamerikanische Befreiungstheologie) zuneigen wird. Wenn man davon ausgeht, liegt die Wahl des Namens Franziskus schon bereits nicht mehr allzu fern. Folgt man der öffentlich verbreiteten Version, hat sich der Papst nach Franz von Assisi benannt, weil Cláudio Hummes ihn nach seiner Wahl im Konklave gebeten habe: „Vergiss die Armen nicht!“ Franziskus sei für ihn der Mann der Armut, des Friedens, der die Schöpfung liebe und bewahre. Anzustreben sei eine „arme Kirche für die Armen“, ihre materielle Zurückhaltung und mehr Hilfe für Bedürftige (zitiert nach: https://de.wikipedia.org/wiki/Franziskus_(Papst)#Name).

Es steht selbstverständlich jedermann frei, ernsthaft für möglich zu halten, dass ein papabile nach fünf Wahlgängen (!) ob seines Papstnamens noch derart unschlüssig ist, dass es einer zufälligen Bitte eines Mitkardinals bedarf, um ihn auf den Namen Franziskus zu bringen. Interessant sind allerdings die Ausführungen zur Wahl des Papstnamens im Statthalter:

… er habe den Namen Franziskus gewählt, um eine Verquickung der Schlichtheit des heiligen Franziskus von Assisi mit dem Glaubenseifer des Hl. Franziskus Xavier anzudeuten“. „Das würde zu ihm passen“, nickte Chelli. „Eifernde Schlichtheit“ ist das Motto der christlichen Tugend, die er predigen möchte (…)“ (Seite 353).

Es ist nicht zu bestreiten, dass dies im Reden und (vor allem) Handeln des aktuellen Pontifex einige Resonanz findet.

Einige Punkte stützen offenkundig die Hypothese, das Buch sei eine Art von „Blaupause“ für ein eindeutig „linkes“ Pontifikat, da der reale Papst Franziskus hier (nachprüfbar) die „literarische Vorgabe“ umsetzte. So zum Beispiel beim Thema Barmherzigkeit (ein Schlüsselbegriff des aktuellen Pontifikates), welches im Buch in Form einer Enzyklika, (Seite 523) behandelt wird. Der reale Papst Franziskus stellte ein Interviewbuch mit dem Titel „Der Name Gottes ist Barmherzigkeit“ vor und rief ein Heiliges Jahr der Barmherzigkeit aus. Ebenso wusch er – wie die Romanfigur – am Gründonnerstag die Füße von Strafgefangenen (Seite 530) und bezog das Domus Sanctae Marthae (lat. für „Haus der heiligen Martha“) als Wohnquartier – der Roman-Papst die Sommervilla von Papst IV. (Seite 307) – und residiert damit anders als seine Vorgänger nicht in der päpstlichen Wohnung im Apostolischen Palast.

Ein Programmpunkt, der aktuell das reale Pontifikat beherrscht, ist zweifellos die Zulassung zur Kommunion von sog. „zivil wiederverheirateten Geschiedenen“. Auf Seite 470 des Buches wird nicht nur der Punkt „vorgeahnt“, sondern bezeichnenderweise auch gleich mit die Begründung geliefert: Der Kommunionempfang als Medizin für Kranke/Sünder (meines Wissens nach gemäß dem protestantischen Abendmahl-Verständnis). Die Barmherzigkeit Gottes wird zum Codewort, sie ermöglicht es, die gegebene Reihenfolge Sünde – Reue – Lossprechung – Buße umzukehren: Sünde – Lossprechung – Reue – (freiwillige) Buße des Sünders (Seite 470f.). Hierzu ist ein Blick in den Aufsatz „Amoris Laetitia – Die Annahme eines päpstlichen Debakels“ von Christopher A. Ferrara (aus: Kirchliche Umschau Nr. 6, Juni 2017, Seiten 26ff.) erhellend: Die „Barmherzigkeit“ erfordere, dass die Kirche der „Zerbrechlichkeit“ von Todsündern „Obdach gewähre“, bis diese irgendwann in der Zukunft einmal „spirituell wachsen“, so, die modernistische Sicht zusammenfassend, Ferrara. Dieser taktische Kniff, erst einmal ausführlich die tradierte Lehrmeinung zu bestätigen, um dann durch die starke Betonung des Barmherzigkeitsgedankens als Trumpf diesen quasi als Einfallstor für fremdes Gedankengut zu verwenden, wird im Roman übrigens ausdrücklich genannt (Seite 472).

Auch wird von Beobachtern beim realen Papst eine Neigung zu raschen Entscheidungen und Beratungen mit informellen Ad-hoc-Runden festgestellt, wie sie auch die Romanfigur pflegte (Seite 414). Die engsten Mitarbeiter des Papstes werden als willenlose Wesen (Seite 474), dieser im Verlaufe des Buches zunehmend als eine Art charismatischer Caudillo geschildert – inwiefern dies bei Papst Franziskus Realität darstellt, muß offen bleiben. Bemerkenswert aber, dass der (Ende der 70er wohl kaum denkbare) Fall eines ketzerischen Papstes im Roman klar und deutlich angesprochen wird (Seite 517) und der Autor kunstvoll offen läßt, ob nicht dessen anstößigen Gedanken schlußendlich im Irrsinn enden… Der anstössige Gedankengang des Roman-Franziskus zu den zwei Wesen in einer Person Christi (Seite 562) hat jedenfalls überraschende Ähnlichkeit mit den höchst problematischen Aussagen des realen Papstes zur untereinander zerstrittenen Dreifaltigkeit oder der angeblich unterm Kreuz mit Gott hadernden Jungfrau Maria.

Die Romanfigur selbst erscheint in ihrem atemlosen Hasten ohne Maß und Ziel, in seinem Lebensstil des immer voll durchgetretenen Gaspedals auf unheimliche Weise a jour, wie heute Millionen von Menschen der westlichen Welt rast er förmlich von Projekt zu Projekt (wobei es heute dem Zeitgenossen bereits völlig normal erscheint, dass eine Ehe samt Kindern lediglich ein Projekt neben vielen ist).

„Für Franziskus war jeweils die nächste vor ihm liegende Aufgabe – ganz gleich, worum es sich dabei handelte – das entscheidenste Projekt seines Lebens; und natürlich erwartete er dieselbe Einstellung von seinen Mitarbeitern“ (Seite 376).

Dies und das Zitat „Wir haben nicht mehr viel Zeit“ (Seite 409) zeigt die Romanfigur als einen rastlos Getriebenen, ein Motiv, welches Beobachtern beim realen Papst interessanterweise auch auffällt ( http://www.katholisches.info/2017/07/quo-vadis-francisce-warum-verhaelt-sich-papst-franziskus-wie-ein-getriebener/). Hierbei mögen die 2015 aufgekommenen, aber interessanterweise nicht weiter öffentlich verfolgten Gerüchte um einen Hirntumor bei Papst Franziskus (https://www.welt.de/vermischtes/article147866928/Spekulationen-um-Erkrankung-von-Papst-Franziskus.html) durchaus eine Rolle spielen.

Ebenfalls interessant ist, dass der Protagonist im Roman zumindest als Mönch mit einem bestenfalls instabilen Glauben geschildert wird – ob es Gott überhaupt gibt, ist für ihn durchaus fraglich. Obgleich ihm im Roman dann eine spirituelle und glaubensfestigende Entwicklung zugestanden wird, kommentiert er doch die Brotvermehrung glaubensfern-rational mit den Worten: „Ich glaube, das eigentliche Wunder bestand darin, dass Christi Botschaft von der Liebe der Menschen die Herzen öffnete und sie veranlasste, ihr Essen miteinander zu teilen“ (Seite 494). Damit gibt er den rein diesseitigen Standpunkt wieder, der mittlerweile in den Seminaren und Theologischen Fakultäten herrschend geworden ist. Für ihn stellt die überlieferte Lehrmeinung der Kirche, auf Konzilien gewonnen und zu Dogmen geronnen, lediglich eine „ältere Interpretation“ dar, die jederzeit durch neuere Interpretationen abgelöst werden können. Der Roman-Papst umschreibt seine Auffassung des Dogmas präzise mit dem Satz: Für eine Weiterentwicklung wäre kein Platz, es gäbe nur die Anwendung bestehender Regeln auf die sich verändernden Verhältnisse (564). Mit anderen Worten wird damit ausgesagt, dass sich die Regeln (sprich: Dogmen) den sich ändernden Verhältnissen anzupassen haben.

Im Roman wird signalisiert, dass das Papsttum „vor einer entscheidenden Wende“ (Seite 308) stünde. Dieser – doch eher allgemeinen – Vorhersage folgen präziser ein „Feldzug für soziale Gerechtigkeit“ (Seite 310) beziehungsweise eine stärkere „Beteiligung am Ringen um soziale Gerechtigkeit“ (Seite 314) sowie ein angestrebtes „internationaleres Gepräge für die Kurie“ (Seite 319). Beide Punkte prägen das aktuelle Pontifikat augenscheinlich, man könnte ohne Übertreibung sagen, dass derzeit die Theologie hinter profane Sozialpolitik zurücktritt, um dieser den Vortritt zu überlassen (vgl. Seite 343). Der Papst im Roman umschreibt dies mit dem Satz: „Wir wollen den Gerechtigkeitsbegriff auf der Welt verändern und auf diese Weise neue Wertmaßstäbe setzen“ (Seite 556). Die zahlreichen Wunderheilungen durch den Papst im Roman – derzeit nicht aktuell – wird man doch zumindest im Hinterkopf behalten müssen, fungieren sie doch gleichsam als göttliche Bestätigung des – im Kern rein weltlichen – Umverteilungsprogrammes des Papstes und veredeln dieses spirituell.

Noch deutlicher tritt der inhaltliche Bezug des Romans zum aktuellen Bemühen des Papstes um die sog. Synodialität hervor. Sein literarischer Namensvetter wünscht die Welt-Bischofssynode als Art beratender Kammer. Sie soll expressis verbis „mit der Kurie in Konkurrenz treten, auf lange Sicht gesehen ein echtes Kirchenparlament werden“ (Seiten 319f.) Dies ist m. E. nach mit die augenfälligste Übereinstimmung mit dem aktuellen Pontifikat. Auch die im Buch geschilderte Taktik, „Leute in Widerstreit zueinander zu setzen zur Gewinnung neuer Informationsquellen – sei es aus ihrem Berichten, sei es aus ihren Auseinandersetzungen“ (Seite 319) wird von Beobachtern bestätigt:

Der Einzug im Hotel S. Marta signalisierte vom ersten Tag an nicht eine Reform der Kurie, sondern die Etablierung einer Parallelverwaltung ohne Statuten und Regularien. Das bestehende Chaos wurde quasi verdoppelt. Es wurden zahllose Räte und Kommissionen eingesetzt, deren Zuständigkeiten nie exakt bestimmt oder abgegrenzt wurden – im Zweifelsfall entscheidet der Chef spontan. Versetzungen und auch Entlassungen erfolgen nach Gutsherrenart (http://www.summorum-pontificum.de/themen/glaubenskrise/1115-die-lust-am-untergang.html).

In diesem Zusammenhang sind auch die Rolle der regionalen Bischofskonferenzen (Seite 405) sowie die der großangelegten und präzise vorbereiteten „Säuberungen“ unter den Bischöfen, welche nicht „dem Plan“ zuarbeiten (wollen), zu sehen (Seite 406f.).

Während (zumindest bislang) noch keine Schritte in Richtung kirchlichem Peace Corps oder bedingungslosem Pazifismus (zumindest in dem beschriebenen Ausmaß) bekannt wurden, wird es interessant sein, zu beobachten, ob und wann die im Buch auf Seite 353 angedeutete „Version soft“ bei der Geburtenregelung präsentiert wird:

Mit der von Papst Franziskus geschaffenen Kommission, der Papst spricht lieber von einer „Arbeitsgruppe“, zur Überarbeitung von Humanae vitae ist an einer weiteren, entscheidenden Front mit „Überraschungen“ zu rechnen. Das an der „Lebenswirklichkeit“ der Menschen statt an „abstrakten“ Bestimmungen orientierte „Modell“, wie Franziskus mit Amoris laetitia eine Frage „löste“, läßt sich ebensogut auf andere Fragen anwenden, auch Humanae vitae“  (http://www.katholisches.info/2017/07/quo-vadis-francisce-warum-verhaelt-sich-papst-franziskus-wie-ein-getriebener/).

Hier wäre eine augenfällige Schnittstelle zu den bevölkerungspolitischen Absichten der herrschenden Eliten.

Hoch interessant dazu, dass die auf Seite 414 kurz skizzierten und heute brandaktuellen Ziele der rebellischen Priester, nämlich Abschaffung des Zölibats, Revision humanae vitae und Zulassung von Frauen zur Priesterweihe vom Papst im Roman (Seite 416) im persönlichen Gespräch mit einer Delegation quasi gebilligt werden: „Wir unterscheiden uns in der Wahl der Mittel, aber nicht im Endziel“. In diesem Gespräch deutet die Romanfigur an, dass dies nur Nebenkriegsschauplätze in einem größeren Vorhaben sind:

„Zölibat, Geburtenregelung und die Priesterweihe für Frauen sind wichtige Fragen, aber sie sind keine grundlegenden Probleme. Wenn die Kirche erst einmal fest auf ihrem neuen Weg eingeschworen ist und wenn ihre Neubelebung Fortschritte macht, werde ich mich mit besonderem Eifer den von euch angeschnittenen Problemen widmen. Sie aber jetzt an zu packen, hieße, die Kirche zu spalten, noch bevor unsere eigentliche Arbeit begonnen hat.“

Das der Papst im Roman bei der Prüfung des Zölibats ausdrücklich „psychiatrische Gutachten“ erwähnt (Seite 471), legt die Vermutung nahe, es könnte hier ein Hinweis auf ein sog. „Hintertürchen“ vorliegen. Ein Modus Operandi, der ja seit Amoris Laetitia und der mittlerweile weltbekannten Fußnote 351 nicht unbekannt ist. Mit dieser Annahme nicht in Einklang zu bringen ist allerdings, dass der Autor die Qualität bzw. Aussagekraft solcher Gutachten erheblich relativieren läßt (Seite 475f.), so schreibt er, „die Psychiater gaben zu, nur mit Priestern gesprochen zu haben die unter ernsten seelischen Problemen litten, nicht mit Seelsorgern im Allgemeinen. Mit anderen Worten sie hatten sich nur mit pathologischen Fällen beschäftigt“. Zudem führt er ins Feld, dass eine labile Persönlichkeit ebenso leicht unter den Belastungen von Ehe und Familienleben hätte zusammenbrechen können. Bei den betroffenen Priestern hätten sich in anderen stressgeladenen Situationen (als dem Zölibat) wahrscheinlich ebenso ernste Neurosen oder sogar Psychosen entwickelt. Murphy kommt zu einem geradezu vernichtenden Ergebnis: Im übrigen konnte ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass die von ihm (d.h. dem Psychiater) postulierten Kausalzusammenhänge zwischen Zölibat und Neurosen eher auf einem landläufigen Vorteil beruhten als auf wissenschaftlich fundierten Untersuchungen.

Mit anderen Worten: Entweder haben wir es – zumindest in diesem Teil des Buches – nicht mit einer Blaupause respektive Vorhersage zu tun, oder dem Autor ist es gelungen, den ihm aufgenötigten Zölibats-Stichpunkt elegant mit im Roman integrierten Gegenargumenten zu entschärfen. Gleichviel: Die Vorgehensweise per Hintertürchen ist auch bei der Akzentverschiebung weg vom Verhütungsverbot (Seite 509) durch zwei eingefügte Sätze zu beobachten. Die Methode, in einen überwiegend rechtgläubig abgefassten Text problematische, weil doppeldeutige Sätze gleichsam einzuschmuggeln, ist ja seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil eine bekannte Vorgehensweise modernistischer Kräfte. Im Hinblick auf Amoris Laetitia ist die Replik des Papstes im Roman, seine geplante Enzyklika sei „ein seelsorgerisches Dokument, kein theologisches“ (Seite 516) geradezu prophetisch. Unter den Vorschlägen, welche er in diesem Zusammenhang anspricht, fehlen die sog. „vir probati“ (Seite 481) als Evergreen ebenso wenig wie – hochaktuell – die Überlegung, Frauen, wenn schon (noch) nicht zu Priestern zu weihen, dann wenigstens zu Kardinälen zu kreieren (Seite 482). Während Papst Franziskus den Ball der vir probati erwartungsgemäß aufgenommen hat (vgl. http://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/papst-will-uber-viri-probati-nachdenken) vertritt u.a. der einflußreiche Kardinal Kasper die Meinung, „Kardinälinnen“ seine durchaus denkbar (https://www.domradio.de/themen/vatikan/2016-04-26/kardinal-kasper-frauen-koennten-theoretisch-papst-waehlen sowie http://www.katholisches.info/2016/04/kardinaelinnen-fuer-kardinal-kasper-frauen-sollen-im-konklave-mitstimmen-koennen/ ).

Die Hypothese einer Blaupause unterstützen folgende zwei, von ihrer Aussagekraft aber weniger starke Aspekte: Die Kirchenfinanzen nehmen in dem Buch ab Seite 323 einen relativ breiten Raum ein – auch Papst Franziskus widmet den Finanzen auffallend Aufmerksamkeit. Wenn man im 1983 revidierten Codex Iuris Canonici das im Buch (Seite 377) angesprochene, zu schaffende „Grundgesetz“ der Kirche sehen will, wäre auch dies verwirklicht.

Auf der Suche nach Hinweisen für einen stringenten Plan mit durchdachter Umsetzung in den letzten drei Jahrzehnten wird der Leser allerdings doch etwas verwirrt, wenn er über die Verwendung derTiara während der Krönungsfeierlichkeiten für den Papst liest, hatte doch bereits dessen Vorgänger, Papst Paul VI. die Tiara bereits 1964 zugunsten „der Armen“ weggegeben. Auch wurde die im Roman zitierte Nobelgarde 1970 aufgelöst (vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Nobelgarde). Recherchefehler eines doch unbestreitbar auf Präzision fixierten Autors? Oder soll die egomanische Herrsch- und Prunksucht des Pontifex betont werden, siehe das von ihm revitalisierte Gehorsamsritual der Kardinäle dem neuen Papst gegenüber. Ebenso irritiert, dass der Papst im Roman mehrfach (u.a. auf Seite 481) von niederen Weihen spricht, obgleich diese bereits 1973 von Papst Paul VI. abgeschafft wurden.

Im Bereich der (allerdings wohl nicht manipulierbaren) Naturkräfte fällt der Blitzeinschlag in die Kuppel des Petersdoms (Seite 472) ins Auge. Es berührt eigenartig, dass dieser im Roman wie in der Realität mit dem Pontifikat eines Papstes Franziskus verbunden ist. Ebenso das (im Roman erfolgreiche) Pistolen-Attentat auf dem Petersplatz, welches gleichsam den Attentatsversuch auf Papst Johannes-Paul II. im Jahre 1981, also drei Jahre nach Veröffentlichung des Buches, vorwegnimmt. Ebenso wie in der Realität bleibt die Urheberschaft auch bei der literarischen Vorlage geheimnisumwittert. Bemerkenswert ist hierbei, dass beim Attentat im Roman sowohl Tatwaffe als auch Tatort identisch mit dem späteren realen Geschehen sind. Vor 1981 war ein öffentlicher Anschlag auf das Leben des Stellvertreters Christi de facto unvorstellbar, zu groß war bei Nichtgläubigen die (nicht zu unterschätzende) abergläubische Furcht, durch einen Mord an einem friedfertigen Heiligen Mann einen – persönliches Unglück bringenden – Tabubruch zu begehen. Die letzten (meist kircheninternen) Attentate verlieren sich daher in den Nebeln der Geschichte (vgl. dazu: http://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/papste-im-fadenkreuz).

Symbolträchtig ist nicht zuletzt die Wahl der Begräbnisstätte für Papst Franziskus. Vor dem ägyptischen Obelisk in Rom, unter dem er seine letzte Ruhestätte findet, verbrannten sich Priester und Nonnen, um gegen den Zölibat zu protestieren (Seite 459), was dem Pontifex sehr nahe ging (Seite 518). Allerdings wird dieses Symbol einer heidnischen Kultur eindeutig „auch von den Freimaurern als Signum verwendet“ (https://de.wikipedia.org/wiki/Obelisk#Trivia). Aus diesem Blickwinkel erscheint der Ort zumindest doppeldeutig gewählt.

Wie bereits anfangs erwähnt, wird man dieser behelfsmäßigen Analyse keinen klaren Beweis für eine Blaupausen-Funktion des Statthalter entnehmen können – zu eigenen Überlegungen sei aber jeder eingeladen.

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G 20 und Gewalt (buendnis-c.de)

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G 20 und Gewalt

Die Gewaltexzesse waren angekündigt und absehbar. Vielfach wurde von Politikern wie auch Hamburger Bürgern skandiert: Protest Ja, Gewalt Nein! Doch wogegen und vor allem wofür protestieren Linksextremisten? Was für Ziele haben sie und welche Ideologie wurde zur Forcierung dieser Ziele in Deutschland und Europa kultiviert?

Während des Gipfels kam das große Erwachen und danach das Entsetzen. 476 Polizisten verletzt, ungezählte Autos in Flammen, Straßenzüge verwüstet, Geschäfte geplündert. Angesichts der Zerstörungswut und der gezielten Angriffe auf die Polizei muss man von einem Wunder sprechen, dass es keine Toten gab.Was in den Berichten über die Gefechte erschreckend auffällt, ist die geistige Armut der befragten Aktivisten. Es ist kaum eine Begründung zu vernehmen, wogegen und erst recht nicht, wofür sie demonstrieren. Gegen das System, gegen die da oben, gegen den Imperialismus oder die Globalisierung … oder vielleicht gegen die eigene Hilflosigkeit?Sie alle sind Teil des Systems, benutzen es für ihren eigenen Lebensstil – und wollen es gleichzeitig vernichten. In dieser Desorientierung sind die Befragten Spiegel unserer Gesellschaft und die Kehrseite eines bürgerlichen Milieus, das dieselbe Ideologie verinnerlicht hat. Zwar bezeugen Anwohner und Politiker ihr Entsetzen über die Verwüstung. Aber auch von ihnen befürworten viele den Protest gegen das System, gegen den Kapitalismus, der den Wohlstand hervorgebracht hat, den sie konsumieren.Sägen hier alle zusammen an dem Ast, auf dem wir sitzen? Die Hamburger Ausschreitungen machen die schon lange vorhandene Spannung unübersehbar zwischen unserer auf materiellen Wohlstand und Konsum ausgerichteten Lebens- und Arbeitsweise des kapitalistischen Wirtschaftssystems und der gleichzeitigen Kultivierung der Ideologie des Neomarxismus, der auf dessen Zerstörung ausgerichtet ist.Ausgehend von der Kritischen Theorie der Frankfurter Schule wurde die westliche Gesellschaft seit der 68er Bewegung mit marxistischem Gedankengut durchsetzt und schleichend ihr kollektives Bewusstsein verändert. Viele Bürger im Schanzenviertel würden sicher weit von sich weisen, damit etwas zu tun zu haben. Im ehemaligen Ostblock ist man gegenüber diesen Ideen aus der historischen Erfahrung heraus skeptischer, aber auch hier haben sie in der Linken und ihren Wählern überlebt.

Eine im Materialismus gefangene Lebenshaltung auf beiden Seiten macht die Ausweglosigkeit der einander widerstrebenden Ideologien des Wirtschaftsliberalismus und des Neomarxismus offenbar und wie die bürgerliche Gesellschaft darin ihre Kinder verloren hat. Die feindliche Saat des Marxismus ist in der Generation der Kinder des Materialismus aufgegangen. Viele der Demonstranten verweigern nicht nur die Leistung, die nötig wäre, um den materiellen Wohlstand der Eltern zu erhalten oder zu vermehren. Sie erheben Anspruch darauf, ihn zu besitzen, sehen es als ihr Recht, ihn zu verbrauchen, oder zerstören ihn gar. Tragischerweise wird dieser Konflikt immer wieder auf dem Rücken der Polizei ausgetragen, die zwischen den Fronten steht und die Ansprüche und Sicherheit der Bürger gegen zunehmend bewaffnete Horden verteidigen soll. Wer wird diese Arbeit in Zukunft noch tun wollen?

Rechtsextremismus hat als Relikt unserer Geschichte überlebt. Dem Islamismus wurde durch Verharmlosung die Tür geöffnet. Den Linksextremismus hat unsere Gesellschaft nicht nur verharmlost, sondern mit der Kultivierung neomarxistischer Utopien selbst hervorgebracht und gefördert.

Am Tag danach haben nicht die Randalierer, sondern die Hamburger Bürger das Schlachtfeld aufgeräumt. So wie die Eltern früher den Schaden beräumt haben, den die Kinder angerichtet haben, ohne sie dafür in die Pflicht zu nehmen. Antiautoritäre Erziehung ließ keine Zwangsmaßnahmen zu, und auch jetzt sind von den in Gewahrsam Genommenen die meisten schon wieder auf freiem Fuß und unbehelligt von den Nachwirkungen abgereist.

Die Stadt aufzuräumen ist löblich und nötig. Es vermittelt Gemeinschaftsgefühl und hilft gegen die Hilflosigkeit. Aber es stellt nur die äußere Fassade der Gesellschaft und der Stadt wieder her, die demoliert wurde. Wenn nicht ein Fragen nach dem kollektiven und persönlichen Versagen einsetzt und nach heilsamen Beziehungen in unseren schönen Häusern, dann sind die nächsten Attacken darauf vorprogrammiert.

Während vor den Türen der Elbphilharmonie der Terror tobte, spielte drinnen das Orchester für die G20 -Teilnehmer Schillers Ode „An die Freude“ im Schlusschor von Beethovens Neunter Sinfonie. Als Christen wissen wir, dass die Sehnsucht nach Verbrüderung und Weltfrieden Utopie bleibt ohne den Friedefürsten Jesus Christus. In Hamburg waren viele Beter vor Ort, und ihr Gebet war nicht umsonst. Es geht für unsere Welt um mehr als um äußeren Frieden und die Aufrechterhaltung oder Wiederherstellung des Status Quo.

Weder ein krisengeschütteltes kapitalistisches System noch dessen Zerschlagung wird die Sehnsucht des Menschen nach Gerechtigkeit und Wohlergehen erfüllen. In Bündnis C arbeiten wir mit unseren europäischen Partnern an einem beziehungsorientierten Wirtschaftssystem und einem konföderalen Europa, die Effizienz und Gegenseitigkeit, Fairness und Nachhaltigkeit in allen Bereichen der Gesellschaft fördern.

http://economicsummit.eu/erklarung-des-europaischen-okonomischen-gipfeltreffens-2015-german/

Karin Heepen

https://www.buendnis-c.de/index.php/aktuell/266-g-20-und-gewalt

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Veranstaltungshinweis: Demonstration gegen Islamismus-Propaganda in Schulen und Kirchen, Sa., 22.07.17, 14 Uhr Herrenplatz, St. Pölten

Aus aktuellem Anlass organisiert der Verein OKZIDENT eine spontane Kundgebung:

Demonstration gegen Islamismus-Propaganda in Schulen und Kirchen

Zeit: Samstag, 22. Juli 2017, 14 Uhr

Ort: Herrenplatz, St. Pölten

Die Caritas ist ein elementarer Teil der österreichischen Asyl-Industrie. Im Rahmen des Besuchs einer Kirche wurden Kinder einer von ihr betriebenen Schule mit islamistischer Propaganda zwangsbeglückt. Dabei wurde u. a. verkündet, dass es „keinen Gottaußer Allah“ gebe. Gerade angesichts der Tatsache, dass auch in St. Pölten eine blühende islamistische Szene, mit besten Verbindungen zu Dschihadisten-Kreisen, besteht, dürfen wir uns solch eine Indoktrination der Kinder nicht gefallen lassen!

Die Amtskirche und ihre Vorfeldorganisationen, sowie das Bildungssystem sind seit Langem großteils fest in der Hand von wirren Multikulti-Ideologen und Islamisierungs-Apologeten. Das werden wir nicht länger dulden!

http://www.verein-okzident.at/index.php/2017/07/10/demo-gegen-islam-propaganda-in-st-poelten/

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Spadaro: „Ja“, Frontalangriff gegen US-Regierung und ihre christlichen Unterstützer vom Heiligen Stuhl abgesegnet (katholisches.info)

 

P. Antonio Spadaro überreicht Papst Franziskus im Februar 2017 die Nummer 4000 der "Civiltà Cattolica".
P. Antonio Spadaro überreicht Papst Franziskus im Februar 2017 die Nummer 4000 der „Civiltà Cattolica“.

 

(Rom) In der aktuellen Ausgabe der römischen Jesuitenzeitschrift La Civiltà Cattolica haben der Schriftleiter Pater Antonio Spadaro, einer der engsten Mitarbeiter von Papst Franziskus, und Marcelo Figueroa, ein presbyterianischer Pastor, den Franziskus zum Leiter der argentinische Ausgabe des Osservatore Romano ernannte, einen Frontalangriff gegen die sogenannte „religiöse Rechte“ in den USA abgefeuert. Spadaro bestätigte nun offiziell, daß der Angriff vom Heiligen Stuhl abgesegnet ist.

Das Autorenduo hat damit den Schulterschluß mit der politischen Linken der USA im Kampf um das Weiße Haus und die kulturelle Hegemonie im Land vorexerziert. Nach Meinung von Papst Franziskus findet die Entscheidungsschlacht im politischen Weltringen in den USA statt. Der Einfluß der „einzigen verbliebenen Weltmacht“ auf die übrige Welt, besonders die anderen westlichen Staaten, den lateinamerikanischen „Hinterhof“, Afrika und beträchtliche Teile Asiens, ist so groß, daß auch dort von sie die Richtung vorgibt. Die Wahl von US-Präsident Donald Trump bedeutet eine schmerzliche Niederlage für die US-Linke. Das wäre im demokratischen Wechselspiel der Kräfte die Normalität. Es handelt sich aber auch um eine Niederlage des Establishments und sitzt diesem tief in den Knochen. Was in den USA am 8. November 2016 geschehen ist, könnte sich – so die Horrorvision – in anderen Ländern wiederholen. Das ist bisher zwar nicht der Fall, wie einige Urnengänge in Europa – zuletzt in Österreich, den Niederlanden und Frankreich – gezeigt haben. Doch die eigentliche Macht liegt in den USA und nicht in der EU.

Neue Allianz: Vatikan – UNO – politische Linke

Unter Papst Franziskus ist eine neue Allianz entstanden, die vom Heiligen Stuhl über die UNO bis zu den weltweiten Linkskräften reicht – die radikale Linke miteingeschlossen, für die der argentinische Papst sogar deutlich mehr Sympathien hegt als für die gemäßigtere sozialdemokratische und liberale Linke.

Die Wechselwirkung dieser neuen Allianz wurde auch im Zusammenhang mit dem Spadaro-Artikel erkennbar. Am vergangenen 11. Juni forderte die New York Times auf ihrer Titelseite die „linken Religionsführer“ auf, den Kampf um die Themenführerschaft aufzunehmen. Zugleich wurden einige Stichwörter (darunter Abtreibung und „Homo-Ehe“) geliefert und damit die Stoßrichtung vorgegeben. Einen Monat später erfolgte der Angriff von Spadaro und Figueroa gegen die „religiöse Rechte“ genau auf der von der New York Times vorgegebenen Linie. Zufall? Wohl kaum. Es soll nicht behauptet werden, daß die Civiltà Cattolica auf Zuruf der linksliberalen New Yorker Tageszeitung reagiert. Offensichtlich besteht aber eine Interessenübereinstimmung. Offensichtlich ist auch, daß unter Gleichgesinnten aufmerksam registriert wird, was die Leitmedien und Leitstimmen von sich geben. Die chronologische Abfolge zeigt, wer das Leitmedium ist und wem der Heilige Stuhl sekundiert.

Artikel vom Vatikan gewollt

Entscheidend ist, und daran kann kein Zweifel bestehen, daß hinter dem massiven Eingriff der Civiltà Cattolica in die US-Innenpolitik Papst Franziskus steht. Ein so weitreichender Artikel würde selbst unter normalen Bedingungen nicht ohne entsprechende Rücksprache erscheinen. Für die Civiltà Cattolica gelten jedoch ohnehin andere Bedingungen.

Alle Artikel der römischen Jesuitenzeitschrift müssen vorab dem Vatikan zur Begutachtung vorgelegt werden. Was veröffentlicht wird, erscheint mit ausdrücklicher Druckerlaubnis des Heiligen Stuhls. Im Gegensatz zu Benedikt XVI. und Johannes Paul II. kümmert sich Papst Franziskus um alle ihm wichtige Artikel persönlich. Das gilt in jedem Fall für jene, die von seinem Vertrauten Spadaro unterzeichnet sind.

Spadaro bestätigte es im konkreten Fall selbst in einem Interview von Gerard O’Connell für die amerikanische Jesuitenzeitschrift America. Der Ire und Cambridge-Absolvent O’Connell ist seit 2014 hauptamtlicher Rom-Korrespondent von America. Die US-Jesuitenzeitschrift ist zwar nicht so alt wie die Civiltà Cattolica, bringt es aber auch auf stolze 108 Jahre. Im Gegensatz zur vierzehntägig erscheinenden, bilderlos-nüchternen römischen Publikation erscheint die US-Zeitschrift als farbiges Wochenmagazin.

„Ja, das gilt auch für diesen Artikel“

Der Bergoglianer O’Connell fragte Spadaro, ob sein mit Figueroa verfaßter Artikel gegen die US-Regierung und die christlichen Kräfte, die sie unterstützen, vom Vatikan genehmigt ist.

O’Connell: Ist es richtig, zu sagen, daß dieser Artikel wie andere Artikel der Civiltà Cattolica vom Vatikan approbiert wurde?

Antonio Spadaro: Ja, die Civiltà Cattolica ist eine Zeitschrift, die gegengelesen wird. Ihre Artikel werden immer vor der Veröffentlichung vom Staatssekretariat gelesen und approbiert. Das gilt auch für diesen Artikel.

Text: Giuseppe Nardi
Bild: Osservatore Romano (Screenshot)

http://www.katholisches.info/2017/07/spadaro-ja-frontalangriff-gegen-us-regierung-und-ihre-christlichen-unterstuetzer-vom-heiligen-stuhl-abgesegnet/

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Wenn keiner mehr Angela Merkel kritisiert,…

Nun gut, „Kritik“ innerhalb des Parteienkartells gehört sowieso in die Rubrik „Showcatchen“. Geschenkt.

Interessanter ist der Satz: „Ich habe mit der Hamburger CDU gesprochen, habe ihr ganz deutlich gesagt, dass ich das für falsch halte.“ Mit anderen Worten stellt sie einen souveränen Landesverband bei seiner berechtigten Kritik der Landesregierung klar „in’s Achtung“. Wäre in der „alten Bundesrepublik“ in dieser Dreistigkeit nicht denkbar gewesen, dass die Bundesführung sich ungeniert in Landesangelegenheiten mischt und öffentlich (und das ist der Punkt) die Landespolitiker wie kleine Schulbuben maßregelt. Hätten diese noch einen minimalen Rest von Selbstachtung, würde der komplette Vorstand unter Protest zurücktreten.

Ebenso interessant: „Dafür habe ich genauso die Verantwortung wie Olaf Scholz und drücke mich auch nicht davor.“

Aha, und weiter?

Heißt konkret?

Tritt sie zurück? Offensichtlich nicht.

Was passiert? Gar nichts.

Das Heerlager der Heiligen

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Gloria Global am 17. Juli 2017

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Gloria.tv Nachrichten

 

Kardinal Sarah, ein Gentleman

Il Foglio fragte den Präfekten der Liturgiekongregation, Kardinal Robert Sarah, der von Papst Franziskus faktisch kaltgestellt wurde, ob es zwischen ihm und Franziskus Konflikte gebe. Sarahs Antwort: „Der Heilige Vater erweist mir so viel Vertrauen und Respekt und ich versuche, seinen Willen vollständig zu erfüllen, indem ich die Liturgie heiliger, schöner, stiller mache. Es reicht, die Andacht und Frömmigkeit zu sehen, mit welcher der Papst die Heilige Messe zelebriert, um seine wahren Absichten zu verstehen.“

 

Kuriales Hochreck:

Der Heilige Vater erweist mir so viel Vertrauen und Respekt und ich versuche, seinen Willen vollständig zu erfüllen, indem ich die Liturgie heiliger, schöner, stiller mache.“

Lies: Der Papst würde mich ab liebsten mit bloßen Händen erwürgen, denn ich kämpfe mit allen Kräften für die würdevolle Heilige Messe gegen oberflächlichen Firlefanz. Und dies je lieber, je mehr der Pontifex schäumt…

„Es reicht, die Andacht und Frömmigkeit zu sehen, mit welcher der Papst die Heilige Messe zelebriert, um seine wahren Absichten zu verstehen.“

Lies: Schauen Sie sich doch nur an, wie sich der Papst vor dem Allerheiligsten verhält und die Messe zelebriert, dann dürften keine Fragen mehr offen sein, nicht wahr…?

À la bonne heure, Eminenz, à la bonne heure…

 

 

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Zornausbruch im Vatikan: US-Katholiken deckten die Verwicklung des Papstes in das Soros-Netzwerk auf

Sine ira et studio: Die in den sog. „orangefarbenen Revolutionen“ und dem sog. „Arabischen Frühling“ angewandten Schemata der von Präsident Obama unverhohlen verkündeten US-Politik des regime change ähneln den Vorgängen im Vatikan zu sehr, um diesbezügliche Überlegungen vorschnell als Spinnerei „zu den Akten zu legen“…

philosophia perennis

(David Berger) „Osservatore Romano“ heißt die legendäre Tageszeitung des Vatikan, in der der Papst schreiben lässt, was er gerne hören will. Und eben hier erschien vor einigen Tagen ein umgebremster Wutausbruch gegen die Katholiken in den USA:

Sie würden sich in einer „Ökumene des Hasses“ mit den Protestanten zusammen tun und Fremdenfeindlichkeit und „Islamophobie“ (sic!!) propagieren.

Sie stünden Donald Trump nahe und versuchten Einfluss auf die Politik auszuüben. Damit verhielten sie sich ungehorsam dem Papst gegenüber. Der Artikel fasst auf populäre Weise einen mehr akademischen Beitrag zusammen, der sich in der jüngsten Ausgabe der italienischen Jesuiten-Zeitschrift „La Civilta cattolica“ findet – vermutlich auch eine Auftragsarbeit, die direkt aus dem Vatikan kommt.

Der konkrete Anlass für diese Kampagne des Vatikan gegen Christen in den USA dürfte ein durch Wikileaks bekannt gewordener, besorgter Brief zahlreicher prominenter US-Katholiken an Donald Trump vom Januar dieses Jahres sein

Darin erheben sie schwere Vorwürfe gegen

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„Sorok Sorokow – Russlands militante Kirche“ (n-tv)

Ein Paradebeispiel, wie man – gleichsam aus dem Nichts – auf Kommando eine Putin-hörige christliche Terrororganisation medial inszeniert, liefert die als sog. „Bericht“ getarnte Indoktrination „Sorok Sorokow – Russlands militante Kirche“ auf n-tv.

Mit dramatischer Hintergrundmusik wird die Gruppe „Sorok Sorokow“ (die Abkürzung ergibt „SS“, darauf wird der eventuell etwas begriffsstutzige Zuschauer extra hingewiesen…) als eine Art russischer Ku-Klux-Klan vorgestellt, „einige Mitglieder“ (5? 10? 5000?) wurden als „Ex-Neo-Nazis oder Hooligans“ bezeichnet.

Beweise? Fehlanzeige.

Macht nix, denn es findet sich ja ein orthodoxer Pfarrer (dem bezeichnenderweise die Gemeinde entzogen wurde), welcher vor der westlichen Kamera wunschgemäß die Gruppe „Sorok Sorokow“ mit der HJ, der SS und der Gestapo gleichsetzt. Wie er dazu kommt, bleibt im Dunkeln. Der Geistliche wurde von seiner Kirchenleitung mit einem Predigtverbot belegt und sammelt nun Versprengte in seiner Wohnung, wo er Gottesdienste abhält. Dieses offensichtliche Sektierertum wird aber vom Filmbericht nicht hinterfragt, gibt er doch den gewünschten „Zeugen“ ab, der die Gruppe auch gleich noch als “Abteilung des KGB“ bezeichnet und von einer „Auslöschung der Opposition in einer Nacht“ fabuliert. Dies paßt in die Tendenz der Filmer – warum dieser Mann von seiner Kirche vorsichtshalber aus dem Verkehr gezogen wurde, kann daher getrost unter den Tisch fallen. Auch, ob der illustre Gottesmann hier nur Rache an seinen Oberen nehmen will, indem er eine glaubenstreue Gruppe verleumdet. Solche Fragen passen aber erkennbar nicht in das Schema des Beitrages, welcher erkennbar dem Zuschauer keine Informationen mitteilen, sondern ein fertiges Weltbild verpassen möchte. Nicht ohne Grund diffamiert eine markante Stimme aus dem Off die Gruppe in jedem zweiten Satz als „gewalttätig“ und „radikal“…

Der Einsatz der als „Extremisten“ bezeichneten Gläubigen gegen Abtreibung und Gotteslästerung wird gezielt kriminalisiert, geschickt wird der Demonstrationszug von vorne aus der Froschperspektive gefilmt, die Marschkolonne – akustisch stets mit bedrohlicher Hintergrundmusik untermalt – marschiert so besorgniserregend direkt auf den Zuschauer zu, unheilschwangere Musik inklusive (sicherlich nur zufällig wie in Michael Radford’s Kinofilm „1984“…). Die Kirchen-Gegner werden hingegen soziologisch-neutral als „Aktivisten“ bezeichnet und ausschließlich als erbarmungswürdige Gewalt-Opfer gezeigt.

In diesem orchestrierten Zusammenspiel zwischen Medien und pressure groups kommt nun die Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik e. V. (DGAP) ins Spiel, laut wikipedia „ein Netzwerk und eine Denkfabrik für Außenpolitik“.

Die 1955 in Zusammenarbeit mit dem Council on Foreign Relations und Chatham House gegründete Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik betreibt Forschungseinrichtungen für Fragen der internationalen Politik sowie der Außen- und Sicherheitspolitik. Die Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik zählt heute über 2500 Mitglieder, darunter führende Persönlichkeiten aus dem Bank- und Finanzwesen, der Wirtschaft, Politik, den Medien und der Wissenschaft.

https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Gesellschaft_f%C3%BCr_Ausw%C3%A4rtige_Politik

Der arglose Leser ist eingeladen, einmal nachzulesen, was sich hinter den (diskret verborgenen) Kräften wie Council on Foreign Relations und Chatham House verbirgt. Herr Wilfried Jilge, seines Zeichens „Experte“ der DGAP, warnt auch, wie auf Bestellung, vor der „Radikalisierung strenggläubiger Gruppen“ in Rußland. Pflichtgemäß fällt der Ausdruck “Fundamentalisten“, im weiteren Verlauf der sog. „Dokumentation“ auch „Mob“.

Die Stoßrichtung dieses arg tumben Propaganda-Beitrages wird deutlich in den letzten Sätzen, hier wird das Anti-Putin-Bild mit der angeblich vom christlichen Glauben drohenden Gefahr verschmolzen:

Derzeit prallen in Russland zwei Welten aufeinander: die russisch orthodoxe Kirche will mehr Einfluss gewinnen. Auf der anderen Seite steht ein Großteil der Bevölkerung, die sich den Einfluss der Kirche auf ihr Privatleben nicht mehr länger gefallen lassen will. Über allem schwebt Vladimir Putin, er baut die russisch-orthodoxe Kirche in sein Machtgefüge ein.

Na, dann weiß der aufgeklärte westliche Zuschauer doch gleich, was er als Gutdenker brav zu denken hat.

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